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Freitag, 28. April 2017

Bayrische Kuchl - Süße Beilagen zum Fleisch: Preiselbeerkren

Es klingt zugegebenermaßen seltsam, es sieht auch eher seltsam aus - es schmeckt aber erstaunlich gut: Preiselbeerkren. Zunächst wieder etwas bairisch für Anfänger: Kren ist Meerrettich und spätestens jetzt klingt es auch für meine Leser jenseits des Weißwurschtäquators seltsam. Aber ehrlich es schmeckt richtig gut! Ich kannte Preiselbeerkren bis dato auch nicht, aber ich bin mir ja für nichts zu schade. Das erfreuliche daran, es geht herrlich schnell zuzubereiten:
5 EL Preiselbeeren und 1 EL groben Meerrettich miteinander verrühren und schmecken lassen, am besten übrigens zu Wild und Braten, aber auch sehr lecker zu kaltem Fleisch zum Reste essen. (^.^)

Freitag, 21. April 2017

Bayrische Kuchl - G'müas: grüner Pfannkuchen von Kräuterwerk

Der grüne Pfannkuchen ist erlicherweise nicht ganz so grün und er ist interessanterweise unter Gemüse einsortiert, obwohl es sehr viel eher ein Omelette ist. Dennoch ist das Rezept historisch durchaus wertvoll immerhin handelt es sich um eines der wenigen Originalrezepte - also Rezepte die im Originalwortlaut in Erna Horns Werk zitiert werden. Auch ich möchte euch das Rezept in seinem Originalton nicht vorenthalten, daher zitiere ich ebenfalls und zwar aus "Altadeliges Bayer'sches Koch- und Konfektbuch für alle Stände" von Magdalene Gräfin zu Portia aus dem Jahr 1837:
Nimm Petersilie, Kernl- und Peterskraut, junge Zwiebel, etliche Spinatblätter, 1 oder 2 Salbeiblätter, je nach dem man es groß haben will, viel oder wenig; hacke alles klein untereinander, röste alles in Butter, und röste 1 oder 2 Löffelvoll Semmelbrösel, hernach gieße man 1 oder 2 Löffelvoll sößen Milchrahm daran, und zwei ganze Einer; dann muss man's salzen, nimm auch Butter, gieß sie in ein Pfändl oder in einen kupfernen Tortenmodel, und back's hernach in einer Tortenpfanne, oder auf einer kleinen Glut.

Übersetzt heißt das: Gemischte Kräuter (Petersilie, Kerbel, Peterskraut, Lauchzwiebel, Spinat, Salbei) hacken und in etwas Butterschmalz anrösten, 2 EL Semmelbrösel zugeben und ebenfalls kurz anrösten. " Eier mit 2 EL Sahne verschlagen, in die Pfanne gießen, das Omelette stocken lassen, wenden und schmecken lassen, es ist nämlich wirklich und aufrichtig lecker.

Freitag, 31. März 2017

Bayrische Kuchl - Fisch

Wenn man an die Bayrische Küche denkt, ist Fisch zugegebenermaßen nicht das erste woran man denkt. Denkt man aber etwas genauer nach und denkt dabei insbesondere an die vielen Gewässer in Bayern und dabei insbesondere an die Flüsse und Voralpenseen, erscheint Fisch nicht mehr ganz so abwegig. Denkt man nun noch daran, dass gerade die gewässerreichen Gebiete Bayerns auch noch hochkatholisch sind und ruft sich dabei ins Gedächtnis, dass in den Fastenzeiten sowie freitags traditionell kein Fleisch gegessen wurde, so liegt es irgendwie auf der Hand: klar muss es in der Bayrischen Küche auch eine reiche Auswahl an Fischgerichten geben. Und genau so ist es auch - man glaubt es kaum. (^.^) Logischerweise besteht die Fischküche Bayerns aus Gerichten, die mit Süßwasserfischen zubereitet werden. Dennoch ist sie herrlich abwechslungsreich, wenn auch nicht immer "leicht", wie man das in aller Regel von Fischgerichten erwartet.
Seid also gespannt, was ich für euch in der nächsten Zeit nachkochen werde.

Freitag, 24. Februar 2017

Bayrische Kuchl - Wurst: Pfälzer mit Blaukraut

Pfälzer sind eine Wurstspezialität aus der Oberpfalz die aus Schweinefleisch hergestellt, heiß geräuchert und dann gegart werden. Zu Hause werden Pfälzer wie Bratwürste in reichlich Fett (klassischerweise Butterschmalz) in der Pfanne gebraten und auf einem Bett aus Blaukraut begleitet von Kartoffelbrei serviert. (Ja, das ist das ganze Rezept von Erna Horn, lecker sind Pfälzer trotzdem, und ich muss feststelle, dass ich die viel zu selten esse).

Freitag, 20. Januar 2017

Bayrische Kuchl - Saucenschlucker: Käspfannkuchen

Käspfannkuchen kannte ich bisher nicht, aber - was soll ich sagen - sie sind wirklich sehr sehr lecker. Das gibt es bei Lilis definitiv öfter mal. (^.^) So gehts:

5 Eier
150 ml Milch
2 EL Mehl
1 Bund Petersilie (gehackt)
200 g geriebener Käse
Salz
Paprika
30 g Butterschmalz

Die Eier mit der Milch verquirlen. Das Mehl und die Gewürze mit der Masse verrühren. Zuletzt den Käse sowie die Petersilie unterheben. Das Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen den Backofen auf 160° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die gesamte Masse in die Pfanne gießen. Sobald die Maße stockt,  die Pfanne in den Ofen auf die oberste Schiene stellen, bis auch die Oberseite stockt und leicht bräunt. Dann einmal mittig zusammenklappen, in Streifen stechen, sofort servieren und schmecken lassen. (^.^)

Freitag, 13. Januar 2017

Bayrische Kuchl - Kartoffeln: Hosenknöpf

Auch die Hosenknöpf werden aus Kartoffelteig gemacht, ganz so wie die Kartoffelnudeln, die ich euch bereits vorgestellt habe, lediglich die Form ist eine andere. Auch hier habe ich zu Mamas Kartoffelteigrezept gegriffen, nachdem sich Erna Horn einmal mehr bedeckt hält. (^.^) So gehts:

1 kg mehlig kochende Kartoffeln
150 g Mehl
2 Eier
Salz
Muskat
30 g Butterschmalz

Die Kartoffeln in der Schale kochen bzw. dämpfen, pellen und heiß durch die Kartoffelpresse drücken. Die durchgepressten Kartoffeln abkühlen lassen und zwar so locker und ausgebreitet als nur möglich (am besten direkt auf der Arbeitsfläche).

100 g des Mehls über die Kartoffeln geben. Eier, Salz und Muskat in einer Schüssel verrühren und unter die Kartoffeln heben. Das restliche Mehl zum Kartoffelteig geben und mit einer Teigkarte oder den Händen zu einem glatten Teig zusammendrücken. Wichtig dabei: der Teig darf nicht geknetet sondern nur gedrückt werden. Nun aus dem Teig zwei Stränge formen und in Scheiben schneiden, so dass Taler, oder wie hier "Hosenknöpf" genannt, entstehen. Das Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen und die Hosenknöpf von beiden Seiten goldbraun backen.

Freitag, 6. Januar 2017

Bayrische Kuchl - Wurst: Bratwürst

Bratwürste sind in Bayern ein heikles Thema und selbstverständlich hat jede Region ein eigenes ganz ultimatives Bratwurstrezept. Früher, als man noch selbst schlachtete und selbstverständlich auch wurstete ging es noch weiter und jede Familie hatte ihr Familienrezept. Erna Horns Kochbuch enthält nun auch ein Rezept für das Selbstherstellen von Bratwurst, und zwar in bekannter Weise mit nur rudimentär vorhandenen Angaben zu Mengen und Verhältnissen. Nachdem ich nun keinerlei Erfahrung im Wursten habe, kann ich die Verhältnisse und Mengenangaben auch nicht einfach aus meinem Erfahrungswerten zusammenstückeln und erraten. Zudem habe ich auch nicht wirklich Lust darauf Därme auszuwaschen und mir passendes Gerät zum Füllen der ebensolchen zuzulegen. Ganz davon abgesehen: ich wüsste gar nicht, wo ich als Endverbraucherin Därme kaufen könnte... Kurzum: alles viel zu kompliziert. Daher habe ich meine Bratwürscht beim Metzger gekauft und beschlossen euch heute anstelle eines Rezepts einen kleinen Exkurs zu den gebräuchlisten Spielarten der Bayrischen Bratwürste zu liefern:

  • Die bekannteste der bayrischen Bratwürste ist selbstverständlich die Nürnberger Rostbratwurst, nicht zu verwechseln mit der Nürnberger Bratwurst, deren Brät etwas gröber, die etwas dicker und etwas länger ist, als die kleine feine Rostbratwurst. Beide Bratwurstsorten sind jedoch Brühwürste (also vorgekocht) und aus Schweinefleisch hergestellt. Die Rostbratwurst wird in Schafsdärmen abgefüllt, die Bratwurst hingegen in Schweinedärmen.
  • Die Münchner Bratwurst ist ebenfalls eine mittelgrobe Brühwurst aus Schweinefleischbrät. Sie ist nochmal ein Stückchen größer und schwerer als die Nürnberger Bratwurst und zudem etwas anders abgeschmeckt.
  • Auch die Regensburger Bratwurst ist eine mittelgrobe gebrühte Bratwurst aus Schweinefleischbrät und auch sie hat ihre ganz spezielle Würze
  • Die Schweinfurter Bratwurst ist im Gegensatz zu den vorgenannten nicht gebrüht, sondern roh.
  • Die Kulmbacher Bratwurst ist sehr lang und dünn und aus Kalbfleisch hergestellt. Sie wird in einer eigens dafür gebackenen länglichen Semmel, dem Bratwurststollen, serviert.

Freitag, 30. Dezember 2016

Bayrische Kuchl - Fleischerl: Ochsenschwanz

Ochsenschwanz gehört nicht unbedingt zu meinen Lieblingsgerichten, aber was tut man nicht alles. (^.^) Eigentlich hat es auch ganz gut geschmeckt, daher teile ich gerne das (Familien-)Rezept (ihr wisst ja, die Erna und ihre Rezepte....), es ist nur so wenig Essen für die lange Kochzeit...

1 kg Ochsenschwanzstücke
1 Bund Suppengrün
40 g Butterschmalz
1 TL Zucker
40 g Mehl
250 ml trockener Rotwein
Salz
Pfeffer
Majoran
Koriander
Paprikapulver (edelsüß)

Das Suppengrün grob würfeln und zusammen mit den Ochsenschwanzstücken in einen weiten Topf geben. Das ganze soweit mit Wasser auffüllen, bis alles bedeckt ist und etwa 3 Stunden kochen.

Die Ochsenschwanzstücke herausnehmen und warm stellen. Den Kochsud abgießen, die Brühe dabei auffangen. Das Butterschmalz zerlassen und zusammen mit Mehl und Zucker eine dunkle Einbrenne anrühren. Die Einbrenne mit dem Rotwein und 250 ml von der Brühe ablöschen und etwa 15 Minuten köcheln lassen, damit sich der Mehlgeschmack auskocht. Die Sauce mit den Gewürzen abschmecken und die Ochsenschwanzstücke in die Sauce geben und anrichten.

Freitag, 2. Dezember 2016

Bayrische Kuchl - Geflügel

Auch Geflügel spielt in der Bayrischen Küche eine große Rolle, neben den Klassikern, Hendl, Ente und Gans gab es auch schon früher regelmäßig Indian, gerne auch Bibagockel genannt. Der Nichtbayer kennt dieses exotische Tier als Truthahn bzw. Pute. Taten sich meine Ahnen noch so schwer mit der Adaption der Kartoffel, fand sich der Indian sehr zügig auf dem bayrischen Speiseplan. Aber wie sollte es auch anders sein, immerhin ist es Fleisch und wo, wenn nicht in Bayern, gilt die Devise "Fleisch ist mein Gemüse".
Daneben gehörten auch Perlhühner und Tauben mit zum klassischen Speise-Geflügelangebot in Bayern.
Ich bin auf jeden Fall schon mal gespannt auf das ein oder andere Gericht, das ich bisher noch nie zubereitet habe, gerade letztgenannte Geflügelsorten gehören dazu.

Freitag, 18. November 2016

Bayrische Kuchl - Kartoffeln: Kartoffelnudeln

Kartoffelnudeln, bei uns Kartoffelstriezel genannt, sind einmal mehr ein fast vergessenes Gericht aus Kindertagen, welches ich Dank Erna Horn wieder entdeckt habe. Nachdem sich Erna Horn beim Rezept wieder einmal mehr als kurz fasst, habe ich zu Mamas Rezept gegriffen. (^.^) So gehts:

1 kg mehlig kochende Kartoffeln
150 g Mehl
2 Eier
Salz
Muskat
30 g Butterschmalz

Die Kartoffeln in der Schale kochen bzw. dämpfen, pellen und heiß durch die Kartoffelpresse drücken. Die durchgepressten Kartoffeln abkühlen lassen und zwar so locker und ausgebreitet als nur möglich (am besten direkt auf der Arbeitsfläche).

100 g des Mehls über die Kartoffeln geben. Eier, Salz und Muskat in einer Schüssel verrühren und unter die Kartoffeln heben. Das restliche Mehl zum Kartoffelteig geben und mit einer Teigkarte oder den Händen zu einem glatten Teig zusammendrücken. Wichtig dabei: der Teig darf nicht geknetet sondern nur gedrückt werden. Nun aus dem Teig fingerdicke Nudeln formen. Das Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen und die Kartoffelnudeln von allen Seiten goldbraun backen.

Freitag, 11. November 2016

Bayrische Kuchl - Aus Wald und Feld: Ruhpoldinger Hirschziemer

Der Ziemer ist beim Hirsch das hintere Rückenstück und ganz für einen Hirschbraten das beste Stück. Und: der Ziemer heißt auch auf hochdeutsch Ziemer. (^.^)

1 kg Hirschziemer
250 ml Rotwein
125 ml Essig
125 ml Wasser
Salz
Pfeffer
1 TL Wacholderbeeren
Rosmarin
20 g Butterschmalz
1 Karotte
1 Stück Sellerie
1 Zwiebel
1 Zitronenscheibe
375 ml Wildfond
1 EL Preiselbeeren
2 EL Crème fraîche


Das Fleisch parieren. Mit Salz und Pfeffer einreiben und in einen Bräter setzen. Mi Rotwein, Essig und Wasser übergießen. Die Wacholderbeeren etwas andrücken und zusammen mit dem Rosmarin über das Fleisch geben. Den Bräter abdecken und das Fleisch mindestens 48 Stunden im Kühlschrank beizen. Dabei den Braten etwa alle 12 Stunden wenden.
Den Ofen auf 220° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Das Fleisch aus der Beize nehmen, die Beize durch einen Sieb abgießen, aber dabei auffangen. Der Braten wird nun nochmals mit Salz und Pfeffer eingerieben. Das Butterschmalz im Bräter zerlassen und den Braten von allen Seiten scharf anbraten. mit 100 ml Beize und 100 ml Wildfonds ablöschen, Karotte, Zwiebel und Sellrerie grob schneiden und zugeben. Den Braten mit 1 TL zerdrückten Wacholderbeeren und etwas Rosmarin bestreuen und in den Ofen setzen. Immer wieder etwas Beize und Wildfond nachgießen. Nach 30 Minuten die Temperatur auf 160° C reduzieren. Nach weiteren 30 Minuten den Braten warm stellen, den Bratensatz im Bräter in einen Saucentopf seien, 100 ml Wildfond zugießen und wallend aufkochen. Die Hitze reduzieren und die Preiselbeeren sowie 50 ml Beize unterrühren. Etwas einreduzieren und mit Crème fraîche abbinden.

Dienstag, 25. Oktober 2016

Gigantes Plaki - Riesenbohnen in Tomatensauce zum Einkochen und besser als beim Griechen

Die griechische Küche ist eigentlich nicht so meins, schlicht weil die Gerichte viiiiieeeeel zu ölig sind. Benutzt man aber nur etwa ein Zehntel des Öls, schmeckt es ganz gut, so wie bei meiner Version der Gigantes Plaki:

Für 3 Gläser à 500 ml:
500 g getrocknete weiße Riesenbohnen
2 Lorbeerblätter
1 Zwiebel
4 Knoblauchzehen
3 Stangen Staudensellerie
5 EL Olivenöl
1 Dose stückige Tomaten (400 g)
4 EL Tomatenmark
1 TL Zucker
1 TL edelsüße Paprika
Chilipulver
Salz
Pfeffer

Die Bohnen über Nacht in kaltem Wasser einweichen. Am nächsten Tag in einem Sieb abtropfen lassen in einen Topf geben, mit Wasser bedecken und zusammen mit den Lorbeerblättern etwa 15 Minuten kochen. Den Schaum abschöpfen und weitere 40 Minuten leise simmernd kochen lassen. Nun die Bohnen im Sud abkühlen lassen.

250 ml des Kochsuds abschöpfen, die Bohnen abgießen und abtropfen lassen.

Zwiebel, Knoblauch und Sellerie putzen, schälen und klein würfeln. In einem weiten Topf das Olivenöl erhitzen und das Gemüse darin kurz andünsten. Jetzt die stückigen Tomaten zugeben. Das Tomatenmark im beiseite gestellten Bohnensud auflösen und ebenfalls zugeben und etwa 15 Minuten lang kochen. Nun die Sauce mit Zucker, Paprikapulver, Chili, Salz und Pfeffer abschmecken. Die Bohnen zugeben und alles zusammen zugedeckt ewta 40 Minuten lang bei schwacher Hitze kochen.
Die Bohnen in die vorbereiteten Gläser füllen und im Backofen bei 90° C ca 30 Minuten lang einkochen. Danach den Ofen ausschalten und die Gläser im Ofen abkühlen lassen.

Zum Servieren kommt ein Glas in eine Auflaufform, wird mit 200 g zerbröckelten Feta bestreut und ca 20 Minuten bei 160° C leicht überbacken.

Freitag, 21. Oktober 2016

Bayrische Kuchl - Aus Wald und Feld

Bayern als besonders wildreiches Land halt selbstverständlich auch einige erlesene Wildgerichte in der Landesküche verewigt. Dem Volk waren in aller Regel die Niederwildgerichte, also Wildgeflügel, aber auch Hase vorbehalten, hin und wieder verirrte sich auch mal Reh oder Hirsch auf den gutbürgerlichen Teller, das war aber eher die Ausnahme. Immerhin waren die bayrischen Regenten, also die Wittelsbacher, selbst eifrige Jäger und ernährten sich quasi ausschließlich von Wild (nun ja, ganz so schlimm war es nicht) und wer von Stand ist, gibt sich schließlich nicht mit Niederwild ab. Trotzdem ist ausgerechnet ein Rebhuhnrezept nach Prinzregent Luitpold benannt, welches in Erna Horns Rezeptsammlung selbstverständlich nicht fehlen darf. Außerdem hat auch die Wilderei in Bayern eine alte Tradition, die sogar soweit geht, dass ein Wilderer in Bayern nicht abschätzig als Wilderer bezeichnet wird, sondern heroisch als Wildschütz. "Heroisch" ist dabei nicht "bildlich gesprochen", sondern tatsächlich so gemeint. Die bayrischen Wildschützen waren regelrechte Volkshelden, die sogar besungen wurden, so wie beispielsweise der Wildschütz Georg Jennerwein, aus Schliersee, dem am 6. November 1877 von einem Jäger in den Rücken geschossen und dann zum Sterben auf dem Hohen Peißenberg schwer verletzt liegen gelassen wurde. Wer ein richtiger Bayer ist, der kennt das Jennerwein-Lied. Und für mich ist es etwas ganz besonderes, war doch der Jennerwein das Lied das mein Vater leise gesungen hat als er mich das erste Mal im Arm hielt, es war das erste Lied, das auch meine Geschwister von ihm gehört haben und es ist das erste Lied, das er jedem frisch geborenen Tierchen auf seinem Bauernhof leise vorsingt. Und das, das sei der Vollständigkeit halber nun auch erwähnt, obwohl meine Mutter aus einer traditionellen königlich-bayerischen Revierjägerfamilie stammt. (^.^)

Nachdem hier auch einige Nichtbayern mitlesen, die den Jennerwein jetzt vielleicht auch gerne mal hören würden, möchte ich es euch natürlich nicht vorenthalten:

Freitag, 23. September 2016

Bayrische Kuchl - Süße Beilagen zum Fleisch: Weinäpfel

Auch Weinäpfel lassen sich wunderbar einkochen, so dass man sie jederzeit parat hat.

Für 2 Gläser à 500 ml:
500 g Äpfel
500 ml Weißwein
1 EL Zucker

Die Äpfel schälen, halbieren und das Kerngehäuse mit einem Teelöffel ausstechen. Die Äpfel mit dem Zucker im Wein etwa 15 Minuten knapp unter dem Siedepunkt kochen. Die Äpfel in die vorbereiteten Gläser füllen und mit dem Kochwein aufüllen. Sofort verschließen und abkühlen lassen.
Serviert werden die Weinäpfel gefüllt mit Burgunderkirschen zu Wildgerichten.

Freitag, 16. September 2016

Bayrische Kuchl - Süße Beilagen zum Fleisch: Burgunderkirschen

Burgunderkirschen als Fleischbeilage kenne ich selbst noch nicht, ich koche daher lieber erstmal weniger ein, für den Fall dass es nicht so lecker sein sollte, porbiert habe ich sie nämlich noch nicht. (^.^) Außerdem musste ich das Rezept etwas anpassen, da es mit Opekta zubereitet wird, was es aber bereits seit den 80er Jahren nicht mehr zu kaufen gibt. Aber: man ist ja flexibel.

Für 5 Gläser à 250 ml
1 kg Weichseln (Sauerkirschen)
1 l Burgunderwein
1 kg Gelierzucker 1:1
2 EL Weinessig

Die Gläser vorbereiten. Die Weichseln waschen und entkernen. Zusammen mit dem Gelierzucker, dem Wein und dem Essig wallend aufkochen und für etwa 3 Minuten sprudelnd kochen lassen. In die vorbereiteten Gläser füllen, sofort verschließen und abkühlen lassen.

Das wars schon... Wie sie schmecken reiche ich nach, sobald ich ein passendes Fleischgericht zubereite.

Freitag, 9. September 2016

Bayrische Kuchl - Süße Beilagen zum Fleisch

Ja ihr seht richtig, süße Beilagen zum Fleisch. Das essen wir traditionell. Man denke nur an die Preiselbeerbirne zu Wild, die mittlerweile auch ihren Weg über die bayerischen Landesgrenzen hinaus gefunden hat. Viele dieser süßen Beilagen werden eingekocht oder zumindest eingelegt und sie haben jetzt Saison, weswegen ich mich die nächsten Wochen vertiefend den süßen Fleischbeilagen widmen möchte. Ich freue mich schon drauf, ich persönlich mag die Kombination aus süß und deftig nämlich wirklich gerne und es sind einige Rezepte dabei, die ich bisher selbst noch nicht ausprobiert habe. Es wird also auch für mich spannend. (^.^)


Freitag, 2. September 2016

Bayrische Kuchl - Wurst: Leberkäs

Bei uns gibt es Leberkäs (=Fleischkäse) roh zu kaufen. Das Leberkäs-Brät ist in Kstenformen aus Aluminium und kann zu Hause zu einem warmen Leberkäs ausgebacken werden. Wie das geht, steht nirgendwo drauf oder drin, auch nicht in Erna Horns Buch. Sie verliert sich lieber in Nebensächlichkeiten. Mir persönlich ist es aber ein inneres Bedürfnis mal nieder zu schreiben, wie ich meinen Leberkäs ausbacke:

Den Ofen auf 180° C Umluft vorheizen. Den Leberkäs nun etwa 15 Minuten anbacken, bis sich eine schöne Kruste bildet. Jetzt die Temperatur auf 120° C reduzieren und den Leberkäs pro Kilogramm nochmals 1 Stunde backen. Habt ihr also 500g Leberkäs - das ist die Menge, die ich normalerweise zubereite - backt ihr ihn nun noch weitere 30 Minuten bei 120° C fertig.

Nach dem Backen kommt der Leberkäs aus dem Ofen und ruht nochmals für etwa 10 Minuten. Dann kommt er aus der Form und wird zum Servieren aufgeschnitten.

Freitag, 26. August 2016

Bayrische Kuchl - Kartoffeln: Ordinäre Erdäpfel mit Zwiebeln

Ordinäre Erdäpfel mit Zwiebeln sind nichts anderes als schnöde Bratkartoffeln. Erna Horn durckt in ihrem Buch aber das Originalrezept ab und das ist so herzallerliebst, dass ich es euch nicht vorenthalten möchte und im Folgenden das Original zitieren werde. So bekommt ihr auch mal ein Gefühl dafür, wie sich alte Rezepte so lesen. (^.^)
Man siedet und schält gute Erdäpfel, schneidet sie in feinen Blättern auf, legt viel Fett oder Butter in einen Tiegel, auch eine gute Hand voll länglich geschnittener Zwiebeln dazu. Diese lässt man zuvor ganz geldbraun werden, gibt die Erdäpfel nebst Salz und Pfeffer darein und wendet sie einige Male darin um; sind sie noch zu trocken, so kann ein wenig fette Suppe darauf gegeben werden. Einige essen sie jedoch lieber trocken. Auch kann man nach Belieben etwas Essig dazu thun.
(Aus: "Die baierische Köchin in Böhmen" von Anna Maria Neudecker, 1826) 
Ich brauche wohl nicht erwähnen, dass Bratkartoffeln nach wie vor lecker sind. (^.^)

Freitag, 19. August 2016

Bayrische Kuchl - Wurst - Lyonergulasch

Lyonergulsch ist nun aber mal wirklich ein heißgeliebtes Essen aus Kindheitstagen. Und seit Kindheitstagen kam ich auch nicht mehr auf die Idee sowas zu essen. Erstaunlich, aber um so mehr wird es jetzt Zeit mal wieder Kindheitserinnerungen zu wecken:


2 Gemüsezwiebeln
15 g Butterschmalz
3 TL edelsüßes Paprikapulver
200 ml Fleischbrühe
1 Ringlyoner
3 EL Sahne
Salz
Pfeffer


Die Zwiebeln würfeln. Das Butterschmalz in einem Topf schmelzen und die Zwiebeln darin andünsten. das Paprikapulver unterrühren. Ebenfalls kurz anschwitzen und mit der Brühe ablöschen. Die Ringlyoner schälen und würfeln, in den Topf geben, die Sahne zugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und etwa 10 Minuten köcheln lassen. Dazu gibts einer alten Familientradition folgend Spirelli. Und jetzt: in Kindheitserinnerungen schwelgen... Ich hab ganz vergessen, wie lecker das ist. (^.^)

Freitag, 12. August 2016

Bayrische Kuchl - Kartoffeln: Reichenhaller Kartoffelberg

Der Reichenhaller Kartoffelberg ist ein klassisches Holzknechtgericht, das herrlich gut schmeckt:


750 g festkochende Kartoffeln
15 g Butterschmalz
200 g saure Sahne
100 g Käse
Salz
Pfeffer



So gehts:
Die Kartoffeln waschen, kochen, schälen und in Scheiben schneiden. Den Ofen auf 160° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Das Butterschmalz in einer Pfanne schmelzen und die Kartoffeln darin kurz anbraten. Den Käse reiben. Die saure Sahne mit der Hälfte des Käses verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Über die Kartoffeln gießen und kurz einziehen lassen. Die Kartoffeln in der Pfanne zu einem Berg auftürmen, mit dem restlichen Käse überstreuen und im Rohr etwa 10 Minuten lang überbacken. Fertig (^.^)