Freitag, 27. Februar 2015

Bayrische Kuchl - Suppn: Leberknödelsuppe

Ich bin nun nicht sooooo der Leberfan... Nicht, dass ich keine Leber esse, wenn ich Leber vorgesetzt bekomme, esse ich sie. Ich würde sie mir nur nie im Restaurant bestellen oder gar kaufen und selbst zubereiten. Nun ja, nicht richtig nie. Sehr selten habe ich Lust auf Leber, aber "sehr selten" meint wirklich richtig selten... Nichts desto trotz bereite ich heute im Rahmen meines Kochbuchprojekts Leber zu: Leberknödel um genau zu sein... (^.^)

Das Rezept dazu ist mal wieder... nun ja... übersichtlich. Die genannten Zutaten und spärlich erwähnten Mengenangaben erinnern aber sehr an das 0815-Rezept für Leberknödel, das sich annähernd in jedem Standardkochbuch für gutbürgerliche deutsche Küche finden lässt: 2 Semmeln kleingeschnitten und in 100 ml lauwarmer Milch eingeweicht, dazu 125g durchgedrehte Kalbs- oder Rinderleber, 1 Ei, Salz, Pfeffer, Thymian und Majoran. Das ganze wird verknetet und zieht 30 Minuten durch. Ist die Masse noch zu flüssig, wird sie mit Semmelbröseln abgebunden, zu kleinen Knödeln gedreht, die in kochendem (nicht sprudelnd kochend!) Salzwasser gekocht und dann in heißer Brühe angerichtet werden.

Geschmacklich war die Suppe ok, sie ist allerdings nichts, das bei uns nochmal auf den Tisch muss, daher gibt es nur die übersichtliche Rezeptvariante für diejenigen von euch, die auf Leber stehen. (^.^)

Mittwoch, 25. Februar 2015

Die kleine Warenkunde zum Kochen und Backen - Milch

Milch ist gesund -Punkt- Mehr noch: Kuhmilch enthält eine für den menschlichen Organismus ideale Nährstoffkombi, sehr ähnlich zur Muttermilch -Punkt- Ja, es gibt Menschen, die laktoseintolerant sind, also keinen Milchzucker vertragen. Die Betroffenen dieser Intoleranz haben einen der letzten Evolutionsschritte der Menschheit nicht mitgemacht, da ihnen eine Genmutation fehlt, die für die Verträglichkeit von Laktose auch im Erwachsenenalter verantwortlich ist. Denn von Geburt an, verträgt jeder Mensch Laktose, die ja auch in der Muttermilch enthalten ist. Laktoseintolerante Menschen verlieren die Laktosetoleranz spätestens im Grundschulalter. Daneben gibt es auch sekundär laktoseintolerante Menschen. Diese Menschen wurden durch Mangel- und Fehlernährung, Drogenmißbrauch, Alkoholmißbrauch, Magen-Darm-Krankheiten, Parasitenbefall oder starke Medikamente laktoseintolerant. Und nun ja, dann gibt es natürlich noch diejenigen, die "laktoseintolerant" sind, weil es gerade chic ist, irgendwas nicht zu vertragen - aber mal ehrlich Leut, das ist nicht witzig, wirklich Betroffene leiden da wirklich drunter, das ist kein modischer Schaulauf. Aber nun genug der Moralpredigt, widmen wir uns nun wirklich der Warenkunde. (^.^)

Rohmilch ist das, was direkt aus dem Kuheuter kommt; käuflich erwerben darf man sie nur ab Hof direkt vom Erzeuger und: Rohmilch muss vor dem Verzehr abgekocht werden - immer - um sie möglichst keimfrei zu bekommen. Dennoch ist Rohmilch nicht jedermanns Sache, sie schmeckt anders als die Milch aus dem Laden (besser, wie ich finde) und hat deutlich mehr Fettgehalt, was bei ungeübten Mägen gerne zu Durchfall führt.

Milch lässt sich zunächst nach ihrem Fettgehalt unterscheiden:

  • Vollmilch ist grundentrahmte Milch mit einem Fettgehalt von mindestens 3,5 %.
  • Teilentrahmte oder fettarme Milch hat einen Fettgehalt zwischen 1,5 % und 1,8 %.
  • Entrahmte Milch - auch Magermilch - enthält höchstens 0,5 % Fett.


Außerdem lässt sich Milch nach dem jeweiligen Verfahren zur Haltbarmachung unterscheiden:

  • Für homogenisierte Milch wird die Milch auf den gewünschten Fettgehalt entrahmt und auf 60 - 65° C erhitzt. Durch ein Druckverfahren werden die Fettkügelchen in der Milch zerkleinert, so dass sie nicht mehr aufrahmt (also der Rahm oben auf der Milch schwimmt) und zudem besser verdaulich und länger haltbar ist.
  • Pasteurisierte Milch wurde kurzzeitig auf 72-75° C erhitzt, so dass krankheitserregende Mikroorganismen abgetötet werden, Vitamine, Geschmacks- und Nährstoffe werden jedoch geschont. Sie ist allerdings nur gut eine Woche haltbar.
  • Ultrahocherhitzte Milch (H-Milch) wurde für wenige Augenblicke auf bis zu 150° C erhitzt und anschließend steril abgefüllt. Ungeöffnet ist sie gut ein Viertel Jahr haltbar.


Die Lagerung:
Egal welche Milch ihr kauft, sobald sie geöffnet ist, gehört Milch in den Kühlschrank. Da Milch leicht Geschmack annimmt, sollte sie außerdem in verschließbaren Verpackungen aufgewahrt werden.

Montag, 23. Februar 2015

Plastik in der Küche...

...ist eigentlich kaum mehr wegzudenken: Schüsseln, Kochbesteck vom Pfannenwender bis hin zum Kochlöffel, Frischhaltedosen, Gefrierbeutel, Frischhaltefolie, Schneidebretter und so weiter und so fort. Alles mögliche ist aus Plastik. Plastik ist ja auch so hygienisch... Doch, Irrtum: Plastik ist nicht hygienisch. Sobald das Plastik etwas angeschrabbelt ist - und das muss es noch nicht mal sichtbar sein - sind die Vertiefungen ideale Brutstätten für Bakterien und Viren jeglicher Art. Dagegen hilft nur
a) ausschließlich dem Verwendungszweck gemäß benutzen. Frischhaltedosen sind bspw. kein Mikrowellengeschirr, Gefrierbeutel sind Einwegartikel und nicht jede Plastikschüssel ist als Rührschüssel geeignet.
b) so heiß wie möglich spülen. Also in der Spülmaschine im Normalprogramm. Niemals nur per Hand. Auch das Schnellprogramm in der Spülmaschine ist nicht ausreichend, da es nicht lange genug die nötige Hitze entwickelt. Ihr habt Plastikutensilien in der Küche, die nicht in die Spülmaschine dürfen? Werft sie weg und kauft euch Alternativen.
c) regelmäßig austauschen. Spätestens nach 5 Jahren ist Plastik durch und sollte gegen Neues ausgetauscht werden.
Noch sinnvoller (und auch günstiger, weil man nicht so häufig neu kaufen muss) wäre es natürlich so weit als möglich Alternativen zum Plastik zu wählen:
  • Schüsseln aus Glas, Keramik, Porzellan, Metall etc.
  • Schneidebretter aus Holz (die enthaltenen Gerbsäuren im Holz wirken antibakteriell! Das sogar bei richtig schlimmen Viechern wie Salmonellen. Hier gibt es einen Artikel dazu: Schneidebrett aus Holz besser als aus Plastik)
  • Kochbesteck aus Metall und Holz
Noch gravierender, da die gesundheitlichen Auswirkungen hier schleichender sind, sind chemische Stoffe, die sich aus dem Plastik lösen, in die Lebensmittel übergehen und durch deren Verzehr sehr schädigend auf den Organismus wirken. Allen voran sei hier Bisphenol A - kurz BPA genannt. BPA lagert sich im Körper dauerhaft ab und macht unfruchtbar, führt zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, kann Diabetes begünstigen, führt zu sexueller Unlust, Fettleibigkeit und noch ganz vielem mehr (Bisphenol A - Studien zur gesundheitlichen Gefährdung). Was für BPA (hauptsächlich in PET) gilt, gilt für andere Stoffe in anderen Kunststoffen natürlich entsprechend.
BPA kann man umgehen, indem man BPA-freie Kunststoffe kauft. Das ist allerdings nur die zweitbeste Lösung, da jeder Kunststoff chemische Substanzen an die darin enthaltenen Lebensmittel abgibt, die mal mehr, mal weniger schädlich sind (so zum Beispiel auch Melamin, das bei Themperaturen über 70° C Formaldehyd freisetzt). Um hier gesundheitliche Beeinträchtigungen möglichst auszuschließen, kann man folgendes beachten:
a) Kunststoffbehälter (und -verpackungen) sind nicht für eine längerfristige Lagerung von Lebensmitteln geeignet. Kurz: um die Wurst ein paar Tage im Kühlschrank frisch zu halten sind Plastikdöschen super, als Dauervorratsbehälter für Mehl, Zucker, Kaffee etc. dafür aber nicht.
b) zum Einfrieren von Lebensmitteln sind Kunststoffbehälter klasse und jeder Gefriertüte (Weichmacher!) vorzuziehen.
c) zum Erwärmen - insbesondere in der Mikrowelle - von Lebensmitteln ist Kunststoff Mist; alles andere ist besser als das. (Was für das Erwärmen gilt, gilt auch für das bloße einfüllen von erwärmten Lebensmitteln)

Wer es genau wissen will und sich zu Kunststoffen und deren Schädlichkeit für den menschlichen Körper genauer belesen will, dem kann ich die folgenden Publikationen ans Herz legen:
"Achtung Plastik! Chemikalien in Plastik gefährden Umwelt und Gesundheit" Eine Infobroschüre des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland

Samstag, 21. Februar 2015

Meine Kindergartentasche erlebt nun endlich doch noch ihr Revival

Meine Petzi-Bär-Tasche frisch aus dem Keller...
Jetzt habe ich des Rätsels Lösung endlich gefunden, wie ich meine Kindergartentasche gerettet bekomme, ohne sie zu krass auf neu zu trimmen, sie aber trotzdem wieder ausgehfähig zu bekommen und um sie vor allem gegen weitere Schädigungen zu schützen!

Ich habe kürzlich Lederreiniger und Lederlack (von Rico Design) in einem Bastelladen entdeckt. Mit dem Lederreiniger habe ich die Verschmutzungen durch die Aufkleber super wieder abbekommen, ohne dass das Leder selbst in Mitleidenschaft gezogen wurden wäre. Theoretisch hätte ich die abgeschmurgelten Stellen, vor allem an den Trägern mit Lederfarbe nachbessern können, das wollte ich aber nicht, mein Täschchen soll ruhig alt aussehen. Der Überlack dient der Versiegelung und dem Schutz des Leders und gibt dem Leder zudem einen schönen natürlichen Glanz. Fertig ist mein neues altes Kindergartentäschchen. (^.^)
... und nach meiner Verjüngungskur
Wie ich die Tasche wieder in Form gebracht habe, könnt ihr hier nachlesen: Meine Kindergartentasche kommt wieder in Form
Und falls ihr meine Freude über den Kellerfund meiner Mutter nochmal lesen wollt - hier gehts lang: Meine allererste Handtasche (^.^)

Freitag, 20. Februar 2015

Bayrische Kuchl - Suppn: Bratknödlsuppe

Heute habe ich mich an einem Rezept versucht, das eigentlich kein Rezept ist. (^.^) Erna Horn beschreibt eine klare Suppe mit Einlage, bei der Bratwurst in kleinen Knöderl aus dem Darm in die kochende Brühe gedrückt werden soll. Sie erwähnt noch, dass ihre Großmutter diese Suppe bereits kannte, das "Rezept" scheint also wirklich alt zu sein, auf ein bestimmtes der alten Kochbücher verweist sie allerdings nicht (mit Quellenangaben hat es die Horn aber sowieso nicht so...).

Nun ja, bei den kaum vorhandenen Angaben konnte ich quasi nur raten. (^.^) Ich habe daher für zwei Personen zunächst 500 ml klare Fleischbrühe erhitzt. Dann habe ich zwei Schweinsbratwürstel in kleinen Batzerln in die Suppe gedrückt und sie in der Suppe gar gekocht (= die kleinen Batzerl schwimmen oben). Das ganze habe ich zum Anrichten noch mit frischen Schnittlauch garniert und fertig:

Es schmeckt gut, der Geschmack der Suppe steht und fällt aber logischerweise mit dem Geschmack der verwendeten (rohen) Bratwürstel. Rein optisch ist die Suppe jetzt aber nichts, was ich Gästen vorsetzen würde. In dem Falle würde ich eher zu einem Familienrezept für Bratnockerlsuppe greifen, in dem Kalbsbrät, selbst abgeschmeckt und zu akkuraten Nockerln geformt wird. Hier hat man dann auch den Geschmack besser im Griff. (^.^) Alles in allem aber eine schnelle und leckere Suppe für den spontanen Suppenhunger.

Donnerstag, 19. Februar 2015

Häkeln für Anfänger - Rundhäkeln: Der Beginn

Viele Dinge, gerade Deko- und Gebrauchsgegenstände aber auch Accessoires werden in Runden gehäkelt. Um in Runden zu häkeln, gibt es drei verschiedene Anfangsmöglichkeiten:

Aus zwei Luftmaschen in Runden häkeln
Diese Möglichkeit eignet sich für Arbeiten, die mit 8 bis 10 Maschen im Anschlag begonnen werden. Dafür werden zwei Luftmaschen gehäkelt. In die erste Luftmasche werden dann 8 bis maximal 10 feste Maschen gehäkelt. Dadurch ergibt sich automatisch ein Kreis, der dann nach Anleitung fortgesetzt wird.
Bei dieser Methode entsteht ein kleines Mittelloch, das sich aber, sofern nicht gewünscht, durch entsprechendes Verstechen des Anfangsfadens schließen lässt.

Aus einer Luftmaschenkette in Runden häkeln
Hierfür wird die gewünschte Zahl Luftmaschen angeschlagen (auf der Bilderserie unten seht ihr einen Luftmaschenring mit 10 Maschen) und die Luftmaschenkette mit einer Kettmasche zum Ring geschlossen. Nun werden die gewünschten Maschen in der erforderlichen Anzahl in den Ring gestochen. Ihr stecht also nicht in die Luftmaschen selbst ein, sondern holt den Lauffaden durch das Mittelloch und häkelt feste Machen oder Stäbchen, je nach gewünschtem Muster.
Bei dieser Methode entsteht ein Mittelloch, dessen Größe von der Anzahl der Anfangsluftmaschen abhängt.

Aus einem Fadenring in Runden häkeln
Am Tag, an dem aus Häkelquadraten "Granny Squares" wurden, wurde aus dem Fadenring der "Magic Ring". Sollte euch in einer Anleitung also mal ein "Magic Ring" über den Weg laufen, dann ist damit nicht das Sonntagskaffeekränzchen in Hogwarts gemeint, sondern einfach nur ein ordinärer Fadenring, dessen Name einfach nur zu uncool wurde, so dass Horst halt heute Kevin-Blue heißt. Aber jetzt genug der Polemik, widmen wir uns wieder dem Häkeln. (^.^)
Schlingt euren Faden so, als würdet ihr einen einfachen Knoten machen wollen. Haltet die verschlungene Stelle mit Daumen und Mittelfinger fest; der Zeigefinger hält euren Lauffaden. Holt nun durch diese Schlaufe hindurch eine Schlinge des Lauffadens und häkelt eine Luftmasche durch die Schlinge (solltet ihr Stäbchen häkeln, natürlich noch entsprechend mehr Luftmaschen). Nun häkelt ihr die erforderliche Zahl der Maschen ebenfalls durch die Schlaufe hindurch. Habt ihr diese Anzahl erreicht, zieht ihr vorsichtig am Anfangsfaden die Schlaufe zusammen, so dass sich der Ring schließt.

Je nach Anleitung und Projekt werdet ihr jede dieser Möglichkeiten mal brauchen, probiert sie also ruhig alle mal aus. (^.^)

Dienstag, 17. Februar 2015

Bayrische Kuchl - Altbayrische Faschingsküche: Ersoffene Henne

Heute habe ich wieder was richtig leckeres für euch: eine Mehlspeise, die wirklich nach mehr schmeckt und eine, die auch noch ein wirklich echtes "kurz-vor-Fastenzeit-Verbrauchsrezept" darstellt: Ersoffene Henne (^.^)

Eine kleine Änderung habe ich aber vorgenommen: Die Henne wird normalerweise in 1/4 Liter Würzwein "ersoffen". Nachdem ich weingetränkt nicht so unbedingt mag, habe ich den Würzwein kurzerhand gegen ein Kirschkompott ausgetauscht, mit dem jeder seine Henne selbst ersäufen darf, anstatt sie direkt vorzutränken. Und es ist leeeeecker! (^.^)





Man nehme - für zwei Personen:


5 Eier
200 g Zucker
1 TL Vanillezucker
1 EL Zitronensaft
1/2 TL Zimt
200 g trockenes Schwarzbrot
1 Glas Kirschkompott




Den Ofen auf 160° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Das Schwarzbrot reiben. Die Eier trennen und das Eiweiß sehr steif schlagen. Zucker, Vanillezucker, Zitronensaft und Zimt nach und nach unterrühren. Nun das Eigelb zugeben und die Masse zu einer lockeren Schaummasse schlagen. Zuletzt das geriebene Schwarzbrot unterheben. Alles zusammen ein eine gebutterte Auflaufform füllen und im Ofen goldbraun backen. Dazu das Kirschkompott servieren.

Sonntag, 15. Februar 2015

Bayrische Kuchl - Altbayrische Faschingsküche: Affenmnd

Laut Erna Horn ist das folgende Rezept aus dem Kochbuch der Pilippine Welser aus dem Jahr 1560. Und nun ja, was soll ich sagen... mein Historikerherz blutet... Philippine Welser hat nachweislich gar kein Kochbuch geschrieben, es werden ihr aber zwei zugeschrieben, nämlich das Kochbuch und das Koch- und Arzneibuch, beide entstanden aber bereits um 1545. Zudem wage ich es ganz stark zu bezweifeln, dass es sich dabei um ein ursprüngliches Faschingsrezept handelt, denn: es wird Spinat verwendet und Spinat war auch im 16. Jahrhundert kein Gewächs, das in unseren Breitengraden im Februar zu ernten war und als Lagergemüse würde ich es jetzt auch nicht bezeichnen... (^.^) Vermutlich hat der schnuckelige Name aber dafür gesorgt, dass dieses Rezept zum Faschingsgericht wurde. Im Grunde sind die Affenmünder einfach nur Maultaschen, waren aber richtig lecker, wenn auch etwas aufwendig in der Zubereitung.



Hier das Rezept für zwei Personen:
150 g Mehl
1 Ei
1 gute Prise Salz
1/2 Würfel Hefe
50 g Blattspinat
1 Scheibe Schinken
30 g geriebener Käse
30 g Butter


Mehl, Ei Salz und Hefe gründlich verkneten, ggf. noch etwas Wasser zugeben, so dass ein fester Teig entsteht. Den Teig etwa 30 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen lassen. Danach den Teig dünn ausrollen und Kreise ausstechen, Die Kreise mit Spinat, gewürfelten Kochschinken und etwas geriebenem Käse belegen, Zusammenklappen und die Kanten gut zusammendrücken.
Die Affenmünder etwa 10 Minuten lang in sprudelndem Salzwasser kochen. Währenddessen die Butter bräunen (in einer Pfanne zerlassen und die zerlassene Butter etwas Farbe bekommen lassen). Die Affenmünder anrichten und mit der gebräunten Butter übergießen.

Samstag, 14. Februar 2015

Bayrische Kuchl - Altbayrische Faschingsküche: B'suffenes Bier


Nun, mit dem Namen hat dieses Faschingsdessert wenig zu tun. Weder ist Bier drin, noch wird man davon betrunken. Allerdings wird das Dessert so angerichtet, dass es aussieht, wie ein Glas Bier. Ich kann euch jetzt schon mal verraten: ich mag es nicht, aber das liegt daran, dass ich weder kalten Kaffee noch Götterspeise mag, daher habe ich die denkbar schlechtesten Voraussetzungen... Es schmeckte aber besser, als ich vermutet hatte, ich brauche es nicht nochmal, ech möchte ich aber das Rezept dennoch nicht vorenthalten, so schlecht und schrecklich wars nämlich auch wieder nicht. (^.^)

Man nehme für 2 Portionen:
250 ml Kaffee
3 Blatt Gelatine
2 EL Zucker
2 EL Amaretto (im Original Weinbrand, den mag ich aber nun wirklich nicht)
100 g Sahne
1 TL Vanillezucker

Die Gelatine einweichen und tropfnass auflösen. Den Kaffee mit Zucker und Amaretto verrühren, die Gelatine zugeben, die Mischung auf zwei Sektgläser verteilen und zum Gelieren in den Kühlschrank stellen.

Die Sahne mit dem Vanillezucker steif schlagen und als "Schaum" auf das Kaffeegelee setzen.

Freitag, 13. Februar 2015

Bayrische Kuchl - Altbayrische Faschingsküche: Regenwürmer

Mit den Angaben in diesem Rezept kann vermutlich niemand was anfangen, es sind reine Zutatenangaben ohne auch nur eine einzige Mengenangabe, die Orientierung bieten würde. Aber: ich kenne Regenwürmer von meiner Oma, wenn auch nicht als Faschingsgericht, sondern als ganz normale Mehlspeise und auch nicht als Auflauf sondern "nur" in Milch gekocht, daher habe ich glücklicherweise ein Rezept, mit dem ich arbeiten kann. Das Ganze ist nämlich superlecker und es gibt dazu mit Sicherheit eine Wiederholung. (^.^)


Man nehme für zwei Personen:
250 g Mehl
1 Ei
1 Eigelb
100g Dickmilch
1 Prise Salz
500 ml Milch
1 EL Zucker
1 Glas Kompott


Mehl, Ei, Eigelb, Salz und Dickmilch zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig im Kühlschrank etwa 30 Minuten ruhen lassen. Die Milch mit dem Zucker in einem weiten Topf zum Kochen bringen. Den Backofen auf 160° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Vom Teig etwa walnussgroße Stückchen abnehmen und mit den Händen zu langen Strängen ausformen. In die Milch geben und kochen. Sobald alle Regenwürmer in der Milch etwa  Minuten angezogen haben, werden sie in eine Auflaufform gesetzt und mit etwas von der Kochmilch übergossen. Wer möchte überstreut den Auflauf noch mit Zucker und schiebt ihn für etwa 30 Minuten ins Rohr, bis die Regenwürmer schön gebräunt sind. Sie werden mit Kompott serviert.

Donnerstag, 12. Februar 2015

Bayrische Kuchl - Altbayrische Faschingsküche: Nackerte Mandln

Kommen mir einmal mehr zu einem Rezept, das eigentlich kein Rezept ist, immerhin stehen keine Mengenangaben bei den Zutaten... Allerdings kommen mir die Zutaten und auch die Zubereitungsart arg bekannt vor...

Gefragt ist hier ein einfacher Kartoffelteig, den ich aus 1 kg Kartoffeln zubereite. Dieser Kartoffelteig soll nun zu Fingernudeln, also zu etwa fingerlangen und fingerdicken Nudeln geformt werden, kurz angekocht und dann im Ofen als Auflauf fertig gebacken werden.

Auch hier geben einmal mehr die Zutaten wieder nicht unbedingt das "Faschingsgericht" her, allerdings der Name im Verbindung mit dem Aussehen... "Nackert" bedeutet "nackt", "Mandln" sind Männchen und in der Tat, das Ergebnis in der Auflaufform sieht aus wie geschichtete kleine Penisse. Tja... sehr witzig... Und: es schmeckt nicht nur nicht, ich finds sogar richtig eklig, weniger wegen des Geschmacks, immerhin ist es ordinärer Kartoffelteig so wie bei Kroketten oder Schupfnudeln eben auch, es ist diese latent schleimig-schlonzige Konsistenz die mir gar nicht zusagt.

Lange Rede kurzer Sinn: es gibt ganz sicher keine Wiederholung mehr.

Mittwoch, 11. Februar 2015

Bayrische Kuchl - Altbayrische Faschingsküche: Versoffene Jungfern

Was hier so speziell und besonders klingt, ist in Wahrheit nichts anderes als Arme Ritter, mit dem Unterschied, dass die Semmelscheiben besonders dick geschnitten, und nach dem Ausbacken noch mit Würzwein getränkt werden, bevor sie in Zimt-Zucker gewendet werden. Schon werden aus armen Rittern versoffene Jungfern.

Klar allein schon aufgrund des Namens, aber auch wegen der Zutaten (Semmeln, Ei, Milch, Wein, Zucker) auf jeden Fall ein Faschings-Verbrauchs-Gericht, aber schmeckts? Also mir nicht... Ich mag diese matschig-weiche Konsistenz nicht. Das erinnert mich ganz arg an das Frühstücksgericht meines Opas: ein großes Haferl Kaffee und darin eine große Scheibe Brot eingebrockt. Daher hat mein Opa seinen Kaffee auch immer "gegessen" und nicht getrunken. Die Konsistenz des so eingeweichten Brotes war ungefähr die, die die Versoffenen Jungfern innen hatten. Die Kruste. klar - Zucker - war schön knusprig, das Innenleben hat mir persönlich nicht so zugesagt, daher erspare ich mir die Wiederholung und euch das Rezept und bleibe künftig lieber bei den Armen Rittern, die ich sehr gerne esse. (^.^)

Dienstag, 10. Februar 2015

Bayrische Kuchl - Altbayrische Faschingsküche: Kikeriki-Schmarrn

Beim Rezept für den Kikeriki-Schmarrn, im Original aus dem Landshuter Kochbuch von Marie Buchmeier, erstmals Ende des 19. Jahrhunderts erschienen, muss ich aufgrund der eher dürftigen Rezeptangaben erstmal recherchieren (und damit meine ich eine echte wissenschaftliche Recherche, nicht nur ordinäres googlen), nämlich wie viel denn nun "1 Tasse Mehl" ist. Dass damit nicht das US-Maß gemeint ist, das immer mehr in unsere Küchen einzieht, war mir von Anfang an klar. Im Abschnitt zu alten Maßen und Gewichten in ihrem Kochbuch erwähnt Erna Horn die Tasse mit keinem Wort, dafür aber reichlich Maße und Gewichte, die in den von ihr zusammengestellten Rezepten gar nicht vorkommen. In einem alltagshistorischen Glossar meiner Uni werde ich dann aber doch endlich fündig: "Tasse" ist der umgangssprachliche Ausdruck für die Maßeinheit der "kleinen Obertasse", ist ein Hohlmaß (gut, das hatte ich mir gedacht) und meint in meinem Falle 100 g Mehl. Aha... Dann also los. (^.^)

Der Kikeriki-Schmarrn heißt Kikeriki-Schmarrn, weil darin besonders viele Eier im Verhältnis zur Mehlmenge verarbeitet werden, klar, kurz vor der Fastenzeit müssen noch die Eier weg, die man dann ja nicht mehr essen darf. Daher ist es also kein Wunder, dass es der Schmarrn unter die Faschingsrezepte geschafft hat. Man nehme für zwei Personen:


250 ml Milch
3 Eier
1 Prise Salz
100 g Mehl
1 EL Butter

Milch, Eier und Salz verquirlen, das Mehl darübersieben und unterrühren. Die Butter in einer Pfanne schmelzen, den Teig in die Pfanne gießen, mit einem Deckel abdecken und den Teig stocken lassen. Sobald er sich vom Rand löst, wenden, kurz anbraten lassen und dann mit dem Pfannenwender in grobe Stücke zerreißen, sobald er von allen Seiten gebräunt ist, sofort servieren.

Nachdem der Teig nicht gesüßt ist, kann man den Kikeriki-Schmarrn vorrangig deftig kombinieren; bei Lilis gibts dazu Sauerkraut. (^.^) Und ja, es hat geschmeckt, aber jetzt nicht so überragend gut, dass ich für mich ein neues Rezept fürs Standardrepertoire entdeckt hätte. Wir haben es mal probiert, wir würden es auch wieder essen, unbedingt haben müssen wir es aber auch nicht.

Montag, 9. Februar 2015

Bayrische Kuchl - Altbayrische Faschingsküche: Saftige Watschn

Schon wieder ein Rezept, das ich kurzerhand umbenenne, aber mal ernsthaft: "Ohrfeign" sagt man bei uns nun wirklich nicht. Watschn, ja, alternativ auch gerne Fotzn, Detschn, Schelln, aber "Ohrfeign", selbst wenn noch so bemüht eingebaiert, das sagt man bei uns nicht. Daher gibts bei mir heute "saftige Watschn". (^.^)

Ich musste allerdings nicht nur am Namen schrauben, sondern auch am Rezept... So wie im Rezept angegeben würde aus den Zutaten niemals ein glatter Teig werden, sondern allenfalls staubige Krümel - hat diese Rezepte wirklich niemand nachgekocht, bevor sie in den Druck gingen? Nun ja, ihr bekommt mein Rezept - das Ergebnis ist in jedem Fall super lecker geworden (^.^)

Man nehme - für 16 saftige Watschn:
Für den Teig:
250 g Mehl
1/2 Würfel Hefe
1 EL Zucker
2 Eier
40 g zerlassene Butter
1 TL Salz
200 ml Milch

Für den Butterziegel:
150 g Butter
30 g Mehl

Für die Füllung:
15 g Butter
1 Zwiebel
100 g Schinkenwürfel
150 g saure Sahne
Liebstöckel
Salz
Pfeffer
Petersilie

Zum Einstreichen:
1 Ei

Das Mehl in die Rührschüssel sieben. In die Mitte mit der Faust eine Mulde drücken und die Hefe in die Mulde bröckeln, den Zucker dazu geben und mit 1-2 Esslöffeln von der (zimmerwarmen) Milch zu einem Dampferl verrühren. (auf hochdeutsch nennt sich das Dampferl "Vorteig" - "Dampferl" klingt aber einfach besser *g*). Etwas von dem Mehl darüber streuen, die Rührschüssel mit einem Geschirrtuch - idealerweise sauber, wenn möglich frisch gewaschen - abdecken und an einem warmen Ort gehen lassen, bis das Dampferl an der Oberfläche deutliche Risse hat.

Die Butter in einem Topf zerlassen und zusammen mit den Eiern und dem Salz und einem guten Schuss der übrigen Milch mit den Knethaken des Rührgeräts unterkneten - zunächst kurz auf niedrigster, dann auf höchster Stufe. Nach und nach weitere Milch zugeben, bis sich der Teig gut von Rand und Boden der Schüssel löst und gleichmäßig glatt aussieht. Die Rührschüssel wieder mit dem Geschirrtuch abdecken und nochmals an einem warmen Ort gehen lassen, bis sich das Teigvolumen in etwa verdoppelt hat.

Währenddessen den Butterziegel vorbereiten: die zimmerwarme Butter mit dem Mehl verkneten und zu einem etwa 10 x 15 cm großen Rechteck formen. Den Butterziegel im Kühlschrank fest (nicht hart, der Butterziegel muss noch verformbar sein) werden lassen.

Den Hefeteig nach dem Gehen auf der bemehlten Arbeitsfläche nochmals durchkneten und anschließend zu einem Rechteck von etwa 20 x 15 cm ausrollen. Den Butterziegel mittig auf dem Teig platzieren und die Seiten einschlagen. Den Teig nochmals auf etwa 20 x 15 cm ausrollen und die beiden äußeren Drittel des Teiges zu Mitte hin einklappen - es liegen jetzt also drei Schichten Teig übereinander. Der Teig kommt zum Ruhen nun erstmal 30 Minuten in den Kühlschrank.

Nach der Ruhezeit den Teig abermals auf 20 x 15 cm ausrollen und erneut die äußeren beiden Drittel einklappen. Wieder zum Ruhe für 30 Minuten in den Kühlschrank stellen. Das wiederholt ihr nun noch einmal.

Während der letzten Ruhezeit bereiten wir schon mal die Füllung vor: Die Butter in einer Pfanne erhitzen, die Zwiebel würfeln und in der Butter glasig dünsten. Den Schinkenspeck würfeln und zugeben. Kurz anbraten. Anschließend den Sauerrahm, die Gewürze und die Petersilie unterrühren, die Pfanne vom Herd nehmen.

Den Teig ein letztes Mal auf 20 x 15 cm ausrollen, die Füllung auf dem Teig verstreichen und beide Querseiten zur Mitte hin einrollen. Mit einem Messer gleichmäßig dicke Scheiben schneiden (wirklich schneiden, nicht drücken, sonst quetscht es die Füllung wieder raus) und die Stücke auf ein, mit einem Backpapier belegtes Backblech setzen. Mit einem Küchentuch abdecken und nochmals etwa 30 Minuten gehen lassen. Den Ofen auf 160° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Das Ei verquirlen und die saftigen Watschen damit bepinseln. In etwa 30 Minuten im Ofen goldbraun backen.

Sonntag, 8. Februar 2015

Bayrische Kuchl - Altbayrische Faschingsküche: Pfaffnkappl

Heute habe ich mich an Pfaffnkappl versucht. Vorweg möchte ich einmal mehr eine Erklärung für die Nichtbayern schieben: ein Pfaffn, ist ein Pfarrer, ein Kappl ist eine Kappe, gemeint ist also das Birett, die Kopfbedeckung eines Geistlichen, die man heutzutage allenfalls noch aus Film und Fernsehen kennt. Genau das, dieses spöttische "Pfaffnkappl" dürfte auch der Grund sein, warum wir hier ein Faschingsgericht vor uns haben, im Fasching durfte man sich den Spott auf die Geistlichkeit erlauben, und wenn man nur das Birett backt und sich dann schmecken lässt. Die Zutaten allein, mit dem Verbrauchsgedanken kurz vor der Fastenzeit im Hintergrund, machen die Pfaffnkappl nämlich noch nicht zum Faschingsgericht.

Ich möchte auch gleich noch vorgreifen: lecker wars! Die mach ich wieder (^.^) Seeeehr fein sogar, auch wenn das Rezept erstmal seltsam klingt. Es schmeckt richtig gut!

Für 6 Pfaffnkappl:
200 g Mehl
100 g Butter
3 Eier
Salz
Pfeffer
125 g Hackfleisch
2 kleine säuerliche Äpfel
6 Haselnüsse

Mehl, Butter, 1 Ei, 1 Eiweiß sowie ordentlich Salz und Pfeffer zu einem glatten Teig verkneten. Zu einer Kugel formen und zum Ruhen in den Kühlschrank stellen.

Den Ofen auf 160° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Das Hackfleisch mit 1 Ei, Salz und Pfeffer verkneten und abschmecken. Aus der Hackfleischmasse 6 gleichmäßig große Knödel formen. Die Äpfel schälen, das Kernhaus entfernen und in insgesamt sechs dicke Scheiben schneiden.
Den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und mit dem Teigrad 12x12 cm große Quadrate ausradeln. In die Mitte der Teigquadrate je eine Apfelscheibe legen. Die Hackfleischknödel auf die Apfelscheiben setzen und etwas platt drücken. Die Ecken der Teigquadrate zur Mitte hin einklappen, leicht festdrücken und mittig als Quaste je eines Haselnuss aufsetzen. Das übrige Eigelb verquirlen und den Teig einsteichen. Die Pfaffenkappl auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen und in etwa 30 Minuten im Ofen bei 160° C Ober-/Unterhitze goldgelb backen.

Samstag, 7. Februar 2015

Bayrische Kuchl - Altbayrische Faschingsküche: Zotterte Wabn

Zunächst eine kleine Erklärung für die Nichtbayern vorneweg: eine Wabn ist eine alte, kleine, runzelige und üblicherweise alleinstehende Frau. "Zottert" meint strubbelig, zottelig, zerrissen. Ich backe also eine zottelige alte Frau. (^.^) Na das kann ja was werden. (^.^)

Das Rezept ist einmal mehr nichts weiter besonderes, im Grunde ist es ein einfacher Hefeteig mit Rosinen, nur dass statt Milch saure Sahne eingeknetet wird. Nachdem der Teig danach noch zu klebrig ist, gebe ich noch solange Mehl zu, bis der Teig nicht mehr an den Fingern klebt und fertig. Nach dem Backen sieht man ehrlich gesagt keine zotterte Wabn, vielmehr schaut das ganze eher wie ein schlampig ausgeformtes Rosinenbrot aus so schmeckts dann auch, also nicht schlampig (^.^) sondern schlicht und ergreifend wie ein stinknormales Rosinenbrot, für meinen Geschmack sogar etwas zu butterig; immerhin werden 80 g Butter eingearbeitet statt der sonst bei einem Rosinenbrot üblichen 60 g und die 20 g Unterschied machen beim Geschmack tatsächlich einen solchen Unterschied....

Wie dieses Backstück in die Faschingsküche kommt, ist für mich zudem ein Rätsel. Die Zutaten sind und waren auch damals schon gut lagerbar, abgesehen natürlich von Eiern und Butter, die in einem Hefeteig aber nur sehr wenig zum Einsatz kommen. Der Verbrauchsaspekt ist es also nicht, der Optische, wie bereits erwähnt, kann es auch nicht sein.

Alles in allem kein Rezept, das ich euch ans Herz legen möchte, schlicht, weil es einfach auch nach nix aussieht. Ich habs ausprobiert und damit ist es auch wieder gut. (^.^)

Freitag, 6. Februar 2015

Willy Purucker - Ein Nachruf

Willy Purucker
Quelle: Historisches Bildarchiv des BR
Heute verstarb einer meiner Lieblingsregisseure und -drehbuchautoren im stolzen Alter von 89 Jahren: Willy Purucker.

Willy Purucker wurde am 10. August 1925 in München im Stadtteil Haidhausen geboren und wuchs dort zum echten Münchner Urgestein heran. Zunächst arbeitete er unter Erich Kästner für den Feuilleton der Neuen Zeitung (Heute: Süddeutsche Zeitung), bevor er begann Hörspiele zu schreiben, die der Bayerische Rundfunk produzierte und bei denen er auch Regie führte. Richtumgsweisend für seine weitere Karriere sollte dabei das Hörspiel Die Grandauers und ihre Zeit werden. Ein Familienepos im kleinbürgerlichen Milieu München-Haidhausens, das sich über die Zeit von 1893 bis 1945 erstreckte. Nach dem bahnbrechenden Erfolg dieser Hörspielreihe, die vom BR von 1980 bis 1985 Erstausgestraht wurde, erarbeitete Purucker auf dieser Grundlage ein Drehbuch für eine Fernsehserie über seine Familiensaga, die er nun auch bis 1954 fortsetzte. Purucker verarbeitete dabei auch autobiographische Episoden, etwa zu seinen Erlebnissen als Mitarbeiter beim Bayerischen Rundfunk, aber auch zu einer Kindheit und Jugend im Dritten Reich und sein Leben als junger Erwachsener im Nachkriegsdeutschland. Seine beiden Alter Egos sind dabei hauptsächlich die beiden Söhne der Familie Grandauer, Rudi und Maxi, die er Züge von sich selbst annehmen lässt und Erlebtes darstellt und auch verarbeitet. Die Serie wird unter dem Titel Löwengrube ausgestrahlt und glänzt mit Schauspielergrößen wie Christine Neubauer, Jörg Hube, Alexander Duda, um nur einige zu nennen.
Gerade wegen dieser Serie hat Willy Purucker eine derartige Bedeutung für mich persönlich. Er war es, der in mir mit "Löwengrube" die Liebe zur "guten alten Zeit" entfacht hat. Ich habe die Serie Anfang der 90er Jahre das erste mal gesehen, ich war auf jeden Fall noch in der Unterstufe und sehe sie seitdem immer wieder (ja ich habe sie auf DVD, eine Investition die sich in jedem Fall lohnt). Allein diese perfekte Ausstattung, das authentische Milieu, einfach wunderbar!

Willy Purucker war natürlich weit mehr, als nur der Mann hinter Löwengrube, er schrieb auch etliche Drehbücher für den Tatort, diverse Fernsehfilme sowie das Drehbuch für die Vilsmayer-Verfilung Und keiner weint mir nach (ebenfalls ein ganz wunderbare Romanverfilmung aus dem Münchner Kleinbürgermilieu der 20er Jahre, die dem Originalroman von Sigi Sommer kaum nachsteht). Auch das Drehbuch zu Mali, eine biographische Verfilung des Lebens der Amalie Hohenester, der Doktorbäuerin, stammt von Willy Purucker.

Seinen Lebensabend verbrachte Willy Purucker in Garmisch-Partenkrichen, wo er heute, im Alter von 89 Jahren verstarb.

Donnerstag, 5. Februar 2015

Bayrische Kuchl - Altbayrische Faschingsküche: Zimtkissen

Ich habe das Rezept, das ich hier nachgekocht habe, kurzerhand umbenannt. Der Originaltitel ist aus der heutigen Warte gegenüber Asiaten beleidigend bis diffamierend rassistisch. Das Rezept stammt aus einer anderen Zeit, schon klar, wahrlich historisch ist es aber nicht, kennt es doch immerhin schon Backpulver und Vanillezucker im "Packerl", ein Rezept also, das alleraller frühestens um 1900 herum entstand. Ich finde es auf jeden Fall nicht in Ordnung vom BLV, dem Verlag, in dem Erna Horns historische Rezeptsammlung nach wie vor erscheint, einen derartigen Ausdruck vollkommen unkommentiert weiter zu nutzen, bzw. die Titulatur noch nicht mal in Anführungszeichen zu setzen.

Und bevor jetzt irgendjemand anfängt, von wegen "politisch korrekt" entnervt die Augen zu verdrehen: andere Menschen nicht beleidigen und verletzen zu wollen, hat nichts mit übersteigerter Spitzfindigkeit in der Ausdrucksweise zu tun. Mein persönliches Empfinden zu korrektem Verhalten - und dazu gehört auch die Ausdrucksweise - lasse ich mir nicht von politischer Seite vorschreiben. Meine oberste maßgebliche Instanz ist mein Gewissen und meine persönliche Werthaltung. Wer das doof findet, den finde ich auch doof und zwar von ganzem Herzen. Punkt.

Jetzt aber zurück zu den Zimtkissen: ich habe sie nun Zimtkissen genannt, weil Zimt drin ist und der Teig vor dem schwimmenden Ausbacken in Schmalz zu kleinen Vierecken geradelt wird. Die Zutaten alleine rechtfertigen auch hier kein Faschingsrezept, allenfalls noch das Ausbacken in Schmalz, aber auch das hält sich bekanntlich sehr gut und wenn es sein muss, sogar über Jahre. Auch das Äußere sieht nicht sonderlich nach Fasching aus, es liegt also wohl allein am "lustigen" Namen, der dieses Rezept zum Faschingsrezept macht. Nun ja... Erschwerend kommt noch hinzu: das Zeug schmeckt nicht: es ist einfach nur staubtrocken. Ich erspare euch daher das Rezept, das braucht keine Wiederauflage.

Dienstag, 3. Februar 2015

Meine Kindergartentasche kommt wieder in Form

Ich habe euch ja kürzlich vom Kellerfund meiner Mutter berichtet: meine Petzi-Bär-Kinderkartentasche!!! ♥ ♥ ♥

Nachdem das gute Stück wirklich nicht mehr gut aussah, nach Jahren (ja, ok, Jahrzehnten) im Keller, bin ich jetzt zumindest einen kleinen Schritt weitergekommen. Ich habe sie nämlich wieder in Form gebracht, nachdem sie etwas außer Form geraten war.

Dafür habe ich sie im Wollwaschgang und mit Wollwaschmittel zu nächst in der Waschmaschine gewaschen. Dass man das mit Echtleder im Wollwaschgang und mit Wollwaschmittel ohne Schmerz machen kann, hab ich euch ja schon an anderer Stelle beschrieben (Lederkleidung muss in die Reinigung! Richtig?). Nachdem die Tasche zudem genäht und eben nicht geklebt ist habe ich sie freimütig wie ich bin, auch in die Maschine gepackt, allerdings zum Schutz von Tasche und Maschine in einem Wäschebeutel. Mit Taschen die nur verklebt sind, würde ich das nicht machen, weil gerade bei günstigeren Taschen der Kleber oft wasserlöslich ist. Nach einem Waschgang in der Maschine besteht also durchaus die Gefahr dass man dann nur noch die Einzelteile in der Maschine hat.

Unmittelbar nach dem Waschen habe ich die Tasche großzügig mit Lederpflege eingerieben (von Poliboy - siehe auch oben im Link zum Beitrag mit den Grundlagen der Lederwäsche) und das innere der Tasche mit Geschirrtüchern (alte Zeitungen gehen auch, hatte ich aber nicht da) ausgestopft. Alles was sich dann noch gewellt hat oder abstand habe ich bis zum kompletten Durchtrocknen mit Wäscheklammern fixiert. Das Durchtrocknen selbst dauert jetzt ein paar Tage. Solltet ihr auch Leder trocknen wollen, versucht das Trocknen nicht mit "auf die Heizung legen" zu beschleunigen. Leder hat einen natürlichen Wasseranteil. Verdunstet der durch zu große oder zu trockene Hitze bzw. durch zu schnelles Trocknen, wird das Leder trocken und damit starr und rissig. Habt ihr schon ein Lederteil das starr und rissig ist (so wie meine Kindergartentasche), hilft in der Tat der Waschgang in der Maschine. Dann aber unbedingt bei normalem Raumklima trocknen lassen. Der Waschgang hilft auch bei aus der Form geratenem Leder (ebenfalls so wie bei meiner Kindergartentasche), sofern man es in nassem Zustand durch ausstopfen oder dergleichen wieder in Form bringt. Und selbstverständlich hilft der Waschgang auch bei Verschmutzungen. Allerdings: leider nicht bei allen...

Mein Bruder musste die Kindergartentasche nach mir "auftragen". Nachdem er die zu mädchenhaft fand (es sind zwar keine typischen Mädchenfarben, dennoch reicht bei einem Jungen mit drei Schwestern schon der Aspekt, dass das Teil vor ihm ein Mädchen hatte) hat er sie großzügig mit Auto- und Fußballaufklebern "verziert". Die bekam zwar meine Mutter so halbwegs wieder ab, auf der Vorderseite sieht man aber noch dunkle Kleberrückstände:
Normalerweise bekommt man sowas mit Waschbenzin oder wahlweise mit acetonhaltigem Nagellackentferner wieder ab. Allerdings mache ich mir etwas Sorgen, dass ich damit die Farbe der Tasche mitabrubble. Hier muss ich mich also noch schlau machen, wie ich die Kleberrückstände abbekomme.

Zudem ist der Trageriemen schon arg mitgenommen. Auch hier muss ich mir noch was einfallen lassen, wie ich den zumindest wieder stabilisieren kann.
Last but not least: die Seiten der Tasche sind etwas eingerissen. Hier hat meine Mutter zwar die Naht mal gesichert, das ausgerissene Leder ist aber weg. Auch da brauchts noch eine Lösung:
Falls jemand von euch hier Erfahrungen oder Ideen hat: ich freue mich über jeden Tipp, wie ich mein Täschchen wieder ausgehfertig bekomme. (^.^)

Sonntag, 1. Februar 2015

Meine allerallererste Handtasche (^.^)

Meine Mutter hat neulich etwas im Keller gesucht (aufgrund meiner nahenden Hochzeit, schwant mir: nicht ganz so zufällig...) und hat dabei mein Kindergartentäschchen gefunden!!!! (^.^) Quasi die erste Handtasche, die ich jemals besessen habe! Meine Petzi-Bär Tasche!!! ♥ ♥ ♥

Kennt man heute eigentlich noch den Petzi-Bär? Ich habe die Petzi-Comics ja geliebt! Scheint fast so, als wäre ich schon im zarten Alter von 4 voll auf die 50er abgefahren. (^.^) Na auf jeden Fall musste es anno 1984 genau diese Petzi-Bär-Tasche sein. Hach was war ich stolz. (^.^) Und ganz ehrlich: das bin ich heute noch. Die Tasche sieht richtig cool aus! Ok, aktuell eher etwas ramponiert, schließlich lag sie jahrelang im Keller, aber ich habe beschlossen, das gute Stück wieder aufzumotzen und ausgehfein zu machen. Ich will die nämlich wieder benutzen. (Bin ich kindisch?)

Wie das geht, weiß ich selbst noch nicht so genau, aber ich werde es rausfinden und euch natürlich berichten. (^.^)