Samstag, 27. Juni 2015

Häkeln für Anfänger - Rundhäkeln: unser sechstes Projekt - ein Kissenbezug in Runden ist fertig

So meine Lieben, nachdem uns unser Kissenbezug in Runden nun schon einige Lektionen lang in unserem Häkelkurs begleitet, wird es Zeit euch nun auch noch das fertige Stück zu präsentieren:

Freitag, 26. Juni 2015

Bayrische Kuchl - Knödel: Semmelknödel

Also wenn es Knödel gibt, sage ich sicherlich nicht nein, wenn es dann sogar noch Semmelknödel sind, dann, hey, hier bin ich! (^.^) Ich gebe euch heute wieder mein Rezept, da sich Erna Horn in ihrer Rezeptsammlung mehr auf Annekdötchen konzentriert, denn auf ein nachkochbares Rezept... Zutaten und Mengenangaben - sofern vorhanden - stimmen aber überein, mein Rezept ist also wohl sehr historisch (^.^)


Man nehme - für fünf Knödel:
5 Semmeln vom Vortag (etwa 250 g)
Salz
200 ml Milch
1/2 Zwiebel
1/2 Bund Petersilie
25 g Butter
2 Eier
1 EL Mehl


So gehts:
Die Semmeln feinblättrig aufschneiden. Währenddessen die Milch erwärmen. Die Semmeln in eine Schüssel geben, salzen und mit der warmen Milch übergießen. Das ganze zugedeckt etwa 30 Minuten ziehen lassen.

Die Zwiebel fein würfeln, die Petersilie hacken, beides zusammen in der Butter leicht anschwitzen, zu den Semmeln geben und Eier und Mehl zugeben. Alles mit der Hand zu einem geschmeidigen Teig vermischen, ohne jedoch zu kneten und nochmals 30 Minuten ziehen lassen.

In einem weiten Topf Wasser zum Sieden bringen und Salz zugeben. Aus dem Teig mit angefeuchteten Händen fünf gleichgroße Knödel drehen und in das Salzwasser setzen. Die Temperatur dabei knapp unter dem Siedepunkt halten. Den Deckel schräg aufsetzen und die Knödel in 20 Minuten gar ziehen lassen (nicht kochen!). Die Knödel mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser nehmen, kurz abtropfen lassen und schmecken lassen. (^.^)

Donnerstag, 25. Juni 2015

Der Vintage Flaneur - Ausgabe XI





Heute erscheint die 11. Ausgabe des Vintage Flaneur. Dieses mal erwarten euch Retro-Bademode, stilvolle Sommerkleidung, ein Reisebericht zu Kuba sowie eine Retrospektive zu den Mode-Ikonen Karl Lagerfeld und Coco Chanel.

Ihr wollt die neueste Ausgabe des Vintage Flaneur? Dann nichts wie hin zu den Flughafen- und Bahnhofsbuchhandlungen oder auf die Bestellseite des Vintage Flaneur geklickt. (^.^)

Dienstag, 23. Juni 2015

Die Frisuren vergangener Jahrzehnte: die 40er Jahre


1. Reihe - Pompadour:  Jeanne Crain, Olivia de Havilland, Lana Turner
2. Reihe - Side Rolls: Betty Grable, Hedy Lamarr, Vivian Leigh
3. Reihe - Top Roll: Katharine Hepburn, Ava Gardner, Susan Hayward
4. Reihe - Bangs: Linda Darnell, Lana Turner, Ava Gardner
Auch der Übergang von den 30ern zu den 40ern ist in Zusammenhang mit der Frisurengeschichte mehr fließend denn eine Zäsur. Allerdings sorgten die Wirren des zweiten Weltkriegs und die langen Jahre des Wiederaufbaus dafür, dass sich in den Nebensächlichkeiten des Lebens, so auch bei der Frisurenmode nicht all zu viel tat. Im Grunde war das weiterhin in Mode, was bereits Ende der 30er Jahre in Mode war.

Die Haare waren maximal schulterumspielend und rund, also bogenförmig geschnitten und dabei leicht durchgestuft. Sie wurden zum Pompadour friesiert, wie er bereits Ende der 30er Jahre in Mode kam. Nach und nach setzen sich auch Abwandlungen davon, wie Side Rolls, Top Roll oder Bangs durch. Die Ohren waren dabei jeweils frei, die Seitenpartien wurden dafür zurückgekämmt und mit Klammern oder Kämmen zurückgesteckt oder mit einem Haarband zurück gebunden. Die Haarlängen wurden offen und gewellt bis leicht lockig getragen, wahlweise aber auch hochgesteckt oder zusammengefasst.










Linda Darnell mit Turban

Mit fortschreitendem Krieg und damit einhergehender, verstärkter Berufstätigkeit der Frau, insbesondere in körperlich schweren Berufen, setzte sich auch eine Kopftuch- und Turbanmode durch, die praktischerweise auch gewickelte Haare schützten, die unter dem Stoff nicht nur geschützt waren, sondern auch trocknen konnten und dann nur noch gelöst und gelegt werden mussten. Selbstverständlich gab es beides bereits davor (den Turban insbesondere auch in den 20ern) und auch noch lange danach, beides war jedoch gerade in der ersten Hälfte der 40er Jahre fast schon omnipräsent auf deutschen Straßen. Selbstverständlich auch in chic, nicht nur in praktisch.
Ingrid Bergman mit Kopftuch
Zwei Kriegsfrisuren aus den USA, die im Rahmen der Kriegspropaganda bekannt wurden, erfreuen sich heute besonderer Beliebtheit:

Werbeposter von J Howard Miller

Rosie, the Riveter - zu deutsch Rosie, die Nieterin - ist eine Figur aus einem US Propagandafilm zur Anwerbung von Frauen zur Arbeit in der Rüstungsindustrie. Die Frisur der Dame vom Werbeposter von J. Howard Miller für den Rüstungsproduzenten Westinghouse ist heute ein Rockabilly-Szenen-Klassiker und im Grunde eine Mischung aus Kopftuch- und Turban-Style und nun, zum Nieten und Schweißen in einer Rüstungsfabrik trug man das durchaus, Anfang bis Mitte der 40er Jahre, auch in unseren Landen - allerdings auch nur dort.





Betty Grable mit Victory Rolls



Victory-Rolls sind eine Frisurenkreation die insbesondere Betty Grable, als beliebtestes Pin-up-Girl der US-Truppen, trug. Vicotry Rolls bilden dabei ein V für Victory, und sind einem Flugmanöver der US Luftwaffe nachempfunden, das sie nach einem erfolgreichen Angriff flogen. Die Spitze des V sitzt dabei vorne an der Stirn, so dass man beim Senken des Kopfes das Victory-Symbol sieht. Damit dürfte klar sein, dass nicht jede Side Roll eine Victory Roll ist, auch wenn das heute gerne durcheinander gewürfelt wird.



Erst ab 1947 und dem New Look von Christian Dior tut sich auch wieder merklich etwas in der Frisurenmode. Die Haare werden insgesamt schlichter, zurückhaltender und glatter, die Frisuren haben aber deutlich mehr Volumen, als noch zuvor. Nachdem der New Look aber die große Zäsur ist, die kostümgeschichtlich die 40er von den 50ern trennt, werde ich trotz der Jahreszahl "1947" auf die Frisuren des New Look im Beitrag zu den Frisuren der 50er Jahre eingehen.



Sonntag, 21. Juni 2015

Häkeln für Anfänger - Rundhäkeln: unser sechstes Projekt - ein Kissenbezug in Runden - Abschlusskanten: Picots

Eine weitere Varinate der Abschlusskanten, die man gleichzeitig zum Zusammenhäkeln von Häkelteilen nuten kann, sind die Picots. Im Grunde handelt es sich bei Picots um nichts anderes als um eine Kombination von festen Maschen und Luftmaschen zu einer Ornamentbordüre, die man beliebig variieren kann. Ich zeige euch heute die klassischen Picots, mit denen wir nun unseren Kissenbezug zusammenhäkeln.

Legt die beiden Teile mit der rechten Seite nach außen aufeinander. Wir häkeln nun jeweils durch beide Häkelteile. Dabei beginnen wir an der Kante neben der Knopfleiste, so dass wir in einem Schwung rundherum kommen.
Häkelt durch beide Ecklöcher eine feste Masche, nun folgen vier Luftmaschen. in die erste Luftmasche der Luftmaschenkette - also diejenige direkt nach der festen Masche - häkelt ihr nun eine feste Masche und direkt danach folgt erneut eine feste Masche in das Eckloch. Über die drei Stäbchen häkelt ihr feste Maschen. Über dem nächsten Loch folgt wieder ein Picot aus einer festen Masche, vier Luftmaschen, die mit einer festen Masche verhäkelt werden, und einer weiteren festen Masche durch das Loch. So sieht es dann aus:
Selbstverständlich kann man die Picots auch enger zusammen oder weiter auseinander häkeln, je nach dem, wie es gefällt und wie es passt. (^.^)

Freitag, 19. Juni 2015

Bayrische Kuchl - Knödel

Unter den Saucenschluckern gebührt in der bayrischen Küche dem Knödel aufgrund seiner Präsenz eine eigene Unterkategorie. Irgendwie wurde der Knödel (da wo ich groß geworden bin, im Maskulinum, es gibt aber auch Gegenden im bairischen Dialektraum, wo es das Knödel heißt), neben anderen Speisen, zu einem Synonym bayrischer Köche und das obwohl Knödel - unter anderem Namen zwar - quasi weltweit gegessen werden. Die bayrischen Rezepte sind für mich aber trotzdem besonders, ein bayrischer Semmelknödel schmeckt anders als ein vogtländer oder ein österreichischer Semmelknödel. Man schmeckt quasi die Region raus und mir ist meine eigene Heimatregion halt am nächsten. (^.^) (Ich vermute aber, das geht dem Vogtländer oder dem Österreicher vice versa genauso *gg*). Knödel sind vermutlich deshalb so weit verbreitet, weil es sie schon so lange gibt. Die ältesten Knödelfunde datieren sich auf 3.600 v. Chr. und wurden nicht im bairischen Dialektraum, sondern im Alemannischen - in der Schweiz nämlich - gefunden. Dass Knödel bereits so lange bekannt sind, liegt aber an ihrer Eigenart: sie sind im Grunde eingedickter und haltbar gemachter Brei, der sich zudem leichter transportieren lässt als Brei selbst. Vermutlich wurden bereits in der Jungsteinzeit Breireste zu Knödeln gepresst und gebacken um sie halt- aber auch transportierbar zu machen. Wir widmen uns also nicht nur einer sehr feinen, sondern auch einer sehr alten Speise, wenn wir uns in der nächsten Zeit immer mal wieder über Knödelrezepte unterhalten.

Aber wisst ihr was mich echt beschäftigt, fällt mir gerade ein, weil wir auch gerade bei Semmelknödeln waren: es gibt Regionen in Deutschland da heißt die Semmel "Brötchen", wie heißt denn dann der Semmelknödel? Brötchenknödel? Brötchenkloß? Oder gibts die außerhalb der Semmelregion gar nicht? Es heißt doch auch bundesweit Semmelbrösel und nicht Brötchenbrösel, oder? Fragen über Fragen... Ja, sowas beschäftigt mich in der Tat manchmal... Das sagt jetzt auch mehr über mich, als über alles andere aus, vermute ich mal. (^.^)

Mittwoch, 17. Juni 2015

Der Antik- und Raritätenmarkt in Keferloh

Der wohl schönste und lohnenswerteste für alle Freunde vergangener Zeiten in und um München dürfte wohl der Antik- und Raritätenmarkt in Keferloh bei Grasbrunn im Münchner Osten sein. Dort findet sich alles, was das Sammler- und Vintageherz begehrt und das von wirklich fairen und superfreundlichen Händlern mit absolut guten Preisen. "Plunder" wie rostige Schrauben, alte Glühbirnen, halbvolle Shampooflaschen und Videorekorder aus den 80ern sucht man vergeblich, dafür gibt es sowohl aufgearbeitete Antiquitäten als auch solche zum Aufarbeiten, Seltenes, Schönes und ganz viel Altes, kurzum: Keferloh ist eine Reise wert. (^.^)
Der Antikmarkt findet auf dem Gelände des Gasthofes Gut Keferloh statt, so dass für das leibliche Wohl ebenfalls bestens gesorgt ist (bei schönem Wetter ist der Biergarten ein absolut heißer Tipp!). Auch ausreichend Parkplätze sind vorhanden, also nichts wie hin. (^.^)

Der Antikmarkt findet an jedem ersten Sonntag im Monat ab 7:00 Uhr bis mindestens 13:00 Uhr (Freigelände) bzw. 15:00 Uhr (Hallen) statt.

Samstag, 13. Juni 2015

Stricken für Anfänger - Maschen anschlagen

Wie bereits angekündigt, wird es jetzt ernst. Heute zeige ich euch, wie man Maschen anschlägt. Der Leichtigkeit halber in einem kleinen Clip:

Freitag, 12. Juni 2015

Bayrische Kuchl - Saucenschlucker

Saucenschlucker, also "Sättigungsbeilagen", sind in der bayrischen Küche ein großes Thema - keine Mahlzeit ohne sie, allen voran die Knödel, klar. (^.^) Aber auch andere feine Beilagen zum satt essen hat die bayrische Küche hervorgebracht, so wie Nockerl, Spazl, Bavesen, ... um nur einige zu nennen. Alle fein und aufwendig zubereitet, galt (und gilt) in Bayern die gekochte Kartoffel doch als "Saufuda", also als Schweinefutter - selbstverständlich hat man gekochte Kartoffeln nicht selbst und direkt gegessen, wenn "man" was auf sich hielt. Klar, dass sich so eine ausgiebige Rezeptsammlung an Beilagengerichten entwickelt hat, denn so ganz allein macht Fleisch halt auch nicht satt, oder zumindest nicht lang.

Klar das auch Erna Horn eine ordentliche Menge an Saucenschluckern zusammengesammelt hat - etliche kenne ich, manche sind aber auch für mich eine Premiere. Nachdem ich nun nach und nach die Fleischgerichte durchprobieren werde, bietet es sich nur an, parallel dazu auch die Sättigungsbeilagen einzuführen, gehören diese doch quasi mit dazu. (^.^)

Dienstag, 9. Juni 2015

Ein Filtertütenhalter passend zur Küche

Wir haben uns nun schon vor einiger Zeit einen Filtertütenhalter aus Porzellan gekauft, der allerdings sehr weiß und langweilig aussieht an unserer weißen Wand. Kürzlich habe ich nun Serviettenkleber für Porzellan entdeckt und nachdem ich eine äußerlich wenig attraktive aber dafür alte Handkaffeemühle mit Porzellankorpus besitze, dachte ich mir, ich probiere das doch einfach mal aus. Das allerdings lieber nicht an der Kaffeemühle, weil, wie gesagt, alt, sondern lieber am neuen und damit leicht wieder beschaffbaren Filtertütenhalter.

So gehts:
Zunächst wird das Porzellan gründlich gereinigt, danach wird die zu dekorierende Oberfläche dünn mit dem Serviettenkleber für Porzellan bestrichen, die oberste Lage des gewünschten Serviettenmotivs wird aufgelegt und alles nochmal vorsichtig aber gründlich satt mit dem Serviettenkleber eingestrichen.

Danach trocknet das Meisterwerk über Nacht und anschließend wird das Motiv noch bei 130°C für 90 Minuten im Backofen gebrannt. Fertig ist das neue Dekor, das jetzt sogar spülmaschinenfest ist. Sieht doch ganz gut aus, oder? (^.^)

Sonntag, 7. Juni 2015

Häkeln für Anfänger - Rundhäkeln: unser sechstes Projekt - ein Kissenbezug in Runden - Abschlusskanten: Krebsmaschen

Manchmal ist es erforderlich - sei es nun aus optischen oder aus zweckmäßigen Gründen - Abschlusskanten zu häkeln. Eine Möglichkeit dabei sind Krebsmaschen, die einen dezenten und vor allem stabilen Abschluss darstellen. Sie kommen meist dort zum Einsatz, wo ein Häkelstück besondere Stabilität halten soll, etwa an Blenden oder am Bund.

Im Grunde sind Krebsmaschen nichts anderes als rückwärts gehäkelte feste Maschen. So gehts:


An unserem Kissen umhäkeln wir nun die Blende mit den Knopflöchern mit den Krebsmaschen, um sie entsprechend zu stabilisieren. Wer möchte kann auch die Blende mit den Knöpfen mit Krebsmaschen umhäkeln.

Samstag, 6. Juni 2015

Pierre Brice - Ein Nachruf

Pierre Brice als Winnetou bei den Karl-May-Festspielen
Foto: Elke Wetzig/CC-BY-SA
Heute starb Pierre Brice im Alter von 86 Jahren, als einer der Schauspieler, der wohl auf ewig mit seiner Paraderolle verwachsen sein wird, Winnetou.

Pierre Brice war im Nachkriegsfrankreich einer von vielen Nachwuchsschauspielern, der zudem Alain Delon, der damals bereits berühmt war, viel zu ähnlich sah, um sich in seinem Heimatland zu etablieren. Er ging zunächst nach Spanien, dann nach Italien, un wirkte in einigen Sandalen- und Mantel-und-Degen-Produktionen mit, ohne jedoch den Durchbruch zu schaffen. Horst Wendtland, der angehende Karl-May-Produzent sah den Jungschauspieler auf den Berliner Filmfestspielen und erkannte in ihm sofort seinen Winnetou. Pierre Brice brauchte jedoch noch einige Überredung seiner Agentin um das Angebot anzunehmen. Selbst nachdem die erste Karl-May-Verfilmung, Der Schatz im Silbersee, abgedreht war, rechnete er immer noch mit einem Flop, doch - wie wir alle wissen - es sollte anders kommen: Der Film sollte sein Durchbruch sein und die weiteren Karl-May-Verfilmungen sollten seine Prominenz nur unterstreichen. Pierre Brice ist Winnetou, er war es, der unser Bild der amerikanischen Ureinwohner in unserer Kindheit prägte, wie kein anderer - so ahistorisch dieses Bild auch war. (^.^) Spätere Versuche in Form einer Fernsehserie (Mein Freund Winnetou) ein authentischeres Bild zu zeichnen, sollten aber an der verhaltenen Zuschauerreaktion scheitern.

Pierre Brice war einfach Winnetou, trotz zahlreicher anderer Filme und selbst einem Ausflug in die Musikbranche, sollte ihn sein durchaus liebgewonnenenes Alter Ego Zeit seines Lebens begleiten. Irgendwie ist es daher für mich naheliegend, den Nachruf für Pierre Brice mit Winnetous letzten Worten aus Winnetou III enden zu lassen: Winnetou hört in der Ferne die Glocken, die ihn rufen, ist es nicht so, mein Bruder? Mein Bruder, Winnetous Seele muss gehen, Winnetou ist bereit. Leb wohl, mein treuer Bruder.

Freitag, 5. Juni 2015

Bayrische Kuchl - Rindfleisch: Kalbsrahmgulasch

Heute möchte ich euch einen meiner Lieblinge der bayrischen Küche zeigen, der sich zu meiner Freude auch bei Erna Horn - wenn auch in einer sehr kurzen und damit allein mit dieser Anleitung kaum nachkochbaren Version - findet: Kalbsrahmgulasch (^.^)

Man nehme - für zwei Personen:
500 g Kalbsschulter
20 g Butterschmalz
Salz
Pfeffer
2 Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
1/2 TL Paprika rosenscharf
etwa 1 l kochendes Wasser
200g Sauerrahm
1 EL Zitronensaft
Salz
1 Prise Zucker
1 TL Paprika edelsüß

So gehts:
Das Fleisch abspülen, trocken tupfen und in etwa 3 cm große Würfel schneiden. Die Zwiebeln und den Knoblauch würfeln. Das Butterschmalz in einem weiten Topf schmelzen und das Kalbfleisch darin -ggf. Portionsweise - scharf anbraten. Nach dem Anbraten das Fleisch zum Abtropfen auf Küchenkrepp legen und schon mal salzen und pfeffern. Zwiebeln und Knoblauch im verbleibenden Fett glasig dünsten, das rosenscharfe Paprika sowie das Fleisch wieder zugeben und alles etwa einen Finger breit mit kochendem Wasser bedecken und nun bei mittlerer Temperatur etwa 75 Minuten lang gar kochen lassen.
Den Sauerrahm zugeben und mit dem Zitronensaft, Zucker, Salz und edelsüßem Paprika abschmecken. Weitere 15 Minuten kochen lassen und dann schmecken lassen. (^.^)

Dazu gibts traditionell Semmelknödel. Erna Horn nennt außerdem Spätzle, aber, glaubt mir: Semmelknödel ist das einzig Wahre. (^.^)

Mittwoch, 3. Juni 2015

Häkeln für Anfänger - Rundhäkeln: unser sechstes Projekt - ein Kissenbezug in Runden - senkrechte Knopflöcher

Nachdem wir nun bereits Knöpfe gehäkelt haben, fehlen uns noch die passenden Knopflöcher dazu. Für unsere Kissenbezug bedeutet das, dass wir senkrechte Knopflöcher benötigen, da Knopflöcher immer so gehäkelt werden, dass der Knopf Bewegung hat. In unserem Fall also senkrecht. Dafür häkeln wir an einer Kante unseres Kissenbezugs eine Knopflochblende und um einigermaßen im Muster zu bleiben mit einfachen Stäbchen.

Häkelt dafür ein bis zwei Reihen durchgehend über die gesamte Kante. Das Senkrechte Knopfloch erhält man nun durch teilen der Arbeit. Häkelt also bis zu der Stelle an der der Knopf sitzen soll, wendet und häkelt zurück. Dies wiederholt ihr solange, bis ihr die erforderliche Höhe (=Durchmesser des Knopfs) erreicht habt. Setzt dann wieder an der Blende an, häkelt bis zur nächsten Knopfstelle und arbeitet wieder bis zur erforderlichen Höhe, bis ihr alle Knopflöcher eingehäkelt habt. Schließt die Blende nun, indem ihr wieder eine geschlossene Reihe aufhäkelt. Dabei ignoriert ihr quasi die Knopflöcher und tut so, als hättet ihr eine geschlossene Reihe vor euch. Achtet dabei darauf, dass ihr die Maschenzahl komplett einhaltet, ihr also weder ab noch zunehmt.

Für unser Kissen häkelt ihr nun noch ein bis zwei Reihen, bevor wir die Abschlusskante arbeiten, dazu aber dann beim nächsten mal mehr. (^.^)

Montag, 1. Juni 2015

Die Frisuren vergangener Jahrzehnte: die 30er Jahre

Ich versuche zwar, mich bei meiner Kleinserie zu den Frisuren vergangener Jahrzehnte an die Dekadengrenzen zu halten, allein, die Mode- und Kostümgeschichte macht es eben nicht. Das, was wir weitläufig als "Frisuren der 20er Jahre" bezeichnen, war eigentlich bis in die frühen 30er hinein Mode. Anfang der 30er Jahre wurden die Haare nach und nach wieder länger - blieben aber immer noch oberhalb der Schulterlinie. Insgesamt wurden auch die Schnitte runder und die Haarkontur insgesamt bogenförmiger, weg von den geraden Schnittkonturen der 20er Jahre. Zudem setzte sich zu Beginn der 1930er Jahre die Dauerwelle (damals auch noch Ondulationswelle genannt) immer mehr durch, nachdem 1932 von den beiden New Yorker Friseuren Clark und Speakman die chemische Dauerwelle mit Sulfit entwickelt wurde. Zuvor wurde mittels Hitze dauergewellt, was vergleichsweise teuer, aufwendig, um ein vielfaches schädlicher für das Haar und zudem weniger haltbar war - von der Verletzungsgefahr spreche ich jetzt erstmal gar nicht... Dementsprechend modern waren in den frühen 30ern dauergewellte Mähnen, wie sie Jean Harlow oder Fay Wray trugen.

Die Dauerwelle sollte, unterschiedlich gelegt und frisiert, treuer Begleiter der Damenfrisur bis in die 80er Jahre hinein bleiben und sollte für viele Frisuren unabdingbare Grundlage sein, sofern man nicht von Natur aus mit zumindest gewelltem Haar gesegnet war.

Quelle: Deutsche digitale Bibliothek

Eine weitere richtungsweisende Erfindung der frühen 30er Jahre erlaubte zunehmend kompliziertere und aufwendigere Frisuren, für die Durchschnittsfrau,  die es sich nicht leisten konnte regelmäßig von Profihand frisiert zur werden und trotzdem eine modische und trotzdem haltbare Frisur tragen wollte: der Haarlack, der damals noch mit einem Blasebalg-Zerstäuber aufgetragen wurde und die Frisur bis zur nächsten Wäsche regelrecht betoniert hat. Rechts seht ihr ein Bild eines solchen Zerstäubers aus den 30er Jahren.


Ab 1933 wurde es modern, das Haar der Seitenpartien zurückzukämmen, so dass die Ohren frei waren. Eine Modeerscheinung die sich bis in die 50er Jahre hinein halten sollte. Das Haar wurde im Nacken zu kunstvollen Locken, oder aber auch, etwas schlichter - zu einem Knoten oder einem Cadogan gesteckt. Links seht ihr die Gewinnerfrisur der Friseurweltmeisterschaft in London 1935. (Ja, das Blau ist Teil der Frisur, wurde damals aber nicht gefärbt sondern mit pigmentierten Haarlack aufgesprüht.)






Das Stirnhaar wurde zur Nackensteckfrisur auch gerne gelockt getragen. So wie ihr es rechts bei der Modeikone der 30er Jahre, Greta Garbo sehen könnt.









Auch junge Frauen ließen sich von "der Garbo" inspirieren, bevorzugten aber bis zum Ende der 1930er die "Königin Christine Frisur", die Greta Garbo in gleichnamigen Film 1933 berühmt machte. Das Haar ist dabei überkinnlang, die Spitzen sind nach innen onduliert und das Stirnhaar gerade zurückgesteckt.





In Deutschland wurde rund um die Olympiade 1936 in Berlin die nach ihr benannte Olympiarolle, kreiert vom Berliner Friseur Max Lindemann, modern. Die Olympiarolle ist dabei nichts weiter als eine, den gesamten Hinterkopf umlaufende, leicht bogenförmige Außenrolle.  Auch zur Olympiarolle wurden von der modebewussteren Dame gerne Stirnlöckchen kombiniert. Schlichter und klassischer ist jedoch ein tiefer Seitenscheitel. Die Olympiarolle ist übrigens eine Frisur, die sogar auf einem Puppenkopf verewigt wurde, der Schidkrötpuppe "Inge", die noch bis in die 50er Jahre hinein produziert wurde.


Zum Ende der 30er Jahre kam der Pompadour in Mode der gerade in den späten 30er Jahren als glatter Pmpadour (Straight Back Pomp) getragen und gerne mit einem Chignon, aber auch mit offenem wellig oder lockig fallendem Nackenhaar kombiniert wurde.