Montag, 31. August 2015

Vintage & Retro - was? wieso? warum? und überhaupt?

Ich habe das innere Bedürfnis die beiden Begriffe "Vintage" und "Retro" einmal zu erklären, da beide gerade "in" sind und damit inflationär genutzt werden, leider nicht immer ganz korrekt. Und damit gleich das wichtigste Vorweg: "Vintage" und "Retro" kann man nicht synonym verwenden, das ist nicht das gleiche.

Vintage (engl. "alt", "altmodisch", "aus einer bestimmten Zeit") ist alles Originale aus einer bestimmten Zeit.

Retro (lat. "zurück", "rückwärts") ist Neues, das dem Stil einer bestimmten Zeit nachempfunden wird.

Zur Verdeutlichung zwei Beispiele:
Ihr näht euch nach einem Schnittmuster aus den 40er Jahren ein Kleid. Dann ist das Schnittmuster, da Original aus den 40er Jahren, vintage, das Kleid, das ihr nach diesem Schnittmuster gearbeitet habt ist aber retro.
Ihr lasst euch in einem Second Hand Shop eine 80er Jahre Bluse als 50er Jahre Bluse andrehen und merkt es erst bei der näheren Überprüfung zu Hause. Dann ist die Bluse ein 80er-Jahre-Vintage- und ein 50er Jahre-Retro-Teil (sofern sie im Stil der 50er gearbeitet wurde).
Ihr macht euch eine 40er Jahre-Pin-up-Girl-Frisur, dann ist euer Styling retro. Die Frisur wäre Vintage, wenn ihr sie euch in den 40ern gemacht hättet... Was ihr aber habt ist ein Vintage-Look, ihr seht also aus, wie aus einer bestimmten Zeit. (^.^)

Klar soweit? (^.^) Genau deshalb heißt mein Blog auch LiliGoesRetro und nicht VintageLiliBlablabla, weder bin ich, noch ist mein Blog alt, oder altmodisch... Mein Blog ist Vintage 2013 (mit einigen Überarbeitungen), ich bin Vintage 19sagichnicht, aber für meine Lieblingsjahrzehnte muss ich meinen Blick eben zurück wenden. Daher "Retro", auch wenn ich einiges hier poste, das Vintage ist, hätte ein Vintage im Titel bei mir einfach nicht gepasst, schlicht, weil ich einen Lifestyle-Blog schreibe. (^.^)

Eigentlich ganz leicht, oder? Aber wisst ihr was: ich erwische mich selbst regelmäßig dabei, dass ich die beiden Begriffe durcheinander schmeiße, obwohl ich es besser weiß. Manchmal passiert das einfach, im Eifer des Gefechts. (^.^)

Donnerstag, 27. August 2015

Der Vintage Flaneur - Ausgabe XII

Heute erscheint die 12. Ausgabe des Vintage Flaneur. Dieses mal erwarten euch schnelle Autos und Heiße Mode: Oldtimer und Youngtimer, Musik und Tanz - von Swing bis Bosa Nova und ein Modespecial zur Landromantik, immerhin ist bald wieder Wies'n. (^.^)

Auch von mir gibt es wieder einen Beitrag: dieses Mal zum deutschen Swing-König Teddy Stauffer.

Ihr wollt die neueste Ausgabe des Vintage Flaneur? Dann nichts wie hin zu den Flughafen- und Bahnhofsbuchhandlungen oder auf die Bestellseite des Vintage Flaneur geklickt. (^.^)

Montag, 17. August 2015

Stricken für Anfänger - Unser erstes Projekt: Ein Kissenbezug

Es wird nun Zeit für unser erstes Strickprojekt. (^.^) Nachdem Kissenbezüge in Grobstrickoptik so in sind wie noch nie, wird es genau ein solcher werden. (^.^)

Dafür greife ich zu verhältnismäßig dicker Wolle für Nadelstärke 6 - 7 und stricke mit Nadeln in Größe 7, damit das Maschenbild verhältnismäßig locker ist. Gestrickt wird das ganze mit rechten Maschen, das ist nicht nur schön leicht und genau richtig um Stricken zu lernen, sondern ergibt auch einen richtig schönen Grobstricklook.

Ich zeige euch nun die nächsten Wochen Schritt für Schritt den Weg zu unserem Kissenbezug. Los geht es beim nächsten Mal mit der Maschenprobe und dem Berechnen der erforderlichen Maschen- bzw.Reihenzahl für die gewünschte Breite bzw. Höhe. (^.^)

Freitag, 14. August 2015

Bayrische Kuchl - G'müas: Wirsing mit Grammeln

Heute fange ich wieder mit einer kleinen Runde bairisch für Anfänger an: "Grammeln" nennt man in Österreich und im Alpenvorland Grieben. In München, also meiner Heimat, sagt man jedoch schon Grieben und eben nicht mehr Grammeln. Ich belasse es aber - wie immer - beim Originaltitel im Rezeptbuch. Das Rezept, oder besser: die Mengenangaben und die ein oder andere Angabe zur Zubereitung sind mal wieder von mir, da das Original wieder nicht all zu viel hergibt.


Zutaten:
1 Wirsingkopf
Salzwasser zum Kochen
40 g Griebenschmalz
1 EL Mehl
250 ml Brühe
Salz
Pfeffer
Muskat


So gehts:
Die Wirsingblätter vom Kopf lösen, den Strunk jeweils keilförmig ausschneiden und die Blätter waschen. Das Salzwasser in einem weiten Topf zum Kochen bringen. Die Wirsingblätter währenddessen in etwa fingerdicke Streifen schneiden und 10 Minuten lang im Salzwasser bissfest garen, abgießen und sofort mit kaltem Wasser abschrecken. So bleiben die Blätter grün und der Wirsing behält seinen Biss.
Das Griebenschmalz bei mittlerer Temperatur schmelzen, das Mehl zugeben und sofort mit einem Schneebesen glatt rühren. Den Wirsing zugeben, kurz andünsten lassen und mit der Brühe aufgießen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen und nochmals etwa 10 Minuten köcheln lassen und danach schmecken lassen. (^.^)

Donnerstag, 13. August 2015

Häkeln für Anfänger - Rundhäkeln: unser siebtes Projekt - einen Kleiderbügel umhäkeln

Heute habe ich wieder eine Vintage-Anleitung aus dem Jahr 1949 für euch mit der ihr nicht nur ganz prima das Rundhäkeln üben könnt, sondern mit der ihr außerdem einen Kleiderbügelbezug habt, der eure leichten Seiden- und Spitzenteilchen auf dem Bügel hält und gleichzeitig das Material schont. Das beste daran: der Kleiderbügebezug ist an einem Abend gehäkelt. (^.^)

Der Bezug wird mit einem Garn der Stärke 3 -4 und einer Häkelnadel in der Stärke 3,5 gehäkelt. Ich habe für meinen Bezug mit Mille Fili von Wolle Rödel gearbeitet.

So gehts:

  • 5 Luftmaschen anschlagen und mit einer Kettmasche zum Ring schließen.
  • Runde 1: eine feste Masche in den Ring häkeln, anschließend 3 Luftmaschen häkeln, eine weitere feste Masche in den Ring häkeln und wieder drei Luftmaschen häkeln; das ganze noch 2 Mal wiederholen (insgesamt also vier Mal);
  • Runde 2: eine feste Masche in den ersten Bogen der 1. Runde häkeln, dann drei einfache Stäbchen in die feste Masche häkeln, wieder eine feste Masche in den zweiten Bogen und anschließend drei einfache Stäbchen in die folgende feste Masche häkeln; das ganze noch 2 Mal wiederholen (insgesamt also vier Mal);
  • Runde 3: in das mittlere Stäbchen eine feste Masche häkeln in die feste Masche drei einfache Stäbchen häkeln und in diesem Muster die Arbeit fortsetzen, bis das Häkelstück die Länge des halben Kleiderbügels erreicht hat.
  • Danach die Häkelarbeit abketten und die zweite Hälfte des Bezuges arbeiten.
  • Nun den Kleiderbügel beziehen und in der Mitte mit einfachen Schlingstichen zusammennähen. Die verbleibenden Anfangs und Endfäden vernähen.

Wer möchte dekoriert noch mit Schleifenband, so wie im Original oder mit einer Häkelblume, so wie ich das in meiner Adaption gemacht habe und fertig ist die neue Aufbewahrung für die besonders leichten Teilchen. (^.^)

Dienstag, 11. August 2015

Die Frisuren vergangener Jahrzehnte: die 50er Jahre

Wie bereits bei dem Betrag zu den Frisuren der 40er Jahre gesagt, beginnen zur Frisurenmode die 50er Jahre ausnahmsweise im Jahre 1947, mit der von Christian Dior geschaffenen New Line, um genau zu sein. Dieser markante Schnitt in der Modegeschichte veränderte nämlich auch die Frisurenmode einschneiden und prägte mit seinem markanten Look insbesondere das Erscheinungsbild der 50er Jahre: Passend zur neuen, weichen und sehr weiblichen Mode wurden auch die Frisuren weicher, welliger und voluminöser, gleichzeitig aber auch im erscheinungsbild um einiges Schlichter als es zuvor Mode war: das Haar wurde kurz bis Halblang und wellig, nicht mehr lockig getragen. Anstatt es kunstvoll zu drapieren und zu stecken, kamen schlichte Knoten und Chignons wieder in Mode:
Diormodels 1947
Als eine der wenigen Frisuren aus den 40ern sollte sich der Pageboy als Frisur auch weiterhin halten und in Mode bleiben, bzw. sogar noch moderner werden, als er es bereits im vorhergegangenen Jahrzehnt war, passte er in seiner Schlichtheit und doch Weiblichkeit so wunderbar zu den neuen Schnitten:
Haarmodels mit Pageboy
Lucille Ball mit Pudelfrisur




Trotzdem waren Locken noch nicht so ganz durch, sie kamen nochmal zurück in die Welt der Mode, unter dem wenig schmeichelhaften Namen Pudelfrisur ("The Poodle", wie diese Frisur in Vintagekreisen heute genannt wird, ist auch nicht schmeichelhafter, also bleibe ich beim Originalnamen in unseren Breitengraden). Nun, aber auch wenn der Name nicht schmeichelhaft war, so war er doch wenigstens Programm, es ist wirklich eine Pudelfrisur.

Auch Film- und Musikstars prägten weiterhin die Mode, so kam der italienische Lockenkopf in Mode, den die beiden Italienerinnen Gina Lollobrigida und Sophia Loren etablierten und der Hollywood im Sturm eroberte; auch eine Elizabeth Taylor und eine Marilyn Monroe wurden mit diesem Schnitt berühmt:
Sophia Loren und Gina Lollobrigida mit dem "italienischen Lockenkopf"

Gerade jüngere Frauen orientierten sich an Schauspielerinnen wie Audrey Hepburn und trugen ihr Haar kurz mit fransigem Pony, gerne aber auch lang und dann zum Pferdeschwanz gebunden. Auch das oft auch mit Pony:
Audrey Hepburn mit Kurzhaarschnitt und einige Jahre später mit Pferdeschwanz
Zum Ende der 50er Jahre kam dank Jackie Kennedy der Bouffant in Mode, der bereits die Weichen für die weitere Entwicklung der Haarmode in den 60er Jahren stellte:
Liz Taylor und Jackie Kennedy mit Bouffant

Freitag, 7. August 2015

Bayrische Kuchl - G'müas

"Vertumnus" von Giuseppe Arcimboldo
Zugegebenermaßen ist die bayrische Küche nicht gerade bekannt für ihre zahlreichen Gemüsegerichte. Gemüse war üblicherweise nur Beilage und dann meist schlicht, gekocht oder gedünstet, zubereitet. Das ist vermutlich dem Umstand geschuldet, dass in weiten Teilen Bayerns Milchwirtschaft und Viehzucht vorherrschten und immer noch vorherrschen.

Dennoch, einige Gemüsegerichte, aber auch die ein oder andere besondere Zubereitungsart für Beilagengemüse konnte Erna Horn zusammentragen; selbstverständlich dürfen auch schlichte Klassiker nicht fehlen.

Um nun etwas Abwechslung in meine sehr fleischlastige Freitagsküche zu bringen, aber auch um bei den Beilagen etwas mehr zu variieren, möchte ich nun in der nächsten Zeit auch das ein oder andere Gemüsegericht nachkochen und euch natürlich davon berichten. (^.^)