Dienstag, 29. September 2015

Pilze einkochen

Ja, meine Lieben auch Pilze jeglicher Art lassen sich wunderbar einkochen. Gerade in den Jahren in denen man bildlich gesprochen schon fast in Pilzen watet, ist für mich Einkochen die Methode erster Wahl, da Trockenpilze nach dem Wässern irgendwie schleimig werden und entweder zäh wie eine alte Schuhsohle oder labbrig sind. Eingekochte Pilze schmecken dagegen fast noch besser als frische Pilze. (^.^)

Man nehme - pro Glas mit 500 ml Fassungsvermögen:
250 g Pilze
250 ml Wasser
1 TL Salz

Zubereitung:
Die Gläser sterilisieren. Die Pilze verlesen und putzen, das Salz im Wasser auflösen. Die Pilze in die vorbereiteten Gläser füllen, mit dem Salzwasser auffüllen und die Gläser verschließen. Die Gläser in den großen Kochtopf setzen und so hoch mit Wasser füllen, dass die Gläser mindestens zur Hälfte im Wasser stehen. Das ganze jetzt auf 100° C erhitzen, diese Temperatur halten und die Pilze so ca. 30 Minuten einkochen. Danach werden die Gläser aus dem Wasserbad genommen und kühlen, mit einem Tuch bedeckt, ab.
Am Folgetag werden die Pilze ein zweites mal eingekocht, da Pilze - genauso wie viele Gemüsesorten - ansonsten gerne nachgären: Die Gläser in den großen Kochtopf setzen und so hoch mit Wasser füllen, dass die Gläser mindestens zur Hälfte im Wasser stehen. Das ganze jetzt auf 100° C erhitzen, diese Temperatur halten und die Pilze so ca. 30 Minuten einkochen. Danach werden die Gläser aus dem Wasserbad genommen und kühlen, mit einem Tuch bedeckt, ab.

Eingekochte Pilze hält sich mindestens ein Jahr.

Freitag, 25. September 2015

Bayrische Kuchl - Knödel: Schinkenknödel

Schinkenködel sind im Grunde "nur" Semmelknödel, die mit gewürfeltem Kochschinken, wahlweise auch Räucherschinken, gefüllt werden. Schinkenknödel werden gerne als Festtagsknödel gereicht, dienten aber durchaus auch als Herrgottsbscheißerl an Fasttagen. Schmecken tun sie auf jeden Fall. (^.^) Ich esse sie gerne mit Kochschinken gefüllt zu Pilzgerichten, weil es dann so schön stimmig schmeckt.

Man nehme - für fünf Knödel:
5 Semmeln vom Vortag (etwa 250 g)
Salz
200 ml Milch
1/2 Zwiebel
1/2 Bund Petersilie
25 g Butter
2 Eier
1 EL Mehl
50 g Schinken (roh oder gekocht)

So gehts:
Die Semmeln feinblättrig aufschneiden. Währenddessen die Milch erwärmen. Die Semmeln in eine Schüssel geben, salzen und mit der warmen Milch übergießen. Das ganze zugedeckt etwa 30 Minuten ziehen lassen.

Die Zwiebel fein würfeln, die Petersilie hacken, beides zusammen in der Butter leicht anschwitzen, zu den Semmeln geben und Eier und Mehl zugeben. Alles mit der Hand zu einem geschmeidigen Teig vermischen, ohne jedoch zu kneten und nochmals 30 Minuten ziehen lassen.

In einem weiten Topf Wasser zum Sieden bringen und Salz zugeben. Den Schinken nicht zu fein würfeln. Aus dem Teig mit angefeuchteten Händen fünf gleichgroße Knödel drehen, dabei den Schinken in einem kleinen Nest in die Mitte des Knödels drücken und in das Salzwasser setzen. Die Temperatur dabei knapp unter dem Siedepunkt halten. Den Deckel schräg aufsetzen und die Knödel in 20 Minuten gar ziehen lassen (nicht kochen!). Die Knödel mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser nehmen, kurz abtropfen lassen und schmecken lassen. (^.^)

Montag, 21. September 2015

Elsa Schiaparelli

Heute möchte ich euch eine ganz besondere Frau vorstellen, die wie keine andere die Mode der 30er Jahre prägte, und die heute traurigerweise fast in Vergessenheit geraten ist: Elsa Schiaparelli.

Elsa Schiaparelli wurde am 10. September 1890 in Rom als Tochter einer bekannten piemontesischen Gelehrtenfamilie geboren. Sie studierte Philosophie in Rom und ging danach nach London, wo sie Wilhelm Wendt de Kerlor kennen und lieben lernte und ihn nach nur wenigen Wochen Beziehung, im Juni 1914 das Ja-Wort gab. Das Paar war nur ein Jahr nach der Hochzeit aufgrund diverser dubioser Machenschaften Wendt de Kerlors (u.a. seine Betätigung als "Medium" und "Wahrsager"), gezwungen, London zu verlassen. Sie tingelten zunächst durch Europa, bevor die Bedrohung durch den tobenden Weltkrieg zu groß wurde, so dass sie 1916 nach New York übersiedelten. Dort nahm Wendt de Kerlor seine dubiosen Praktiken wieder auf und bekannte sich mehr aus Selbstdarstellungszwang denn aus tatsächlicher Überzeugung zum Bolschewismus, was ihn schnell in den geheimdienstlichen Ermittlungsfokus brachte. Elsa Schiaparelli lernte in New York Gaby Picabia kennen und kam durch sie in Kontakt mit namhaften dadaistischen Künstlern wie Francis Picabia, Man Ray oder Alfred Stieglitz, die sie sehr inspirierten.
Kurz nach der Geburt der gemeinsamen Tochter Maria Luisa im Jahr 1920 verließ Wendt de Kerlor Elsa Schiaparelli für die Tänzerin Isadora Duncan. Fast mittellos kehrte Elsa Schiaparelli 1922 nach Europa zurück und ließ sich in Paris nieder, wo sie zunächst, dank der finanziellen Unterstützung ihrer Familie ein Strickwarengeschäft eröffnete.

Wer nun in Paris im Modegeschäft erfolgreich sein will, musste auch damals schon vor allem eines tun: auf Modenschauen gehen. Wer nun wie Elsa Schiparelli zwar einen Namen und Beziehungen hat um an die begehrten Karten zu kommen, aber andererseits nicht über die finanziellen Mittel verfügt, sich dafür in teure Designerroben zu hüllen, dem bleibt nur eines: selbst ist die Frau. (^.^) Elsa Schiaparelli machte sich für eine Modenschau im Jahr 1927 einen schwarzen Pulli in dem eine weiße Schleife eingestrickt und weiße Manschetten angestrickt waren. Dieser Pulli traf genau den Zeitgeist, setzte er doch das moderne grafische Design in der Strickmode sehr gekonnt um. Was nun kam, ging rasend schnell: jeder wollte diesen Pulli! Das New Yorker Luxuskaufhaus Lord & Taylor orderte 40 Stück, wenige Wochen später war der Pulli bereits in der französischen, britischen und amerikanischen Vouge abgebildet und Schiaparellis Strickwarengeschäft war über Nacht zu einem gefragten Modelabel geworden. Schnell erweiterte sie ihr Repertoire und designte auch Abendkleider, Hüte und Handschuhe. Ihr Label war "Shocking Pink", ein grelles Pink, das bald Schiaparelli-Pink genannt wurde, auf das ihr Nachname eingestickt war und auch bei ihren Entwürfen schockte - eigentlich revolutionierte - sie immer wieder: sie kreierte den Hosenrock, arbeitete mit sichtbaren Reißverschlüssen als Designelement, und brachte als erste das Dianadekolleté auf die Laufstege. Sie kreierte Hüte in Schuhform und Handtaschen in Telefonform. Sie war schrill, sie war chic, sie war avantgarde und schon bald war sie die richtungsweisende Designerin in Paris. Sie kleidete Stars wie Greta Garbo, Peggy Guggenheim, Marlene Dietrich, Mae West, Gloria Swanson oder Joan Crawford ein.
Am Höhepunkt ihres Erfolges kam es jedoch zu einem jähen Ende für die Schiaparelli: als die deutsche Wehrmacht Frankreich besetzte, setzte sich Elsa Schiaparelli in die USA ab. Sie kehrte zwar nach Kriegsende nach Frankreich zurück, doch die Modewelt hatte sich geändert. Die Mode war nicht mehr schrill, aufsehenerregend, revolutionär und künstlerisch. Der New Look, der nun die Laufstege beherrschte, war schon fast altbacken, im Vergleich zur Mode vor dem 2. Weltkrieg. Eine Modewelt in der Elsa Schiaparelli keinen Platz mehr fand und sich ihre ewige Rivalin Coco Chanel durchsetzte. 1954 musste Schiaparelli ihr Label aufgeben.
Elsa Schiaparelli starb am 13. November 1973 im Alter von 83 Jahren in Paris.

Samstag, 19. September 2015

Feiner Biskuit - Petits Fours

Petits Fours sind klein und fein, superleicht gemacht und trotzdem jedes mal anders. Heute zeige ich euch, wie es geht:


5 Eier
125 g Zucker
abgeriebene Schale von einer Zitrone
125 g Mehl

Zum Füllen:
100 g Konfitüre

Zum Dekorieren:
je nach Gusto und Belieben

Den Backofen auf 180° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen.
Die Eier trennen (Eiweiße in die Rührschüssel, Eigelbe zwischenlagern) und mit dem Handrührgerät auf höchster Stufe steif schlagen. Jetzt den Zucker sowie die Zitronenschale zugeben und auf höchster Stufe unterschlagen. Die Eigelbe mit einer Gabel verquirlen, zur Eiweißmasse geben und unterrühren. Das Mehl auf den Teig sieben und zügig auf niedrigster Stufe unter den Teig heben.
Den Teig auf dem Blech glattstreichen und etwa 10 Minuten bei 180° C mit Ober-/Unterhitze backen.

Den Biskuit nun vorsichtig auf ein Gitter zum auskühlen stürzen (den Rand mit einem spitzen Messer lösen, Gitter umgedreht auf die Teigplatte legen - Backpapier dazwischen nicht vergessen - und einmal schnell drehen).

Nach dem Auskühlen den Biskuit in drei gleichgroße Streifen schneiden. Einen Streifen mit Konfitüre bestreichen, eine zweite Platte darauf setzen, erneut mit Konfitüre bestreichen und die dritte Platte darauf setzen. Den Biskuit nun leicht beschweren, am besten mit einem Holzbrett oder vergleichbarem und über Nacht ruhen lassen.

Jetzt die Kanten glatt schneiden und anschließend den Biskuit erneut dritteln und dann gleichmäßig große Würfel schneiden.

Ab sofort wird es kreativ es geht ans Dekorieren. Ich habe meine Petits Fours mit Zuckerguss überzogen und mit Zuckerblumen dekoriert. Der Guss kann natürlich mit Lebensmittelfarbe gefärbt werden, ihr könnt die Petits Fours mit Marzipan, Fondant oder Schokolade überziehen. Sehr Geduldige können natürlich auch mit Buttercreme, Sahne oder Canache einstreichen. Verziert wie ihr lustig seid und was gefällt. Selbstverständlich könnt ihr auch andere Füllcremes als Konfitüre verwenden. Ganz also, wie ihr lustig seid oder aber: je nach dem was weg muss. (^.^)

Donnerstag, 17. September 2015

Ein Münchner Nachkriegs-Designklassiker: Das Hausbüro der Firma Schreibmayr

Das Hausbüro ist ein kleines Verwandlungsmöbelstück, dass in einer Kleinserie durch die Münchner Firma Schreibmayr in den 50ern und frühen 60ern produziert und vertrieben wurde und das es mir schon seit langem angetan hat. Der Clou am Hausbüro: geschlossen sieht es aus wie ein schmales Highboard, geöffnet verwandelt es sich in einen sehr variablen und geräumigen Arbeitsplatz mit Arbeitsfläche und zahlreichen Ablage- und Archivierungsmöglichkeiten, das ganze sogar einschließlich Arbeitsbeleuchtung! Das Hausbüro gab es aus Weichholz gearbeitet mit schlichtem Ahornfurnier oder aber in der repräsentativeren Variante aus Nußbaum gearbeitet und furniert, der Korpus in der absoluten High-Class-Ausgabe auch gerne mit wunderschönen Intarsien verziert. Ein solches wurde auch vor einigen Monaten im Wiener Auktionshaus Dorotheum versteigert. Oh wie gerne hätte ich ein solches Hausbüro... Aber soviel Geld... Ich glaube, das würde ich nicht wagen, dann auch noch zu benutzen, genau das hätte ich aber am allerliebsten: ein Hausbüro für den täglichen Gebrauch, bei dem die Arbeit Ratzfatz weggeräumt ist, sobald man zuklappt.



Sowas in der Art habe ich jetzt zwar auch: in Form eines Sekretärs, aber in welchen Sekretär lässt sich schon ein PC verräumen, also ich habe noch keinen gefunden, oder zumindest keinen, der dann auch noch nach was aussieht. Kurzum: ich brauche ein Hausbüro, allerdings bin ich nun mal nicht zu jedem Preis bereit, oder - um ehrlich zu sein - eigentlich bin ich zu gar keinem Preis bereit. Selbst die "Billigvariante" des Hausbüros, also die aus Weichholz gearbeitet, kostet in unrestauriertem Zustand 1.000,- € aufwärts (die dann eher von privat, Auktionshäuser handeln üblicherweise nicht mit Mobiliar der Nachkriegszeit das billig und auf Masse produziert wurde). Und die "Billigvariante", die heutzutage eher "Totale Wuchervariante" heißen müsste, schaut halt blöderweise auch nach billig aus, ist also nichts, das ich mir in die Wohnung stellen möchte.

Also was tun? Tja, in diesem Falle wage ich mich ans selbst bauen... Das ganze in der Hoffnung dass sich die klaren, noch vom Bauhaus inspirierten Linienführungen und die schlichte Eleganz leicht nachbauen lassen. Es ist nun auch nicht so, dass ich schon jemals in meinem Leben ein Möbelstück gebaut hätte, aber warum nicht einfach versuchen? Ich mache mir also mal einen Plan... Mal schauen, was daraus wird... Ich werde selbstverständlich berichten.

Freitag, 11. September 2015

Bayrische Kuchl - G'müas: Pichelsteiner

Heute möchte ich euch einen meiner Lieblingseintöpfe aus Kindertagen vorstellen - wobei ich damals ehrlichweise nur die Kartoffeln rausgegessen habe. Die Kartoffeln esse ich heute noch am liebsten, den Rest verschmähe ich mittlerweile aber auch nicht mehr, vom guten Pichelsteiner. (^.^)

Viele Nichtbayern sind übrigens sichtlich erstaunt, wenn sie hören, dass das Pichelsteiner ein traditionelles bayrisches Gericht ist. Dennoch war es erst Bundeskanzler Ludwig Erhard, der das Pichelsteiner als seine Leibspeise über die bayrischen grenzen hinaus bekannt machte.

Das Pichelsteiner ist übrigens auch eines der wenigen Rezepte dessen Schöpferin namentlich bekannt ist, es ist die Wirtin Auguste Winkler aus Kirchberg im Wald, die ihren schnellen und einfachen Eintopf nach dem nahe gelegenen Büchelstein benannte. Nachdem im niederbairischen das ü als i ausgesprochen wird und uns Bayern gerne unterstellt wird, dass wir kein p kennen (was nicht stimmt, man muss halt genau hinhören um den Unterschied zwischen p und b herauszuhören), wurde aus dem gesprochenen "Bichlsteiner" ein geschriebenes Pichelsteiner, obwohl eigentlich Büchelsteiner richtig gewesen wäre. (^.^)

Aber kommen wir nun zum Rezept - einmal mehr eine Version die um Elemente aus unserem Familienrezept ergänzt werden musste, weil die Angaben in Erna Horns Bayrischer Kuchl mangels konkreter Angaben nicht nachkochbar gewesen wären.

Die Zutaten - für 6 Portionen (Pichelsteiner schmeckt in aufgewärmt fast noch besser, also nur keine Scheu gleich so viel zu kochen):
250 g Schweinefleisch von Bauch oder Schulter
250 g Rindfleisch von Bauch oder Schulter
250 g Kalbfleisch von Bauch oder Schulter
60 g Butterschmalz
2 Zwiebeln
150 g Karotten
150 g Sellerie
1 Petersilienwurzel
750 g Kartoffeln
Salz
Pfeffer
750 ml Fleischbrühe
1 Bund Petersilie

Zubereitung:
Das Fleisch, das Gemüse und die Kartoffeln einputzen und in etwa gleich groß würfeln. Das Butterschmalz in einem weiten Topf schmelzen und das Fleisch darin scharf anbraten. Die gewürfelten Zwiebeln zugeben und kurz mit anbraten, alles salzen und pfeffern und die Hitze reduzieren.

Jetzt das gewürfelte Gemüse einschichten: auf das Fleisch kommen die Karotten, dann der Sellerie, die Petersilienwurzel und oben auf die gewürfelten Kartoffeln. Dabei wird jede Schicht mit Salz und Pfeffer gewürzt. Das ganze wird nun mit der Brühe aufgegossen, zugedeckt und ohne umzurühren (das ist wichtig für den besonderen Geschmack) bei mittlerer Hitze in etwa 45 Minuten gar gekocht. Dabei zwischendurch immer wieder kontrollieren, ob noch genug Flüssigkeit im Topf ist.

Zum Anrichten wird das Pichelsteiner einmal durchgehoben - die Zutaten werden also vermengt - angerichtet und mit gehackter Petersilie bestreut.

Mittwoch, 9. September 2015

Rumtopfkonfitüre

Ihr kennt das vielleicht auch: der Rumtopf ist noch nicht alle aber die neue Saison steht schon vor der Tür... Wohin nur mit den Resten, die zum wegwerfen natürlich viel zu Schade sind... Nun, des Rätsels Lösung lautet: Rumtopfkonfitüre, die so lecker ist, dass ich beim nächsten Mal extra dafür Rumtopf abzweige. (^.^)

Zutaten:
Die Reste aus dem Rumtopf
die entsprechende Menge Gelierzucker 3:1

So gehts:
Die Gläser vorbereiten. Den Rumtopf pürieren. Wenn es zu flüssig ist, ggf. noch Waldbeeren (aus dem TK, aber aufgetaut, damit wird es am leckersten) unterrühren. Das Püree mit dem Gelierzucker aufkochen, vier Minuten lang sprudelnd kochen und die Gelierprobe machen. Geliert die Konfitüre, wird sie abgeschäumt und in die bereit stehenden Gläser gefüllt. Diese sofort verschließen und zunächst 15 Minuten auf dem Deckel stehend, dann richtig herum stehend abkühlen lassen.

Die Rumtopfkonfitüre hält sich locker ein Jahr.

Montag, 7. September 2015

Die kleine Warenkunde zum Kochen und Backen - Suppen

François Barraud - La Tailleuse de Soupe (1933)
In unseren kleinen Warenkunde geht es nun, nach den überblicksweisen Nahrungsmittelgruppen, durch die einzelnen Speisengruppen. Den Anfang machen heute die Suppen. Suppen lassen sich ganz grundsätzlich in zwei Kategorien einteilen: in klare Suppen und in gebundene Suppen.

Die Grundlage für klare Suppen stellt die Brühe dar, dabei ist Brühe aber nicht gleich Brühe:

  • Eine einfache Brühe, auch Bouillon genannt, gibt es üblicherweise als Fleischbrühe (Rind auch Kalb und Lamm), Hühnerbrühe, Fischbrühe und Gemüsebrühe.
  • Eine konzentrierte, also reduzierte Fleischbrühe, die mit Klärfleisch gekocht wurde um Schwebstoffe zu entziehen, wird Kraftbrühe, auch Consommé, genannt.
  • Eine stark konzentrierte also reduzierte Brühe nennt sich Fond und kommt weniger bei Suppen, sondern vielmehr bei Saucen zum Einsatz.
  • Ein Sud ist zu guter letzt mit Gewürzen verfeinertes Kochwasser (manchmal auch unter Zugabe von Wein) von Gemüse, Fleisch oder Fisch, dern manchmal zum Aufgießen oder Strecken verwendet wird.

Die jeweiligen Suppeneinlagen werden normalerweise nicht in der Brühe gekocht, da diese sonst eintrüben kann, sondern üblicherweise in Salzwasser. Sie werden erst in der separat erwärmten Brühe angerichtet. Schneller ist es aber allemal die Einlage direkt in der Brühe zu kochen. Geschmacklich besser ist es oft auch und es ist mir persönlich bisher nur selten passiert, dass die Suppe eintrübt und selbst wenn: es ist dabei "nur" die Optik, die in getrübt nicht unbedingt schlechter sein muss, daher muss in meiner Küche keine Suppeneinlage in Salzwasser baden, bevor sie in die Brühe darf. Ich sehe das völlig unproblematisch und meine Mutter hat es bisher auch noch nie anders gemacht. (^.^)

Gebundene Suppen wurden früher sehr regelmäßig und heute noch manchmal aus einer Einbrenne zubereitet: es wird also erst Butter in einem Topf geschmolzen, dann Mehl eingerührt und bis zum gewünschten Grad gebräunt und anschließend mit Flüssigkeit, in aller Regel Brühe, aufgegossen. Neben dem Binden mit der Einbrenne ist es auch möglich durch (teilweises) Pürieren, oder durch das Zugeben von Sahne, seltener durch das Legieren mit Ei, abzubinden. Gebunden wird dann kurz vor dem Servieren, da die Suppe dann nicht mehr lange kochen darf.

Brühen ohne Einlage lassen sich sowohl einkochen als auch einfrieren. Selbst manche Einlagen lassen sich direkt in der Brühe einkochen, allerdings nicht alle, daher verweise ich jeweils gesondert bei den jeweilige Rezepten auf diese Möglichkeit. Auch gebundene Suppen können eingekocht und eingefroren werden, allerdings nur vor dem Abbinden und vor dem Zugeben von Milchprodukten. Die Suppe wird dann jeweils portionsweise frisch fertiggestellt.

Zum Essen werden klare Suppen übrigens in Suppentassen gereicht, gebundene Suppen hingegen in tiefen Tellern. (^.^)

Samstag, 5. September 2015

Haare färben mit Elumen von Goldwell

Ich habe schon vor einiger Zeit den Drogeriehaarfarben den Rücken gekehrt um mich endlich an die Profifarben herangewagt, an Elumen von Goldwell um genau zu sein. Was mich dazu bewogen hat, mich an Elumen heranzutrauen ist schlicht und ergreifend die Tatsache, dass ich nun mal von Papa das frühe Ergrauen geerbt habe - ich ergraue bereits seit meinem 21. Lebensjahr vor mich hin. Gut, es sind nicht viele graue Haare die ich habe, nachdem ich aber von Natur aus dunkelbraunes Haar habe, fallen die einzelnen Grauen dazwischen halt einfach echt fies auf. Vor allem weil die natürlich auch noch ausgerechnet am Oberkopf wachsen müssen... Deshalb färbe bzw. intensivtöne ich. Was dabei allerdings nervt: man muss echt regelmäßig die Ansätze nachtönen, damit man die Längen aber nicht farbübersättigt, schmeißt man regelmäßig die Hälfte des Produkts weg und: theoretisch reicht es bei mir auch nicht mit meiner jetzigen Intensivtönung, die immerhin die beste ist, die ich finden konnte, nur alle paar Wochen mal nachzutönen, weil sie sich eben schon ziemlich auswäscht, gerade auf den grauen Haaren. Normalerweise müsste ich damit fast schon alle drei Wochen ran - das will ich meinen Haaren aber nicht antun. Nachdem Elumen direktziehend ist, sprich: die Farbe ist bereits fertig angemischt ist, kann man die Farbe ganz ohne Probleme aufbewahren und immer nur soviel entnehmen, wie man gerade braucht, also im Grunde genau das Richtige für mich. Zudem wirkt Elumen ohne Ammoniak oder Peroxid, also genau die beiden Bestandteile von Haarfarben, auf die ich zum Schutz meiner Haare gut und gerne verzichten kann. Mehr noch: sie pflegt das Haar sogar noch kräftiger und gesünder, indem die Farbe brüchige Stellen im Haar quasi durch eine pysikalische (und eben nicht chemische) Reaktion "auffüllt". Und: sie hält superbombenfest, es reicht allein die Ansätze nachzufärben, die Längen brauchen nur etwa alle 6 Monate ein Auffrischen.

Zugegebenermaßen ist die Erstinvestition in das Haarfarbensystem von Elumen etwas größer, nachdem man alle Produkte aber mehrmals verwenden kann, bevor sie aufgebraucht sind, amortisiert sich die Erstinvestition auch schnell. Zudem braucht man auch nicht unbedingt das komplette System, wie ich mittlerweile in einer kleinen Versuchsreihe feststellen konnte:
  • Elumen Prepare - eine Farbvorbehandlung, die das Haar schützt und dafür sorgt, dass die Farbpigmente besser im Haar halten; 150 ml kosten etwa 15,- €, wer graue Haare hat, so wie ich oder helle Haare merklich dunkler färben möchte, sollte in Elumen Prepare investieren, da die FArbe damit wirklich besser hält und weniger schnell auswäscht.
  • Elumen Farbe - 200 ml kosten etwa 20,- €, die braucht man wirklich immer.
  • Elumen Lock - eine Farbnachbehandlung, die dafür sorgt, dass die Farbpigmente sicher im Haar bleiben; zudem werden überschüssige Pigmente vom Haar entfernt; 250 ml kosten etwa 10,- €, ich habe bei meinen Haaren keinen Unterschied zwischen mit und ohne Lock feststellen können, ich würde also behaupten, dass diese Investition lässlich ist.
  • Elumen Clean - ist ein Farbentferner für die Haut um die Ferkelei beim Färben wieder zu entfernen; 250 ml kosten etwa 15,- €, nutzlos, jeder billige Augenmakeupentferner kann mehr als Elumen Clean.
Insgesamt muss ich also 35,- € investieren; meine bisherige Haarfarbe kostet pro Packung 5,- €, Elumen lohnt sich also, wenn das ganze Zeug 7 Monate lang hält und das tut es locker. (^.^)

Zusätzlich gibt es aus der Elumenserie natürlich noch Pflegeprodukte wie Shampoo, Kur usw. darauf habe ich verzichtet, weil ich nicht wirklich daran glaube, dass ein (überteuertes) Friseurshampoo wirklich besser ist, als eines aus der Drogerie. Außerdem gibt es von Elumen auch Färbeschalen, Applikatorfläschchen, Pinsel und dergleichen. Nachdem die No-Names allerdings nur einen Bruchteil dessen gekostet haben, als das Original-Elumen-Zubehör, habe ich ein No-Name-Schälchen und einen No-Name Silikonpinsel zum Auftragen der Farbe gekauft. Außerdem braucht ihr noch Einweghandschuhe zum Färben. Die gibts im 100er-Pack im Baumarkt oder im Supermarkt bei den 1,- €-Kruschartikeln. (^.^) Und: man kann dann sogar Handschuhe in der passenden Größe wählen und muss keine Dinger anziehen, die man von der Größe her auch als Müllbeutel verwenden könnte.

Für später habe ich mir aus der Elumenserie übrigens noch Elumen Return, eine Farbreduktion speziell für Elumen-Farben vorgemerkt; sie zieht die Farbe wieder aus dem Haar, sollte man mal wechseln wollen. Zudem gibt es noch Elumen Clear zum Mischen von Haarfarben, sollte man einen weniger satten und intensiven Ton färben wollen.

Soviel der Vorrede, kommen wir zum machen:
Zunächst werden die Haare mit einem Tiefenreinigungsshampoo gründlich gewaschen. Danach kommt Elumen Prepare ins handtuchtrockene Haar. Das Ganze gründlich verteilen und wieder den Handtuchturban drauf. Vor dem Färben müssen die Haare komplett trocken sein; wirklich komplett, da Wasser verhindert, dass die Farbpigmente ins Haar eindringen. Daher habe sogar ich ausnahmsweise mal zum Föhn gegriffen um meine Haare komplett durchzutrocknen.

Dann kommt die Haarfarbe drauf, bzw. vorher noch die Handschuhe und ein Friseurumhang oder zumindest ein altes T-Shirt an (^.^). Ich habe etwas von der Farbe in mein Schälchen gegeben und mit dem Pinsel partienweise vom Ansatz zu den Spitzen aufgetragen und jede Strähne nochmal mit meiner Färbehaarbürste durchgekämmt, um die Farbe zu verteilen. Ist die Farbe erstmal drauf, muss sie 45 Minuten einwirken. Danach wird sie solange ausgewaschen bis das Wasser klar bleibt. Wer möchte wäscht seine Haare nochmals wie gewohnt durch - muss man aber nicht.

Eventuelle Spritzer von Fliesen und Waschbecken lassen sich übrigens super wieder entfernen, Badteppiche und ähnliches würde ich aber vor den Färben rauslegen.

Mein persönliches Fazit will ich euch auch nicht vorenthalten:
Suuuuuuuper!!!! Ich habe ja eigentlich ohnehin gesundes kräftiges Haar, aber Elumen hat wahre Wunder bewirkt! Es fühlt sich an... der Hammer, weich, aber trotzdem kräftig, wie Samt und Seide, einfach nur unbeschreiblich wunderbar! Und die Farbe... hach... ich bin verliebt... (^.^)
Der Nachteil, dass das Färben ziemlich lange dauert im vergleich zu den herkömmlichen Drogerieprodukten relativiert sich auf jeden Fall mit zunehmender Übung, die Kosten sowieso.

Freitag, 4. September 2015

Bayrische Kuchl - G'müas: Karfiol mit Schinkenhaube

Zunächst gibt es wieder eine Lektion "Bairisch für Anfänger": Karfiol heißt der Blumenkohl im südlichen Bayern, obschon der Ausdruck aus dem alltäglichen Sprachgebrauch immer mehr verschwindet. Dabei handelt es sich um eine Verballhornung des italienischen cavolfiore, einer der zahlreichen italienischen Ausdrücke (interessanterweise viele zum Thema Essen), die ihren Weg in die bairische Mundart gefunden haben. Aber nun wieder genug der Unterrichtsstunde - kommen wir zum kochen, einmal mehr, meine Version der mehr als spärlichen Angaben bei Erna Horn - und:lecker wars (^.^) Ihr bekommt also das Rezept:

1 großer Blumenkohl
150 g Schinken
30 g Butter
30 g Mehl
500 ml Milch
Salz
Pfeffer
Muskat
3 EL Sahne
50 g geriebener Käse

Zubereitung:
Den Blumenkohl putzen, in Röschen teilen und in sprudelndem Salzwasser in etwa 5 Minuten bissfest garen, abgießen und abtropfen lassen.
Den Schinken würfeln. Den Backofen auf 180° C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Nun bereiten wir zunächst eine klassische Béchamelsauce zu. Dafür die Butter im Topf schmelzen und das Mehl mit dem Schneebesen  unterrühren. Nun nach und nach die Milch zugießen und gründlich unterrühren. 10 Minuten köcheln lassen. Zuletzt noch mit Salz, Pfeffer und Muskat würzig abschmecken. Bei Bedarf (sprich: bei Klümpchen) durch einen Sieb abgießen. Nun noch die Sahne und den Käse einrühren, bis dieser komplett geschmolzen ist.
Den Blumenkohl in eine Auflaufform füllen, mit dem Schinken überstreuen und mit der Béchamel-Käse-Sauce übergießen. Im Ofen etwa 30 Minuten goldgelb gratinieren.

Dienstag, 1. September 2015

Die Laufstegtrends Herbst/Winter 2015/16

It all started with a big BANG! (Barenaked Ladies - eigentlich: "The History of Everything")
Ja, der Nerd-, Geek- und Grannystyle ist wieder zurück auf den Laufstegen nachdem er, seit seinem ersten Auftauchen vor etlichen Jahren, aus dem Streetsyle nicht mehr so ganz verschwunden war, haben nun die Desinger den wahrhaft "alten Hut" wieder aufgenommen.

The Soft Parade (The Doors)
Fast schon ein Runway-Klassiker: Pastellfarben - so auch diese Saison wieder, dieses mal in etwas "schlammiger" Nuancierung.

She's a Rainbow (The Rolling Stones)
Auch die Knallfarben bleiben uns weiterhin erhalten, dabei gilt jedoch: knallig ja - Neon nein.

When I paint my Masterpiece (Bob Dylan)
Stoffe die an ein Kunstwerk erinnern, seien es nun Drucke die an die großen Kindergartenkünstler erinnern oder aber feinste Pop-Art oder Comic-Prints. Für jeden ist was dabei. (^.^)

Silence ist Golden (The Tremeloes)
Auch die Metallic-Farben sind diesen Herbst/Winter wieder mit dabei, auch für tagsüber. Dabei dominieren zwar gold und bronze aber auch silber ist weiterhin vertreten.

Lady in Black (Uriah Heep)
Ein weiterer Winterklassiker: schwarz, dabei in dieser Saison gerne klassisch-romatisch gesteilt und außerdem sehr gerne mit weißen, goldenen oder farbigen Akzenten kombiniert.

Put your Cat Clothes on (Carl Perkins)
Der Leo bleibt und wird bunt, dennoch gilt bei Leo weiterhin: klassische Schnitte, sonst wirds schnell billig.

Teddy Bear (Elvis Presley)
Wie jeden Winter sieht man auch wieder viel Pelz, allerdings echte Damen mit wahrer Grandeza müssen für den Pelzlook keine Tiere töten lassen. Teddy Bär sieht mittlerweile sehrsehr echt aus.

The Lady's in Love with you (Sammy Davis Jr.)
Sehr viel und sehr regelmäßig zu sehen sind sehr damenhafte und klassische Looks, Hosen haben in dieser Saison wahren Seltenheitswert, dafür gibt es reihenweise (über-)knielange Kleider und Röcke.

Montag, 31. August 2015

Vintage & Retro - was? wieso? warum? und überhaupt?

Ich habe das innere Bedürfnis die beiden Begriffe "Vintage" und "Retro" einmal zu erklären, da beide gerade "in" sind und damit inflationär genutzt werden, leider nicht immer ganz korrekt. Und damit gleich das wichtigste Vorweg: "Vintage" und "Retro" kann man nicht synonym verwenden, das ist nicht das gleiche.

Vintage (engl. "alt", "altmodisch", "aus einer bestimmten Zeit") ist alles Originale aus einer bestimmten Zeit.

Retro (lat. "zurück", "rückwärts") ist Neues, das dem Stil einer bestimmten Zeit nachempfunden wird.

Zur Verdeutlichung zwei Beispiele:
Ihr näht euch nach einem Schnittmuster aus den 40er Jahren ein Kleid. Dann ist das Schnittmuster, da Original aus den 40er Jahren, vintage, das Kleid, das ihr nach diesem Schnittmuster gearbeitet habt ist aber retro.
Ihr lasst euch in einem Second Hand Shop eine 80er Jahre Bluse als 50er Jahre Bluse andrehen und merkt es erst bei der näheren Überprüfung zu Hause. Dann ist die Bluse ein 80er-Jahre-Vintage- und ein 50er Jahre-Retro-Teil (sofern sie im Stil der 50er gearbeitet wurde).
Ihr macht euch eine 40er Jahre-Pin-up-Girl-Frisur, dann ist euer Styling retro. Die Frisur wäre Vintage, wenn ihr sie euch in den 40ern gemacht hättet... Was ihr aber habt ist ein Vintage-Look, ihr seht also aus, wie aus einer bestimmten Zeit. (^.^)

Klar soweit? (^.^) Genau deshalb heißt mein Blog auch LiliGoesRetro und nicht VintageLiliBlablabla, weder bin ich, noch ist mein Blog alt, oder altmodisch... Mein Blog ist Vintage 2013 (mit einigen Überarbeitungen), ich bin Vintage 19sagichnicht, aber für meine Lieblingsjahrzehnte muss ich meinen Blick eben zurück wenden. Daher "Retro", auch wenn ich einiges hier poste, das Vintage ist, hätte ein Vintage im Titel bei mir einfach nicht gepasst, schlicht, weil ich einen Lifestyle-Blog schreibe. (^.^)

Eigentlich ganz leicht, oder? Aber wisst ihr was: ich erwische mich selbst regelmäßig dabei, dass ich die beiden Begriffe durcheinander schmeiße, obwohl ich es besser weiß. Manchmal passiert das einfach, im Eifer des Gefechts. (^.^)

Donnerstag, 27. August 2015

Der Vintage Flaneur - Ausgabe XII

Heute erscheint die 12. Ausgabe des Vintage Flaneur. Dieses mal erwarten euch schnelle Autos und Heiße Mode: Oldtimer und Youngtimer, Musik und Tanz - von Swing bis Bosa Nova und ein Modespecial zur Landromantik, immerhin ist bald wieder Wies'n. (^.^)

Auch von mir gibt es wieder einen Beitrag: dieses Mal zum deutschen Swing-König Teddy Stauffer.

Ihr wollt die neueste Ausgabe des Vintage Flaneur? Dann nichts wie hin zu den Flughafen- und Bahnhofsbuchhandlungen oder auf die Bestellseite des Vintage Flaneur geklickt. (^.^)

Montag, 17. August 2015

Stricken für Anfänger - Unser erstes Projekt: Ein Kissenbezug

Es wird nun Zeit für unser erstes Strickprojekt. (^.^) Nachdem Kissenbezüge in Grobstrickoptik so in sind wie noch nie, wird es genau ein solcher werden. (^.^)

Dafür greife ich zu verhältnismäßig dicker Wolle für Nadelstärke 6 - 7 und stricke mit Nadeln in Größe 7, damit das Maschenbild verhältnismäßig locker ist. Gestrickt wird das ganze mit rechten Maschen, das ist nicht nur schön leicht und genau richtig um Stricken zu lernen, sondern ergibt auch einen richtig schönen Grobstricklook.

Ich zeige euch nun die nächsten Wochen Schritt für Schritt den Weg zu unserem Kissenbezug. Los geht es beim nächsten Mal mit der Maschenprobe und dem Berechnen der erforderlichen Maschen- bzw.Reihenzahl für die gewünschte Breite bzw. Höhe. (^.^)

Freitag, 14. August 2015

Bayrische Kuchl - G'müas: Wirsing mit Grammeln

Heute fange ich wieder mit einer kleinen Runde bairisch für Anfänger an: "Grammeln" nennt man in Österreich und im Alpenvorland Grieben. In München, also meiner Heimat, sagt man jedoch schon Grieben und eben nicht mehr Grammeln. Ich belasse es aber - wie immer - beim Originaltitel im Rezeptbuch. Das Rezept, oder besser: die Mengenangaben und die ein oder andere Angabe zur Zubereitung sind mal wieder von mir, da das Original wieder nicht all zu viel hergibt.


Zutaten:
1 Wirsingkopf
Salzwasser zum Kochen
40 g Griebenschmalz
1 EL Mehl
250 ml Brühe
Salz
Pfeffer
Muskat


So gehts:
Die Wirsingblätter vom Kopf lösen, den Strunk jeweils keilförmig ausschneiden und die Blätter waschen. Das Salzwasser in einem weiten Topf zum Kochen bringen. Die Wirsingblätter währenddessen in etwa fingerdicke Streifen schneiden und 10 Minuten lang im Salzwasser bissfest garen, abgießen und sofort mit kaltem Wasser abschrecken. So bleiben die Blätter grün und der Wirsing behält seinen Biss.
Das Griebenschmalz bei mittlerer Temperatur schmelzen, das Mehl zugeben und sofort mit einem Schneebesen glatt rühren. Den Wirsing zugeben, kurz andünsten lassen und mit der Brühe aufgießen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen und nochmals etwa 10 Minuten köcheln lassen und danach schmecken lassen. (^.^)

Donnerstag, 13. August 2015

Häkeln für Anfänger - Rundhäkeln: unser siebtes Projekt - einen Kleiderbügel umhäkeln

Heute habe ich wieder eine Vintage-Anleitung aus dem Jahr 1949 für euch mit der ihr nicht nur ganz prima das Rundhäkeln üben könnt, sondern mit der ihr außerdem einen Kleiderbügelbezug habt, der eure leichten Seiden- und Spitzenteilchen auf dem Bügel hält und gleichzeitig das Material schont. Das beste daran: der Kleiderbügebezug ist an einem Abend gehäkelt. (^.^)

Der Bezug wird mit einem Garn der Stärke 3 -4 und einer Häkelnadel in der Stärke 3,5 gehäkelt. Ich habe für meinen Bezug mit Mille Fili von Wolle Rödel gearbeitet.

So gehts:

  • 5 Luftmaschen anschlagen und mit einer Kettmasche zum Ring schließen.
  • Runde 1: eine feste Masche in den Ring häkeln, anschließend 3 Luftmaschen häkeln, eine weitere feste Masche in den Ring häkeln und wieder drei Luftmaschen häkeln; das ganze noch 2 Mal wiederholen (insgesamt also vier Mal);
  • Runde 2: eine feste Masche in den ersten Bogen der 1. Runde häkeln, dann drei einfache Stäbchen in die feste Masche häkeln, wieder eine feste Masche in den zweiten Bogen und anschließend drei einfache Stäbchen in die folgende feste Masche häkeln; das ganze noch 2 Mal wiederholen (insgesamt also vier Mal);
  • Runde 3: in das mittlere Stäbchen eine feste Masche häkeln in die feste Masche drei einfache Stäbchen häkeln und in diesem Muster die Arbeit fortsetzen, bis das Häkelstück die Länge des halben Kleiderbügels erreicht hat.
  • Danach die Häkelarbeit abketten und die zweite Hälfte des Bezuges arbeiten.
  • Nun den Kleiderbügel beziehen und in der Mitte mit einfachen Schlingstichen zusammennähen. Die verbleibenden Anfangs und Endfäden vernähen.

Wer möchte dekoriert noch mit Schleifenband, so wie im Original oder mit einer Häkelblume, so wie ich das in meiner Adaption gemacht habe und fertig ist die neue Aufbewahrung für die besonders leichten Teilchen. (^.^)

Dienstag, 11. August 2015

Die Frisuren vergangener Jahrzehnte: die 50er Jahre

Wie bereits bei dem Betrag zu den Frisuren der 40er Jahre gesagt, beginnen zur Frisurenmode die 50er Jahre ausnahmsweise im Jahre 1947, mit der von Christian Dior geschaffenen New Line, um genau zu sein. Dieser markante Schnitt in der Modegeschichte veränderte nämlich auch die Frisurenmode einschneiden und prägte mit seinem markanten Look insbesondere das Erscheinungsbild der 50er Jahre: Passend zur neuen, weichen und sehr weiblichen Mode wurden auch die Frisuren weicher, welliger und voluminöser, gleichzeitig aber auch im erscheinungsbild um einiges Schlichter als es zuvor Mode war: das Haar wurde kurz bis Halblang und wellig, nicht mehr lockig getragen. Anstatt es kunstvoll zu drapieren und zu stecken, kamen schlichte Knoten und Chignons wieder in Mode:
Diormodels 1947
Als eine der wenigen Frisuren aus den 40ern sollte sich der Pageboy als Frisur auch weiterhin halten und in Mode bleiben, bzw. sogar noch moderner werden, als er es bereits im vorhergegangenen Jahrzehnt war, passte er in seiner Schlichtheit und doch Weiblichkeit so wunderbar zu den neuen Schnitten:
Haarmodels mit Pageboy
Lucille Ball mit Pudelfrisur




Trotzdem waren Locken noch nicht so ganz durch, sie kamen nochmal zurück in die Welt der Mode, unter dem wenig schmeichelhaften Namen Pudelfrisur ("The Poodle", wie diese Frisur in Vintagekreisen heute genannt wird, ist auch nicht schmeichelhafter, also bleibe ich beim Originalnamen in unseren Breitengraden). Nun, aber auch wenn der Name nicht schmeichelhaft war, so war er doch wenigstens Programm, es ist wirklich eine Pudelfrisur.

Auch Film- und Musikstars prägten weiterhin die Mode, so kam der italienische Lockenkopf in Mode, den die beiden Italienerinnen Gina Lollobrigida und Sophia Loren etablierten und der Hollywood im Sturm eroberte; auch eine Elizabeth Taylor und eine Marilyn Monroe wurden mit diesem Schnitt berühmt:
Sophia Loren und Gina Lollobrigida mit dem "italienischen Lockenkopf"

Gerade jüngere Frauen orientierten sich an Schauspielerinnen wie Audrey Hepburn und trugen ihr Haar kurz mit fransigem Pony, gerne aber auch lang und dann zum Pferdeschwanz gebunden. Auch das oft auch mit Pony:
Audrey Hepburn mit Kurzhaarschnitt und einige Jahre später mit Pferdeschwanz
Zum Ende der 50er Jahre kam dank Jackie Kennedy der Bouffant in Mode, der bereits die Weichen für die weitere Entwicklung der Haarmode in den 60er Jahren stellte:
Liz Taylor und Jackie Kennedy mit Bouffant

Freitag, 7. August 2015

Bayrische Kuchl - G'müas

"Vertumnus" von Giuseppe Arcimboldo
Zugegebenermaßen ist die bayrische Küche nicht gerade bekannt für ihre zahlreichen Gemüsegerichte. Gemüse war üblicherweise nur Beilage und dann meist schlicht, gekocht oder gedünstet, zubereitet. Das ist vermutlich dem Umstand geschuldet, dass in weiten Teilen Bayerns Milchwirtschaft und Viehzucht vorherrschten und immer noch vorherrschen.

Dennoch, einige Gemüsegerichte, aber auch die ein oder andere besondere Zubereitungsart für Beilagengemüse konnte Erna Horn zusammentragen; selbstverständlich dürfen auch schlichte Klassiker nicht fehlen.

Um nun etwas Abwechslung in meine sehr fleischlastige Freitagsküche zu bringen, aber auch um bei den Beilagen etwas mehr zu variieren, möchte ich nun in der nächsten Zeit auch das ein oder andere Gemüsegericht nachkochen und euch natürlich davon berichten. (^.^)

Freitag, 31. Juli 2015

Bayrische Kuchl - Rindfleisch: Beinfleisch

Ich muss euch was verraten: keine Ahnung, warum das Beinfleisch "Beinfleisch" heißt, Fleisch vom Bein ist da nämlich nicht drin, sondern vielmehr Zwerchrippe auch Querrippe genannt. Aber sei es drum, es schmeckt wircklich lecker und ist leicht und mehr oder weniger "so nebenher" gemacht.


Für 2 bis 3 Portionen nehme man:
750 g Zwerchrippe
1 l Fleischbrühe
1 l Wasser
Schmittlauch

Zubereitung:
Brühe und Wasser zum Kochen bringen, das Fleisch waschen, trockentupfen und in die kochende Wasserbrühe geben. Das Fleisch nun leicht simmernd (nicht kochen, sonst wird das Fleisch zäh) in etwa 1,5 Stunden weich kochen. Auf einer tiefen Platte anrichten, mit etwas Kochbrühe übergießen und mit Schnittlauch bestreuen.

Die übrige Kochbrühe nicht wegschütten, das ist ein wunderbare Fleischbrühe, also einkochen oder einfrieren. (^.^)

Montag, 27. Juli 2015

Stricken für Anfänger - Randmaschen: Der Kettrand

Kommen wir nun noch zu den Randmaschen - heute - als die gebräuchlichste Methode, der Kettrand. Der Kettrand kommt immer dann zum Einsatz, wenn Strickteile zusammengenäht werden sollen, da sich so eine schöne glatte Naht ergibt. So gehts:

Samstag, 25. Juli 2015

Schön und praktisch - ein Türoberlicht verdunkeln

Ihr kennt ja unsere wunderschöne Altbauwohnung mit den wundeschönen alten Kasettentüren. Solche Altbauwohnungen mit wunderschönen Kasettentüren wurden zu einer Zeit gebaut, als es noch kein elektrisches Licht als Standard in den Wohnungen gab. Damit solche Wohnungen aber nicht zu dunkel sind, hat man oberhalb der Türen so genannte Oberlichter eingebaut, insbesondere dann, wenn der Flur oder die Diele kein Fenster hatte. Tja und so ein Oberlicht ist halt nix anderes als eine Glasscheibe, die natürlich auch dann Licht durchlässt, wenn man gar kein Licht will. Zum Beispiel dann, wenn man gerne schlafen würde und das am besten kann, wenn es komplett dunkel ist (so ist der Schlaf übrigens auch am Erholsamsten). Also was tun? Klar könnte man einfach nur ein Stück Karton davorkleben. Das sieht aber nicht aus... Glücklicherweise aber geht das Verdunkeln eines Türoberlichtes auch in hübsch und - was zumindest mir wichtig ist - in klassisch und passend zum Zeitschnitt von Wohnung und Türen. (^.^) Das allerdings mit Hilfe neuer Methoden... Mit Window Color (^.^)

Ein Motiv habe ich mir schnell ausgesucht, das hier, ein Jugendstil-Glasornament, solls werden (die Vorlage könnt ihr euch natürlich für private Zwecke entsprechend kopieren, vergrößern, strecken, zerren, was auch immer):

Und so gehts:
Nehmt euer Motiv der Wahl und legt es unter eine stabile Plastikfolie - ich benutze als Bastelunterlage für solche und ähnliche Dinge sog. Windradfolie, die es in jedem Bastelladen beim Window-Color-Bedarf gibt.
Darauf kommt Adhäsionsfolie. Adhäsionsfolie deshalb, weil ihr diese rückstands- und problemlos und ohne euer Motiv kaputt zu machen wieder abbekommt, was vor allem in Mietwohnungen sehr zu empfehlen ist. Adhäsionsfolie könntet ihr theoretisch auch im Bastelladen kaufen (ebenfalls beim Window-Color-Bedarf). Günstiger bekommt ihr diese im Baumarkt bei den Klebe- und Dekorfolien
Damit ihr euch beim Aufmalen eures Motivs leichter tut, macht euch hier direkt die Adhäsion zunutze und sprüht eure Windradfolie/transparente Bastelunterlage mit etwas Wasser ein und legt die Adhäsionsfolie - grob zugeschnitten - auf, so hält sie bombensicher und ohne zu verrutschen auf eurer Unterlage.
Als nächstes malt ihr die Konturen eures Motivs mit Konturenfarbe (die ist dickflüssiger und verläuft so nicht) auf. Das geht direkt aus der Flasche, ihr braucht also keine extra Pinsel, oder so. Solltet ihr euch für ein sehr geometrisches Muster entschieden haben, so wie ich, greift für die langen geraden Linien ruhig zum Lineal. (^.^) Legt euch außerdem Küchenpapier, Wattestäbchen und ein kleines Schälchen Wasser bereit, um kleinere Patzer zu korrigieren. Achtet außerdem darauf, dass eure Konturenlinien geschlossen sind. Um feinere Linien, gerade an Ecken und Spitzen ineinander zu ziehen, greift am besten zu Zahnstochern. Bevor es nun weitergeht, müsst ihr eure Konturen zumindest antrocknen lassen, das dauert in etwa 2 Stunden.
Nun füllt ihr die Flächen mit den Farben eurer Wahl aus - ebenfalls wieder direkt aus dem Fläschchen. Malt dabei bis zur Kontur. Kleine Luftbläschen könnt ihr mit einem Zahnstocher zerstechen. Auch hier helfen bei kleinen Patzern Wattestäbchen. (^.^) Und keine Sorge: die zunächst uneben wirkenden Farbflächen ziehen sich selbst glatt. Das Ganze muss nun noch 24 Stunden liegend trocknen lassen. Und fertig ist die selbst gebastelte Oberlichtverdunkelung, die ganz einfach auf der befeuchteten Scheibe oder anderweitigen glatten Oberfläche anhaftet.

Freitag, 24. Juli 2015

Bayrische Kuchl - Rindfleisch: eingemachtes Kalbfleisch

Eingemachtes Kalbfleisch ist im Grunde nichts anderes als Kalbsfrikassee, heißt halt nur anders, ist aber absolut lecker. (^.^)


So gehts - für vier Personen:
750 g Kalbfleisch aus der Schulter
60 g Butter
1 Zwiebel
1 l Wasser
150 ml Weißwein
Salz
30 g Mehl
2 TL Zitronensaft
5 EL Sahne



Das Fleisch in Würfel schneiden. 20 g Butter in einem weiten Topf zerlassen, die Zwiebel würfeln und darin kurz andünsten. Das Fleisch zugeben und von allen Seiten leicht anbraten. Mit Wasser und Weißwein aufgießen, eine großzügige Prise Salz zugeben und das Ganze zugedeckt etwa eine Stunde lang leise siedend weich kochen.
Nun das Fleisch abseihen und 500 ml von dem Kochsud dabei auffangen.
Die restliche Butter in einem weiten Topf zerlassen und mit dem Mehl eine helle Einbrenne anrühren. Mit dem Kochsud aufgießen und etwa 10 Minuten kochen lassen. Mit Salz und Zitronensaft abschmecken. Die Sahne unterrühren, das Fleisch zugeben und nochmals alles gleichmäßig erhitzen. Dann: schmecken lassen. (^.^) Dazu gibts traditionell Reis, breite Nudeln (Bandnudeln) oder Spätzle.

Dienstag, 21. Juli 2015

Stricken für Anfänger - rechte Maschen

Weiter geht es mit unserem Strickkurs. Nachdem ihr nun bereits Maschen anschlagen könnt, stricken wir heute rechte Maschen. Auch hierzu habe ich wieder einen kleinen Clip für euch:

Freitag, 17. Juli 2015

Bayrische Kuchl - Knödel: Grießknödel

Ich muss euch gleich mal was gestehen... Ich wusste zwar, dass es auch deftige Grießknödel gibt, gegessen habe ich bisher aber nur die süße Variante. Wobei ich so ehrlich sein muss, dass ich kein großer Grieß-Fan bin. Aber nun sei es darum, ich probiere die Rezepte aus dem ganzen Kochbuch durch, also probiere ich auch die Rezepte aus dem ganzen Kochbuch durch und das ist auch gut so, weil eigentlich waren sie ganz gut. Jetzt kein leckerleckermjammjam, aber gut, kann man schon essen (^.^)

Man nehme - für 5 Knödel:
500 ml Milch
30 g Butter
Salz
150 g Grieß
Pfeffer
Muskat
Petersilie
3 Eier
1 Scheibe Sauerteigbrot


Die Milch mit der Butter und dem Salz aufkochen, den Grieß einrühren bis die Masse dickt. Mit Pfeffer und Muskat abschmecken und abkühlen lassen.
Salzwasser in einem weiten Topf erhitzen. Die 3 Eier unter die Grießmasse kneten und nochmals etwas durchziehen lassen. Die Brotschreibe entrinden, würfeln und ohne Fett in einer Pfanne anrösten. Aus der Grießmasse Knödel formen, dabei in die Mitte einige Brotwürfel drehen. Die Knödel sofort in das heiße (nicht kochende) Wasser setzen und in etwa 10 Minuten gar ziehen lassen. Sobald sie oben schwimmen, sind die Knödel fertig und können serviert werden.

Montag, 13. Juli 2015

Die kleine Warenkunde zum Kochen und Backen - Die Erdbeere, die leckerste der Beeren...

...ist eigentlich keine Beere, sondern eine Nuss - noch genauer eine Sammelnussfrucht. Ok, genug Klugschiss für heute (^.^)

So lecker Erdbeeren auch sind, so empfindlich und schwer lagerbar sind sie leider auch. Daher gibt es heute ein bisschen aus Lilis, Lilis Mamas und Lilis Omas Erfahrungsschatz zum Thema Erdbeeren.

Die Handelsklasse sagt leider gar nichts über den Geschmack der Erdbeeren aus, sondern lediglich über Größe und äußeren Zustand. Je größer und gleichmäßiger rot eine Erdbeere ist, desto höher auch die Handelsklasse. Daher schmecken viele der Handelsklasse I Erdbeeren nur mit Phantasie nach Erdbeere und ansonsten nach Wasser. Die geschmackvollsten Erdbeeren sind die kleinen kräftig dunkelroten Erdbeeren. Also Augen auf beim Erdbeerenkauf. (^.^) Solltet ihr vorhaben noch das ein oder andere Erdbeerfeld zu plündern: haltet euch ebenfalls an die kleinen Beeren. Die meisten Leute rupfen ohnehin nur die großen und eher helleren Erdbeeren ab, zum einen weil sie so schneller eine große Menge gesammelt haben und zum anderen weil sie dem Irrglauben aufsitzen, dass noch nicht voll ausgereifte Erdbeeren länger haltbar wären.

Erdbeeren mögen keinen Druck. Selbst der Druck der besteht, wenn die kleinen Beerchen in ihrer 500 g Schale auf Käufer warten, ist schon zu groß. Deshalb vergammeln Erdbeeren in der Schale auch immer von unten nach oben. Daher beim Kauf immer die unterste Lage begutachten. Sobald die Erdbeeren zu Hause sind, auch aus der Schale nehmen und am besten flach nebeneinander lagern. Eine große flache Plastikdose ist hier ein praktischer Helfer. Wenn ihr selbst pflückt, nehmt ihr sinnvollerweise mehrere kleine Sammelgefäße als nur ein großes Sammelgefäß mit.

Erdbeeren mögen kein Wasser. Daher immer erst unmittelbar vor der Verarbeitung kurz und vorsichtig waschen und genauso vorsichtig trocken tupfen bzw. liegend (nicht aufeinander versteht sich) trocknen lassen.

Egal wie hellrot die Erdbeeren auch sind, länger als 2 bis 3 Tage (im Kühlschrank) überleben sie nicht - und reifen übrigens auch nicht nach, es gibt also echt keinen Grund hellrote = nicht vollreife und damit wässrig schmeckende Erdbeeren zu ernten. Daher Erdbeeren kaufen/pflücken und zügig - am besten noch am gleichen Tag verarbeiten.

Erdbeeren lassen sich nicht wirklich einkochen. Es gibt zwar diese Erdbeeren in der Dose, die aber ehrlicherweise nur nach Zucker schmecken und aussehen wie braune Matsche. Genau dieses Ergebnis würde man auch zu Hause beim Einkochen von Erdbeeren erzielen. Komischerweise steht mein Freund total auf dieses Zeug. Sollte ich die Zeit finden, koche ich ihm ein paar Gläschen ein. Dann ist es zwar immer noch überzuckerte braune Matsche, dafür aber chemiefrei, was man von der Dosenware aus dem Supermarkt nun wirklich nicht behaupten kann.

Trotzdem ist man zum Erdbeergenuss nicht gezwungenermaßen auf die Saison angewiesen. Neben der Verarbeitung zu Konfitüren, Saucen etc. lassen sich Erdbeeren super einfrieren. Dazu die Erdbeeren einfach waschen und putzen, größere Erdbeeren in mundgerechte Stücke schneiden und die Früchte flach liegend (in bereits genannter Plastikdose oder auf einem Backblech) vorfrieren und nach dem Durchfrieren in Gefrierbeutel/Dosen abfüllen (so lassen sich die Erdbeeren besser portionieren, da sie einzeln entnehmbar sind und nicht zu einem riesen Klumpen zusammenfrieren). Zum Verarbeiten muss man die Erdbeeren noch nicht mal mehr extra auftauen, sondern kann sie direkt gefroren verarbeiten. Selbst als Kuchenbelag: rauf auf den Kuchenboden, Tortenguss drüber und fertig. Sollten die Erdbeeren doch mal aufgetaut werden müssen: die Erdbeeren flach nebeneinander auf Küchenkrepp auftauen lassen - anderenfalls werden sie matschig.

Samstag, 11. Juli 2015

Häkeln für Anfänger - waagrechte Knopflöcher




Waagrechte Knopflöcher sind mindestens so leicht, wie senkrechte Knopflöcher. Übergeht dafür in der Breite des gewünschen Knopfes die Häkelmaschen und häkelt stattdessen genauso viele Luftmaschen. Danah häkelt ihr ganz normal im jeweiligen Muster weiter.





In der Folgereihe häkelt ihr in die Luftmaschen im jeweiligen Muster und schon ist euer Knopfloch in passender Größe fertig.

Freitag, 10. Juli 2015

Bayrische Kuchl - Rindfleisch: Blanschiertes Rindfleisch

Nein, meine Lieben, das ist im Titel ist kein Schreibfehler, im Kochbuch steht wirklich "blanschiert", was vermutlich dem Umstand geschuldet ist, dass man in früherer Zeit gerne so geschrieben wie gesprochen hat und eben jenes Rezept stammt aus dem "Baier'schen Kochbuch" der Anna Klara Messenbeck aus dem Jahr 1825. Trotz des Titels, wird im ganzen Rezept nichts blanchiert, vielmehr liest sich das Rezept eher wie ein Rezept für ein Ragout. So gehts - Mengenangaben wieder für 2 Personen - ich war einmal mehr so frei und habe einige Mengenangaben ergänzt und die Beschreibung der Zubereitung überarbeitet und etwas erweitert (^.^):

500 g Ochsenschwanz
50 g Speck
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
150 g Knollensellerie
1 Karotte
1 Petersilienwurzel
20 g Butterschmalz
1 TL Thymian
2 Lorbeerblätter
5 Nelken
1/2 TL Pfeffer
1/2 TLSalz
1/2 TL Ingwer
250 ml Branntweinessig
250 ml Rotwein
250 ml Wasser
etwas Mehl
1 Zitrone

Das Fleisch kalt abwaschen und trockentupfen. Mit dem Speck spicken. Zwiebel und Knoblauch schälen zusammen mit dem Sellerie, der Karotte und der Petersilienwurzel würfeln. Das Butterschmalz schmelzen und die Ochsenschanzscheiben darin von jeder Seite scharf anbraten. Das Suppengemüse zugeben und etwas bräunen. Mit Essig, Rotwein und Wasser ablöschen und soweit auffüllen, dass das Fleisch gerade nicht ganz davon bedeckt ist. Die Gewürze zugeben und den Ochsenschwanz etwa 2 Stunden schmoren lassen.
Nun das Fleisch Herausnehmen und die Sauce durch einen Sieb abgießen. Auf kleiner Stufe köchelnd mit Mehl abbinden und über die Ochsenschwanzscheiben gießen. Mit Zitronenscheiben anrichten.

Nachdem ich euch das Rezept aufgeschrieben habe, könnt ihr daraus vermutlich bereits erschließen, dass es geschmeckt hat, allerdings mit einer Einschränkung: nicht mit Ochsenschwanz. Das ist - mit Verlaub - einfach Suppenfleisch, das sich wirklich doof essen lässt und an dem auch nicht so wahnsinnig viel dran ist, wenn man Knochen, Knorpel und Fett mal abzieht. Diese Zubereitungsart in Kombination mit einem exquisiteren Stück Rindfleisch: sehr gerne wieder. (^.^)

Donnerstag, 9. Juli 2015

Haare schneiden ist nicht schwer...

...und ja, ich meine selbst schneiden. (^.^) Für meine heißgeliebten Vintagefrisuren braucht es dringend den richtigen Haarschnitt, nämlich bogenförmig in der Kontur, das Deckhaar gestuft und die Seitenpartien einschließlich des Oberkopfes sind steil zum Gesicht hin geschnitten. Nun, solche Schnitte sind heute nicht modern und es ist echt schwer einen Friseur davon zu überzeugen, genau das trotzdem zu machen. Leider habe ich auch schon die Erfahrung gemacht, dass sie sagen, sie würden es tun, schneiden aber dann doch was anderes, das sagen sie dann aber erst, wenn es schon passiert ist... (Wieso eigentlich? Das ist doch mein Kopf...) Nun, nachdem ich mich in meinem Leben wirklich genug über Friseure und verschnittene Haare geärgert habe, bin ich irgendwann mal dazu übergegangen selbst zu schneiden. Und selbst das ist sehr vintage, immerhin war der Haushaarschnitt früher weit verbreitet. Wie ich das mache (dank einiger Originalanleitungen, die ich für mich etwas angepasst habe), möchte ich euch heute zeigen. (^.^) Vier Dinge aber dennoch vorweg:
a) ich bin kein Profi - aber absolut glücklich mit dem Ergebnis, es mag sein, dass ich technisch ganz furchtbar viel falsch mache und alle Friseure dieser Welt in ihrer Berufsehre kränke. Das ist mir aber wurscht, ICH bin damit glücklich und zufrieden, ich zwinge niemandem es mir nachzutun.
b) investiert in gutes Handwerkszeug, allen voran eine Profihaarschere, wirklich
c) schneidet lieber zuerst etwas weniger, nachschneiden kann man immer noch, wieder drankleben ist schon schwieriger
d) Fangt klein an, wenn ihr euch noch nicht so recht traut; stuft nur durch, oder schneidet nur Pony- und Seitenpartien. Grundsätzlich aber: nur Mut (^.^)
Selbst wenn ihr eure Haare nicht selbst schneiden möchtet, allein mein Gesichtsfasching lohnt schon das anschauen (^.^) (^.^) und: wo ist die Katze? (^.^)


Musik: The Crevulators (Crevulators, the) / CC BY-NC-ND 3.0, "Linda" aus Live On WFMU's Fool's Paradise with Rex, 11-10-12 (Stompin' Riff Raffs) / CC BY-NC-ND 3.0

Freitag, 3. Juli 2015

Bayrische Kuchl - Rindfleisch: Münchner Kronfleisch

Heute möchte ich euch etwas ganz schlichtes, aber dennoch sehr leckeres zeigen: das original Münchner Kronfleisch. Also Kronfleisch wird in Bayern das gekochte Zwerchfell des Rindes bezeichnet, da es sich beim Kochen zusammenkräuselt und dann wie eine Krone aussieht. Gegessen wird es normalerweise als Vormittagsbrotzeit, da die Suppe ja noch fertig kochen musste, die Kron aber schon mal raus konnte und damit mit gutem zeitlichen Abstand zum Mittagessen als warme Brotzeit serviert wurde.

Zutaten:
1 Rinder-Zwerchfell (etwa 750 g)
500 ml Fleischbrühe
500 ml Wasser

Das Fleisch einputzen. Währenddessen Brühe und Wasser sprudelnd aufkochen, das Fleisch einlegen und das ganze simmernd - also gerade so, dass es nicht sprudelnd kocht - etwa 15 Minuten, maximal 20 Minuten lang kochen - auf gar keinen Fall länger, da das Fleisch ansonsten zäh wird. Dazu gibts Salz, Meerrettich oder Senf. Als Beilage gibt es üblicherweise Brot, sowie sauer Eingelegtes - traditionell Gewürzgurken und Rahner (Rote Bete). Angerichtet wird das ganze auf einem Holzteller.

Und: Die Kochbrühe nicht wegkippen, das ist eine sehr leckere Brühe für die nächste Suppe. (^.^)

Mittwoch, 1. Juli 2015

Omas dunkelbraune Rahmenhandtasche

Heute möchte ich mich Omas dunkelbrauner Rahmenhandtasche widmen, die meiner Einschätzung nach das zweitälteste Modell in Omas Handtaschensammlung sein dürfte. Sehr ähnliche Rahmenhandtaschen waren bereits in den 30er Jahren modern, in den 40er Jahren mal kurz weg von der modischen Bühne, aber in den 50er Jahren mit dem New Look als Tageshandtaschen wieder sehr beliebt. Omas Modell dürfte dabei ein 50er Jahre Exemplar sein, obschon es hier nur Kleinigkeiten sind, die die 50er Jahre Modelle von den 30er Jahre Modellen unterscheiden:
Bei den 30er Jahre Modellen war der Henkel mehr schmückendes Beiwerk, denn wirklich funktionell, da Taschen damals überlicherweise unter dem Arm getragen wurden. In den 50ern hingegen waren die Taschenhenkel zum tragen der Tasche da und damit auch anders gearbeitet.
Die Rahmenhandtaschen der 30er waren sehr Art Deco, die der 50er dagegen New Look.
Die Rahmenhandtaschen der 30er waren üblicherweise aus Leder gearbeitet, in den 50ern war nicht nur aufgrund des immer noch bestehenden Kriegsmangels, sondern auch aufgrund einer Zuneigung gegenüber des "künstlichen" die Rahmenhandtaschen oft aus Kunstleder gearbeitet.
Die Rahmenhandtaschen der 30er waren mehr ein Schmuckstück, die der 50er eine funktionelle geräumige Tagestasche mit breitem Boden, so dass man sie bequem hinstellen konnte.
Nun und nachdem all das, was typisch für die 50er Jahre Rahmenhandtaschen ist, auf Omas Rahmenhandtasche zutrifft, handelt es sich bei Omas Modell wohl sehr wahrscheinlich auch um ein 50er Jahre Modell. (^.^) Hier mal zum Vergleich:
Rahmenhandtaschen der 30er Jahre
Rahmenhandtaschen der 50er Jahre
Omas Täschchen ist leider schon etwas mitgenommen, allerdings hatte Oma diese Tasche bis zum Ende in Gebrauch. Umso mehr hänge ich sentimental an dieser speziellen Tasche, Omas Lieblingshandtasche. Hier sind ihre aktuellen Blessuren:
Wie ihr sehen könnt, ist das Leder der Henkel mehrfach gebrochen, die Nähte sind aufgeplatzt. Auch das Innenfutter hat etwas gelitten. Am oberen Taschenrand sind auch einer Seite tiefe Einrisse. Es gibt also einiges zu tun. ZUnächst muss ich mir aber nun einen Plan machen, wie ich die Blessuren wieder ausbügeln kann. Selbstverständlich berichte ich, alles ganz wie gewohnt. (^.^)