Montag, 31. August 2015

Vintage & Retro - was? wieso? warum? und überhaupt?

Ich habe das innere Bedürfnis die beiden Begriffe "Vintage" und "Retro" einmal zu erklären, da beide gerade "in" sind und damit inflationär genutzt werden, leider nicht immer ganz korrekt. Und damit gleich das wichtigste Vorweg: "Vintage" und "Retro" kann man nicht synonym verwenden, das ist nicht das gleiche.

Vintage (engl. "alt", "altmodisch", "aus einer bestimmten Zeit") ist alles Originale aus einer bestimmten Zeit.

Retro (lat. "zurück", "rückwärts") ist Neues, das dem Stil einer bestimmten Zeit nachempfunden wird.

Zur Verdeutlichung zwei Beispiele:
Ihr näht euch nach einem Schnittmuster aus den 40er Jahren ein Kleid. Dann ist das Schnittmuster, da Original aus den 40er Jahren, vintage, das Kleid, das ihr nach diesem Schnittmuster gearbeitet habt ist aber retro.
Ihr lasst euch in einem Second Hand Shop eine 80er Jahre Bluse als 50er Jahre Bluse andrehen und merkt es erst bei der näheren Überprüfung zu Hause. Dann ist die Bluse ein 80er-Jahre-Vintage- und ein 50er Jahre-Retro-Teil (sofern sie im Stil der 50er gearbeitet wurde).
Ihr macht euch eine 40er Jahre-Pin-up-Girl-Frisur, dann ist euer Styling retro. Die Frisur wäre Vintage, wenn ihr sie euch in den 40ern gemacht hättet... Was ihr aber habt ist ein Vintage-Look, ihr seht also aus, wie aus einer bestimmten Zeit. (^.^)

Klar soweit? (^.^) Genau deshalb heißt mein Blog auch LiliGoesRetro und nicht VintageLiliBlablabla, weder bin ich, noch ist mein Blog alt, oder altmodisch... Mein Blog ist Vintage 2013 (mit einigen Überarbeitungen), ich bin Vintage 19sagichnicht, aber für meine Lieblingsjahrzehnte muss ich meinen Blick eben zurück wenden. Daher "Retro", auch wenn ich einiges hier poste, das Vintage ist, hätte ein Vintage im Titel bei mir einfach nicht gepasst, schlicht, weil ich einen Lifestyle-Blog schreibe. (^.^)

Eigentlich ganz leicht, oder? Aber wisst ihr was: ich erwische mich selbst regelmäßig dabei, dass ich die beiden Begriffe durcheinander schmeiße, obwohl ich es besser weiß. Manchmal passiert das einfach, im Eifer des Gefechts. (^.^)

Donnerstag, 27. August 2015

Der Vintage Flaneur - Ausgabe XII

Heute erscheint die 12. Ausgabe des Vintage Flaneur. Dieses mal erwarten euch schnelle Autos und Heiße Mode: Oldtimer und Youngtimer, Musik und Tanz - von Swing bis Bosa Nova und ein Modespecial zur Landromantik, immerhin ist bald wieder Wies'n. (^.^)

Auch von mir gibt es wieder einen Beitrag: dieses Mal zum deutschen Swing-König Teddy Stauffer.

Ihr wollt die neueste Ausgabe des Vintage Flaneur? Dann nichts wie hin zu den Flughafen- und Bahnhofsbuchhandlungen oder auf die Bestellseite des Vintage Flaneur geklickt. (^.^)

Montag, 17. August 2015

Stricken für Anfänger - Unser erstes Projekt: Ein Kissenbezug

Es wird nun Zeit für unser erstes Strickprojekt. (^.^) Nachdem Kissenbezüge in Grobstrickoptik so in sind wie noch nie, wird es genau ein solcher werden. (^.^)

Dafür greife ich zu verhältnismäßig dicker Wolle für Nadelstärke 6 - 7 und stricke mit Nadeln in Größe 7, damit das Maschenbild verhältnismäßig locker ist. Gestrickt wird das ganze mit rechten Maschen, das ist nicht nur schön leicht und genau richtig um Stricken zu lernen, sondern ergibt auch einen richtig schönen Grobstricklook.

Ich zeige euch nun die nächsten Wochen Schritt für Schritt den Weg zu unserem Kissenbezug. Los geht es beim nächsten Mal mit der Maschenprobe und dem Berechnen der erforderlichen Maschen- bzw.Reihenzahl für die gewünschte Breite bzw. Höhe. (^.^)

Freitag, 14. August 2015

Bayrische Kuchl - G'müas: Wirsing mit Grammeln

Heute fange ich wieder mit einer kleinen Runde bairisch für Anfänger an: "Grammeln" nennt man in Österreich und im Alpenvorland Grieben. In München, also meiner Heimat, sagt man jedoch schon Grieben und eben nicht mehr Grammeln. Ich belasse es aber - wie immer - beim Originaltitel im Rezeptbuch. Das Rezept, oder besser: die Mengenangaben und die ein oder andere Angabe zur Zubereitung sind mal wieder von mir, da das Original wieder nicht all zu viel hergibt.


Zutaten:
1 Wirsingkopf
Salzwasser zum Kochen
40 g Griebenschmalz
1 EL Mehl
250 ml Brühe
Salz
Pfeffer
Muskat


So gehts:
Die Wirsingblätter vom Kopf lösen, den Strunk jeweils keilförmig ausschneiden und die Blätter waschen. Das Salzwasser in einem weiten Topf zum Kochen bringen. Die Wirsingblätter währenddessen in etwa fingerdicke Streifen schneiden und 10 Minuten lang im Salzwasser bissfest garen, abgießen und sofort mit kaltem Wasser abschrecken. So bleiben die Blätter grün und der Wirsing behält seinen Biss.
Das Griebenschmalz bei mittlerer Temperatur schmelzen, das Mehl zugeben und sofort mit einem Schneebesen glatt rühren. Den Wirsing zugeben, kurz andünsten lassen und mit der Brühe aufgießen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen und nochmals etwa 10 Minuten köcheln lassen und danach schmecken lassen. (^.^)

Donnerstag, 13. August 2015

Häkeln für Anfänger - Rundhäkeln: unser siebtes Projekt - einen Kleiderbügel umhäkeln

Heute habe ich wieder eine Vintage-Anleitung aus dem Jahr 1949 für euch mit der ihr nicht nur ganz prima das Rundhäkeln üben könnt, sondern mit der ihr außerdem einen Kleiderbügelbezug habt, der eure leichten Seiden- und Spitzenteilchen auf dem Bügel hält und gleichzeitig das Material schont. Das beste daran: der Kleiderbügebezug ist an einem Abend gehäkelt. (^.^)

Der Bezug wird mit einem Garn der Stärke 3 -4 und einer Häkelnadel in der Stärke 3,5 gehäkelt. Ich habe für meinen Bezug mit Mille Fili von Wolle Rödel gearbeitet.

So gehts:

  • 5 Luftmaschen anschlagen und mit einer Kettmasche zum Ring schließen.
  • Runde 1: eine feste Masche in den Ring häkeln, anschließend 3 Luftmaschen häkeln, eine weitere feste Masche in den Ring häkeln und wieder drei Luftmaschen häkeln; das ganze noch 2 Mal wiederholen (insgesamt also vier Mal);
  • Runde 2: eine feste Masche in den ersten Bogen der 1. Runde häkeln, dann drei einfache Stäbchen in die feste Masche häkeln, wieder eine feste Masche in den zweiten Bogen und anschließend drei einfache Stäbchen in die folgende feste Masche häkeln; das ganze noch 2 Mal wiederholen (insgesamt also vier Mal);
  • Runde 3: in das mittlere Stäbchen eine feste Masche häkeln in die feste Masche drei einfache Stäbchen häkeln und in diesem Muster die Arbeit fortsetzen, bis das Häkelstück die Länge des halben Kleiderbügels erreicht hat.
  • Danach die Häkelarbeit abketten und die zweite Hälfte des Bezuges arbeiten.
  • Nun den Kleiderbügel beziehen und in der Mitte mit einfachen Schlingstichen zusammennähen. Die verbleibenden Anfangs und Endfäden vernähen.

Wer möchte dekoriert noch mit Schleifenband, so wie im Original oder mit einer Häkelblume, so wie ich das in meiner Adaption gemacht habe und fertig ist die neue Aufbewahrung für die besonders leichten Teilchen. (^.^)

Dienstag, 11. August 2015

Die Frisuren vergangener Jahrzehnte: die 50er Jahre

Wie bereits bei dem Betrag zu den Frisuren der 40er Jahre gesagt, beginnen zur Frisurenmode die 50er Jahre ausnahmsweise im Jahre 1947, mit der von Christian Dior geschaffenen New Line, um genau zu sein. Dieser markante Schnitt in der Modegeschichte veränderte nämlich auch die Frisurenmode einschneiden und prägte mit seinem markanten Look insbesondere das Erscheinungsbild der 50er Jahre: Passend zur neuen, weichen und sehr weiblichen Mode wurden auch die Frisuren weicher, welliger und voluminöser, gleichzeitig aber auch im erscheinungsbild um einiges Schlichter als es zuvor Mode war: das Haar wurde kurz bis Halblang und wellig, nicht mehr lockig getragen. Anstatt es kunstvoll zu drapieren und zu stecken, kamen schlichte Knoten und Chignons wieder in Mode:
Diormodels 1947
Als eine der wenigen Frisuren aus den 40ern sollte sich der Pageboy als Frisur auch weiterhin halten und in Mode bleiben, bzw. sogar noch moderner werden, als er es bereits im vorhergegangenen Jahrzehnt war, passte er in seiner Schlichtheit und doch Weiblichkeit so wunderbar zu den neuen Schnitten:
Haarmodels mit Pageboy
Lucille Ball mit Pudelfrisur




Trotzdem waren Locken noch nicht so ganz durch, sie kamen nochmal zurück in die Welt der Mode, unter dem wenig schmeichelhaften Namen Pudelfrisur ("The Poodle", wie diese Frisur in Vintagekreisen heute genannt wird, ist auch nicht schmeichelhafter, also bleibe ich beim Originalnamen in unseren Breitengraden). Nun, aber auch wenn der Name nicht schmeichelhaft war, so war er doch wenigstens Programm, es ist wirklich eine Pudelfrisur.

Auch Film- und Musikstars prägten weiterhin die Mode, so kam der italienische Lockenkopf in Mode, den die beiden Italienerinnen Gina Lollobrigida und Sophia Loren etablierten und der Hollywood im Sturm eroberte; auch eine Elizabeth Taylor und eine Marilyn Monroe wurden mit diesem Schnitt berühmt:
Sophia Loren und Gina Lollobrigida mit dem "italienischen Lockenkopf"

Gerade jüngere Frauen orientierten sich an Schauspielerinnen wie Audrey Hepburn und trugen ihr Haar kurz mit fransigem Pony, gerne aber auch lang und dann zum Pferdeschwanz gebunden. Auch das oft auch mit Pony:
Audrey Hepburn mit Kurzhaarschnitt und einige Jahre später mit Pferdeschwanz
Zum Ende der 50er Jahre kam dank Jackie Kennedy der Bouffant in Mode, der bereits die Weichen für die weitere Entwicklung der Haarmode in den 60er Jahren stellte:
Liz Taylor und Jackie Kennedy mit Bouffant

Freitag, 7. August 2015

Bayrische Kuchl - G'müas

"Vertumnus" von Giuseppe Arcimboldo
Zugegebenermaßen ist die bayrische Küche nicht gerade bekannt für ihre zahlreichen Gemüsegerichte. Gemüse war üblicherweise nur Beilage und dann meist schlicht, gekocht oder gedünstet, zubereitet. Das ist vermutlich dem Umstand geschuldet, dass in weiten Teilen Bayerns Milchwirtschaft und Viehzucht vorherrschten und immer noch vorherrschen.

Dennoch, einige Gemüsegerichte, aber auch die ein oder andere besondere Zubereitungsart für Beilagengemüse konnte Erna Horn zusammentragen; selbstverständlich dürfen auch schlichte Klassiker nicht fehlen.

Um nun etwas Abwechslung in meine sehr fleischlastige Freitagsküche zu bringen, aber auch um bei den Beilagen etwas mehr zu variieren, möchte ich nun in der nächsten Zeit auch das ein oder andere Gemüsegericht nachkochen und euch natürlich davon berichten. (^.^)

Freitag, 31. Juli 2015

Bayrische Kuchl - Rindfleisch: Beinfleisch

Ich muss euch was verraten: keine Ahnung, warum das Beinfleisch "Beinfleisch" heißt, Fleisch vom Bein ist da nämlich nicht drin, sondern vielmehr Zwerchrippe auch Querrippe genannt. Aber sei es drum, es schmeckt wircklich lecker und ist leicht und mehr oder weniger "so nebenher" gemacht.


Für 2 bis 3 Portionen nehme man:
750 g Zwerchrippe
1 l Fleischbrühe
1 l Wasser
Schmittlauch

Zubereitung:
Brühe und Wasser zum Kochen bringen, das Fleisch waschen, trockentupfen und in die kochende Wasserbrühe geben. Das Fleisch nun leicht simmernd (nicht kochen, sonst wird das Fleisch zäh) in etwa 1,5 Stunden weich kochen. Auf einer tiefen Platte anrichten, mit etwas Kochbrühe übergießen und mit Schnittlauch bestreuen.

Die übrige Kochbrühe nicht wegschütten, das ist ein wunderbare Fleischbrühe, also einkochen oder einfrieren. (^.^)

Montag, 27. Juli 2015

Stricken für Anfänger - Randmaschen: Der Kettrand

Kommen wir nun noch zu den Randmaschen - heute - als die gebräuchlichste Methode, der Kettrand. Der Kettrand kommt immer dann zum Einsatz, wenn Strickteile zusammengenäht werden sollen, da sich so eine schöne glatte Naht ergibt. So gehts:

Samstag, 25. Juli 2015

Schön und praktisch - ein Türoberlicht verdunkeln

Ihr kennt ja unsere wunderschöne Altbauwohnung mit den wundeschönen alten Kasettentüren. Solche Altbauwohnungen mit wunderschönen Kasettentüren wurden zu einer Zeit gebaut, als es noch kein elektrisches Licht als Standard in den Wohnungen gab. Damit solche Wohnungen aber nicht zu dunkel sind, hat man oberhalb der Türen so genannte Oberlichter eingebaut, insbesondere dann, wenn der Flur oder die Diele kein Fenster hatte. Tja und so ein Oberlicht ist halt nix anderes als eine Glasscheibe, die natürlich auch dann Licht durchlässt, wenn man gar kein Licht will. Zum Beispiel dann, wenn man gerne schlafen würde und das am besten kann, wenn es komplett dunkel ist (so ist der Schlaf übrigens auch am Erholsamsten). Also was tun? Klar könnte man einfach nur ein Stück Karton davorkleben. Das sieht aber nicht aus... Glücklicherweise aber geht das Verdunkeln eines Türoberlichtes auch in hübsch und - was zumindest mir wichtig ist - in klassisch und passend zum Zeitschnitt von Wohnung und Türen. (^.^) Das allerdings mit Hilfe neuer Methoden... Mit Window Color (^.^)

Ein Motiv habe ich mir schnell ausgesucht, das hier, ein Jugendstil-Glasornament, solls werden (die Vorlage könnt ihr euch natürlich für private Zwecke entsprechend kopieren, vergrößern, strecken, zerren, was auch immer):

Und so gehts:
Nehmt euer Motiv der Wahl und legt es unter eine stabile Plastikfolie - ich benutze als Bastelunterlage für solche und ähnliche Dinge sog. Windradfolie, die es in jedem Bastelladen beim Window-Color-Bedarf gibt.
Darauf kommt Adhäsionsfolie. Adhäsionsfolie deshalb, weil ihr diese rückstands- und problemlos und ohne euer Motiv kaputt zu machen wieder abbekommt, was vor allem in Mietwohnungen sehr zu empfehlen ist. Adhäsionsfolie könntet ihr theoretisch auch im Bastelladen kaufen (ebenfalls beim Window-Color-Bedarf). Günstiger bekommt ihr diese im Baumarkt bei den Klebe- und Dekorfolien
Damit ihr euch beim Aufmalen eures Motivs leichter tut, macht euch hier direkt die Adhäsion zunutze und sprüht eure Windradfolie/transparente Bastelunterlage mit etwas Wasser ein und legt die Adhäsionsfolie - grob zugeschnitten - auf, so hält sie bombensicher und ohne zu verrutschen auf eurer Unterlage.
Als nächstes malt ihr die Konturen eures Motivs mit Konturenfarbe (die ist dickflüssiger und verläuft so nicht) auf. Das geht direkt aus der Flasche, ihr braucht also keine extra Pinsel, oder so. Solltet ihr euch für ein sehr geometrisches Muster entschieden haben, so wie ich, greift für die langen geraden Linien ruhig zum Lineal. (^.^) Legt euch außerdem Küchenpapier, Wattestäbchen und ein kleines Schälchen Wasser bereit, um kleinere Patzer zu korrigieren. Achtet außerdem darauf, dass eure Konturenlinien geschlossen sind. Um feinere Linien, gerade an Ecken und Spitzen ineinander zu ziehen, greift am besten zu Zahnstochern. Bevor es nun weitergeht, müsst ihr eure Konturen zumindest antrocknen lassen, das dauert in etwa 2 Stunden.
Nun füllt ihr die Flächen mit den Farben eurer Wahl aus - ebenfalls wieder direkt aus dem Fläschchen. Malt dabei bis zur Kontur. Kleine Luftbläschen könnt ihr mit einem Zahnstocher zerstechen. Auch hier helfen bei kleinen Patzern Wattestäbchen. (^.^) Und keine Sorge: die zunächst uneben wirkenden Farbflächen ziehen sich selbst glatt. Das Ganze muss nun noch 24 Stunden liegend trocknen lassen. Und fertig ist die selbst gebastelte Oberlichtverdunkelung, die ganz einfach auf der befeuchteten Scheibe oder anderweitigen glatten Oberfläche anhaftet.

Freitag, 24. Juli 2015

Bayrische Kuchl - Rindfleisch: eingemachtes Kalbfleisch

Eingemachtes Kalbfleisch ist im Grunde nichts anderes als Kalbsfrikassee, heißt halt nur anders, ist aber absolut lecker. (^.^)


So gehts - für vier Personen:
750 g Kalbfleisch aus der Schulter
60 g Butter
1 Zwiebel
1 l Wasser
150 ml Weißwein
Salz
30 g Mehl
2 TL Zitronensaft
5 EL Sahne



Das Fleisch in Würfel schneiden. 20 g Butter in einem weiten Topf zerlassen, die Zwiebel würfeln und darin kurz andünsten. Das Fleisch zugeben und von allen Seiten leicht anbraten. Mit Wasser und Weißwein aufgießen, eine großzügige Prise Salz zugeben und das Ganze zugedeckt etwa eine Stunde lang leise siedend weich kochen.
Nun das Fleisch abseihen und 500 ml von dem Kochsud dabei auffangen.
Die restliche Butter in einem weiten Topf zerlassen und mit dem Mehl eine helle Einbrenne anrühren. Mit dem Kochsud aufgießen und etwa 10 Minuten kochen lassen. Mit Salz und Zitronensaft abschmecken. Die Sahne unterrühren, das Fleisch zugeben und nochmals alles gleichmäßig erhitzen. Dann: schmecken lassen. (^.^) Dazu gibts traditionell Reis, breite Nudeln (Bandnudeln) oder Spätzle.

Dienstag, 21. Juli 2015

Stricken für Anfänger - rechte Maschen

Weiter geht es mit unserem Strickkurs. Nachdem ihr nun bereits Maschen anschlagen könnt, stricken wir heute rechte Maschen. Auch hierzu habe ich wieder einen kleinen Clip für euch:

Freitag, 17. Juli 2015

Bayrische Kuchl - Knödel: Grießknödel

Ich muss euch gleich mal was gestehen... Ich wusste zwar, dass es auch deftige Grießknödel gibt, gegessen habe ich bisher aber nur die süße Variante. Wobei ich so ehrlich sein muss, dass ich kein großer Grieß-Fan bin. Aber nun sei es darum, ich probiere die Rezepte aus dem ganzen Kochbuch durch, also probiere ich auch die Rezepte aus dem ganzen Kochbuch durch und das ist auch gut so, weil eigentlich waren sie ganz gut. Jetzt kein leckerleckermjammjam, aber gut, kann man schon essen (^.^)

Man nehme - für 5 Knödel:
500 ml Milch
30 g Butter
Salz
150 g Grieß
Pfeffer
Muskat
Petersilie
3 Eier
1 Scheibe Sauerteigbrot


Die Milch mit der Butter und dem Salz aufkochen, den Grieß einrühren bis die Masse dickt. Mit Pfeffer und Muskat abschmecken und abkühlen lassen.
Salzwasser in einem weiten Topf erhitzen. Die 3 Eier unter die Grießmasse kneten und nochmals etwas durchziehen lassen. Die Brotschreibe entrinden, würfeln und ohne Fett in einer Pfanne anrösten. Aus der Grießmasse Knödel formen, dabei in die Mitte einige Brotwürfel drehen. Die Knödel sofort in das heiße (nicht kochende) Wasser setzen und in etwa 10 Minuten gar ziehen lassen. Sobald sie oben schwimmen, sind die Knödel fertig und können serviert werden.

Montag, 13. Juli 2015

Die kleine Warenkunde zum Kochen und Backen - Die Erdbeere, die leckerste der Beeren...

...ist eigentlich keine Beere, sondern eine Nuss - noch genauer eine Sammelnussfrucht. Ok, genug Klugschiss für heute (^.^)

So lecker Erdbeeren auch sind, so empfindlich und schwer lagerbar sind sie leider auch. Daher gibt es heute ein bisschen aus Lilis, Lilis Mamas und Lilis Omas Erfahrungsschatz zum Thema Erdbeeren.

Die Handelsklasse sagt leider gar nichts über den Geschmack der Erdbeeren aus, sondern lediglich über Größe und äußeren Zustand. Je größer und gleichmäßiger rot eine Erdbeere ist, desto höher auch die Handelsklasse. Daher schmecken viele der Handelsklasse I Erdbeeren nur mit Phantasie nach Erdbeere und ansonsten nach Wasser. Die geschmackvollsten Erdbeeren sind die kleinen kräftig dunkelroten Erdbeeren. Also Augen auf beim Erdbeerenkauf. (^.^) Solltet ihr vorhaben noch das ein oder andere Erdbeerfeld zu plündern: haltet euch ebenfalls an die kleinen Beeren. Die meisten Leute rupfen ohnehin nur die großen und eher helleren Erdbeeren ab, zum einen weil sie so schneller eine große Menge gesammelt haben und zum anderen weil sie dem Irrglauben aufsitzen, dass noch nicht voll ausgereifte Erdbeeren länger haltbar wären.

Erdbeeren mögen keinen Druck. Selbst der Druck der besteht, wenn die kleinen Beerchen in ihrer 500 g Schale auf Käufer warten, ist schon zu groß. Deshalb vergammeln Erdbeeren in der Schale auch immer von unten nach oben. Daher beim Kauf immer die unterste Lage begutachten. Sobald die Erdbeeren zu Hause sind, auch aus der Schale nehmen und am besten flach nebeneinander lagern. Eine große flache Plastikdose ist hier ein praktischer Helfer. Wenn ihr selbst pflückt, nehmt ihr sinnvollerweise mehrere kleine Sammelgefäße als nur ein großes Sammelgefäß mit.

Erdbeeren mögen kein Wasser. Daher immer erst unmittelbar vor der Verarbeitung kurz und vorsichtig waschen und genauso vorsichtig trocken tupfen bzw. liegend (nicht aufeinander versteht sich) trocknen lassen.

Egal wie hellrot die Erdbeeren auch sind, länger als 2 bis 3 Tage (im Kühlschrank) überleben sie nicht - und reifen übrigens auch nicht nach, es gibt also echt keinen Grund hellrote = nicht vollreife und damit wässrig schmeckende Erdbeeren zu ernten. Daher Erdbeeren kaufen/pflücken und zügig - am besten noch am gleichen Tag verarbeiten.

Erdbeeren lassen sich nicht wirklich einkochen. Es gibt zwar diese Erdbeeren in der Dose, die aber ehrlicherweise nur nach Zucker schmecken und aussehen wie braune Matsche. Genau dieses Ergebnis würde man auch zu Hause beim Einkochen von Erdbeeren erzielen. Komischerweise steht mein Freund total auf dieses Zeug. Sollte ich die Zeit finden, koche ich ihm ein paar Gläschen ein. Dann ist es zwar immer noch überzuckerte braune Matsche, dafür aber chemiefrei, was man von der Dosenware aus dem Supermarkt nun wirklich nicht behaupten kann.

Trotzdem ist man zum Erdbeergenuss nicht gezwungenermaßen auf die Saison angewiesen. Neben der Verarbeitung zu Konfitüren, Saucen etc. lassen sich Erdbeeren super einfrieren. Dazu die Erdbeeren einfach waschen und putzen, größere Erdbeeren in mundgerechte Stücke schneiden und die Früchte flach liegend (in bereits genannter Plastikdose oder auf einem Backblech) vorfrieren und nach dem Durchfrieren in Gefrierbeutel/Dosen abfüllen (so lassen sich die Erdbeeren besser portionieren, da sie einzeln entnehmbar sind und nicht zu einem riesen Klumpen zusammenfrieren). Zum Verarbeiten muss man die Erdbeeren noch nicht mal mehr extra auftauen, sondern kann sie direkt gefroren verarbeiten. Selbst als Kuchenbelag: rauf auf den Kuchenboden, Tortenguss drüber und fertig. Sollten die Erdbeeren doch mal aufgetaut werden müssen: die Erdbeeren flach nebeneinander auf Küchenkrepp auftauen lassen - anderenfalls werden sie matschig.

Samstag, 11. Juli 2015

Häkeln für Anfänger - waagrechte Knopflöcher




Waagrechte Knopflöcher sind mindestens so leicht, wie senkrechte Knopflöcher. Übergeht dafür in der Breite des gewünschen Knopfes die Häkelmaschen und häkelt stattdessen genauso viele Luftmaschen. Danah häkelt ihr ganz normal im jeweiligen Muster weiter.





In der Folgereihe häkelt ihr in die Luftmaschen im jeweiligen Muster und schon ist euer Knopfloch in passender Größe fertig.

Freitag, 10. Juli 2015

Bayrische Kuchl - Rindfleisch: Blanschiertes Rindfleisch

Nein, meine Lieben, das ist im Titel ist kein Schreibfehler, im Kochbuch steht wirklich "blanschiert", was vermutlich dem Umstand geschuldet ist, dass man in früherer Zeit gerne so geschrieben wie gesprochen hat und eben jenes Rezept stammt aus dem "Baier'schen Kochbuch" der Anna Klara Messenbeck aus dem Jahr 1825. Trotz des Titels, wird im ganzen Rezept nichts blanchiert, vielmehr liest sich das Rezept eher wie ein Rezept für ein Ragout. So gehts - Mengenangaben wieder für 2 Personen - ich war einmal mehr so frei und habe einige Mengenangaben ergänzt und die Beschreibung der Zubereitung überarbeitet und etwas erweitert (^.^):

500 g Ochsenschwanz
50 g Speck
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
150 g Knollensellerie
1 Karotte
1 Petersilienwurzel
20 g Butterschmalz
1 TL Thymian
2 Lorbeerblätter
5 Nelken
1/2 TL Pfeffer
1/2 TLSalz
1/2 TL Ingwer
250 ml Branntweinessig
250 ml Rotwein
250 ml Wasser
etwas Mehl
1 Zitrone

Das Fleisch kalt abwaschen und trockentupfen. Mit dem Speck spicken. Zwiebel und Knoblauch schälen zusammen mit dem Sellerie, der Karotte und der Petersilienwurzel würfeln. Das Butterschmalz schmelzen und die Ochsenschanzscheiben darin von jeder Seite scharf anbraten. Das Suppengemüse zugeben und etwas bräunen. Mit Essig, Rotwein und Wasser ablöschen und soweit auffüllen, dass das Fleisch gerade nicht ganz davon bedeckt ist. Die Gewürze zugeben und den Ochsenschwanz etwa 2 Stunden schmoren lassen.
Nun das Fleisch Herausnehmen und die Sauce durch einen Sieb abgießen. Auf kleiner Stufe köchelnd mit Mehl abbinden und über die Ochsenschwanzscheiben gießen. Mit Zitronenscheiben anrichten.

Nachdem ich euch das Rezept aufgeschrieben habe, könnt ihr daraus vermutlich bereits erschließen, dass es geschmeckt hat, allerdings mit einer Einschränkung: nicht mit Ochsenschwanz. Das ist - mit Verlaub - einfach Suppenfleisch, das sich wirklich doof essen lässt und an dem auch nicht so wahnsinnig viel dran ist, wenn man Knochen, Knorpel und Fett mal abzieht. Diese Zubereitungsart in Kombination mit einem exquisiteren Stück Rindfleisch: sehr gerne wieder. (^.^)

Donnerstag, 9. Juli 2015

Haare schneiden ist nicht schwer...

...und ja, ich meine selbst schneiden. (^.^) Für meine heißgeliebten Vintagefrisuren braucht es dringend den richtigen Haarschnitt, nämlich bogenförmig in der Kontur, das Deckhaar gestuft und die Seitenpartien einschließlich des Oberkopfes sind steil zum Gesicht hin geschnitten. Nun, solche Schnitte sind heute nicht modern und es ist echt schwer einen Friseur davon zu überzeugen, genau das trotzdem zu machen. Leider habe ich auch schon die Erfahrung gemacht, dass sie sagen, sie würden es tun, schneiden aber dann doch was anderes, das sagen sie dann aber erst, wenn es schon passiert ist... (Wieso eigentlich? Das ist doch mein Kopf...) Nun, nachdem ich mich in meinem Leben wirklich genug über Friseure und verschnittene Haare geärgert habe, bin ich irgendwann mal dazu übergegangen selbst zu schneiden. Und selbst das ist sehr vintage, immerhin war der Haushaarschnitt früher weit verbreitet. Wie ich das mache (dank einiger Originalanleitungen, die ich für mich etwas angepasst habe), möchte ich euch heute zeigen. (^.^) Vier Dinge aber dennoch vorweg:
a) ich bin kein Profi - aber absolut glücklich mit dem Ergebnis, es mag sein, dass ich technisch ganz furchtbar viel falsch mache und alle Friseure dieser Welt in ihrer Berufsehre kränke. Das ist mir aber wurscht, ICH bin damit glücklich und zufrieden, ich zwinge niemandem es mir nachzutun.
b) investiert in gutes Handwerkszeug, allen voran eine Profihaarschere, wirklich
c) schneidet lieber zuerst etwas weniger, nachschneiden kann man immer noch, wieder drankleben ist schon schwieriger
d) Fangt klein an, wenn ihr euch noch nicht so recht traut; stuft nur durch, oder schneidet nur Pony- und Seitenpartien. Grundsätzlich aber: nur Mut (^.^)
Selbst wenn ihr eure Haare nicht selbst schneiden möchtet, allein mein Gesichtsfasching lohnt schon das anschauen (^.^) (^.^) und: wo ist die Katze? (^.^)


Musik: The Crevulators (Crevulators, the) / CC BY-NC-ND 3.0, "Linda" aus Live On WFMU's Fool's Paradise with Rex, 11-10-12 (Stompin' Riff Raffs) / CC BY-NC-ND 3.0

Sonntag, 5. Juli 2015

einfacher Biskuit - Tiramisu-Quarkcreme-Torte

Vermutlich würde sich jeder richtige Italiener beim Anblick dieses Rezepts angeekelt abwenden, aaaaaber: mir schmeckt diese Torte bei weitem besser als richtig echte Tiramisu, da auch bei weitem saftiger und: das Rezept kommt im Gegensatz zu originalen Tiramisu ganz ohne Rohei in der Creme aus, dafür gibts eben mehr Alkohol, was auch nicht schlecht ist. (^.^)

4 Eier
4 EL Wasser
150 g Zucker
1 EL Vanillezucker
150 g Mehl
3 TL Kakao
1 TL Backpulver

Zum Tränken:
100 ml Espresso
100 ml Amaretto

Für die Quarkcreme:
500 g  Mascarpone
125 g Magerquark
125 ml Eierlikör
3 EL Zucker
200 g Sahne

3 EL Kakaopulver zum Besieben

Den Backofen auf 180° C Ober-/Unterhitze vorheizen und den Boden einer Springform mit Backpapier auslegen.
Die Eier trennen (Eiweiße in die Rührschüssel, Eigelbe zwischenlagern), das Wasser zu den Eiweißen geben und mit dem Handrührgerät auf höchster Stufe steif schlagen. Jetzt den Zucker sowie den Vanillezucker zugeben und auf höchster Stufe unterschlagen. Die Eigelbe mit einer Gabel verquirlen, zur Eiweißmasse geben und unterrühren. Mehl, Kakao und Backpulver auf den Teig sieben und zügig auf niedrigster Stufe unter den Teig heben.
Den Teig in die Form füllen und etwa 30 Minuten bei 180° C mit Ober-/Unterhitze backen.

Den Tortenboden quer halbieren, Espresso und Amaretto mischen und beide Tortenbodenhälften damit tränken.

Die Mascarpone mit dem Quark, dem Eierlikör und dem Zucker verrühren. die Sahne steif schlagen und vorsichtig unter die Mascarpone-Quark-Creme heben. Eine der Torenbodenhälften mit der Hälfte der Mascarponecreme bestreichen. Den zweiten Boden darauf setzen und die Torte mit der restlichen Creme rundherum einstreichen. Dick mit Kakao bestäuben und mindestens 4 Stunden kalt stellen.

Freitag, 3. Juli 2015

Bayrische Kuchl - Rindfleisch: Münchner Kronfleisch

Heute möchte ich euch etwas ganz schlichtes, aber dennoch sehr leckeres zeigen: das original Münchner Kronfleisch. Also Kronfleisch wird in Bayern das gekochte Zwerchfell des Rindes bezeichnet, da es sich beim Kochen zusammenkräuselt und dann wie eine Krone aussieht. Gegessen wird es normalerweise als Vormittagsbrotzeit, da die Suppe ja noch fertig kochen musste, die Kron aber schon mal raus konnte und damit mit gutem zeitlichen Abstand zum Mittagessen als warme Brotzeit serviert wurde.

Zutaten:
1 Rinder-Zwerchfell (etwa 750 g)
500 ml Fleischbrühe
500 ml Wasser

Das Fleisch einputzen. Währenddessen Brühe und Wasser sprudelnd aufkochen, das Fleisch einlegen und das ganze simmernd - also gerade so, dass es nicht sprudelnd kocht - etwa 15 Minuten, maximal 20 Minuten lang kochen - auf gar keinen Fall länger, da das Fleisch ansonsten zäh wird. Dazu gibts Salz, Meerrettich oder Senf. Als Beilage gibt es üblicherweise Brot, sowie sauer Eingelegtes - traditionell Gewürzgurken und Rahner (Rote Bete). Angerichtet wird das ganze auf einem Holzteller.

Und: Die Kochbrühe nicht wegkippen, das ist eine sehr leckere Brühe für die nächste Suppe. (^.^)

Mittwoch, 1. Juli 2015

Omas dunkelbraune Rahmenhandtasche

Heute möchte ich mich Omas dunkelbrauner Rahmenhandtasche widmen, die meiner Einschätzung nach das zweitälteste Modell in Omas Handtaschensammlung sein dürfte. Sehr ähnliche Rahmenhandtaschen waren bereits in den 30er Jahren modern, in den 40er Jahren mal kurz weg von der modischen Bühne, aber in den 50er Jahren mit dem New Look als Tageshandtaschen wieder sehr beliebt. Omas Modell dürfte dabei ein 50er Jahre Exemplar sein, obschon es hier nur Kleinigkeiten sind, die die 50er Jahre Modelle von den 30er Jahre Modellen unterscheiden:
Bei den 30er Jahre Modellen war der Henkel mehr schmückendes Beiwerk, denn wirklich funktionell, da Taschen damals überlicherweise unter dem Arm getragen wurden. In den 50ern hingegen waren die Taschenhenkel zum tragen der Tasche da und damit auch anders gearbeitet.
Die Rahmenhandtaschen der 30er waren sehr Art Deco, die der 50er dagegen New Look.
Die Rahmenhandtaschen der 30er waren üblicherweise aus Leder gearbeitet, in den 50ern war nicht nur aufgrund des immer noch bestehenden Kriegsmangels, sondern auch aufgrund einer Zuneigung gegenüber des "künstlichen" die Rahmenhandtaschen oft aus Kunstleder gearbeitet.
Die Rahmenhandtaschen der 30er waren mehr ein Schmuckstück, die der 50er eine funktionelle geräumige Tagestasche mit breitem Boden, so dass man sie bequem hinstellen konnte.
Nun und nachdem all das, was typisch für die 50er Jahre Rahmenhandtaschen ist, auf Omas Rahmenhandtasche zutrifft, handelt es sich bei Omas Modell wohl sehr wahrscheinlich auch um ein 50er Jahre Modell. (^.^) Hier mal zum Vergleich:
Rahmenhandtaschen der 30er Jahre
Rahmenhandtaschen der 50er Jahre
Omas Täschchen ist leider schon etwas mitgenommen, allerdings hatte Oma diese Tasche bis zum Ende in Gebrauch. Umso mehr hänge ich sentimental an dieser speziellen Tasche, Omas Lieblingshandtasche. Hier sind ihre aktuellen Blessuren:
Wie ihr sehen könnt, ist das Leder der Henkel mehrfach gebrochen, die Nähte sind aufgeplatzt. Auch das Innenfutter hat etwas gelitten. Am oberen Taschenrand sind auch einer Seite tiefe Einrisse. Es gibt also einiges zu tun. ZUnächst muss ich mir aber nun einen Plan machen, wie ich die Blessuren wieder ausbügeln kann. Selbstverständlich berichte ich, alles ganz wie gewohnt. (^.^)

Samstag, 27. Juni 2015

Häkeln für Anfänger - Rundhäkeln: unser sechstes Projekt - ein Kissenbezug in Runden ist fertig

So meine Lieben, nachdem uns unser Kissenbezug in Runden nun schon einige Lektionen lang in unserem Häkelkurs begleitet, wird es Zeit euch nun auch noch das fertige Stück zu präsentieren:

Freitag, 26. Juni 2015

Bayrische Kuchl - Knödel: Semmelknödel

Also wenn es Knödel gibt, sage ich sicherlich nicht nein, wenn es dann sogar noch Semmelknödel sind, dann, hey, hier bin ich! (^.^) Ich gebe euch heute wieder mein Rezept, da sich Erna Horn in ihrer Rezeptsammlung mehr auf Annekdötchen konzentriert, denn auf ein nachkochbares Rezept... Zutaten und Mengenangaben - sofern vorhanden - stimmen aber überein, mein Rezept ist also wohl sehr historisch (^.^)


Man nehme - für fünf Knödel:
5 Semmeln vom Vortag (etwa 250 g)
Salz
200 ml Milch
1/2 Zwiebel
1/2 Bund Petersilie
25 g Butter
2 Eier
1 EL Mehl


So gehts:
Die Semmeln feinblättrig aufschneiden. Währenddessen die Milch erwärmen. Die Semmeln in eine Schüssel geben, salzen und mit der warmen Milch übergießen. Das ganze zugedeckt etwa 30 Minuten ziehen lassen.

Die Zwiebel fein würfeln, die Petersilie hacken, beides zusammen in der Butter leicht anschwitzen, zu den Semmeln geben und Eier und Mehl zugeben. Alles mit der Hand zu einem geschmeidigen Teig vermischen, ohne jedoch zu kneten und nochmals 30 Minuten ziehen lassen.

In einem weiten Topf Wasser zum Sieden bringen und Salz zugeben. Aus dem Teig mit angefeuchteten Händen fünf gleichgroße Knödel drehen und in das Salzwasser setzen. Die Temperatur dabei knapp unter dem Siedepunkt halten. Den Deckel schräg aufsetzen und die Knödel in 20 Minuten gar ziehen lassen (nicht kochen!). Die Knödel mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser nehmen, kurz abtropfen lassen und schmecken lassen. (^.^)

Donnerstag, 25. Juni 2015

Der Vintage Flaneur - Ausgabe XI





Heute erscheint die 11. Ausgabe des Vintage Flaneur. Dieses mal erwarten euch Retro-Bademode, stilvolle Sommerkleidung, ein Reisebericht zu Kuba sowie eine Retrospektive zu den Mode-Ikonen Karl Lagerfeld und Coco Chanel.

Ihr wollt die neueste Ausgabe des Vintage Flaneur? Dann nichts wie hin zu den Flughafen- und Bahnhofsbuchhandlungen oder auf die Bestellseite des Vintage Flaneur geklickt. (^.^)

Dienstag, 23. Juni 2015

Die Frisuren vergangener Jahrzehnte: die 40er Jahre


1. Reihe - Pompadour:  Jeanne Crain, Olivia de Havilland, Lana Turner
2. Reihe - Side Rolls: Betty Grable, Hedy Lamarr, Vivian Leigh
3. Reihe - Top Roll: Katharine Hepburn, Ava Gardner, Susan Hayward
4. Reihe - Bangs: Linda Darnell, Lana Turner, Ava Gardner
Auch der Übergang von den 30ern zu den 40ern ist in Zusammenhang mit der Frisurengeschichte mehr fließend denn eine Zäsur. Allerdings sorgten die Wirren des zweiten Weltkriegs und die langen Jahre des Wiederaufbaus dafür, dass sich in den Nebensächlichkeiten des Lebens, so auch bei der Frisurenmode nicht all zu viel tat. Im Grunde war das weiterhin in Mode, was bereits Ende der 30er Jahre in Mode war.

Die Haare waren maximal schulterumspielend und rund, also bogenförmig geschnitten und dabei leicht durchgestuft. Sie wurden zum Pompadour friesiert, wie er bereits Ende der 30er Jahre in Mode kam. Nach und nach setzen sich auch Abwandlungen davon, wie Side Rolls, Top Roll oder Bangs durch. Die Ohren waren dabei jeweils frei, die Seitenpartien wurden dafür zurückgekämmt und mit Klammern oder Kämmen zurückgesteckt oder mit einem Haarband zurück gebunden. Die Haarlängen wurden offen und gewellt bis leicht lockig getragen, wahlweise aber auch hochgesteckt oder zusammengefasst.










Linda Darnell mit Turban

Mit fortschreitendem Krieg und damit einhergehender, verstärkter Berufstätigkeit der Frau, insbesondere in körperlich schweren Berufen, setzte sich auch eine Kopftuch- und Turbanmode durch, die praktischerweise auch gewickelte Haare schützten, die unter dem Stoff nicht nur geschützt waren, sondern auch trocknen konnten und dann nur noch gelöst und gelegt werden mussten. Selbstverständlich gab es beides bereits davor (den Turban insbesondere auch in den 20ern) und auch noch lange danach, beides war jedoch gerade in der ersten Hälfte der 40er Jahre fast schon omnipräsent auf deutschen Straßen. Selbstverständlich auch in chic, nicht nur in praktisch.
Ingrid Bergman mit Kopftuch
Zwei Kriegsfrisuren aus den USA, die im Rahmen der Kriegspropaganda bekannt wurden, erfreuen sich heute besonderer Beliebtheit:

Werbeposter von J Howard Miller

Rosie, the Riveter - zu deutsch Rosie, die Nieterin - ist eine Figur aus einem US Propagandafilm zur Anwerbung von Frauen zur Arbeit in der Rüstungsindustrie. Die Frisur der Dame vom Werbeposter von J. Howard Miller für den Rüstungsproduzenten Westinghouse ist heute ein Rockabilly-Szenen-Klassiker und im Grunde eine Mischung aus Kopftuch- und Turban-Style und nun, zum Nieten und Schweißen in einer Rüstungsfabrik trug man das durchaus, Anfang bis Mitte der 40er Jahre, auch in unseren Landen - allerdings auch nur dort.





Betty Grable mit Victory Rolls



Victory-Rolls sind eine Frisurenkreation die insbesondere Betty Grable, als beliebtestes Pin-up-Girl der US-Truppen, trug. Vicotry Rolls bilden dabei ein V für Victory, und sind einem Flugmanöver der US Luftwaffe nachempfunden, das sie nach einem erfolgreichen Angriff flogen. Die Spitze des V sitzt dabei vorne an der Stirn, so dass man beim Senken des Kopfes das Victory-Symbol sieht. Damit dürfte klar sein, dass nicht jede Side Roll eine Victory Roll ist, auch wenn das heute gerne durcheinander gewürfelt wird.



Erst ab 1947 und dem New Look von Christian Dior tut sich auch wieder merklich etwas in der Frisurenmode. Die Haare werden insgesamt schlichter, zurückhaltender und glatter, die Frisuren haben aber deutlich mehr Volumen, als noch zuvor. Nachdem der New Look aber die große Zäsur ist, die kostümgeschichtlich die 40er von den 50ern trennt, werde ich trotz der Jahreszahl "1947" auf die Frisuren des New Look im Beitrag zu den Frisuren der 50er Jahre eingehen.



Sonntag, 21. Juni 2015

Häkeln für Anfänger - Rundhäkeln: unser sechstes Projekt - ein Kissenbezug in Runden - Abschlusskanten: Picots

Eine weitere Varinate der Abschlusskanten, die man gleichzeitig zum Zusammenhäkeln von Häkelteilen nuten kann, sind die Picots. Im Grunde handelt es sich bei Picots um nichts anderes als um eine Kombination von festen Maschen und Luftmaschen zu einer Ornamentbordüre, die man beliebig variieren kann. Ich zeige euch heute die klassischen Picots, mit denen wir nun unseren Kissenbezug zusammenhäkeln.

Legt die beiden Teile mit der rechten Seite nach außen aufeinander. Wir häkeln nun jeweils durch beide Häkelteile. Dabei beginnen wir an der Kante neben der Knopfleiste, so dass wir in einem Schwung rundherum kommen.
Häkelt durch beide Ecklöcher eine feste Masche, nun folgen vier Luftmaschen. in die erste Luftmasche der Luftmaschenkette - also diejenige direkt nach der festen Masche - häkelt ihr nun eine feste Masche und direkt danach folgt erneut eine feste Masche in das Eckloch. Über die drei Stäbchen häkelt ihr feste Maschen. Über dem nächsten Loch folgt wieder ein Picot aus einer festen Masche, vier Luftmaschen, die mit einer festen Masche verhäkelt werden, und einer weiteren festen Masche durch das Loch. So sieht es dann aus:
Selbstverständlich kann man die Picots auch enger zusammen oder weiter auseinander häkeln, je nach dem, wie es gefällt und wie es passt. (^.^)

Freitag, 19. Juni 2015

Bayrische Kuchl - Knödel

Unter den Saucenschluckern gebührt in der bayrischen Küche dem Knödel aufgrund seiner Präsenz eine eigene Unterkategorie. Irgendwie wurde der Knödel (da wo ich groß geworden bin, im Maskulinum, es gibt aber auch Gegenden im bairischen Dialektraum, wo es das Knödel heißt), neben anderen Speisen, zu einem Synonym bayrischer Köche und das obwohl Knödel - unter anderem Namen zwar - quasi weltweit gegessen werden. Die bayrischen Rezepte sind für mich aber trotzdem besonders, ein bayrischer Semmelknödel schmeckt anders als ein vogtländer oder ein österreichischer Semmelknödel. Man schmeckt quasi die Region raus und mir ist meine eigene Heimatregion halt am nächsten. (^.^) (Ich vermute aber, das geht dem Vogtländer oder dem Österreicher vice versa genauso *gg*). Knödel sind vermutlich deshalb so weit verbreitet, weil es sie schon so lange gibt. Die ältesten Knödelfunde datieren sich auf 3.600 v. Chr. und wurden nicht im bairischen Dialektraum, sondern im Alemannischen - in der Schweiz nämlich - gefunden. Dass Knödel bereits so lange bekannt sind, liegt aber an ihrer Eigenart: sie sind im Grunde eingedickter und haltbar gemachter Brei, der sich zudem leichter transportieren lässt als Brei selbst. Vermutlich wurden bereits in der Jungsteinzeit Breireste zu Knödeln gepresst und gebacken um sie halt- aber auch transportierbar zu machen. Wir widmen uns also nicht nur einer sehr feinen, sondern auch einer sehr alten Speise, wenn wir uns in der nächsten Zeit immer mal wieder über Knödelrezepte unterhalten.

Aber wisst ihr was mich echt beschäftigt, fällt mir gerade ein, weil wir auch gerade bei Semmelknödeln waren: es gibt Regionen in Deutschland da heißt die Semmel "Brötchen", wie heißt denn dann der Semmelknödel? Brötchenknödel? Brötchenkloß? Oder gibts die außerhalb der Semmelregion gar nicht? Es heißt doch auch bundesweit Semmelbrösel und nicht Brötchenbrösel, oder? Fragen über Fragen... Ja, sowas beschäftigt mich in der Tat manchmal... Das sagt jetzt auch mehr über mich, als über alles andere aus, vermute ich mal. (^.^)

Mittwoch, 17. Juni 2015

Der Antik- und Raritätenmarkt in Keferloh

Der wohl schönste und lohnenswerteste für alle Freunde vergangener Zeiten in und um München dürfte wohl der Antik- und Raritätenmarkt in Keferloh bei Grasbrunn im Münchner Osten sein. Dort findet sich alles, was das Sammler- und Vintageherz begehrt und das von wirklich fairen und superfreundlichen Händlern mit absolut guten Preisen. "Plunder" wie rostige Schrauben, alte Glühbirnen, halbvolle Shampooflaschen und Videorekorder aus den 80ern sucht man vergeblich, dafür gibt es sowohl aufgearbeitete Antiquitäten als auch solche zum Aufarbeiten, Seltenes, Schönes und ganz viel Altes, kurzum: Keferloh ist eine Reise wert. (^.^)
Der Antikmarkt findet auf dem Gelände des Gasthofes Gut Keferloh statt, so dass für das leibliche Wohl ebenfalls bestens gesorgt ist (bei schönem Wetter ist der Biergarten ein absolut heißer Tipp!). Auch ausreichend Parkplätze sind vorhanden, also nichts wie hin. (^.^)

Der Antikmarkt findet an jedem ersten Sonntag im Monat ab 7:00 Uhr bis mindestens 13:00 Uhr (Freigelände) bzw. 15:00 Uhr (Hallen) statt.

Samstag, 13. Juni 2015

Stricken für Anfänger - Maschen anschlagen

Wie bereits angekündigt, wird es jetzt ernst. Heute zeige ich euch, wie man Maschen anschlägt. Der Leichtigkeit halber in einem kleinen Clip:

Freitag, 12. Juni 2015

Bayrische Kuchl - Saucenschlucker

Saucenschlucker, also "Sättigungsbeilagen", sind in der bayrischen Küche ein großes Thema - keine Mahlzeit ohne sie, allen voran die Knödel, klar. (^.^) Aber auch andere feine Beilagen zum satt essen hat die bayrische Küche hervorgebracht, so wie Nockerl, Spazl, Bavesen, ... um nur einige zu nennen. Alle fein und aufwendig zubereitet, galt (und gilt) in Bayern die gekochte Kartoffel doch als "Saufuda", also als Schweinefutter - selbstverständlich hat man gekochte Kartoffeln nicht selbst und direkt gegessen, wenn "man" was auf sich hielt. Klar, dass sich so eine ausgiebige Rezeptsammlung an Beilagengerichten entwickelt hat, denn so ganz allein macht Fleisch halt auch nicht satt, oder zumindest nicht lang.

Klar das auch Erna Horn eine ordentliche Menge an Saucenschluckern zusammengesammelt hat - etliche kenne ich, manche sind aber auch für mich eine Premiere. Nachdem ich nun nach und nach die Fleischgerichte durchprobieren werde, bietet es sich nur an, parallel dazu auch die Sättigungsbeilagen einzuführen, gehören diese doch quasi mit dazu. (^.^)

Dienstag, 9. Juni 2015

Ein Filtertütenhalter passend zur Küche

Wir haben uns nun schon vor einiger Zeit einen Filtertütenhalter aus Porzellan gekauft, der allerdings sehr weiß und langweilig aussieht an unserer weißen Wand. Kürzlich habe ich nun Serviettenkleber für Porzellan entdeckt und nachdem ich eine äußerlich wenig attraktive aber dafür alte Handkaffeemühle mit Porzellankorpus besitze, dachte ich mir, ich probiere das doch einfach mal aus. Das allerdings lieber nicht an der Kaffeemühle, weil, wie gesagt, alt, sondern lieber am neuen und damit leicht wieder beschaffbaren Filtertütenhalter.

So gehts:
Zunächst wird das Porzellan gründlich gereinigt, danach wird die zu dekorierende Oberfläche dünn mit dem Serviettenkleber für Porzellan bestrichen, die oberste Lage des gewünschten Serviettenmotivs wird aufgelegt und alles nochmal vorsichtig aber gründlich satt mit dem Serviettenkleber eingestrichen.

Danach trocknet das Meisterwerk über Nacht und anschließend wird das Motiv noch bei 130°C für 90 Minuten im Backofen gebrannt. Fertig ist das neue Dekor, das jetzt sogar spülmaschinenfest ist. Sieht doch ganz gut aus, oder? (^.^)