Über Lili und über Lili goes Retro

Lili...

Me...
Ich freue mich, dass du den Weg auf meinen Blog gefunden hast. (^.^) Ich bin Lili, zähle mittlerweile 34 Lenze und lebe zusammen mit meinem Verlobten und unserer Katze in München. Eigentlich bin ich aber ein Mädel vom Lande (Münchner Umland, um genau zu sein, um sehr genau zu sein: Isargau).
Ich bin in einem eher konservativ und ländlich-traditionellem Elternhaus aufgewachsen. Das hat natürlich trotz lautstarker jugendlicher Revolte ordentlich auf mich abgefärbt. (^.^) Ich mag Tradition, alleine schon weil Traditionen identitätsstiftend sind, aber auch, weil sie bei genauerem hinschauen manchmal lustig, manchmal herzergreifend, manchmal albern und manchmal einfach nur schön sind. Mein traditionelles Elternhaus (ich meine damit nicht spießig, sondern einfach verwurzelt-bodenständig) hat mir auch so manches Können beschert, das für eine Frau in meinem Alter vielleicht nicht unbedingt üblich ist.
Meine Großmutter besuchte eine höhere Töchterschule, hat zwei Weltkriege erlebt (sie war Jahrgang 1914), sieben Kinder geboren und diese mit oft einfachen Mitteln zu mündigen und fähigen Erwachsenen erzogen. Meine Großmutter erwähne ich deshalb so ausdrücklich, weil sie meine Geschwister und mich mit großgezogen hat. Meine Mutter hat eigentlich immer gearbeitet. Kinderauszeiten hat sie sich keine genommen, daher waren wir viel bei Oma, die praktischerweise nebenan wohnte. Meine Oma hat mir die Dinge beigebracht, die sie auf ihrer höheren Töchterschule gelernt hatte: häkeln, Kleidung ausbessern, sticken, Walzer und Polka tanzen (^.^) .... Sie hat mir, geprägt durch die Zeiten der Entbehrung, die sie mitmachten musste, gezeigt, wie man aus wenig viel machen kann, sei es beim Essen, sei es beim Pflegen der Kleidung, bei Kosmetik und Körperpflege, sie hat mir aber auch gezeigt, wofür es sich immer lohnt, Geld auszugeben (für qualitativ hochwertige Kleidung und Schuhe und für Fleisch, bspw.). Und: sie hat mir "von früher" erzählt. Von ihrer Kindheit und Jugend, von den Liedern die sie geliebt hat, die Bücher die sie gelesen hat, wie es so war, für eine junge Frau, die Weimarer Republik und das Dritte Reich, aber auch den Wiederaufbau und das Wirtschaftswunder zu erleben. Sie hat mir die deutsche Schrift beigebracht, mir gezeigt, wie man Wasserwellen und Papilloten (=Pin Curls) legt... Kurzum: meine Großmutter hat mir soviel mitgegeben, das mich einfach geprägt hat und mich ausmacht.
...myself...
Meine Mutter, die trotz durchgehender Berufstätigkeit immer da war, wenn es drauf ankam (ich hoffe, den Spagat bekomme ich auch hin, wenn ich mal Kinder haben sollte) ist gelernte Hauswirtschafterin. Von ihr habe ich kochen, backen, putzen, nähen, stricken, bügeln, ernähren, einrichten,... kurzum die "hausfraulichen Qualitäten" auf eine ganz wundervoll spielerische Weise beigebracht bekommen. "Hausfrauliche Qualitäten" klingt heutzutage irgendwie abwertend oder? Ich meine das aber durchaus positiv. Ich bin froh dass ich das alles gelernt habe. Das erleichtert das Leben ganz ungemein, wie ich finde.
Naja nun, und ich bin trotz (oder gerade weil) Kindheit auf dem Land ein absoluter Stadtmensch. Ich habe BWL studiert (ja, *schnarch* ich weiß - meinem Vater war es wichtig, dass sein Kind was "Vernünftiges" studiert). Nach erfolgreichem Abschluss bin ich in den Personalbereich eines Konzerns eingestiegen und bin dort noch heute - wiewohl ich den ein oder anderen Karriereschritt durchaus gemacht habe. Ein tatsächlicher Karrieremensch bin ich aber nicht, für mich gibt es zur Selbstverwirklichung einfach wichtigeres im Leben als die berufliche Karriere. Trotzdem: ich liebe meinen Job und das was ich tue, auch wenn ich mich oft ärgern muss - als Personaler steht das aber im Stellenprofil, da muss man durch. Zur Abrundung meines Personalerprofils und schlicht weil es mich interessiert hat, habe ich noch ein berufsbegleitendes aber universitäres Studium absolviert: Psychologie (ja, *uuuuuhhhh* - nein ich kann niemanden "durchschauen" oder "einfach so" analysieren *gg*). Außerdem - auch wenn das jetzt echt fies und pervers klingt - studiere ich jetzt schon wieder. Ich stehe einfach auf den wissenschaftlichen Betrieb. (^.^) Dieses Mal aber ein reines Neigungs- und Interessenstudium, das mir beruflich sehr wahrscheinlich nichts bringt: Kulturwissenschaft mit den Fachschwerpunkten Geschichte und Literatur.

...und Lili goes RETRO

...and I.
Bliebe noch die Frage: warum dieser Blog? Ich stehe schlicht und ergreifend auf die 20er bis 60er und zwar auf alles, auf Mode, Frisuren, Literatur, Filme, Musik, Technik, Malerei,... Ich mag diesen Zeitschnitt einfach so besonders, weil, ganz platt gesagt, Frauen noch Frauen und Männer noch Männer waren (ohne dass ich mir die Geschlechterrollen dieser Zeit zurückwünschen würde, ganz im Gegenteil). Ich bin aber trotz allem nicht "von gestern" und beileibe - möchte ich auch nicht - Authentiker oder Reenactor für meine 5 Lieblingsjahrzehnte. Ich lebe im hier und jetzt, im 21. Jahrhundert. Ich habe einen Flachbildfernseher, ein Handy, einen Computer und einen Laptop - außerdem schreibe ich einen Blog, wie könnte ich da Authentiker für die 20er bis 60er Jahre des 20. Jahrhunderts sein? (^.^) Nichts desto trotz hat mein Leben und vor allem ich selbst so einen gewissen Vintage-Touch. Ich kleide, schminke und frisiere mich durchaus 20er bis 60er, brauche aber einen gewissen modischen Dreh, schlicht weil ich Mode liebe. Nur weil man Kleidung, sei es nun Repro oder Original, aus vergangenen Jahrzehnten trägt, muss man nicht altmodisch aussehen. Ein klein bisschen dogmatisch bin ich bei Kleidung, Frisur und Make-up aber dann doch: selbstverständlich mische ich nicht 50er und 60er, ich käme noch nicht mal auf die Idee 1942 mit 1946 zu mischen. Ich style mich stringent und durchgängig. Ich käme niemals auf den Trichter eine Frisur der frühen 40er Jahre zu einem Petticoat tragen. Das find ich persönlich einfach schräg und unpassend. Tun das andere (und gerade das tun genug andere...), können sie das gerne tun, jedem nach seiner Fasson - dogmatisch bin ich nur an mir selbst. (^.^)
Jetzt aber genug ausgeholt, jetzt wirds Zeit endlich mal mit der Sprache herauszurücken, was es hier alles so zu lesen gibt: Lili goes RETRO ist nicht einfach nur ein x-beliebiger Lifestyle-Blog, sondern ein Blog darüber, den Lebensstil der 20er bis 60er in die heutige Zeit zu transportieren und zwar so, wie ich das mache - wirklich tue - in seiner praktischen Umsetzung. Ich theoretisiere nicht rum, wie man sich einrichten, anziehen, stylen, was auch immer, könnte, sondern darüber, wie ich es tue. Ihr bekommt hier Rezepte, Küchen- und Haushaltstipps, Ich zeige euch Kleidung und Frisuren, ich zeige euch wie man Dinge selbst macht, anstatt sie zu kaufen. Kurzum, ich schreibe hier über all die keinen praktischen Dinge, die ich im Rahmen meiner Begeisterung für vergangene Zeiten so zusammengesammelt habe, Dinge die mir aufgefallen sind, die ich ausprobiert habe, die mir gefallen oder auch nicht, Dinge die euch einfach zeigen möchte und über ganz viel mehr und ich freue mich, wenn ich euch damit unterhalten und vielleicht sogar ein kleines bisschen fesseln kann. (^.^)