Der Aufbau des Buches ist klar und strukturiert. Bobbi Brown führt ihre Leser durch die Grundlagen der Hautpflege, Make-up-Anwendung und Produktwahl. Die Anleitungen sind verständlich und gut erklärt, mit hilfreichen Bildern, die die Schritte visualisieren. Wer gerade erst anfängt, sich intensiver mit Make-up zu beschäftigen, findet hier eine solide Grundlage, um die eigene Technik zu verbessern oder Lücken im Wissen zu schließen.
Allerdings ist die Zielgruppe des Buches nicht so breit, wie es auf den ersten Blick scheint. Die Hälfte des Inhalts richtet sich explizit an angehende oder professionelle Make-up Artists. Themen wie der Aufbau eines Kits, das Arbeiten am Set oder die Zusammenarbeit mit Kunden nehmen einen großen Raum ein. Das mag für diejenigen spannend sein, die diesen Karriereweg einschlagen möchten, aber für Hobby-Make-up-Enthusiasten oder diejenigen, die nach einfachen Alltags-Tipps suchen, wirkt dieser Teil eher irrelevant.
Was das Buch gut macht, ist seine Funktion als Standardwerk. Es deckt alle wesentlichen Aspekte ab, von der Vorbereitung der Haut bis hin zur Auswahl der richtigen Produkte und Techniken. Aber genau das ist auch seine Schwäche: Es bleibt sehr in den Basics. Wer sich bereits intensiver mit Make-up beschäftigt hat oder viele Tutorials und Blogs verfolgt, wird wenig Überraschendes finden. Es fehlen innovative Ansätze oder Tipps, die über die klassischen Grundlagen hinausgehen.
Trotzdem konnte ich ein paar neue Dinge lernen und in meine Routine einbauen. Gerade die Abschnitte zu Hauttypen, Farben und Texturen fand ich gut aufbereitet. Hier merkt man Bobbi Browns jahrzehntelange Erfahrung. Ihre Philosophie, Make-up als Mittel zu sehen, die natürliche Schönheit zu unterstreichen, zieht sich konsequent durch das Buch und ist immer wieder inspirierend.
Wenn ihr auf der Suche nach einem soliden Nachschlagewerk seid, das alle wichtigen Aspekte des Make-ups abdeckt, könnte „Makeup Manual“ für euch interessant sein. Allerdings solltet ihr euch bewusst sein, dass sich ein großer Teil an eine professionelle Zielgruppe richtet. Wer „nur“ Inspiration für den Alltag sucht oder schon viel über Make-up weiß, könnte sich weniger abgeholt fühlen.
Insgesamt würde ich das Buch als empfehlenswert für angehende Make-up Artists und solche, die ihre Grundlagen noch erweitern möchten, einstufen. Für Hobby-Make-up-Fans, die nach frischen Ideen oder fortgeschrittenen Techniken suchen, ist es nur bedingt geeignet. Es ist ein gutes Standardwerk, aber eben ohne viel Überraschendes.
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