Dienstag, 29. September 2015

Pilze einkochen

Ja, meine Lieben auch Pilze jeglicher Art lassen sich wunderbar einkochen. Gerade in den Jahren in denen man bildlich gesprochen schon fast in Pilzen watet, ist für mich Einkochen die Methode erster Wahl, da Trockenpilze nach dem Wässern irgendwie schleimig werden und entweder zäh wie eine alte Schuhsohle oder labbrig sind. Eingekochte Pilze schmecken dagegen fast noch besser als frische Pilze. (^.^)

Man nehme - pro Glas mit 500 ml Fassungsvermögen:
250 g Äpfel
250 ml Wasser
1 TL Salz

Zubereitung:
Die Gläser sterilisieren. Die Pilze verlesen und putzen, das Salz im Wasser auflösen. Die Pilze in die vorbereiteten Gläser füllen, mit dem Salzwasser auffüllen und die Gläser verschließen. Die Gläser in den großen Kochtopf setzen und so hoch mit Wasser füllen, dass die Gläser mindestens zur Hälfte im Wasser stehen. Das ganze jetzt auf 100° C erhitzen, diese Temperatur halten und die Pilze so ca. 30 Minuten einkochen. Danach werden die Gläser aus dem Wasserbad genommen und kühlen, mit einem Tuch bedeckt, ab.
Am Folgetag werden die Pilze ein zweites mal eingekocht, da Pilze - genauso wie viele Gemüsesorten - ansonsten gerne nachgären: Die Gläser in den großen Kochtopf setzen und so hoch mit Wasser füllen, dass die Gläser mindestens zur Hälfte im Wasser stehen. Das ganze jetzt auf 100° C erhitzen, diese Temperatur halten und die Pilze so ca. 30 Minuten einkochen. Danach werden die Gläser aus dem Wasserbad genommen und kühlen, mit einem Tuch bedeckt, ab.

Eingekochte Pilze hält sich mindestens ein Jahr.

Freitag, 25. September 2015

Bayrische Kuchl - Knödel: Schinkenknödel

Schinkenködel sind im Grunde "nur" Semmelknödel, die mit gewürfeltem Kochschinken, wahlweise auch Räucherschinken, gefüllt werden. Schinkenknödel werden gerne als Festtagsknödel gereicht, dienten aber durchaus auch als Herrgottsbscheißerl an Fasttagen. Schmecken tun sie auf jeden Fall. (^.^) Ich esse sie gerne mit Kochschinken gefüllt zu Pilzgerichten, weil es dann so schön stimmig schmeckt.

Man nehme - für fünf Knödel:
5 Semmeln vom Vortag (etwa 250 g)
Salz
200 ml Milch
1/2 Zwiebel
1/2 Bund Petersilie
25 g Butter
2 Eier
1 EL Mehl
50 g Schinken (roh oder gekocht)

So gehts:
Die Semmeln feinblättrig aufschneiden. Währenddessen die Milch erwärmen. Die Semmeln in eine Schüssel geben, salzen und mit der warmen Milch übergießen. Das ganze zugedeckt etwa 30 Minuten ziehen lassen.

Die Zwiebel fein würfeln, die Petersilie hacken, beides zusammen in der Butter leicht anschwitzen, zu den Semmeln geben und Eier und Mehl zugeben. Alles mit der Hand zu einem geschmeidigen Teig vermischen, ohne jedoch zu kneten und nochmals 30 Minuten ziehen lassen.

In einem weiten Topf Wasser zum Sieden bringen und Salz zugeben. Den Schinken nicht zu fein würfeln. Aus dem Teig mit angefeuchteten Händen fünf gleichgroße Knödel drehen, dabei den Schinken in einem kleinen Nest in die Mitte des Knödels drücken und in das Salzwasser setzen. Die Temperatur dabei knapp unter dem Siedepunkt halten. Den Deckel schräg aufsetzen und die Knödel in 20 Minuten gar ziehen lassen (nicht kochen!). Die Knödel mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser nehmen, kurz abtropfen lassen und schmecken lassen. (^.^)

Montag, 21. September 2015

Elsa Schiaparelli

Heute möchte ich euch eine ganz besondere Frau vorstellen, die wie keine andere die Mode der 30er Jahre prägte, und die heute traurigerweise fast in Vergessenheit geraten ist: Elsa Schiaparelli.

Elsa Schiaparelli wurde am 10. September 1890 in Rom als Tochter einer bekannten piemontesischen Gelehrtenfamilie geboren. Sie studierte Philosophie in Rom und ging danach nach London, wo sie Wilhelm Wendt de Kerlor kennen und lieben lernte und ihn nach nur wenigen Wochen Beziehung, im Juni 1914 das Ja-Wort gab. Das Paar war nur ein Jahr nach der Hochzeit aufgrund diverser dubioser Machenschaften Wendt de Kerlors (u.a. seine Betätigung als "Medium" und "Wahrsager"), gezwungen, London zu verlassen. Sie tingelten zunächst durch Europa, bevor die Bedrohung durch den tobenden Weltkrieg zu groß wurde, so dass sie 1916 nach New York übersiedelten. Dort nahm Wendt de Kerlor seine dubiosen Praktiken wieder auf und bekannte sich mehr aus Selbstdarstellungszwang denn aus tatsächlicher Überzeugung zum Bolschewismus, was ihn schnell in den geheimdienstlichen Ermittlungsfokus brachte. Elsa Schiaparelli lernte in New York Gaby Picabia kennen und kam durch sie in Kontakt mit namhaften dadaistischen Künstlern wie Francis Picabia, Man Ray oder Alfred Stieglitz, die sie sehr inspirierten.
Kurz nach der Geburt der gemeinsamen Tochter Maria Luisa im Jahr 1920 verließ Wendt de Kerlor Elsa Schiaparelli für die Tänzerin Isadora Duncan. Fast mittellos kehrte Elsa Schiaparelli 1922 nach Europa zurück und ließ sich in Paris nieder, wo sie zunächst, dank der finanziellen Unterstützung ihrer Familie ein Strickwarengeschäft eröffnete.

Wer nun in Paris im Modegeschäft erfolgreich sein will, musste auch damals schon vor allem eines tun: auf Modenschauen gehen. Wer nun wie Elsa Schiparelli zwar einen Namen und Beziehungen hat um an die begehrten Karten zu kommen, aber andererseits nicht über die finanziellen Mittel verfügt, sich dafür in teure Designerroben zu hüllen, dem bleibt nur eines: selbst ist die Frau. (^.^) Elsa Schiaparelli machte sich für eine Modenschau im Jahr 1927 einen schwarzen Pulli in dem eine weiße Schleife eingestrickt und weiße Manschetten angestrickt waren. Dieser Pulli traf genau den Zeitgeist, setzte er doch das moderne grafische Design in der Strickmode sehr gekonnt um. Was nun kam, ging rasend schnell: jeder wollte diesen Pulli! Das New Yorker Luxuskaufhaus Lord & Taylor orderte 40 Stück, wenige Wochen später war der Pulli bereits in der französischen, britischen und amerikanischen Vouge abgebildet und Schiaparellis Strickwarengeschäft war über Nacht zu einem gefragten Modelabel geworden. Schnell erweiterte sie ihr Repertoire und designte auch Abendkleider, Hüte und Handschuhe. Ihr Label war "Shocking Pink", ein grelles Pink, das bald Schiaparelli-Pink genannt wurde, auf das ihr Nachname eingestickt war und auch bei ihren Entwürfen schockte - eigentlich revolutionierte - sie immer wieder: sie kreierte den Hosenrock, arbeitete mit sichtbaren Reißverschlüssen als Designelement, und brachte als erste das Dianadekolleté auf die Laufstege. Sie kreierte Hüte in Schuhform und Handtaschen in Telefonform. Sie war schrill, sie war chic, sie war avantgarde und schon bald war sie die richtungsweisende Designerin in Paris. Sie kleidete Stars wie Greta Garbo, Peggy Guggenheim, Marlene Dietrich, Mae West, Gloria Swanson oder Joan Crawford ein.
Am Höhepunkt ihres Erfolges kam es jedoch zu einem jähen Ende für die Schiaparelli: als die deutsche Wehrmacht Frankreich besetzte, setzte sich Elsa Schiaparelli in die USA ab. Sie kehrte zwar nach Kriegsende nach Frankreich zurück, doch die Modewelt hatte sich geändert. Die Mode war nicht mehr schrill, aufsehenerregend, revolutionär und künstlerisch. Der New Look, der nun die Laufstege beherrschte, war schon fast altbacken, im Vergleich zur Mode vor dem 2. Weltkrieg. Eine Modewelt in der Elsa Schiaparelli keinen Platz mehr fand und sich ihre ewige Rivalin Coco Chanel durchsetzte. 1954 musste Schiaparelli ihr Label aufgeben.
Elsa Schiaparelli starb am 13. November 1973 im Alter von 83 Jahren in Paris.

Samstag, 19. September 2015

Feiner Biskuit - Petits Fours

Petits Fours sind klein und fein, superleicht gemacht und trotzdem jedes mal anders. Heute zeige ich euch, wie es geht:


5 Eier
125 g Zucker
abgeriebene Schale von einer Zitrone
125 g Mehl

Zum Füllen:
100 g Konfitüre

Zum Dekorieren:
je nach Gusto und Belieben

Den Backofen auf 180° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen.
Die Eier trennen (Eiweiße in die Rührschüssel, Eigelbe zwischenlagern) und mit dem Handrührgerät auf höchster Stufe steif schlagen. Jetzt den Zucker sowie die Zitronenschale zugeben und auf höchster Stufe unterschlagen. Die Eigelbe mit einer Gabel verquirlen, zur Eiweißmasse geben und unterrühren. Das Mehl auf den Teig sieben und zügig auf niedrigster Stufe unter den Teig heben.
Den Teig auf dem Blech glattstreichen und etwa 10 Minuten bei 180° C mit Ober-/Unterhitze backen.

Den Biskuit nun vorsichtig auf ein Gitter zum auskühlen stürzen (den Rand mit einem spitzen Messer lösen, Gitter umgedreht auf die Teigplatte legen - Backpapier dazwischen nicht vergessen - und einmal schnell drehen).

Nach dem Auskühlen den Biskuit in drei gleichgroße Streifen schneiden. Einen Streifen mit Konfitüre bestreichen, eine zweite Platte darauf setzen, erneut mit Konfitüre bestreichen und die dritte Platte darauf setzen. Den Biskuit nun leicht beschweren, am besten mit einem Holzbrett oder vergleichbarem und über Nacht ruhen lassen.

Jetzt die Kanten glatt schneiden und anschließend den Biskuit erneut dritteln und dann gleichmäßig große Würfel schneiden.

Ab sofort wird es kreativ es geht ans Dekorieren. Ich habe meine Petits Fours mit Zuckerguss überzogen und mit Zuckerblumen dekoriert. Der Guss kann natürlich mit Lebensmittelfarbe gefärbt werden, ihr könnt die Petits Fours mit Marzipan, Fondant oder Schokolade überziehen. Sehr Geduldige können natürlich auch mit Buttercreme, Sahne oder Canache einstreichen. Verziert wie ihr lustig seid und was gefällt. Selbstverständlich könnt ihr auch andere Füllcremes als Konfitüre verwenden. Ganz also, wie ihr lustig seid oder aber: je nach dem was weg muss. (^.^)

Donnerstag, 17. September 2015

Ein Münchner Nachkriegs-Designklassiker: Das Hausbüro der Firma Schreibmayr

Das Hausbüro ist ein kleines Verwandlungsmöbelstück, dass in einer Kleinserie durch die Münchner Firma Schreibmayr in den 50ern und frühen 60ern produziert und vertrieben wurde und das es mir schon seit langem angetan hat. Der Clou am Hausbüro: geschlossen sieht es aus wie ein schmales Highboard, geöffnet verwandelt es sich in einen sehr variablen und geräumigen Arbeitsplatz mit Arbeitsfläche und zahlreichen Ablage- und Archivierungsmöglichkeiten, das ganze sogar einschließlich Arbeitsbeleuchtung! Das Hausbüro gab es aus Weichholz gearbeitet mit schlichtem Ahornfurnier oder aber in der repräsentativeren Variante aus Nußbaum gearbeitet und furniert, der Korpus in der absoluten High-Class-Ausgabe auch gerne mit wunderschönen Intarsien verziert. Ein solches wurde auch vor einigen Monaten im Wiener Auktionshaus Dorotheum versteigert. Oh wie gerne hätte ich ein solches Hausbüro... Aber soviel Geld... Ich glaube, das würde ich nicht wagen, dann auch noch zu benutzen, genau das hätte ich aber am allerliebsten: ein Hausbüro für den täglichen Gebrauch, bei dem die Arbeit Ratzfatz weggeräumt ist, sobald man zuklappt.



Sowas in der Art habe ich jetzt zwar auch: in Form eines Sekretärs, aber in welchen Sekretär lässt sich schon ein PC verräumen, also ich habe noch keinen gefunden, oder zumindest keinen, der dann auch noch nach was aussieht. Kurzum: ich brauche ein Hausbüro, allerdings bin ich nun mal nicht zu jedem Preis bereit, oder - um ehrlich zu sein - eigentlich bin ich zu gar keinem Preis bereit. Selbst die "Billigvariante" des Hausbüros, also die aus Weichholz gearbeitet, kostet in unrestauriertem Zustand 1.000,- € aufwärts (die dann eher von privat, Auktionshäuser handeln üblicherweise nicht mit Mobiliar der Nachkriegszeit das billig und auf Masse produziert wurde). Und die "Billigvariante", die heutzutage eher "Totale Wuchervariante" heißen müsste, schaut halt blöderweise auch nach billig aus, ist also nichts, das ich mir in die Wohnung stellen möchte.

Also was tun? Tja, in diesem Falle wage ich mich ans selbst bauen... Das ganze in der Hoffnung dass sich die klaren, noch vom Bauhaus inspirierten Linienführungen und die schlichte Eleganz leicht nachbauen lassen. Es ist nun auch nicht so, dass ich schon jemals in meinem Leben ein Möbelstück gebaut hätte, aber warum nicht einfach versuchen? Ich mache mir also mal einen Plan... Mal schauen, was daraus wird... Ich werde selbstverständlich berichten.

Freitag, 11. September 2015

Bayrische Kuchl - G'müas: Pichelsteiner

Heute möchte ich euch einen meiner Lieblingseintöpfe aus Kindertagen vorstellen - wobei ich damals ehrlichweise nur die Kartoffeln rausgegessen habe. Die Kartoffeln esse ich heute noch am liebsten, den Rest verschmähe ich mittlerweile aber auch nicht mehr, vom guten Pichelsteiner. (^.^)

Viele Nichtbayern sind übrigens sichtlich erstaunt, wenn sie hören, dass das Pichelsteiner ein traditionelles bayrisches Gericht ist. Dennoch war es erst Bundeskanzler Ludwig Erhard, der das Pichelsteiner als seine Leibspeise über die bayrischen grenzen hinaus bekannt machte.

Das Pichelsteiner ist übrigens auch eines der wenigen Rezepte dessen Schöpferin namentlich bekannt ist, es ist die Wirtin Auguste Winkler aus Kirchberg im Wald, die ihren schnellen und einfachen Eintopf nach dem nahe gelegenen Büchelstein benannte. Nachdem im niederbairischen das ü als i ausgesprochen wird und uns Bayern gerne unterstellt wird, dass wir kein p kennen (was nicht stimmt, man muss halt genau hinhören um den Unterschied zwischen p und b herauszuhören), wurde aus dem gesprochenen "Bichlsteiner" ein geschriebenes Pichelsteiner, obwohl eigentlich Büchelsteiner richtig gewesen wäre. (^.^)

Aber kommen wir nun zum Rezept - einmal mehr eine Version die um Elemente aus unserem Familienrezept ergänzt werden musste, weil die Angaben in Erna Horns Bayrischer Kuchl mangels konkreter Angaben nicht nachkochbar gewesen wären.

Die Zutaten - für 6 Portionen (Pichelsteiner schmeckt in aufgewärmt fast noch besser, also nur keine Scheu gleich so viel zu kochen):
250 g Schweinefleisch von Bauch oder Schulter
250 g Rindfleisch von Bauch oder Schulter
250 g Kalbfleisch von Bauch oder Schulter
60 g Butterschmalz
2 Zwiebeln
150 g Karotten
150 g Sellerie
1 Petersilienwurzel
750 g Kartoffeln
Salz
Pfeffer
750 ml Fleischbrühe
1 Bund Petersilie

Zubereitung:
Das Fleisch, das Gemüse und die Kartoffeln einputzen und in etwa gleich groß würfeln. Das Butterschmalz in einem weiten Topf schmelzen und das Fleisch darin scharf anbraten. Die gewürfelten Zwiebeln zugeben und kurz mit anbraten, alles salzen und pfeffern und die Hitze reduzieren.

Jetzt das gewürfelte Gemüse einschichten: auf das Fleisch kommen die Karotten, dann der Sellerie, die Petersilienwurzel und oben auf die gewürfelten Kartoffeln. Dabei wird jede Schicht mit Salz und Pfeffer gewürzt. Das ganze wird nun mit der Brühe aufgegossen, zugedeckt und ohne umzurühren (das ist wichtig für den besonderen Geschmack) bei mittlerer Hitze in etwa 45 Minuten gar gekocht. Dabei zwischendurch immer wieder kontrollieren, ob noch genug Flüssigkeit im Topf ist.

Zum Anrichten wird das Pichelsteiner einmal durchgehoben - die Zutaten werden also vermengt - angerichtet und mit gehackter Petersilie bestreut.

Mittwoch, 9. September 2015

Rumtopfkonfitüre

Ihr kennt das vielleicht auch: der Rumtopf ist noch nicht alle aber die neue Saison steht schon vor der Tür... Wohin nur mit den Resten, die zum wegwerfen natürlich viel zu Schade sind... Nun, des Rätsels Lösung lautet: Rumtopfkonfitüre, die so lecker ist, dass ich beim nächsten Mal extra dafür Rumtopf abzweige. (^.^)

Zutaten:
Die Reste aus dem Rumtopf
die entsprechende Menge Gelierzucker 3:1

So gehts:
Die Gläser vorbereiten. Den Rumtopf pürieren. Wenn es zu flüssig ist, ggf. noch Waldbeeren (aus dem TK, aber aufgetaut, damit wird es am leckersten) unterrühren. Das Püree mit dem Gelierzucker aufkochen, vier Minuten lang sprudelnd kochen und die Gelierprobe machen. Geliert die Konfitüre, wird sie abgeschäumt und in die bereit stehenden Gläser gefüllt. Diese sofort verschließen und zunächst 15 Minuten auf dem Deckel stehend, dann richtig herum stehend abkühlen lassen.

Die Rumtopfkonfitüre hält sich locker ein Jahr.

Montag, 7. September 2015

Die kleine Warenkunde zum Kochen und Backen - Suppen

François Barraud - La Tailleuse de Soupe (1933)
In unseren kleinen Warenkunde geht es nun, nach den überblicksweisen Nahrungsmittelgruppen, durch die einzelnen Speisengruppen. Den Anfang machen heute die Suppen. Suppen lassen sich ganz grundsätzlich in zwei Kategorien einteilen: in klare Suppen und in gebundene Suppen.

Die Grundlage für klare Suppen stellt die Brühe dar, dabei ist Brühe aber nicht gleich Brühe:

  • Eine einfache Brühe, auch Bouillon genannt, gibt es üblicherweise als Fleischbrühe (Rind auch Kalb und Lamm), Hühnerbrühe, Fischbrühe und Gemüsebrühe.
  • Eine konzentrierte, also reduzierte Fleischbrühe, die mit Klärfleisch gekocht wurde um Schwebstoffe zu entziehen, wird Kraftbrühe, auch Consommé, genannt.
  • Eine stark konzentrierte also reduzierte Brühe nennt sich Fond und kommt weniger bei Suppen, sondern vielmehr bei Saucen zum Einsatz.
  • Ein Sud ist zu guter letzt mit Gewürzen verfeinertes Kochwasser (manchmal auch unter Zugabe von Wein) von Gemüse, Fleisch oder Fisch, dern manchmal zum Aufgießen oder Strecken verwendet wird.

Die jeweiligen Suppeneinlagen werden normalerweise nicht in der Brühe gekocht, da diese sonst eintrüben kann, sondern üblicherweise in Salzwasser. Sie werden erst in der separat erwärmten Brühe angerichtet. Schneller ist es aber allemal die Einlage direkt in der Brühe zu kochen. Geschmacklich besser ist es oft auch und es ist mir persönlich bisher nur selten passiert, dass die Suppe eintrübt und selbst wenn: es ist dabei "nur" die Optik, die in getrübt nicht unbedingt schlechter sein muss, daher muss in meiner Küche keine Suppeneinlage in Salzwasser baden, bevor sie in die Brühe darf. Ich sehe das völlig unproblematisch und meine Mutter hat es bisher auch noch nie anders gemacht. (^.^)

Gebundene Suppen wurden früher sehr regelmäßig und heute noch manchmal aus einer Einbrenne zubereitet: es wird also erst Butter in einem Topf geschmolzen, dann Mehl eingerührt und bis zum gewünschten Grad gebräunt und anschließend mit Flüssigkeit, in aller Regel Brühe, aufgegossen. Neben dem Binden mit der Einbrenne ist es auch möglich durch (teilweises) Pürieren, oder durch das Zugeben von Sahne, seltener durch das Legieren mit Ei, abzubinden. Gebunden wird dann kurz vor dem Servieren, da die Suppe dann nicht mehr lange kochen darf.

Brühen ohne Einlage lassen sich sowohl einkochen als auch einfrieren. Selbst manche Einlagen lassen sich direkt in der Brühe einkochen, allerdings nicht alle, daher verweise ich jeweils gesondert bei den jeweilige Rezepten auf diese Möglichkeit. Auch gebundene Suppen können eingekocht und eingefroren werden, allerdings nur vor dem Abbinden und vor dem Zugeben von Milchprodukten. Die Suppe wird dann jeweils portionsweise frisch fertiggestellt.

Zum Essen werden klare Suppen übrigens in Suppentassen gereicht, gebundene Suppen hingegen in tiefen Tellern. (^.^)

Samstag, 5. September 2015

Haare färben mit Elumen von Goldwell

Ich habe schon vor einiger Zeit den Drogeriehaarfarben den Rücken gekehrt um mich endlich an die Profifarben herangewagt, an Elumen von Goldwell um genau zu sein. Was mich dazu bewogen hat, mich an Elumen heranzutrauen ist schlicht und ergreifend die Tatsache, dass ich nun mal von Papa das frühe Ergrauen geerbt habe - ich ergraue bereits seit meinem 21. Lebensjahr vor mich hin. Gut, es sind nicht viele graue Haare die ich habe, nachdem ich aber von Natur aus dunkelbraunes Haar habe, fallen die einzelnen Grauen dazwischen halt einfach echt fies auf. Vor allem weil die natürlich auch noch ausgerechnet am Oberkopf wachsen müssen... Deshalb färbe bzw. intensivtöne ich. Was dabei allerdings nervt: man muss echt regelmäßig die Ansätze nachtönen, damit man die Längen aber nicht farbübersättigt, schmeißt man regelmäßig die Hälfte des Produkts weg und: theoretisch reicht es bei mir auch nicht mit meiner jetzigen Intensivtönung, die immerhin die beste ist, die ich finden konnte, nur alle paar Wochen mal nachzutönen, weil sie sich eben schon ziemlich auswäscht, gerade auf den grauen Haaren. Normalerweise müsste ich damit fast schon alle drei Wochen ran - das will ich meinen Haaren aber nicht antun. Nachdem Elumen direktziehend ist, sprich: die Farbe ist bereits fertig angemischt ist, kann man die Farbe ganz ohne Probleme aufbewahren und immer nur soviel entnehmen, wie man gerade braucht, also im Grunde genau das Richtige für mich. Zudem wirkt Elumen ohne Ammoniak oder Peroxid, also genau die beiden Bestandteile von Haarfarben, auf die ich zum Schutz meiner Haare gut und gerne verzichten kann. Mehr noch: sie pflegt das Haar sogar noch kräftiger und gesünder, indem die Farbe brüchige Stellen im Haar quasi durch eine pysikalische (und eben nicht chemische) Reaktion "auffüllt". Und: sie hält superbombenfest, es reicht allein die Ansätze nachzufärben, die Längen brauchen nur etwa alle 6 Monate ein Auffrischen.

Zugegebenermaßen ist die Erstinvestition in das Haarfarbensystem von Elumen etwas größer, nachdem man alle Produkte aber mehrmals verwenden kann, bevor sie aufgebraucht sind, amortisiert sich die Erstinvestition auch schnell. Zudem braucht man auch nicht unbedingt das komplette System, wie ich mittlerweile in einer kleinen Versuchsreihe feststellen konnte:
  • Elumen Prepare - eine Farbvorbehandlung, die das Haar schützt und dafür sorgt, dass die Farbpigmente besser im Haar halten; 150 ml kosten etwa 15,- €, wer graue Haare hat, so wie ich oder helle Haare merklich dunkler färben möchte, sollte in Elumen Prepare investieren, da die FArbe damit wirklich besser hält und weniger schnell auswäscht.
  • Elumen Farbe - 200 ml kosten etwa 20,- €, die braucht man wirklich immer.
  • Elumen Lock - eine Farbnachbehandlung, die dafür sorgt, dass die Farbpigmente sicher im Haar bleiben; zudem werden überschüssige Pigmente vom Haar entfernt; 250 ml kosten etwa 10,- €, ich habe bei meinen Haaren keinen Unterschied zwischen mit und ohne Lock feststellen können, ich würde also behaupten, dass diese Investition lässlich ist.
  • Elumen Clean - ist ein Farbentferner für die Haut um die Ferkelei beim Färben wieder zu entfernen; 250 ml kosten etwa 15,- €, nutzlos, jeder billige Augenmakeupentferner kann mehr als Elumen Clean.
Insgesamt muss ich also 35,- € investieren; meine bisherige Haarfarbe kostet pro Packung 5,- €, Elumen lohnt sich also, wenn das ganze Zeug 7 Monate lang hält und das tut es locker. (^.^)

Zusätzlich gibt es aus der Elumenserie natürlich noch Pflegeprodukte wie Shampoo, Kur usw. darauf habe ich verzichtet, weil ich nicht wirklich daran glaube, dass ein (überteuertes) Friseurshampoo wirklich besser ist, als eines aus der Drogerie. Außerdem gibt es von Elumen auch Färbeschalen, Applikatorfläschchen, Pinsel und dergleichen. Nachdem die No-Names allerdings nur einen Bruchteil dessen gekostet haben, als das Original-Elumen-Zubehör, habe ich ein No-Name-Schälchen und einen No-Name Silikonpinsel zum Auftragen der Farbe gekauft. Außerdem braucht ihr noch Einweghandschuhe zum Färben. Die gibts im 100er-Pack im Baumarkt oder im Supermarkt bei den 1,- €-Kruschartikeln. (^.^) Und: man kann dann sogar Handschuhe in der passenden Größe wählen und muss keine Dinger anziehen, die man von der Größe her auch als Müllbeutel verwenden könnte.

Für später habe ich mir aus der Elumenserie übrigens noch Elumen Return, eine Farbreduktion speziell für Elumen-Farben vorgemerkt; sie zieht die Farbe wieder aus dem Haar, sollte man mal wechseln wollen. Zudem gibt es noch Elumen Clear zum Mischen von Haarfarben, sollte man einen weniger satten und intensiven Ton färben wollen.

Soviel der Vorrede, kommen wir zum machen:
Zunächst werden die Haare mit einem Tiefenreinigungsshampoo gründlich gewaschen. Danach kommt Elumen Prepare ins handtuchtrockene Haar. Das Ganze gründlich verteilen und wieder den Handtuchturban drauf. Vor dem Färben müssen die Haare komplett trocken sein; wirklich komplett, da Wasser verhindert, dass die Farbpigmente ins Haar eindringen. Daher habe sogar ich ausnahmsweise mal zum Föhn gegriffen um meine Haare komplett durchzutrocknen.

Dann kommt die Haarfarbe drauf, bzw. vorher noch die Handschuhe und ein Friseurumhang oder zumindest ein altes T-Shirt an (^.^). Ich habe etwas von der Farbe in mein Schälchen gegeben und mit dem Pinsel partienweise vom Ansatz zu den Spitzen aufgetragen und jede Strähne nochmal mit meiner Färbehaarbürste durchgekämmt, um die Farbe zu verteilen. Ist die Farbe erstmal drauf, muss sie 45 Minuten einwirken. Danach wird sie solange ausgewaschen bis das Wasser klar bleibt. Wer möchte wäscht seine Haare nochmals wie gewohnt durch - muss man aber nicht.

Eventuelle Spritzer von Fliesen und Waschbecken lassen sich übrigens super wieder entfernen, Badteppiche und ähnliches würde ich aber vor den Färben rauslegen.

Mein persönliches Fazit will ich euch auch nicht vorenthalten:
Suuuuuuuper!!!! Ich habe ja eigentlich ohnehin gesundes kräftiges Haar, aber Elumen hat wahre Wunder bewirkt! Es fühlt sich an... der Hammer, weich, aber trotzdem kräftig, wie Samt und Seide, einfach nur unbeschreiblich wunderbar! Und die Farbe... hach... ich bin verliebt... (^.^)
Der Nachteil, dass das Färben ziemlich lange dauert im vergleich zu den herkömmlichen Drogerieprodukten relativiert sich auf jeden Fall mit zunehmender Übung, die Kosten sowieso.

Freitag, 4. September 2015

Bayrische Kuchl - G'müas: Karfiol mit Schinkenhaube

Zunächst gibt es wieder eine Lektion "Bairisch für Anfänger": Karfiol heißt der Blumenkohl im südlichen Bayern, obschon der Ausdruck aus dem alltäglichen Sprachgebrauch immer mehr verschwindet. Dabei handelt es sich um eine Verballhornung des italienischen cavolfiore, einer der zahlreichen italienischen Ausdrücke (interessanterweise viele zum Thema Essen), die ihren Weg in die bairische Mundart gefunden haben. Aber nun wieder genug der Unterrichtsstunde - kommen wir zum kochen, einmal mehr, meine Version der mehr als spärlichen Angaben bei Erna Horn - und:lecker wars (^.^) Ihr bekommt also das Rezept:

1 großer Blumenkohl
150 g Schinken
30 g Butter
30 g Mehl
500 ml Milch
Salz
Pfeffer
Muskat
3 EL Sahne
50 g geriebener Käse

Zubereitung:
Den Blumenkohl putzen, in Röschen teilen und in sprudelndem Salzwasser in etwa 5 Minuten bissfest garen, abgießen und abtropfen lassen.
Den Schinken würfeln. Den Backofen auf 180° C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Nun bereiten wir zunächst eine klassische Béchamelsauce zu. Dafür die Butter im Topf schmelzen und das Mehl mit dem Schneebesen  unterrühren. Nun nach und nach die Milch zugießen und gründlich unterrühren. 10 Minuten köcheln lassen. Zuletzt noch mit Salz, Pfeffer und Muskat würzig abschmecken. Bei Bedarf (sprich: bei Klümpchen) durch einen Sieb abgießen. Nun noch die Sahne und den Käse einrühren, bis dieser komplett geschmolzen ist.
Den Blumenkohl in eine Auflaufform füllen, mit dem Schinken überstreuen und mit der Béchamel-Käse-Sauce übergießen. Im Ofen etwa 30 Minuten goldgelb gratinieren.

Dienstag, 1. September 2015

Die Laufstegtrends Herbst/Winter 2015/16

It all started with a big BANG! (Barenaked Ladies - eigentlich: "The History of Everything")
Ja, der Nerd-, Geek- und Grannystyle ist wieder zurück auf den Laufstegen nachdem er, seit seinem ersten Auftauchen vor etlichen Jahren, aus dem Streetsyle nicht mehr so ganz verschwunden war, haben nun die Desinger den wahrhaft "alten Hut" wieder aufgenommen.

The Soft Parade (The Doors)
Fast schon ein Runway-Klassiker: Pastellfarben - so auch diese Saison wieder, dieses mal in etwas "schlammiger" Nuancierung.

She's a Rainbow (The Rolling Stones)
Auch die Knallfarben bleiben uns weiterhin erhalten, dabei gilt jedoch: knallig ja - Neon nein.

When I paint my Masterpiece (Bob Dylan)
Stoffe die an ein Kunstwerk erinnern, seien es nun Drucke die an die großen Kindergartenkünstler erinnern oder aber feinste Pop-Art oder Comic-Prints. Für jeden ist was dabei. (^.^)

Silence ist Golden (The Tremeloes)
Auch die Metallic-Farben sind diesen Herbst/Winter wieder mit dabei, auch für tagsüber. Dabei dominieren zwar gold und bronze aber auch silber ist weiterhin vertreten.

Lady in Black (Uriah Heep)
Ein weiterer Winterklassiker: schwarz, dabei in dieser Saison gerne klassisch-romatisch gesteilt und außerdem sehr gerne mit weißen, goldenen oder farbigen Akzenten kombiniert.

Put your Cat Clothes on (Carl Perkins)
Der Leo bleibt und wird bunt, dennoch gilt bei Leo weiterhin: klassische Schnitte, sonst wirds schnell billig.

Teddy Bear (Elvis Presley)
Wie jeden Winter sieht man auch wieder viel Pelz, allerdings echte Damen mit wahrer Grandeza müssen für den Pelzlook keine Tiere töten lassen. Teddy Bär sieht mittlerweile sehrsehr echt aus.

The Lady's in Love with you (Sammy Davis Jr.)
Sehr viel und sehr regelmäßig zu sehen sind sehr damenhafte und klassische Looks, Hosen haben in dieser Saison wahren Seltenheitswert, dafür gibt es reihenweise (über-)knielange Kleider und Röcke.