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Freitag, 5. Januar 2018

Bayrische Kuchl - Mehlspeisen: Schmarrn

Jeder der "Schmarrn" hört denkt als erstes unweigerlich an die berühmteste Spielart des Schmarrn, den Kaiserschmarrn. Das Grundrezept des Schmarrn ist aber sehr viel weniger aufwendig und das zeige ich euch heute; einmal mehr mit dem Familienrezept, mehr als man solle einen dicken Pfannkuchenteig machen, schreibt Erna Horn in ihrer Rezeptsammlung nämlich nicht. (^.^)

250 g Mehl
400 ml Milch
4 Eier
1 Prise Salz
50 g Butterschmalz
Zucker zum bestäuben

Das Mehl mit einem guten Schuss der Milch klumpenfrei glatt rühren, die übrigen Zutaten zugeben gut verrühren und den Teig ca. 30 Minuten quellen lassen.

Das Butterschmalz in einer tiefen Pfanne zerlassen, den gesamten Teig hineingießen und braten. Sobald der Teig unten bräunt den Schmarrn mit zwei Pfannenhebern "umstechen", also zerreißen und das jeweilige Stück wenden. So die Teigstücke durchbraten, ohne dass sie trocken werden (ggf. noch etwas Fett zugeben), auf einer Platte anrichten, mit Zucker bestäuben und schmecken lassen. (^.^)

Dazu gibt es Kompott, bevorzugt Apfelkompott gerne aber auch Zwetschgenröster und: der Schmarrn ist kein Dessert sondern ein Hauptgang. Das schlicht deshalb, weil er viel zu mächtig ist, um ihn als Dessert zu essen. (^.^)


Montag, 1. Januar 2018

Bayrische Kuchl - Kartoffeln: Erdäpfelfladen

Die Erdäpfelfladen sind mal wieder ein Rezept aus Erna Horns Sammlung, die schlicht nicht funktioniert. Der nach Rezept hergestellte Teig bindet nicht, der Versuch den Teig zu Braten führt zu Gebrösel in der Pfanne. An und für sich schmeckt das Mus das Fladen werden sollte zwar lecker aber es sieht einfach nicht aus.
Geschmacklich genauso lecker wären die Geschmackszutaten, also Zwiebeln und Essiggurke in Reiberdatschi, der bindet dann auch. Kurzum, kein Rezept zum teilen und nachkochen.

Bayrische Kuchl - Rindfleisch: gebackener Kalbskopf

Ich hatte mir bei meinem Kochbuchexperiment ja fest vorgenommen, wirklich alles auszuprobieren. Da ist er aber nun doch, der Riegel, der mir sagt: IGITT!!! Das mach ich nicht, das koche ich nicht und das esse ich vor allem nicht! Ich meine damit Kalbskopf... Nach einem kurzen Bemühen von Google weiß ich zwar, dass man Kalbskopf immer noch kaufen kann, allerdings sieht der Kalbskopf auch aus wie ein Kalbskopf und nein, das geht wirklich nicht, das kann ich nicht. Ich lasse es daher dieses Rezept auszuprobieren und esse das sicherlich wohlschmeckende Kalbskopffleisch weiter in der Wurst, wo ich nicht sehe, was drin ist...

Freitag, 29. Dezember 2017

Bayrische Kuchl - Wurst: Bamberger Blaue Zipfel

Die Bamberger Blauen Zipfel, sind - wie der Name schon vermuten lässt - keine altbayrische, sondern eine fränkische Spezialität. Blöderweise hält sich auch hier Erna Horn mit Mengenangaben über Gebühr zurück; "blöderweise" deshalb, weil es hier auch kein Rezept aus dem Familienfundus gibt, dank zweier Kochbücher und viel googeln konnte ich aber ein umsetzbares Rezept, möglichst dicht an der traditionellen Zubereitung zusammenschustern und: lecker wars! Das hat mich ehrlich überrascht, das Rezept las sich seltsam, während der Zubereitung hat es wirklich streng nach Essig gerochen, das Ergebnis war aber wirklich sehr fein.

So gehts:
1 l Salzwasser
125 ml Essig
3 Zwiebeln
1 Lorbeerblatt
2 Wacholderbeeren
4 rohe Bratwürste

Die Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden. Das Salzwasser mit dem Essig, dem Lorbeerblatt, den Wacholderbeeren und den Zwiebelringen in einen Topf geben, zum Kochen bringen und 20 Minuten kochen lassen.
Die Bratwürste zugeben und auf niedriger Temperatur (die Würste dürfen nicht kochen) in 15 Minuten gar ziehen lassen.
Die Bratwürste zusammen mit den Zwiebeln und etwas Essigsud anrichten und schmecken lassen.

Freitag, 24. November 2017

Bayrische Kuchl - Mehlspeisen: Dampfnudeln

Dampfnudeln sind eines der beiden Gerichte, die sich am prägnantesten von meiner Oma eingeprägt haben. Meine Mutter hat eigentlich nie Dampfnudeln gemacht, wenn es welche gab, dann bei Oma und ich habe sie geliebt. (^.^)

Erfreulicherweise finden sich Dampfnudeln auch in Erna Horns Rezeptsammlung, aber wie gewohnt hält sie sich mit Rezeptangaben großzügig zurück, so dass ihr von mir das ohnehin vertrautere Familienrezept bekommt. (^.^)

Für den Teig:
250 g Mehl
1/2 Würfel Hefe
1 EL Zucker
1 Ei
1/2 TL Salz
125 ml Milch

Zum Dämpfen:
30 g Butter
1 EL Zucker
250 ml Milch

Zubereitung:
Die Milch erwärmen. Das Mehl in eine Rührschüssel geben, in die Mitte eine Mulde drücken, die Hefe hineinbröckeln, Zucker und einige EL der lauwarmen Milch dazu geben und leicht verrühren. Die zerlassene Hefemasse mit etwas Mehl bestäuben und zugedeckt gehen lassen, bis auf der Oberfläche der Hefemasse deutliche Risse zu sehen sind (dauert etwa 1 Stunde).
Nun die restlichen Zutaten zugeben und alles mit den Knethaken des Rührgeräts verkneten, bis ein glatter Teig entsteht, der sich leicht vom Schüsselboden löst. Nun den Teig erneut abdecken und ruhen lassen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat (dauert erneut etwa 1 Stunde).
Nun die Arbeitsfläche bemehlen, den Teig darauf zusammendrücken und in 8 gleichgroße Teigstücke teilen. Aus dem Teig Kugeln rollen und zugedeckt auf der Arbeitsfläche nochmals 30 Minuten gehen lassen.

Butter Zucker und Milch in einer hohen Pfanne oder einem weiten Topf zum kochen bringen. Die Hefeteigbällchen hineinsetzen, sofort mit einem Deckel  abdecken und die Temperatur auf eine mittlere Temperatur reduzieren. Nach ca. 15 Minuten Kochzeit auf eine niedrige Temperatur reduzieren und in weiteren 15 Minuten fertigdämpfen.

Die Pfanne von der Herdplatte ziehen und erst einige Minuten ruhen lassen, bevor der Deckel geöffnet wird. Dampfnudeln sind sehr temperaturempfindlich; zu früh geöffnet, können sie zusammenfallen.

Perfekt sind die Dampfnudeln, wenn sich an der Unterseite ein schönes Ramerl gebildet hat. Gemeint ist damit eine goldene bis hellbraune Färbung und ein zarter Überzug aus gestockter Milch und karamellisiertem Zucker.

Dazu gibt es Zimt-Zucker, Vanillesauce und Zwetschgenröster. "Und" deshalb, weil in unserer Familie jeder seine eigene Präferenz hatte, daher gab es imer alle drei der Dampfnudelbegleiter zur Auswahl. Ich habe grundsätzlich alle drei genommen. (^.^)

Und: Dampfnudeln schmecken auch kalt, sollten versehentlich doch mal welche übrig bleiben.

Freitag, 17. November 2017

Bayrische Kuchl - Mehlspeisen

Was ist denn mit das erste, wenn ihr an die klassische altbayrische Küche denkt? Also nach Knödel und Schweinsbraten? Mehlspeisen, oder? (^.^) Wird Zeit, dass ich mich eben auch diesem Kapitel in Erna Horns Rezeptesammlung widme. Immerhin haben sich heutzutage die österreichischen, böhmischen und bayrischen Rezepte heiter vermischt und je nach dem wo man gerade is(s)t, gibt es den Original altbayrischen/österreichischen/böhmischen Apfelstrudel/Palatschinken/Germknödel. Umso gespannter bin ich, als bekennendes Zuckermäulchen auf die alten Originalrezepte aus bayrischen Landen. (^.^)
Wusstet ihr eigentlich, warum sich ausgerechnet in Bayern, Österreich und Böhmen so viele Mehlspeisen entwickelt haben? Als urkatholische Länder hielt man sich selbstverständlich an die Fastengebote der katholischen Kirche und diese besagten immerhin, dass es an gut 150 Tagen im Jahr kein Fleisch geben durfte. Fisch war zwar ok, aber im Binnenland fernab von Meer und Küste eben nicht ganzjährig zu erschwinglichen Preisen verfügbar. Was verfügbar war, waren allerdings Mehl, Eier, Milch, Zucker/Honig und Früchte, die zu immer neuen kreativen Mehlspeisen, also Hauptgerichten, die auch schwer arbeitende Menschen satt und kräftig hielten zusammengemischt. (Es gab übrigens auch deftige Mehlspeisen, die hat Erna Horn allerdings den anderen Kapiteln ihres Büchleins zugeordnet, was mir durchaus entgegen kommt.)

Freitag, 27. Oktober 2017

Bayrische Kuchl - Wurst: Milzwurst

Die Milzwurst ist einmal mehr so ein richtig klassisches bayrisches Kinderessen. Im Gegensatz zu vielen Kinderessen, die einem als Erwachsenen irgendwie nicht mehr so gut schmecken, ist die Milzwurst immer noch wahnsinnig lecker. (^.^)

Milzwurst ist dabei allerdings nichts anderes als eben jene Milzwurst, die in bayrischen Bäckereien in dicken Scheiben verkauft wird, die dann wie ein Schnitzel paniert und in Butterschmalz goldbraun gebraten wird. Hier also ein "Rezept" niederzuschreiben ist ehrlicherweise ziemlich übertrieben. Ich spare es mir deshalb auch und beschränke mich vielmehr auf eine Empfehlung, nämlich: esst mal wieder Milzwurst, reicht den traditionellen Kartoffel-Gurken-Salat dazu und schwelgt in Kindheitserinnerungen. (^.^)

Freitag, 20. Oktober 2017

Bayrische Kuchl - Schweinernes

Nichtbayern verbinden mit der bayrischen Küche vermutlich in aller erster Linie Schweinefleischgerichte, angefangen vom Schweinsbraten, über das Spanferkel bis hin zum Wammerl. Dass es sehr viel mehr als nur Schweinefleisch in der bayrischen Küche gibt, habe ich euch die letzten Wochen und Monate gezeigt. Sicherlich hat sich der ein oder andere auch bereits gefragt, wann ich denn nun endlich mit dem Rezept für den original bayrischen Schweinsbraten oder die Schweinshax'n rausrücke. Nun ja, die Antwort ist: jetzt, also die nächsten Wochen, widmen wir uns ganz dem Schweinefleisch und dessen altbayrischer Zubereitung. (^.^) Seid also einmal mehr gespannt. (^.^)

Freitag, 13. Oktober 2017

Bayrische Kuchl - Saucenschlucker: Milchnudeln

Die schnelle Frage vorneweg: gibt es jemanden, der Milchnudeln nicht als ein Kinderessen kennt? Ich habe ehrlicherweise gestaunt, dass ich in einer Sammlung historischer bayrischer Rezepte ausgerechnet auch die Milchnudeln finde. Wie das so oft bei Kinderessen ist, als Erwachsene habe ich keine Milchnudeln mehr gegessen, Zeit also mal wieder welche zu machen. Ich mache sie allerdings nicht ganz so wie Erna Horn, sie gibt kalte Milch zu den Nudeln, ich gebe die Nudeln in kochende Milch weil: geht schneller, schmeckt aber genauso. (^.^)

Für 2 Personen:
250 g Bandnudeln (aus Hartweizengrieß)
500 ml Milch
30 g Zucker

Die Milch auf höchster Stufe zum Kochen bringen, die Nudeln zugeben und unter ständigem Rühren gar ziehen lassen. Nach der Hälfte der Kochzeit (wie auf der Packung angegeben plus 2 Minuten) die Kochplatte ausschalten, den Zucker zugeben und die Nudeln unter ständigem Rühren nun noch gar ziehen lassen. Idealerweise ist dann die ganze Milch eingezogen.
Die Milchnudeln dann sofort servieren, gerne auch mit Zimt-Zucker, Kompott oder frischem Obst und vor allem: schmecken lassen. (^.^)

Freitag, 6. Oktober 2017

Bayrische Kuchl - Kartoffeln: Reiberdatschi

Reiberdatschi - in anderen Landstrichen unter zahlreichen anderen Namen bekannt, zu hochdeutsch Kartoffelpuffer - sind nun wahrlich kein typisch bayrisches Gericht. Vielmehr sind Reiberdatschi im gesamten deutschen Sprachraum und darüber hinaus in der regionalen Küche vertreten. Allein die Zubereitung variiert je nach Landstrich. Die bayrische Variante wäre die Folgende:

750 g Kartoffeln
2 Eier
2 EL Mehl
Salz
Butterschmalz

Die Kartoffeln schälen und grob reiben. Die geriebenen Kartoffeln mit Eiern, Mehl und Salz vermengen. Das Butterschmalz in einer Pfanne zerlassen und aus der Kartoffelmasse goldknusprige Datschis backen (1 Esslöffel Kartoffelmasse ergibt einen Datschi; die Kartoffelmasse dabei schön flach streichen).
In Bayern gibt es zu Reiberdatschi traditionell Sauerkraut oder Apfelkompott. (^.^)

Freitag, 29. September 2017

Bayrische Kuchl - Nachspeisen: Münchner Nockerl

Das Rezept für die Münchner Nockerl las sich wirklich lecker, nur leider funktioniert es nicht. Der Nockerlteig ist viel zu flüssig (6 Eier und nur 90 g Mehl!), eher wie Pfannkuchenteig, so dass sich erstmal keine Nockerl abstechen lassen. Ich habe dann zumindest versucht, den Teig gaaaaaaanz vorsichtig in die heiße Milch gleiten zu lassen, ähnlich wie man das bei poschierten Eiern macht, aber: keine Chance, der Butteranteil hat dafür gesorgt, dass der Teig sich in der Milch zu Suppe verwandelt hat. Eventuell würde das Rezept mit getrennten Eiern und dann steif geschlagenem Eiweiß funktionieren, auf einen zweiten Versuch habe ich es aber nicht ankommen lassen. Ich habe den Nockerlteil vielmehr urzerhand in einer Kastenform gebacken und das ganze als Kuchen gegessen, war auch lecker. (^.^)

Freitag, 22. September 2017

Bayrische Kuchl - G'müas: Krautmandl

Beim Krautmandl handelt es sich um ein Resteessen, dass noch nicht mal sonderlich ansehnlich aussieht, dafür aber umso besser schmeckt. (^.^) So gehts:

500 g kaltes (übriges) Sauerkraut
500 g gmischtes Hackfleisch
3 alte Semmeln
Salz
Pfeffer
Paprika
Thymian
Milch
Semmelbrösel

Den Backofen auf 160° Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Semmeln aufschneiden und in der Milch einweichen. Das Hackfleisch mit den Gewürzen und den eingeweichten und leicht ausgedrückten Semmeln verkneten.
Eine Auflaufform mit der Hälfte des Sauerkrauts auslegen, die Hackfleischmasse darauf verteilen. Das restliche Sauerkraut darüber geben und dick mit Semmelbröseln bestreuen. In ca 60 Minuten im Rohr ausbacken und schmecken lassen. (^.^)

Freitag, 25. August 2017

Bayrische Kuchl - G'müas: Sauerkraut mit Dörrzwetschgen


Sauerkraut mit Dörrzwetschgen ist mir als bayrisches Rezept neu und eigentlich auch gar kein so wirkliches Rezept. Dafür wird eigentlich nur frisches Sauerkraut mit Wasser und Dörrzwetschgen gar gekocht und angerichtet. Das ist es schon. Schmeckt ganz ok, brauch ich aber nicht wirklich. Sauerkraut pur bleibt mein Favorit (auf 1 kg Sauerkraut habe ich 250 ml Wasser und 200 g Dörrzwetschen 30 Minuten lang gekocht).

Freitag, 7. Juli 2017

Bayrische Kuchl - Wurst: Die Weißwurst

Keine Wurst ist so sehr mit der Stadt München verbunden wie es die Münchner Weißwurst ist. Der Legende nach am 18. Februar 1857 im Wirtshaus "Zum ewigen Licht" am Marienplatz erfunden, gibt es dennoch schon deutlich frühere Belege, die in München die Weißwurst nachweisen. Aber so lange es den Touristen gefällt und das "Ewige Licht", das es heute noch gibt, ordentlich Umsatz macht, spielt das wohl nur für Historiker eine wirklich wichtige Rolle. (^.^)

Man könnte nun meinen dass Wurst heiß machen nicht so schwer sein kann, warum also - außer der traditionellen Bedeutung wegen - gibt es in Erna Horns Kochbuch ein "Rezept" zum Weißwurstkochen?
Zunächst: Erna Horn geht auf das Kochen gar nicht ein, sie beschränkt sich auf das freie Nacherzählen des Legendchens. Dann: Wewißwurstkochen ist schwerer als man meint. Der dünne Darm der Wurst verzeiht nämlich kaum was, man hat schneller Brätsuppe statt Wurst als man glauben möchte, weil die Dinger wirklich schnell platzen. Weißwürste dürfen nie kochen, vielmehr werden sie in exakt 70° C warmem Wasser für 15 Minuten erwärmt. Ist das Wasser zu heiß, lässt sich der Darm nicht mehr ordentlich lösen, ist es zu kalt, zieht die Wurst nicht durch.

Serviert werden Weißwürste immer im Kochwasser, da sie ansonsten schnell gräulich oxidieren und auch ebenso schnell anfangen seltsam zu schmecken; wer es stilecht mag, serviert in einem speziellen Weißwursttopf. Entnommen werden die Weißwürste immer einzeln, nie paarweise. Dazu gibt es Brezn, Hausmachersenf und - wer es um die Tageszeit schon mag - ein Weißbier (ich bevorzuge ja ehrlicherweise Wasser). Und ja, die Tageszeit ist wichtig: Weißwürste dürfen das Mittagsläuten der Kirchenglocken (also 12 Uhr) nicht hören. Das liegt daran, dass Weißwürste roh sind, das Brät verdirbt schnell. Das ist heutzutage aufgrund der strengeren Hygienevorschriften zwar kaum mehr ein Problem, dennoch halten wir Münchner an unserer alten Tradition fest, dass Weißwürste nicht nach 12:00 Uhr gegessen werden. Und à propos München: selbstredend, dass die Original Münchner Weißwurst allein nur auf dem Stadtgebiet der Stadt München hergestellt wird, nicht in Erding, nicht in Dachau und auch nicht in Fürstenfeldbruck, das Original ist aus München.

Aber kommen wir nun zum Essen, denn auch dort gibt es reichlich Fallstricke. Ja, man könnte die Weißwurst auch mit Haut essen; das machen wir aber nicht - daran erkennt man den Preußen (Preuße ist in Bayern übrigens alles was nicht Bayer ist, soviel dann auch zur Genauigkeit). Die Weißwurst wird auch nicht der Länge nach aufgeschnitten und die Haut abgezogen, auch daran erkennt man den Preußen. Vielmehr gibt es genau zwei Möglichkeiten eine Weißwurst zu essen, an denen man den echten Münchner erkennt: in den Vierteln Transisaria, also in den Vorstädten, den traditionellen Arbeiter- und Dienstbotenvierteln, wird die Weißwurst gezuzelt, soll heißen, man nuckelt den Inhalt der Wurst aus dem Darm. Im richtigen München links der Isar und insbesondere in den bürgerlichen Stadtteilen dort, wird die Weißwurst mit Besteck gegessen, indem man ein Stück nicht ganz durchschneidet, in das Brät stricht und den Inhalt aus dem Darm dreht.
Bliebe jetzt noch zu sagen: Mahlzeit. (^.^)

Freitag, 30. Juni 2017

Bayrische Kuchl - Saucen: Dill-Rahm-Sauce

Die Dill-Rahm-Sauce ist herrlich einfach zu machen, recht viel mehr als Dill und Rahm, also Sahne, ist nämlich nicht drin. (^.^) Ok, die Sauce wird am Ende noch mit Salz abgeschmeckt, das ist es dann aber schon. Aber dennoch, nochmal im Detail:

250 ml Sahne
1 Bund Dill
Salz

Die Sahne in einem Topf erhitzen, den Dill waschen und hacken, das ganze mit Salz abschmecken und genießen; am besten zu Gemüse- oder Fischgerichten. (^.^) Ja, manchmal kann es tatsächlich so einfach sein.

Freitag, 23. Juni 2017

Bayrische Kuchl - Saucen

Saucen sind eine verhältnismäßig neue Erfindung, schließlich brauchte es erst die Entwicklung vom Bratspieß hin zum geschlossenen Ofenrohr, um das was wir heute Sauce nennen herstellen zu können. Daher finden sich in alten Kochbüchern kaum Saucenrezepte. Die wenigen Rezepte die sich für eine "Eintauch", so wie Saucen in Bayern genannt werden, in Zeiten vor dem Ofen entwickelt haben, sind eher Dip denn Sauce. Und anders als heute unterstreichen sie nicht den Geschmack des Hauptgangs sondern kontrastieren vielmehr dazu.
Erna Horn überliefert einige wenige alte Saucenrezepte, die ich nun nach und nach durchprobieren werde. Seid also einmal mehr gespannt. (^.^)

Freitag, 2. Juni 2017

Bayrische Kuchl - Nachspeisen

Nachdem mich seit einigen Tagen ein ausgeprägter Süßhunger verfolgt, habe ich mal eben beschlossen, mich in der nächsten zeit nun auch endlich den bayrischen Nachspeisen zu widmen. Bayern hatte in der Geschichte zwei Grundvoraussetzungen für besonders feine Nachspeisenkrationen erfüllt:die auch in historische Zeiten weitverbreitete Milchwirtschaft lieferte den Grundstock, die geographische Lage am Schnittpunkt diverser Fernhandelsstraßen lieferte die Zutaten zur Verfeinerung. Kein Wunder also, dass die bayrische Küche auch reichlich Desserts hervorgebracht hat, die zumindest am Sonntag nach dem Hauptgang gereicht wurden. Ich bin nun gespannt auf das Nachkochen, die meisteen der Rezepte kenne ich allenfalls dem Namen nach, aber wenn es süß ist, ist es auf jeden Fall schon mal nicht falsch. (^.^)

Freitag, 19. Mai 2017

Bayrische Kuchl - Wurst: Wollwürst

Die Wollwürste sind eine weitere Münchner Spezialität, die sich selbstverständlich auch in Erna Horns Kochbuch finden lassen. Wollwürste sind Würste ohne Haut, die geschmacklich und von der Konsistenz her der Weißwurst nahe kommen, aber doch ganz anders zubereitet werden: sie werden gebraten. Wollwürste heißen übrigens Wollwürste weil sie sich, so ganz ohne Haut, ein bisschen wie Wolle anfühlen. Manche nennen sie auch G'schwollene, weil sie beim Braten anschwellen. wieder andere sind weniger literarisch, für die sind es nur Nackerte, immerhin haben sie keine Haut...

So werden Sie zubereitet:
Die Wollwürste in Milch tunken und in heißem Butterschmalz goldbraun backen. Serviert werden sie mit süßem Senf und dem traditionellen lauwarmen Kartoffel-Gurkensalat.

Freitag, 12. Mai 2017

Bayrische Kuchl - G'müas: Kohlrabi mit Bröseln

Kohlrabi mit Bröseln ist nun nicht unbedingt ein typisch bayrisches Rezept, schließlich handelt es sich um ganz ordinären gekochten Kohlrabi mit Butterbröseln. Aber, schmeckt und daher auch mein Rezept (Erna Horn ist mal wieder sparsam mit den Mengen- und Zubereitungsangaben):

750 g Kohlrabi
20 g Butterschmalz
250 ml Gemüsebrühe
Salz
Muskat
2 EL Semmelbrösel
20 g Butter

Den Kohlrabi putzen, schälen und in Stifte schneiden. In Butterschmalz andünsten, mit Brühe aufgießen, Salz und Muskat zugeben und den Kohlrabi in ca. 20 Minuten bissfest kochen.
Die Butter in einer Pfanne zerlassen, die Semmelbrösel darin anrichten und den Kohlrabi kurz vor dem Servieren damit bestreuen.

Freitag, 28. April 2017

Bayrische Kuchl - Süße Beilagen zum Fleisch: Preiselbeerkren

Es klingt zugegebenermaßen seltsam, es sieht auch eher seltsam aus - es schmeckt aber erstaunlich gut: Preiselbeerkren. Zunächst wieder etwas bairisch für Anfänger: Kren ist Meerrettich und spätestens jetzt klingt es auch für meine Leser jenseits des Weißwurschtäquators seltsam. Aber ehrlich es schmeckt richtig gut! Ich kannte Preiselbeerkren bis dato auch nicht, aber ich bin mir ja für nichts zu schade. Das erfreuliche daran, es geht herrlich schnell zuzubereiten:
5 EL Preiselbeeren und 1 EL groben Meerrettich miteinander verrühren und schmecken lassen, am besten übrigens zu Wild und Braten, aber auch sehr lecker zu kaltem Fleisch zum Reste essen. (^.^)