Mittwoch, 23. Dezember 2015

Wiener Biskuit - Das Grundrezept

Der Wiener Biskuit enthält im Grunde die gleichen Zutaten wie der klassische Biskuit, wird aber zusätzlich mit zerlassener Butter verfeinert, weswegen er auch eine Kleinigkeit Speisestärke benötigt und damit ganz besonders locker und feinporig ist. Er eignet sich daher besonders für Obstkuchen, Torten und feine Formkuchen, wie etwa Osterlämmchen.

Die Zutaten:
Bei Wiener Biskuit nimmt man pro Ei 25 g Zucker, 25 g Mehl sowie 5 g Speisestärke und 12,5 g zerlassene Butter. Nach Wahl können noch Geschmackszutaten wie Vanillezucker oder abgeriebene Zitronenschale zugegeben werden.

Je nach Größe der Backform rechnet man das Grundrezept entsprechend hoch:
Obstkuchenboden (26 cm Durchmesser): Masse aus drei Eiern
Tortenboden (22 cm - 24 cm Durchmesser): Masse aus vier Eiern
Tortenboden (24 cm - 26 cm Durchmesser): Masse aus sechs Eiern
Tortenboden (26 cm - 28 cm Durchmesser): Masse aus acht Eiern
Tortenboden (28 cm - 30 cm Durchmesser): Masse aus zehn Eiern
Roulade (ein Blech) - Masse aus fünf Eiern

Zur Zubereitung:
Die Form mit Backpapier ausschlagen bzw fetten und einmehlen (Achtung: nicht den Rand, da der Teig ansonsten nicht gut aufgeht). Den Backofen vorheizen.
Die Eier trennen (Eiweiße in die Rührschüssel, Eigelbe zwischenlagern) und mit dem Handrührgerät auf höchster Stufe steif schlagen. Jetzt den Zucker sowie den Vanillezucker bzw. die Zitronenschale zugeben und auf höchster Stufe unterschlagen. Die Eigelbe mit einer Gabel verquirlen, zur Eiweißmasse geben und unterrühren. Mehl und Speisestärke auf den Teig sieben und zügig auf niedrigster Stufe unter den Teig heben. Währenddessen die zerlassene Butter einlaufen lassen.
Den Teig in die Form füllen und etwa 30 Minuten bei 180° C mit Ober-/Unterhitze bzw. für Rouladen 8 - 10 Minuten bei 220° C Ober-/Unterhitze backen.

Auch der Wiener Biskuit lässt sich variieren:
Nuss-/Mandelbiskuit:
Hierfür wird die Hälfte der Mehlmenge durch die gleiche Menge an gemahlenen Nüssen oder Mandeln ersetzt.
Schokoladenbiskuit:
Hierfür werden pro Ei 5 g Mehl durch die gleiche Menge Kakaopulver ersetzt.

Die allgemeinen Grundlagen zu Biskuitteig findet ihr hier: Biskuitteig - Die Grundlagen

Samstag, 19. Dezember 2015

Der Vintage Flaneur - Ausgabe XIV


Seit gestern ist die 14. Ausgabe des Vintage Flaneur erhältlich. Dieses mal erwartet euch ein Mode-Special für den romantischen Urlaub auf einer Berghütte, außerdem Mode für den Herrenabend und die Ladies Night. Außerdem widmen wir uns dem Interieur-Dauerbrenner Shabby Chic und einem oft vergessenen Thema, dem Verwöhnprogramm für Körper und Seele.


Also nichts wie hin zu den Flughafen- und Bahnhofsbuchhandlungen oder auf die Bestellseite des Vintage Flaneur geklickt. (^.^)

Außerdem startet das Team vom Vintage-Flaneur aufgrund des aktuellen Rechtsrucks und der Radikalisierung der Gesellschaft durch den Abschaum von Pegida und AfD eine Hashtag-Aktion gegen Rechts, denn: ohne uns! Macht mit und macht ein Bild von euch mit dem Hashtag #vintagegegenrechts und postet es in den Sozialen Medien eurer Wahl. (^.^)

Freitag, 18. Dezember 2015

Bayrische Kuchl - Fleischerl: Gekochter Wadschenkel

Der Wadschenkel ist eigentlich ein sehr feines und butterweiches Stück Suppenfleisch, das trotzdem heute nahezu un Vergessenheit geraten ist. Außerdem lässt er sich auch noch absolut leichtr und unkompliziert quasi nebenbei kochen.

1 kg Wadschenkel
Salzwasser
1 Bund Suppengemüse

Das Salzwasser zum Kochen bringen, den Wadschenkel kalt abspülen, trocken tupfen und in das kochende Wasser gebe. Etwa 2,5 Stunden kochen. Nun das Suppengemüse waschen, putzen, schälen und grob würfeln. Zum Wadschenkel geben und weitere 20 Minuten kochen. Das Fleisch aus der Brühe nehmen, in Scheiben schneiden und zusammen mit etwas Brühe und Suppengemüse anrichten.

Dienstag, 15. Dezember 2015

Lili bekommt einen Prinzessinnenfrisiertisch! (^.^)

 Ich habe mich bisher - so wie vermutlich der Großteil der Frauen - vor dem Badezimmerspiegel geschminkt und frisiert. Aber seien wir mal ehrlich: das Licht in deutschen Badezimmern ist schlicht zu schlecht für wirklich gutes Make-up, um sich wirklich vernünftig stylen zu können, gibt es grundsätzlich zu wenig Ablagefläche und stehend vor dem Spiegel hat man oft nicht die Haltung die wirklich praktikabel und bequem ist. Kurzum: schminken und frisieren im Bad ist echt suboptimal. Mit unserer neuen und vor allem größeren Wohnung hat das aber für mich jetzt ein Ende: ich habe jetzt nämlich endlich Platz für Omas wunderschönen Frisiertisch aus den späten 30er Jahren; ein Unikat vom Schreiner ist er außerdem. (^.^)

Der Frisiertisch, der jetzt noch bei meinen Eltern eingelagert ist, findet seinen neuen Platz ganz stilecht im Schlafzimmer und soll zwar genauso stilecht dekoriert und eingerichtet werden, aber dennoch funktional sein. Funktional vor allem aber auch in einer Beziehung (Ablagefläche und bequem sitzen bringt ja "Frisiertisch" schon ganz automatisch mit), der idealen Ausleuchtung nämlich, die ich selbst konstruieren werde und worüber ich natürlich noch gesondert berichten werde.

Nun hat nicht jede von euch das Glück, einen wunderbaren Frisiertisch zu erben, und kaufen lässt sich sowas heute nur mit einem entsprechend hohen finanziellen Invest (warum eigentlich?). Daher möchte ich noch kurz zusammenfassen, worauf es bei einem wirklich guten und brauchbaren Schminktisch ankommt:
  • die Sitzhöhe, also die Höhe des Frisiertisches beträgt 74 cm
  • der Tisch ist ausreichend tief, damit ihr genug Platz zum Stellen von täglich Benötigtem und gleichzeitig zum Ablegen habt
  • die Tischplatte ist unempfindlich gegen Make-up-Verschmutzungen und Hitze; sinnvoll ist also eine (Plexi-)Glasplatte
  • der Tisch bietet außerdem genug Stauraum für all euer Utensilien
  • der Spiegel ist hoch genug und dreiteilig, für den Rundum-Blick
Mehr braucht es nicht, für den perfekten Schminktisch. Wie mein neuer alter Schminktisch aussieht und vor allem wie ich ihn einem kleinen Make-over unterziehe, damit er wieder in glamourösem Glanz erstrahlt. lest ihr demnächst hier. (^.^)

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Der kleine Schminkalmanach: die 40er Jahre - der Teint

Die Foundations der 40er Jahre  sind deutlich leichter, als noch die der 30er Jahre, so dass der Teint bei weitem nicht mehr so "abgespachtelt" ist, wie das noch in den 30er Jahren üblich war. Kurzum: der Teint wirkt natürlich. Für gewöhnlich wird zunächst eine leicht lila getönte Veilchencreme aufgetragen, die dem Teint diesen fantastischen Glow verleiht, den man aus alten Filmen und von alten Bildern kennt. Darüber folgen Foundation und Puder dazwischen und danach außerdem diverse Abdeck- und Konturierungsarbeiten, abgeschlossen mit einem Hauch von Rouge.

Der Teint der 40er Jahre lässt sich damit leicht mit heutigen Mitteln nachschminken. Veilchencreme gibt es zwar heute noch, allerdings nicht mehr mit der natürlichen leichten lila Tönung, diese wird heute gerne chemisch entfernt. Dafür gibt es aber Primer, mit genau der richtigen lila Tönung. Ansonsten reichen unsere ganz gewöhnlichen Make-up-Produkte aus Drogerie und Parfümerie um sich  den Teint ganz im Stile der 40er Jahre zu schminken. Mein Teintprogramm habe ich euch einschließlich lila Primer bereits schon einmal zusammengestellt:
Lilis kleine Malstunde - Der Primer
Lilis kleine Malstunde - Die Grundierung
Lilis kleine Malstunde - Konturieren und Kaschieren
Lilis kleine Malstunde - Mattieren und Schattieren

Montag, 7. Dezember 2015

Nähen für Fortgeschrittene - Der Petticoat: Papierschnitt und Schnittkorrektur bei Röcken und Rockteilen

Der Originalpetticoat ist 72,25 cm lang, was mir allerdings zu lang ist. Nachdem ich nicht so groß bin, wirke ich in Röcken, die so lang sind, wie zusammengestaucht, weswegen ich den Petticoat gerne nur etwa überknielang hätte. Der Petticoat soll also eine Länge von 60 cm haben. Ich muss also den Schnitt entsprechend anpassen, was ich euch heute zeigen möchte. Dieses System der Schnittkorrektor könnt ihr für alle Röcke (und natürlich auch Rockteile von Kleidern) verwenden, die nach unten hin breiter oder enger werden. Gerade geschnittene Röcke werden schlicht und ergreifend am Saum gekürzt.

Die oberste Stufe unseres dreistufigen Petticoats ist 14,25 cm lang. Diese Stufe bleibt unverändert. Zwischen die erste und die zweite Stufe, sowie zwischen die zweite und die dritte Stufe wird ein Spitzenband mit einer breite von 3,5 cm eingesetzt. Auch hier bleibe ich dem Originalschnitt treu. Als Abschlusskante sieht der Originalschnitt ein Spitzenband mit einer Breite von 2 cm vor. Nachdem ich kein schönes Band in dieser breite gefunden habe, greife ich auch hier zum Band mit 3,5 cm. All das zusammengerechnet bleibt mir also noch eine Dispositionsmasse von 35,25 cm.

Erfreulicherweise sind Stufenröcke sehr einfach zuzuschneiden. lediglich für die oberste Stufe benötigt man wegen der Rundung ein Schnittmuster (siehe rechts - auf Kantenlänge 14,25 cm vergrößern), alle weiteren Stufen sind schlichte Rechtecke. Für die zweite Stufe sieht der Originalschnitt eine Breite von 2,40 m und eine Höhe von 22 cm vor und für die Dritte Stufe eine Breite von 4 m und eine Höhe von 26,5 cm. Auf meinen Petticoat übertragen bedeutet das, dass die zweite Stufe 16 cm hoch, die dritte Stufe 20 cm hoch ist (die Höhenrelation sollte ungefähr gleich bleiben, wobei beim Nähen grundsätzlich aufgerundet wird). Die Breite bleibt unverändert.

Was uns nun noch fehlt ist der Stoffverbrauch. Nachdem die weiteste Stufe 4 Meter lang ist und wir außerdem noch eine Nahtzugabe von je einem Zentimeter benötigen, brauchen wir also mindestens 4,02 Meter Stofflänge, nachdem es immer so ein bisschen ausfransen und verschnitt gibt, runde ich auf 4,20 Meter auf. Als Stoffbreite ist 1 Meter ausreichend, notfalls reichen auch 80 Zentimeter.

Nach diesem Prinzip kürzt man nun auch Röcke und Rockteile die nach unten hin breiter oder enger werden. Man überträgt das Schnittmuster auf einen Papierschnitt und faltet ihn unterhalb der Hüfte und über eventuellen Gehschlitzen bzw. irgendwo im unteren Drittel auf die gewünschte Länge ein, fixiert die Stellen mit Tesa und gleicht die äußeren Kanten des Schnittmusters so an, dass die Übergänge wieder passen.

Nun aber an den Zuschnitt. (^.^) Wisst ihr noch, was der erste Schritt eines jeden guten Zuschnitts ist? Genau: erstmal den Stoff separat waschen, trocknen und bügeln. Legt dann den Papierschnitt an den Stoffbruch, übertragt ihn mit 1 cm Nahtzugabe bzw. 2 cm Nahtzugabe am Taillenbund auf den Stoff, zeichnet die beiden Rechtecke (ebenfalls mit halbem Breitenmaß am Stoffbruch), ebenfalls mit 1 cm Nahtzugabe direkt auf und schneidet die Teile zu. Den Papierschnitt schneidet ihr nun noch ein zweites Mal für die Rückseite zu. Weiter gehts beim nächsten Mal. (^.^)

Montag, 23. November 2015

Nähen für Fortgeschrittene - Der Petticoat: Größen und Maß nehmen

Auf dem Bild zu meinem Petticoatschnittmuster ist euch vielleicht die Größe des Petticoats aufgefallen: Größe 40 - die Mehrgrößenschnitte waren damals in Nähzeitschriften noch nicht üblich. Nun, Größe 40 trage ich nicht, aber: das Model von damals trägt sicherlich auch keine heutige Größe 40. Daher als Regel Nummer eins zu Vintageschnitten: Kleidergrößen sind willkürliche Zahlen, die sich Pi mal Daumen alle 10 Jahre ändern, also, die Maße die hinter der jeweiligen Größenbezeichnung stecken, werden jeweils angepasst. Das heißt wiederum: erst mal die Größentabelle prüfen, die bei jeder Nähanleitung enthalten ist:
Maßgeblich für unseren Petticoat, genauso wie für Röcke im Allgemeinen ist die Taillenweite und die Hüftweite. Der Petticoat ist also für eine Taillenweite von 68 cm und eine Hüftweite von 98 cm entworfen. Wirft man nun einen Blick auf die aktuelle offizielle Konfektionstabelle ("offiziell" deshalb, weil jeder Kleidungsfabrikant eigene, von der offiziellen Tabelle leicht abweichende Hausmaße nutzt), sehen wir folgendes:
Ein Taillenumfang von 68 cm entspricht also einer heutigen Größe 36, der Hüftumfang von 98 cm tatsächlich auch einer heutigen Größe 40. Das ist insbesondere dem Umstand geschuldet, dass in den 50er Jahren durchaus noch Mieder und Hüftgürtel getragen wurden, die für die besonders schlanke Taille sorgten, die die Mode der Zeit erst so richtig zur Wirkung brachten. Nun könnte ich mir den Petticoat natürlich in der Größe 40 des Jahres 1956 nähen, immerhin trage ich Größe 34/36 und so würde er sicherlich irgendwie an der Taille passen, und das mehr an Stoff aus der Hüfte schadet bei einem Petticoat ja nun auch nicht gerade, ich will aber endlich einen Petticoat der absolut perfekt sitzt und keinen, der nur so ungefähr passt. Also ist nun Maß nehmen angesagt.



Das Taillenmaß wird an der schmalsten Stelle der Taille genommen, das Hüftmaß an der stärksten Stelle der Hüfte. Stellt euch zum Messen so unbekleidet als nur möglich, barfuß oder zumindest in flachen Schuhen vor einen Ganzkörperspiegel. Kontrolliert eure Haltung, steht so gerade und aufgerichtet als nur möglich und führt nun das Maßband gerade um Taille und Hüfte und notiert euch die so gemessenen Zahlen. Solltet ihr allein nicht klar kommen, lasst euch lieber helfen, als dass ihr es nur "so ungefähr" macht.

Die so erhaltenen Maße werden dann im folgenden Schritt, den ihr im nächsten Teil des Fortgeschrittenenkurses kennen lernt, auf den Papierschnitt übertragen, so dass euer Kunstwerk am Ende perfekt sitzt.

Samstag, 21. November 2015

Eingelegter Feta mit Knoblauch

Ich habe ja ein gewisses Faible für mediterrane Küche, wobei mein Herz am allerheftigsten für die italienische Küche schlägt. Gerade die griechische Küche ist mir zu fleischlastig, um es auf den Punkt zu bringen, zu schaflastig und definitiv zu ölig, was mein Magen auch nicht so gut mitmacht. einige wenige Dinge der griechischen Küche haben es mir aber trotzdem innigst angetan. Dazu gehört auch eingelegter Feta mit Knoblauch, den man in Deutschland beim Griechen - wenn man ihn überhaupt bekommt - definitiv nicht so lecker bekommt, wie in Griechenland. Daher bereite ich meinen eingelegten Feta selbst nach einem Rezept das ich mit mittels Versuch und Irrtum selbst erarbeitet habe:

Für ein Glas mit 500 ml Inhalt:
400 g Feta (Vollfettstufe)
3 Knoblauchzehen
1 getrocknete Chilischote
Olivenöl zum Auffüllen (etwa 150 ml)

Den Feta abtropfen lassen und würfeln, den Knoblauch schälen und Würfeln, aus der Chilischote die Kerne ausschaben und in dünne Ringe schneiden. Alles zusammen in das Glas geben und mit Olivenöl auffüllen. Der Feta muss nun etwa 3 Tage im Kühlschrank durchziehen, bevor er seinen ganzen Geschmack entfaltet hat. Der eingelegte Feta hält sich im Kühlschrank mehrere Wochen.

Dienstag, 17. November 2015

Feiner Biskuit - Malakofftorte

Die Malakoff-Torte ist ein wahrer Wiener Klassiker, der heutzutage leider etwas aus der Mode gekommen ist. Warum das so ist, verstehe ich nicht wirklich, sie schmeckt phantastaisch. Normalerweise wird die Malakoff auf einmal gebacken und der Tortenboden dann zwei mal durchgeschnitten. Nachdem ich dabei ein Pfuscher vor dem Herren bin, backe ich die Malakoffböden einzeln.

Für eine Springform mit 26 cm Durchmesser:
Der Teig:
6 Eier
150 g Zucker
1 EL Vanillezucker
150 g Backpulver

Die Füllung:
7 EL Rum
2 Eigelb
50 g Zucker
250 ml Milch
1/2 Vanilleschote
3 Blatt Gelatine
250 g Sahne

Für den Überzug:
250 g Sahne
1 EL Vanillezucker
16 Belegkirschen und 50 g geröstete Mandelblättchen für das Original
Ich verwende Zuckerperlen und Zuckerglitzer

Die Form mit Backpapier ausschlagen und den Backofen auf 180 ° C vorheizen. Einen Biskuit aus zwei Eiern zubereiten: Die Eier trennen (Eiweiße in die Rührschüssel, Eigelbe zwischenlagern) und mit dem Handrührgerät auf höchster Stufe steif schlagen. Jetzt den Zucker sowie den Vanillezucker zugeben und auf höchster Stufe unterschlagen. Die Eigelbe mit einer Gabel verquirlen, zur Eiweißmasse geben und unterrühren. Mehl auf den Teig sieben und zügig auf niedrigster Stufe unter den Teig heben.
Den Teig in die Form füllen und etwa 15 Minuten bei 180° C mit Ober-/Unterhitze backen. Den Tortenboden auf ein Kuchengitter zum Auskühlen stürzen. Das ganze nun noch zwei mal wiederholen, so dass ihr drei Böden habt.

Den unteren und den mittleren Boden mit jeweils 3 EL Rum tränken. Das Eigelb, den Zucker und die Milch glatt rühren, die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Die Vanilleschote aufschlitzen und zu milch geben und das ganze unter ständigem rühren aufkochen, bis die Creme dicklich wird. Die Creme vom Herd nehmen Die Geatine ausdrücken und unter die Creme ziehen und das ganze etwa 30 Minuten kühl stellen, bis es zu stocken beginnt.
Nun die Sahne steif schlagen und zusammen mit dem verbliebenen Esslöffel Rum unter die Creme ziehen. Die Tortenböden damit bestreichen und zusammensetzen. Mit der restlichen Creme die Torte dünn einstreichen so dass Brösel schön gebunden werden. Jetzt die Torte einige Stunden - am besten über Nacht - durchziehen lassen.

Die Sahne mit dem Vanillezucker steif schlagen, die Torte dünn damit einstreichen und einen Sahne-Tuff-Kranz den Tortenrand entlang spritzen. Auf jeden zweiten Sahentuff kommt nach Originalrezept nun eine Belegkirsche. Sowohl der Rand als auch die Meitte der Torte werden mit gerösteten MAndelblättchen bestreut. Nachdem Belegkrischen aber *würg* sind, greife ich zu rosa Zuckerperlen. Dazu passen nun keine Mandelblättchen, also kommt silberner Glitzerzucker zum Einsatz. Fertig ist das Prachtstück. (^.^)

Sonntag, 15. November 2015

Stricken für Anfänger - Unser erstes Projekt: Ein Kissenbezug - abketten

Kommen wir nun zum Abketten, auch hierzu habe ich wieder ein kleines Video gedreht:
Wie ihr seht: ihr strickt ganz normal zunächst zwei Maschen ganz normal wie sie kommen und zieht dann die hintere über die vordere Masche. Strickt nun wieder eine Masche ab, zieht die hintere über die vordere Masche und so weiter und so fort, bis ihr alle Maschen abgekettet habt (ja, auch die Randmasche wird normal abgestrickt). Die letzte Masche auf der Nadel wird dann einfach durchgezogen, das heißt, ihr schneidet euren Arbeitsfaden nicht zu kurz ab und zieht die Masche so lange hoch, bis ihr keine Masche mehr habt, sie also durchgezogen ist. (^.^)

Freitag, 13. November 2015

"Gretchen mags mondän - Damenmode der 1930er Jahre" im Münchner Stadtmuseum

Heute möchte ich eine besondere Ausstellung ans Herz liegen, die aktuell noch im Münchner Stadtmuseum läuft und nun bis zum 29. Mai 2016 verlängert wurde: "Gretchen mags mondän - Damenmode der 1930er Jahre". Wie vom Stadtmuseum gewohnt, ist die Ausstellung unheimlich faettenreich und bildet tatsächlich alle Belange der Modegeschichte dieses durchaus mondänen Jahrzehnts unheimlich abwechslungsreich ab. Selbst wenn ihr es nicht in die Ausstellung schaffen solltet: der Ausstellungskatalog ist quasi wie ein ausführlicher Rundgang durch die Ausstellung und liefert zudem viele weitere Hintergrundinfos und nette Anekdoten.

Als kleinen Vorgeschmack gibt es auch einen kurzen Film von Fashion TV Production, der anlässlich der Ausstellung gedreht wurde und den ich euch natürlich nicht vorenthalten will:

Auch das Stadtmuseum selbst hat dieses mal noch einen kleinen Teaser gedreht, der hier auch genannt sein soll:

Mittwoch, 11. November 2015

Die kleine Warenkunde zum Kochen und Backen - Rindfleisch

Rindfleisch wird je nach Alter und Geschlecht des Tieres in drei Kategorien angeboten:
  • Färsenfleisch stammt von weiblichen Rindern, die noch nicht gekalbt haben. Das Fleisch ist besonders saftig und zart, von kräftigem rot und fein gemasert.
  • Jungbullenfleisch ist sehr mager, damit aber leider auch eher trocken. Es ist hellrot und nicht ganz so feinfaserig.
  • Ochsenfleisch stammt von kastrierten männlichen Tieren. Das Fleisch ist zart, saftig und hat einen kräftigen Geschmack. Das Fleisch von Jungochsen ist kräftig rot und fein marmoriert, während das Fleisch von Mastochsen dunkler und kräftig von Fett durchzogen ist.
Weiterhin wesentlich für die Fleischqualität ist die Dauer des Reifeprozesses. Frisches Rindfleisch ist zäh und quasi nicht essbar. Erst wenn es mehrere Tage abgehangen ist und Milchsäuren die Fleischfasern weich gemacht haben, ist es essbar. Kochfleisch hängt etwa 5 Tage ab, Braten bis zu 12 Tage und Kurzbratstücke mindestens zwei Wochen. Außerdem ist es entscheidend, ob das Fleisch von einer Milch- oder einer Fleischrasse stammt, wobei die Fleischrassen logischerweise hochwertigeres Fleischabgeben. Zum Kochen, für Brühen und dergleichen tut es aber die alte Milchkuh allemal.

Kommen wir nun zur Verarbeitungs- und Zubereitungsfrage, oder: Welches Stück wofür?


  • Nacken: vor allem zum Kochen und Schmoren geeignet.
  • Bug/Schulter: der Bug besteht aus drei Teilen, dem dicken Bug, dem falschen Filet und der Schaufel. Der Bug eignet sich vor allem für Braten, Gulasch und Ragout.
  • Wade: die Wade kommt insbesondere als Beinscheiben für Brühe und Suppen zum Einsatz.
  • Fehlrippe: als Suppenfleisch und für Schmorgerichte
  • Zwerchrippe auch Spannrippe oder Querrippe genannt: als Kochfleisch für Suppen und Eintöpfe
  • Brust: der Klassiker für Eintöpfe
  • Hochrippe auch Hohe Rippe oder Zwischenrippenstück genannt: zum Kochen und Schmoren
  • Lende: zum Braten und Grillen
  • Filet: zum Braten und Grillen
  • Flanke auch Dünnung oder Bauchlappen genannt: als Suppenfleisch
  • Tafelspitz: zum Kochen und Braten
  • Hüfte auch Blume genannt: zum Braten und Schmoren
  • Nuss auch Kugel genannt: zum Braten und Schmoren
  • Oberschale: das klassische Rouladenstück, also zum Schmoren
  • Unterschale: zum Braten und Schmoren
  • Wadschenkel: auch der Wadschenkel kommt insbesondere als Beinscheiben für Brühe und Suppen zum Einsatz.

Samstag, 7. November 2015

Haare selbst färben - Ja oder nein?

Frauen (und je nach historischem Zeitschnitt auch mal mehr, mal weniger Männer) färben sich ihre Haare schon ziemlich lange. Es ist also durchaus auch ein Vintage-Thema über das Haare färben zu sprechen. Aber selbst färben? Nun auch das wäre durchaus ein historisches Thema, aber soll man? Oder eher nicht? Auf die Frage von mir gibt es ein entschiedenes Jein! (^.^)

Es kommt ganz darauf an, was ihr vorhabt. Habt ihr größere Farbveränderungen vor - einschließlich Blondierungen jeder Art - gehört ihr unter die Obhut eines Friseurs. Wenn ihr eure Haarfarbe aber nicht groß verändern möchtet, könnt ihr das beruhigt selbst machen.

Dazu braucht es auch nicht viel. Die größte Herausforderung ist es, eine vernünftige und brauchbare Drogeriehaarfarbe zu finden. Ich habe, als ich noch mit Drogeriehaarfarben gefärbt habe, mich nach langem Herumprobieren und Ärgern für Casting Crème Gloss von L'Oréal entschieden und war damit auch ganz zufrieden. (Warum ich heute dennoch mit Profihaarfarben färbe, erzähle ich euch ein anderes mal)

Eine weitere Schwierigkeit scheint es erstaunlicherweise zu sein, die richtige Haarfarbe zu finden... Wählt eine Farbe die zu euch, eurem Typ und eurem Hautton passt. Kühle Farben wirken bei kühlen Typen gut, warme Farben bei warmen Typen. (Falls ihr nicht wisst, was für ein Typ ihr seid - demnächst folgt auch noch was von mir zur Farbberatung, ihr könnt euch aber auch schon mal bei den drei Damen vom Cadika-Beautyblog einlesen: Farb- und Typberatung) Üblicherweise steht es sogar auf der Farbpackung drauf, ob die Farbe der Wahl nun kühle oder warme Reflexe hat. Also einfach genau lesen. Seid ihr eher ein klassischer Typ, oder eher weniger an Mode interessiert, lasst auch die Finger von Farbnuancen die in der Natur nicht vorkommen, so wie Blauschwarz und knalliges Rot. Das wirkt nur fremd bis befremdlich. Einen Farbton unter den "natürlichen" Drogeriefarben gibt es allerdings trotzdem, der schwierig ist: schwarz. Drogerieschwarz ist immer einen Tick zu schwarz um natürlich auszusehen. Es sieht - um ehrlich zu sein - eher aus, als hätte man sich eine Krähe auf den Kopf drapiert. Also wer nicht gerade eine Gothicphase durchmacht oder wem es nicht ausmacht, dass die Haare nach selbst gefärbt aussehen, der kann natürlich Drogerieschwarz tragen. wer echtes schwarz will, muss zum Friseur. Nachdem ich zu geizig bin, meine Haare beim Friseur färben zu lassen, färbe ich mein naturschwarzes Haar, das schön langsam das ein oder andere graue Haar zeigt mit einem kühlen mittelbraun. Das hat gleich zwei Vorteile: Die so überfärbten grauen Haare wirken wie natürliche Sonnenreflexe und der Ansatz fällt nicht so auf, wenn die Farbe rauswächst. (^.^)

Bevor ihr eure Haare färbt, reinigt eure Haare mit einem Tiefenreinigungsshampoo, so kann euer Haar die neue Farbe besser aufnehmen. Damit eure Kopfhaut von der Farbe nicht zu sehr angegriffen wird, lasst die nächste Haarwäsche ausfallen, damit sich eine schützende Fettschicht auf der Kopfhaut bildet. So färbt ihr auch nicht unbeabsichtigt eure Kopfhaut mit. Sobald dann die nächste Haarwäsche ansteht, lasst ihr auch die ausfallen und färbt stattdessen euer Haar. Solltet ihr also beispielsweise jeden zweiten Tag eure Haare waschen, dann wascht ihr am Montag die Haare mit dem Tiefenreinigungsshampoo, am Mittwoch lasst ihr die Haarwäsche ausfallen und am Freitag färbt ihr euer Haar.

Habt ihr die richtige Farbe und euer Haar ist entsprechend vorbereitet, geht es weiter zur Anwendung. Das ist eigentlich nicht schwer, vorausgesetzt ihr lest die Gebrauchsanleitung eurer Haarfarbe und haltet euch auch daran. Insbesondere was Einwirkzeit und und Anwendungsart betrifft. Bei den Anwendungsarten gibt es üblicherweise zwei Alternativen:
  • Bei der ersten Alternative - der Vollanwendung - wird die Haarfarbe direkt auf dem gesamten Haar angewendet. Diese Anwendungsform eignet sich nur, wenn das Haar längere Zeit schon nicht mehr getönt wurde, oder aber man eine neue Farbe nutzt. Das lässt sich zwar auch auf allen Gebrauchsanweisungen nachlesen: warum das aber so sein muss, leider nicht. Daher sorge ich hier mal für Aufklärung. (^.^) Je mehr Haarfarbe sich übereinander lagert, desto farbübersättigter werden die Haare und nehmen irgendwann mal keine andere Haarfarbe mehr an, sondern werden einfach immer nur dunkler und dunkler und dunkler. Woher ich das weiß? Erfahrungslernen...
  • Bei der zweiten Alternative wird die Haarfarbe zunächst nur auf den Ansätzen verteilt. Man lässt sie dann einwirken und verteilt sie erst zum Schluss im gesamten Haar um sie nochmal kurz einwirken zu lassen. Das geht aber leichter als vermutet. Ich nehme dafür zunächst alle Haare hoch um die Ansätze im Nacken zu färben, teile dann direkt mit meiner Haarklemme am Hinterkopf auf Höhe der Ohren ab und verteile die Farbe auf den Ansätzen - und zwar auf den sowohl nun nach unten hängenden, als auch auf denen die ich nach oben weggeklemmt habe. Dann teile ich nochmal die Oberkopfhaare ab, gebe wieder Farbe auf die Ansätze; diesesmal auch auf den Stirnansatz. Zuguter letzt scheitle ich meine Haare in der Mitte des Oberkopfes und gebe auch hier nochmals Farbe auf die Ansätze. Ich lasse dann die Farbe die vorgegebene Zeit einwirken, käme meine Haare mit meiner Färbebürste durch und verteile so die Haarfarbe in den Längen. Zum Auftagen der Farbe nehme ich übrigens ganz platt und einfach meine Hände. Färbepinsel habe ich mal ausprobiert, war aber mit Anwendung und Ergebnis nicht zufrieden. Ich gebe also einfach nur einen Klacks Haarfarbe in meine Hand, verreibe es auf beiden Handflächen und matsche die Farbe anschließend mit den Handflächen auf die Ansätze. (^.^) Und: meine Färbebürste ist kein teures Spezialutensil, sondern sie ist nichts anderes als eine billige Plastikhaarbürste (^.^)
Übrigens: statt eines alten Handtuches, das a) nicht da bleibt, wo es soll und b) auch zu klein ist, um meinen Rücken soweit abzudecken, dass keine Farbe an die Haut kommt, verwende ich einen Friseurumhang. Die gibt es für wenig Geld im Friseurfachhandel zu kaufen. Aber Achtung: verwechselt nicht einen Friseurumhang mit einem Frisierumhang. Frisierumhänge gehen grad mal über die Schultern und sollen verhindern, dass ausgefallene Haare und Schuppen beim Kämmen die Kleidung verunstalten...

Sollte trotz Friseurumhang mal etwas Haarfarbe eure Haut verunstalten, müsst ihr nicht zu den überteuerten Entfernermittlelchen greifen, die es in Drogerien zu kaufen gibt. Ordinäre Zahnpasta und ein Wattepad erfüllen den gleichen Zweck. (^.^)

Sonntag, 1. November 2015

Stricken für Anfänger - Unser erstes Projekt: Ein Kissenbezug - Knäuel ansetzen

Bei unserem Kissen kommt ihr definitiv in die Verlegenheit ein neues Knäuel anzusetzen, spätestens jetzt, wo unser Farbwechsel bei unserem zweifarbigen Kissen machen ist es so weit. Wie das Ansetzen funktioniert, zeige ich euch wieder in einem kleinem Video:

Ihr strickt die Randmasche also mit doppeltem Faden und strickt dann ganz normal mit dem neuen Knäuel weiter. Nach einigen Maschen zieht ihr die Randmasche nochmals straff und schon ist der Knäuelwechsel vollzogen. (^.^)

Für unser Kissen strickt ihr nun in der neuen Farbe die noch fehlenden 20% eures Kissens fertig. Dann sind wir auch schon so weit, dass wir abketten können. Wie das geht, zeige ich euch beim nächsten Mal. (^.^)

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Der Vintage Flaneur - Ausgabe XIII und Lilis Benimmkurs


Ab heute ist die 13. Ausgabe des Vintage Flaneur erhältlich. Dieses mal erwartet euch ein großes Schwerpunktthema rund um Feste und Feiern oder auch feste feiern (^.^). Ihr findet Tipps für die perfekte Retro-Party, wunderschöne Abendmode, Geschenkideen zu Weihnachten und ein Interview mit der wunderbaren Lena Hoschek, der definitiv besten Modedesignerin, die Österreich jemals hervorgebracht hat.

Auch von mir gibt es wieder einen kleinen Beitrag nachzulesen, passend zum Schwerpunktthema: ein kleiner Benimmkurs für das stilsichere Auftreten auf der nächsten Feier. Schließlich ist nichts so sehr Vintage, wie gutes Benehmen, also nichts wie hin zu den Flughafen- und Bahnhofsbuchhandlungen oder auf die Bestellseite des Vintage Flaneur geklickt. (^.^)



Dienstag, 27. Oktober 2015

Nähen für Fortgeschrittene - Der Petticoat: Now and Then

Der Petticoat, zu deutsch in den 50ern und 60ern auch Wipprock genannt, ist heute quasi synonym für "den" Rock der 50er Jahre. Eigentlich ist der Petticoat aber ein Unterrock und die weit schwingenden Röcke und Kleider, unter denen ein Petticoat getragen werden konnte, aber noch lange nicht musste, waren nur eine Variante einer Vielzahl von Rockformen in den 50er und frühen 60er Jahren. Denn bis hinein in die frühen 60er Jahre geht die Petticoat-Mode, die bereits 1947 mit dem New-Look von Christian Dior entstand.

Wer heutzutage einen Petticoat kaufen möchte - selbst wenn er das bei namhaften Vintage-Bekleidungsgeschäften vor hat - bekommt ein riesiges multilagiges Tüllungetüm, das sich beim Tragen spätestens nach dem zweiten Schritt als riesiger Tüllknödel zwischen den Beinen sammelt und in Summe einfach nur unpraktisch und unbequem ist. Außerdem sind die heutigen Petticoats, neben der Alltagsuntauglichkeit  auch noch zu kurz für 50er Jahre Looks und zu lang für die frühen 60er. Die heute erhältlichen Längen passen dafür super in die 80er Jahre, das ist aber zumindest nicht mein Styling-Ziel.

Eigentlich - im Original der 50er und frühen 60er Jahre, war der Petticoat ein Unterrock aus Perlon oder gestärkter Baumwolle, der gefältelt genäht war und oft zusätzlich mit Spitzenvolants besetzt war, was für zusätzliches Volumen sorgte, aber definitiv alltagstauglich war. Petticoats waren - nebst zugehöriger Röcke zunächst wadenlang, wurden Ende der 50er kürzer und reichten nur noch bis knapp über das Knie. In dieser Länge blieben sie auch noch in den frühen 60ern erhalten. Was damals aber gar nicht ging - und auch heute noch sehr seltsam aussieht - war ein vorhängender Unterrocksaum. Das galt damals als schlampig und sieht auch heute noch so aus. Klar durfte ein Unterrocksaum mal blitzen, quasi als kleine erotische Geste, aber eben nicht permanent vorhängen. Um den Wirkfaktor etwas in die heutige Zeit zu übertragen: ein vorhängender Unterrocksaum in den 50ern ist zu vergleichen mit dem permanent sichtbaren String über der Hose in der heutigen Zeit, also nicht "sexy" sondern "billig".

Abbildung aus der Burda Juni 1956
Fotograf und Model unbekannt,
daher nur eine geduldete,
keine freigegebene Veröffentlichung
Viele Frauen aus der Vintage-Szene mögen keine Petticoats, ich würde aber die steile Behauptung wagen, dass das nur daran liegt, dass es keine vernünftigen, den eigentlichen Originalen nachempfundenen Petticoats zu kaufen gibt, sondern eben nur diesen Faschings- und Tanzsportkram, den der Szenenachwuchs gerne trägt, der schlicht ziemlich seltsam aussieht. Ich persönlich mag den Petticoatlook der 50er und 60er Jahre, finde die kaufbaren Petticoats aber echt gruselig. Daher möchte ich euch die nächsten Wochen Schritt für Schritt zeigen, wie man einen Petticoat näht und zwar anhand eines Originalschnitts aus dem Jahr 1956. Der Schnitt erschien in der Burda aus dem Juni 1956 und wie ihr auf dem nebenstehenden Foto bereits erkennen könnt: die damaligen Petticoats sehen komplett anders aus als der Tüllkram von heute, mit dem man beim besten Willen nicht den Originallook hinbekommt.

Ich möchte das zum Anlass nehmen, um euch zunächst einen kleinen Einstieg zum Nachnähen von Vintageschnitten zu geben, außerdem geht mein Grundkurs nähen nun in die Fortsetzung, in Form eines Fortgeschrittenenenkurses, in dem ich euch ein paar mehr nützliche Dinge zeige, die ihr für aufwendigere Näharbeiten, insbesondere aber auch für das Nähen von Kleidung, benötigt.

Freitag, 23. Oktober 2015

Bayrische Kuchl - G'müas: Schwammerlpichelsteiner

Ein Schwammerlichelsteiner ist wunderbar schnell gemacht und ergibt ein unglaublich leckeres und leichtes Abendessen.

300 g gekochte Kartoffeln
20 g Butterschmalz
200 g Suppengemüse
Petersilie
Salz
Pfeffer
250 ml Wasser
400 g Steinpilze
3 EL Sauerrahm

Die Kartoffeln schälen und grob würfeln. Das Suppengemüse waschen, putzen und fein würfeln. Die Petersilie fein hacken. Das Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen und die Kartoffeln darin anbraten. Das Suppengemüse und die Persilie zugeben, mit Salz und Pfeffer würzen und mit dem Wass ablöschen. Zugedeckt etwa 10 Minuten kochen.
Währenddessen die Steinpilze (ersatzweise gehen natürlich auch beliebige andere Pilze) putzen und ebenfalls grob würfeln. Die Steinpilze zugeben und weitere 10 Minuten zugedeckt kochen. Jetzt noch den Sauerrahm unterrühren und dann schmecken lassen. (^.^)

Dienstag, 13. Oktober 2015

Erste Überlegungen zur Wandgestaltung

Nachdem wir nun in wenigen Wochen bereits unsere neue Wohnung beziehen, bin ich momentan nicht nur fleißig am aussortieren und einpacken, was bereits weg kann, nein, ich überlege natürlich auch schon, wie unsere neue Wohnung so aussehen könnte. Dabei beschäftigt mich momentan vor allem die Wandgestaltung, denn eines steht auf jeden Fall fest: langweilige weiße Wände sollen es sicher nicht werden (bzw. bleiben). Auf übermäßig und aufwendig streichen habe ich aber auch nicht so recht Lust und für das Geld für einen Maler bin ich zu geizig, das können wir selbst auch. Außerdem soll es zu all dem auch noch den gewissen Zeitgeist haben, kurzum: stilistisch zu den 20ern bis 60ern passen und das tun weiße Wände nun mal so gar nicht (die wurden übrigens erst ab etwa Mitte der 80er Jahre in und blieben es die 90er Jahre hindurch, sind seitdem aber schon wieder ziemlich durch). Aber kommen wir nun zum Zeitschnitt, der mich wirklich interessiert (^.^)

Bereits seit dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts kam es in Mode die Wände zu schablonieren, dabei wurden ein oder mehrfarbige Bordüren auf die weiße oder aber farblich passende aber hell gehaltene Wand schabloniert. Einige Beispiele dazu, habe ich vor einiger Zeit bereits im Freilichtmuseum Glentleiten fotografiert. Die Schabloniermode hielt sich bis in die 40er Jahre hinein. Bereits ab den 30er Jahren werden unifarbene Wände mit weiß abgesetzten Decken modern, die mit Leimfarbe gestrichen wurden. Sollte ich jemals Wohneigentum besitzen (nun, wir überlegen, das absolut passende - und es muss absolut passen - haben wir bisher aber noch nicht finden können) würde ich ausschließlich mit Leimfarbe streichen, schon allein des Raumklimas wegen. Allerdings kann man das in einer Mietwohnung den Nachmietern nicht wirklich antun. Leimfarbe deckt zwar perfekt und ist besonders brillant, Leimfarbe lässt sich aber nur noch mit Leimfarbe überstreichen, oder muss, vor einem Anstrich mit moderner Chemiefarbe mit warmem Wasser abgewaschen werden - was ein mordsmäßiger Aufwand ist. Unifarbene Wände mit abgesetzten Decken hielten sich bis in die 70er Jahre hinein, wobei ab den 50ern auch Effektfarben und Strukturfarben beliebt waren. Neben den unifarbenen Wänden kamen ab Ende der 30er Jahre auch Walzmuster in Mode, wobei auf einen fast trockenen oft farbigen Anstrich ein Muster in einer kräftigeren Farbe mit einer Musterwalze aufgetragen wurde. An dieser Mode blieb meine Oma übrigens den Rest ihres Lebens hängen: Walzmuster. (^.^) Tatsächlich in Mode waren Walzmuster ebenfalls bis in die 70er Jahre hinein.

Neben dem Streichen der Wände bietet sich natürlich auch noch die Tapetenoption, wobei das Tapezieren der Wände in unseren Breitengraden nicht so verbreitet war und ist, wie in nördlicheren Gefilden. Abgesehen davon finde ich Tapezieren ungemein aufwendig und teuer. Erschwerend kommt noch das Problem der passenden Motive für meinen Lieblingszeitschnitt, die zumeist nicht oder nur schwer aufzutreiben sind, hinzu. Schlussendlich hat tapezieren sowas "dauerhaftes". Es ist halt einfacher und schneller neu gestrichen als neu tapeziert. Ganz davon abgesehen: so wirklich "in" war es in meinem Lieblingszeitschnitt auch nicht; Tapeten wurden erst Ende der 60er Jahre wieder zum Trendthema. So ganz bin ich von den Tapeten aber doch noch nicht ab. Vermutlich wird es aber nicht auf eine Tapete im klassischen Sinne hinauslaufen. Gegegebenenfalls werden es Akzente, oder ich besinne mich der 50er Jahre und greife zur d-c-fix-Folie. (^.^)

Neben diesen dauerhafteren Methoden gäbe es auch variablere Möglichkeiten der Wandgestaltung mit Flächenvorhängen, Wandbespannung oder Wandverkleidungen. Auch diese drei Möglichkeiten ziehe ich durchaus in Betracht, jetzt muss nur noch die passende Inspiration für unsere neue Wohnung kommen.

Sonntag, 11. Oktober 2015

Feiner Biskuit - Prinzregententorte

Die Prinzregententorte ist seit fast 150 Jahren ein Münchner Klassiker und in München so bedeutend wie in Wien die Sachertorte. Historisch korrekt besteht die Prinzregententorte im übrigen aus 8 Biskutiböden, da Bayern zur Zeit des Prinzregenten Luitpold, dem die Torte gewidmet ist, auch acht Regierungsbezirke hatte (die Pfalz war seinerzeit noch bayerisch) wer weniger Böden backt, machts falsch. Punkt. So gehts:

Für den Biskuit:
8 Eier
240 g Puderzucker
240 g Mehl

Für die Buttercreme:
500 ml Milch
30 g Kakao
1/2 Vanilleschote
150 g Zartbitter-Kuvertüre
3 Eigelb
100 g Zucker
50 g Speisestärke
300 g Butter
150 g Puderzucker

Für die Glasur:
150 g Zartbitter-Kuvertüre
20 g Kokosfett

Den Ofen auf 210° C Ober-/Unterhitze vorheizen, eine Springform mit 26 cm Durchmesser mit Backpapier ausschlagen. Die Böden für die Prinzregententorte werden einzeln zubereitet, was zugegebenermaßen etwas aufwendig ist. Wiederholt dies also 8 Mal: Ein Ei trennen, das Eiweiß steif schlagen und 30 g Puderzucker unterschlagen. Das Eigelb unterziehen und 30 g Mehl übersieben und unterheben. Den Teig in die Form geben und verstreichen und in etwa 7 Minuten goldgelb backen. Aus der Form nehmen und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. (Vorsicht, der dünne Boden bricht sehr leicht.)

Die Kuvertüre schmelzen. Die Milch mit dem Kakao und der aufgeschlitzen Vanilleschote aufkochen und 5 Minuten durchziehen lassen. Die drei Eigelb mit dem Zucker und der Speisestärke glatt rühren, die Schokomilch unterrühren und erhitzen, bis die Masse einmal aufpufft. Die Schokomasse vom Herd nehmen und die zerlassene Kuvertüre unterziehen. Das ganze im kalten Wasserbad herunterkühlen lassen und immer wieder durchrühren, damit es schneller herunterkühlt.
Die Butter mit dem Puderzucker schaumig rühren. Die Schokomasse durch einen Sieb dazustreichen und unterrühren.
Einen Tortenboden auf eine Tortenplatte setzen und mit einem Tortenring umstellen. 2-3 EL der Buttercreme auf dem Boden verstreichen und so weiter und so fort, bis alle Böden verbraucht sind. Dabei etwa 3 EL der Creme zurückbehalten. Den obersten Boden mit einem Teller beschweren und die Torte etwa 30 Minuten im Kühlschrank anziehen lassen.
Den Tortenring lösen und die restliche Buttercreme auf der Torte verstreichen u Brösel zu binden. Erneut etwa 30 Minuten anziehen lassen.

Die Kuvertüre mit dem Kokosfett schmelzen und gut verrühren. Die Torte damit überziehen und nach dem Trocknen (ganz fest wird der Guss nicht) nochmals für etwa 30 Minuten im Kühlschrank anziehen lassen. Und nun: wohl bekomms. (^.^)

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Neuigkeiten! (^.^)

Meine Lieben! Es gibt Neuigkeiten im Hause Lili (^.^) Wir haben ganz spontan auch auch ziemlich kurzfristig - zum 1. November nämlich bereits - die Zusage für eine neue, größere Wohnung bekommen. (^.^)

Das heißt nun zweierlei: zunächst gilt es natürlich zu packen und zu organisieren, was wiederum heißt, dass mein geliebter Blog zunächst etwas hinten an steht. Es heißt aber auch, dass es demnächst wieder viel zum Thema Wohnen und Leben zu berichten gibt. (^.^) Seid also gespannt. (^.^)

Samstag, 3. Oktober 2015

Stricken für Anfänger - Unser erstes Projekt: Ein Kissenbezug - Die Maschenprobe

Bevor wir uns an unseren Kissenbezug machen, ist es erstmal erforderlich eine Maschenprobe zu stricken, damit der Kissenbezug später auch passt. (^.^) Eine Maschenbrobe wird grundsätzlich immer gestrickt, da jeder anders strickt oder aber Änderungen vornimmt (andere Wolle, anderes Muster, aber auch fremdsprachige oder alte Anleitung).

Für die Maschenbprobe werft ihr zunächst einen Blick auf die Wollbanderole. Wie ihr bereits wisst, ist dort auch angegeben, wie viele Maschen und Reihen es für ein Quadrat in der Größe 10 x 10 cm braucht. Diese Angabe bezieht sich beim Stricken auf rechte Maschen. Rundet die Maschenangabe etwas auf, mehr als 10 Maschen zusätzlich braucht ihr nicht aufschlagen und strickt im gewünschten Muster - bei uns sind es rechte Maschen - solange, bis ihr ein quadratisches Stück habt (dafür das Strickstück diagonal gefaltet Kante auf Kante liegt, habt ihr ein Quadrat). Den Lauffaden bitte nicht abschneiden und abmaschen, sondern einfach hängen lassen. Jetzt könnt ihr auszählen, wie viele Maschen und wie viele Reihen ihr für jeweils 10 cm braucht:

Dafür spannt ihr das Strickstück etwas auf, messt zunächst in der Breite 10 cm aus, markiert dafür 0-Punkt als auch 10-Punkt mit einer Stecknadel und zählt dann die Anzahl der Maschen aus. Jetzt wiederholt ihr gleiches in der Höhe und zählt die Anzahl der Reihen aus. Beides notiert ihr euch auf einem Zettel, den ihr nicht verlieren oder wegwerfen solltet, solange ihr noch nicht komplett fertig seid. Legt ihn am besten zu euren Stricksachen.

Bei der von mir benutzten Wolle "Passion" von Galeria Home mit Nadelstärke 7 ergibt sich bei mir für das 10-cm-Quadrat:
15 Maschen und
22 Reihen

Mit Hilfe dieser Angaben können wir nun die erforderliche Maschen- und Reihenzahl für unseren Kissenbezug berechnen. Messt zunächst die Breite eures Füllkissens aus, teilt die Breite durch 10 und multipliziert das Ergebnis mit der Anzahl der Maschen aus eurer Maschenprobe:
Genauso verfahren wir bei der Berechnung der erforderlichen Reihenzahl:
Die Maschenprobe, sobald ihr eure Angaben habt, trennt ihr wieder auf und wickelt die Wolle straff ums Knäuel, damit sie sich wieder glatt zieht, schließlich kostet Wolle auch Geld und wegwerfen muss man sie ja nicht, nur weil man eine Maschenprobe gestrickt hat. (^.^)

Nun wisst ihr wieviele Maschen ihr anschlagen müsst. Macht das nun und strickt rechte Maschen bis ihr 80 Prozent der erforderlichen Reihen gestrickt habt. Dann geht es mit einem Farbwechsel weiter. Dazu aber mehr beim nächsten Mal. (^.^)

Freitag, 2. Oktober 2015

Bayrische Kuchl - Knödel: gekrönte Häupter

Was dem Namen nach so exquisit und hochherrschaftlich klingt, ist in Wahrheit ein Resteessen, wahlweise auch ein Fastengericht. Als erklärter Knödelfan und gleichzeitig in einem Zwei-Personen-Haushalt Lebende, sind bei mir die Gekrönten Häupter normalerweise Resteessen, weil ich normalerweise auch einen ordentlich großen Schwung Knödel mache, es soll sich schließlich auch rentieren, für zwei Portionen braucht man damit ansonsten eigentlich gar nicht anfangen.

So gehts - für zwei Personen:
2 Portionen Sauerkraut
3-4 Semmelknödel
20 g Butter
1 EL Semmelbrösel

Das Sauerkraut zusammen mit den halbierten Knödeln in einem Topf erwärmen und anschließend auf einer Platte anrichten. Die Butter in einer Pfanne schmelzen, die Semmelbrösel darin anrösten und die Semmelknödel damit bestreuen. Fertig sind die gekrönten Häupter. (^.^)

Dienstag, 29. September 2015

Pilze einkochen

Ja, meine Lieben auch Pilze jeglicher Art lassen sich wunderbar einkochen. Gerade in den Jahren in denen man bildlich gesprochen schon fast in Pilzen watet, ist für mich Einkochen die Methode erster Wahl, da Trockenpilze nach dem Wässern irgendwie schleimig werden und entweder zäh wie eine alte Schuhsohle oder labbrig sind. Eingekochte Pilze schmecken dagegen fast noch besser als frische Pilze. (^.^)

Man nehme - pro Glas mit 500 ml Fassungsvermögen:
250 g Äpfel
250 ml Wasser
1 TL Salz

Zubereitung:
Die Gläser sterilisieren. Die Pilze verlesen und putzen, das Salz im Wasser auflösen. Die Pilze in die vorbereiteten Gläser füllen, mit dem Salzwasser auffüllen und die Gläser verschließen. Die Gläser in den großen Kochtopf setzen und so hoch mit Wasser füllen, dass die Gläser mindestens zur Hälfte im Wasser stehen. Das ganze jetzt auf 100° C erhitzen, diese Temperatur halten und die Pilze so ca. 30 Minuten einkochen. Danach werden die Gläser aus dem Wasserbad genommen und kühlen, mit einem Tuch bedeckt, ab.
Am Folgetag werden die Pilze ein zweites mal eingekocht, da Pilze - genauso wie viele Gemüsesorten - ansonsten gerne nachgären: Die Gläser in den großen Kochtopf setzen und so hoch mit Wasser füllen, dass die Gläser mindestens zur Hälfte im Wasser stehen. Das ganze jetzt auf 100° C erhitzen, diese Temperatur halten und die Pilze so ca. 30 Minuten einkochen. Danach werden die Gläser aus dem Wasserbad genommen und kühlen, mit einem Tuch bedeckt, ab.

Eingekochte Pilze hält sich mindestens ein Jahr.

Freitag, 25. September 2015

Bayrische Kuchl - Knödel: Schinkenknödel

Schinkenködel sind im Grunde "nur" Semmelknödel, die mit gewürfeltem Kochschinken, wahlweise auch Räucherschinken, gefüllt werden. Schinkenknödel werden gerne als Festtagsknödel gereicht, dienten aber durchaus auch als Herrgottsbscheißerl an Fasttagen. Schmecken tun sie auf jeden Fall. (^.^) Ich esse sie gerne mit Kochschinken gefüllt zu Pilzgerichten, weil es dann so schön stimmig schmeckt.

Man nehme - für fünf Knödel:
5 Semmeln vom Vortag (etwa 250 g)
Salz
200 ml Milch
1/2 Zwiebel
1/2 Bund Petersilie
25 g Butter
2 Eier
1 EL Mehl
50 g Schinken (roh oder gekocht)

So gehts:
Die Semmeln feinblättrig aufschneiden. Währenddessen die Milch erwärmen. Die Semmeln in eine Schüssel geben, salzen und mit der warmen Milch übergießen. Das ganze zugedeckt etwa 30 Minuten ziehen lassen.

Die Zwiebel fein würfeln, die Petersilie hacken, beides zusammen in der Butter leicht anschwitzen, zu den Semmeln geben und Eier und Mehl zugeben. Alles mit der Hand zu einem geschmeidigen Teig vermischen, ohne jedoch zu kneten und nochmals 30 Minuten ziehen lassen.

In einem weiten Topf Wasser zum Sieden bringen und Salz zugeben. Den Schinken nicht zu fein würfeln. Aus dem Teig mit angefeuchteten Händen fünf gleichgroße Knödel drehen, dabei den Schinken in einem kleinen Nest in die Mitte des Knödels drücken und in das Salzwasser setzen. Die Temperatur dabei knapp unter dem Siedepunkt halten. Den Deckel schräg aufsetzen und die Knödel in 20 Minuten gar ziehen lassen (nicht kochen!). Die Knödel mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser nehmen, kurz abtropfen lassen und schmecken lassen. (^.^)

Montag, 21. September 2015

Elsa Schiaparelli

Heute möchte ich euch eine ganz besondere Frau vorstellen, die wie keine andere die Mode der 30er Jahre prägte, und die heute traurigerweise fast in Vergessenheit geraten ist: Elsa Schiaparelli.

Elsa Schiaparelli wurde am 10. September 1890 in Rom als Tochter einer bekannten piemontesischen Gelehrtenfamilie geboren. Sie studierte Philosophie in Rom und ging danach nach London, wo sie Wilhelm Wendt de Kerlor kennen und lieben lernte und ihn nach nur wenigen Wochen Beziehung, im Juni 1914 das Ja-Wort gab. Das Paar war nur ein Jahr nach der Hochzeit aufgrund diverser dubioser Machenschaften Wendt de Kerlors (u.a. seine Betätigung als "Medium" und "Wahrsager"), gezwungen, London zu verlassen. Sie tingelten zunächst durch Europa, bevor die Bedrohung durch den tobenden Weltkrieg zu groß wurde, so dass sie 1916 nach New York übersiedelten. Dort nahm Wendt de Kerlor seine dubiosen Praktiken wieder auf und bekannte sich mehr aus Selbstdarstellungszwang denn aus tatsächlicher Überzeugung zum Bolschewismus, was ihn schnell in den geheimdienstlichen Ermittlungsfokus brachte. Elsa Schiaparelli lernte in New York Gaby Picabia kennen und kam durch sie in Kontakt mit namhaften dadaistischen Künstlern wie Francis Picabia, Man Ray oder Alfred Stieglitz, die sie sehr inspirierten.
Kurz nach der Geburt der gemeinsamen Tochter Maria Luisa im Jahr 1920 verließ Wendt de Kerlor Elsa Schiaparelli für die Tänzerin Isadora Duncan. Fast mittellos kehrte Elsa Schiaparelli 1922 nach Europa zurück und ließ sich in Paris nieder, wo sie zunächst, dank der finanziellen Unterstützung ihrer Familie ein Strickwarengeschäft eröffnete.

Wer nun in Paris im Modegeschäft erfolgreich sein will, musste auch damals schon vor allem eines tun: auf Modenschauen gehen. Wer nun wie Elsa Schiparelli zwar einen Namen und Beziehungen hat um an die begehrten Karten zu kommen, aber andererseits nicht über die finanziellen Mittel verfügt, sich dafür in teure Designerroben zu hüllen, dem bleibt nur eines: selbst ist die Frau. (^.^) Elsa Schiaparelli machte sich für eine Modenschau im Jahr 1927 einen schwarzen Pulli in dem eine weiße Schleife eingestrickt und weiße Manschetten angestrickt waren. Dieser Pulli traf genau den Zeitgeist, setzte er doch das moderne grafische Design in der Strickmode sehr gekonnt um. Was nun kam, ging rasend schnell: jeder wollte diesen Pulli! Das New Yorker Luxuskaufhaus Lord & Taylor orderte 40 Stück, wenige Wochen später war der Pulli bereits in der französischen, britischen und amerikanischen Vouge abgebildet und Schiaparellis Strickwarengeschäft war über Nacht zu einem gefragten Modelabel geworden. Schnell erweiterte sie ihr Repertoire und designte auch Abendkleider, Hüte und Handschuhe. Ihr Label war "Shocking Pink", ein grelles Pink, das bald Schiaparelli-Pink genannt wurde, auf das ihr Nachname eingestickt war und auch bei ihren Entwürfen schockte - eigentlich revolutionierte - sie immer wieder: sie kreierte den Hosenrock, arbeitete mit sichtbaren Reißverschlüssen als Designelement, und brachte als erste das Dianadekolleté auf die Laufstege. Sie kreierte Hüte in Schuhform und Handtaschen in Telefonform. Sie war schrill, sie war chic, sie war avantgarde und schon bald war sie die richtungsweisende Designerin in Paris. Sie kleidete Stars wie Greta Garbo, Peggy Guggenheim, Marlene Dietrich, Mae West, Gloria Swanson oder Joan Crawford ein.
Am Höhepunkt ihres Erfolges kam es jedoch zu einem jähen Ende für die Schiaparelli: als die deutsche Wehrmacht Frankreich besetzte, setzte sich Elsa Schiaparelli in die USA ab. Sie kehrte zwar nach Kriegsende nach Frankreich zurück, doch die Modewelt hatte sich geändert. Die Mode war nicht mehr schrill, aufsehenerregend, revolutionär und künstlerisch. Der New Look, der nun die Laufstege beherrschte, war schon fast altbacken, im Vergleich zur Mode vor dem 2. Weltkrieg. Eine Modewelt in der Elsa Schiaparelli keinen Platz mehr fand und sich ihre ewige Rivalin Coco Chanel durchsetzte. 1954 musste Schiaparelli ihr Label aufgeben.
Elsa Schiaparelli starb am 13. November 1973 im Alter von 83 Jahren in Paris.

Samstag, 19. September 2015

Feiner Biskuit - Petits Fours

Petits Fours sind klein und fein, superleicht gemacht und trotzdem jedes mal anders. Heute zeige ich euch, wie es geht:


5 Eier
125 g Zucker
abgeriebene Schale von einer Zitrone
125 g Mehl

Zum Füllen:
100 g Konfitüre

Zum Dekorieren:
je nach Gusto und Belieben

Den Backofen auf 180° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen.
Die Eier trennen (Eiweiße in die Rührschüssel, Eigelbe zwischenlagern) und mit dem Handrührgerät auf höchster Stufe steif schlagen. Jetzt den Zucker sowie die Zitronenschale zugeben und auf höchster Stufe unterschlagen. Die Eigelbe mit einer Gabel verquirlen, zur Eiweißmasse geben und unterrühren. Das Mehl auf den Teig sieben und zügig auf niedrigster Stufe unter den Teig heben.
Den Teig auf dem Blech glattstreichen und etwa 10 Minuten bei 180° C mit Ober-/Unterhitze backen.

Den Biskuit nun vorsichtig auf ein Gitter zum auskühlen stürzen (den Rand mit einem spitzen Messer lösen, Gitter umgedreht auf die Teigplatte legen - Backpapier dazwischen nicht vergessen - und einmal schnell drehen).

Nach dem Auskühlen den Biskuit in drei gleichgroße Streifen schneiden. Einen Streifen mit Konfitüre bestreichen, eine zweite Platte darauf setzen, erneut mit Konfitüre bestreichen und die dritte Platte darauf setzen. Den Biskuit nun leicht beschweren, am besten mit einem Holzbrett oder vergleichbarem und über Nacht ruhen lassen.

Jetzt die Kanten glatt schneiden und anschließend den Biskuit erneut dritteln und dann gleichmäßig große Würfel schneiden.

Ab sofort wird es kreativ es geht ans Dekorieren. Ich habe meine Petits Fours mit Zuckerguss überzogen und mit Zuckerblumen dekoriert. Der Guss kann natürlich mit Lebensmittelfarbe gefärbt werden, ihr könnt die Petits Fours mit Marzipan, Fondant oder Schokolade überziehen. Sehr Geduldige können natürlich auch mit Buttercreme, Sahne oder Canache einstreichen. Verziert wie ihr lustig seid und was gefällt. Selbstverständlich könnt ihr auch andere Füllcremes als Konfitüre verwenden. Ganz also, wie ihr lustig seid oder aber: je nach dem was weg muss. (^.^)

Donnerstag, 17. September 2015

Ein Münchner Nachkriegs-Designklassiker: Das Hausbüro der Firma Schreibmayr

Das Hausbüro ist ein kleines Verwandlungsmöbelstück, dass in einer Kleinserie durch die Münchner Firma Schreibmayr in den 50ern und frühen 60ern produziert und vertrieben wurde und das es mir schon seit langem angetan hat. Der Clou am Hausbüro: geschlossen sieht es aus wie ein schmales Highboard, geöffnet verwandelt es sich in einen sehr variablen und geräumigen Arbeitsplatz mit Arbeitsfläche und zahlreichen Ablage- und Archivierungsmöglichkeiten, das ganze sogar einschließlich Arbeitsbeleuchtung! Das Hausbüro gab es aus Weichholz gearbeitet mit schlichtem Ahornfurnier oder aber in der repräsentativeren Variante aus Nußbaum gearbeitet und furniert, der Korpus in der absoluten High-Class-Ausgabe auch gerne mit wunderschönen Intarsien verziert. Ein solches wurde auch vor einigen Monaten im Wiener Auktionshaus Dorotheum versteigert. Oh wie gerne hätte ich ein solches Hausbüro... Aber soviel Geld... Ich glaube, das würde ich nicht wagen, dann auch noch zu benutzen, genau das hätte ich aber am allerliebsten: ein Hausbüro für den täglichen Gebrauch, bei dem die Arbeit Ratzfatz weggeräumt ist, sobald man zuklappt.



Sowas in der Art habe ich jetzt zwar auch: in Form eines Sekretärs, aber in welchen Sekretär lässt sich schon ein PC verräumen, also ich habe noch keinen gefunden, oder zumindest keinen, der dann auch noch nach was aussieht. Kurzum: ich brauche ein Hausbüro, allerdings bin ich nun mal nicht zu jedem Preis bereit, oder - um ehrlich zu sein - eigentlich bin ich zu gar keinem Preis bereit. Selbst die "Billigvariante" des Hausbüros, also die aus Weichholz gearbeitet, kostet in unrestauriertem Zustand 1.000,- € aufwärts (die dann eher von privat, Auktionshäuser handeln üblicherweise nicht mit Mobiliar der Nachkriegszeit das billig und auf Masse produziert wurde). Und die "Billigvariante", die heutzutage eher "Totale Wuchervariante" heißen müsste, schaut halt blöderweise auch nach billig aus, ist also nichts, das ich mir in die Wohnung stellen möchte.

Also was tun? Tja, in diesem Falle wage ich mich ans selbst bauen... Das ganze in der Hoffnung dass sich die klaren, noch vom Bauhaus inspirierten Linienführungen und die schlichte Eleganz leicht nachbauen lassen. Es ist nun auch nicht so, dass ich schon jemals in meinem Leben ein Möbelstück gebaut hätte, aber warum nicht einfach versuchen? Ich mache mir also mal einen Plan... Mal schauen, was daraus wird... Ich werde selbstverständlich berichten.

Freitag, 11. September 2015

Bayrische Kuchl - G'müas: Pichelsteiner

Heute möchte ich euch einen meiner Lieblingseintöpfe aus Kindertagen vorstellen - wobei ich damals ehrlichweise nur die Kartoffeln rausgegessen habe. Die Kartoffeln esse ich heute noch am liebsten, den Rest verschmähe ich mittlerweile aber auch nicht mehr, vom guten Pichelsteiner. (^.^)

Viele Nichtbayern sind übrigens sichtlich erstaunt, wenn sie hören, dass das Pichelsteiner ein traditionelles bayrisches Gericht ist. Dennoch war es erst Bundeskanzler Ludwig Erhard, der das Pichelsteiner als seine Leibspeise über die bayrischen grenzen hinaus bekannt machte.

Das Pichelsteiner ist übrigens auch eines der wenigen Rezepte dessen Schöpferin namentlich bekannt ist, es ist die Wirtin Auguste Winkler aus Kirchberg im Wald, die ihren schnellen und einfachen Eintopf nach dem nahe gelegenen Büchelstein benannte. Nachdem im niederbairischen das ü als i ausgesprochen wird und uns Bayern gerne unterstellt wird, dass wir kein p kennen (was nicht stimmt, man muss halt genau hinhören um den Unterschied zwischen p und b herauszuhören), wurde aus dem gesprochenen "Bichlsteiner" ein geschriebenes Pichelsteiner, obwohl eigentlich Büchelsteiner richtig gewesen wäre. (^.^)

Aber kommen wir nun zum Rezept - einmal mehr eine Version die um Elemente aus unserem Familienrezept ergänzt werden musste, weil die Angaben in Erna Horns Bayrischer Kuchl mangels konkreter Angaben nicht nachkochbar gewesen wären.

Die Zutaten - für 6 Portionen (Pichelsteiner schmeckt in aufgewärmt fast noch besser, also nur keine Scheu gleich so viel zu kochen):
250 g Schweinefleisch von Bauch oder Schulter
250 g Rindfleisch von Bauch oder Schulter
250 g Kalbfleisch von Bauch oder Schulter
60 g Butterschmalz
2 Zwiebeln
150 g Karotten
150 g Sellerie
1 Petersilienwurzel
750 g Kartoffeln
Salz
Pfeffer
750 ml Fleischbrühe
1 Bund Petersilie

Zubereitung:
Das Fleisch, das Gemüse und die Kartoffeln einputzen und in etwa gleich groß würfeln. Das Butterschmalz in einem weiten Topf schmelzen und das Fleisch darin scharf anbraten. Die gewürfelten Zwiebeln zugeben und kurz mit anbraten, alles salzen und pfeffern und die Hitze reduzieren.

Jetzt das gewürfelte Gemüse einschichten: auf das Fleisch kommen die Karotten, dann der Sellerie, die Petersilienwurzel und oben auf die gewürfelten Kartoffeln. Dabei wird jede Schicht mit Salz und Pfeffer gewürzt. Das ganze wird nun mit der Brühe aufgegossen, zugedeckt und ohne umzurühren (das ist wichtig für den besonderen Geschmack) bei mittlerer Hitze in etwa 45 Minuten gar gekocht. Dabei zwischendurch immer wieder kontrollieren, ob noch genug Flüssigkeit im Topf ist.

Zum Anrichten wird das Pichelsteiner einmal durchgehoben - die Zutaten werden also vermengt - angerichtet und mit gehackter Petersilie bestreut.

Mittwoch, 9. September 2015

Rumtopfkonfitüre

Ihr kennt das vielleicht auch: der Rumtopf ist noch nicht alle aber die neue Saison steht schon vor der Tür... Wohin nur mit den Resten, die zum wegwerfen natürlich viel zu Schade sind... Nun, des Rätsels Lösung lautet: Rumtopfkonfitüre, die so lecker ist, dass ich beim nächsten Mal extra dafür Rumtopf abzweige. (^.^)

Zutaten:
Die Reste aus dem Rumtopf
die entsprechende Menge Gelierzucker 3:1

So gehts:
Die Gläser vorbereiten. Den Rumtopf pürieren. Wenn es zu flüssig ist, ggf. noch Waldbeeren (aus dem TK, aber aufgetaut, damit wird es am leckersten) unterrühren. Das Püree mit dem Gelierzucker aufkochen, vier Minuten lang sprudelnd kochen und die Gelierprobe machen. Geliert die Konfitüre, wird sie abgeschäumt und in die bereit stehenden Gläser gefüllt. Diese sofort verschließen und zunächst 15 Minuten auf dem Deckel stehend, dann richtig herum stehend abkühlen lassen.

Die Rumtopfkonfitüre hält sich locker ein Jahr.

Montag, 7. September 2015

Die kleine Warenkunde zum Kochen und Backen - Suppen

François Barraud - La Tailleuse de Soupe (1933)
In unseren kleinen Warenkunde geht es nun, nach den überblicksweisen Nahrungsmittelgruppen, durch die einzelnen Speisengruppen. Den Anfang machen heute die Suppen. Suppen lassen sich ganz grundsätzlich in zwei Kategorien einteilen: in klare Suppen und in gebundene Suppen.

Die Grundlage für klare Suppen stellt die Brühe dar, dabei ist Brühe aber nicht gleich Brühe:

  • Eine einfache Brühe, auch Bouillon genannt, gibt es üblicherweise als Fleischbrühe (Rind auch Kalb und Lamm), Hühnerbrühe, Fischbrühe und Gemüsebrühe.
  • Eine konzentrierte, also reduzierte Fleischbrühe, die mit Klärfleisch gekocht wurde um Schwebstoffe zu entziehen, wird Kraftbrühe, auch Consommé, genannt.
  • Eine stark konzentrierte also reduzierte Brühe nennt sich Fond und kommt weniger bei Suppen, sondern vielmehr bei Saucen zum Einsatz.
  • Ein Sud ist zu guter letzt mit Gewürzen verfeinertes Kochwasser (manchmal auch unter Zugabe von Wein) von Gemüse, Fleisch oder Fisch, dern manchmal zum Aufgießen oder Strecken verwendet wird.

Die jeweiligen Suppeneinlagen werden normalerweise nicht in der Brühe gekocht, da diese sonst eintrüben kann, sondern üblicherweise in Salzwasser. Sie werden erst in der separat erwärmten Brühe angerichtet. Schneller ist es aber allemal die Einlage direkt in der Brühe zu kochen. Geschmacklich besser ist es oft auch und es ist mir persönlich bisher nur selten passiert, dass die Suppe eintrübt und selbst wenn: es ist dabei "nur" die Optik, die in getrübt nicht unbedingt schlechter sein muss, daher muss in meiner Küche keine Suppeneinlage in Salzwasser baden, bevor sie in die Brühe darf. Ich sehe das völlig unproblematisch und meine Mutter hat es bisher auch noch nie anders gemacht. (^.^)

Gebundene Suppen wurden früher sehr regelmäßig und heute noch manchmal aus einer Einbrenne zubereitet: es wird also erst Butter in einem Topf geschmolzen, dann Mehl eingerührt und bis zum gewünschten Grad gebräunt und anschließend mit Flüssigkeit, in aller Regel Brühe, aufgegossen. Neben dem Binden mit der Einbrenne ist es auch möglich durch (teilweises) Pürieren, oder durch das Zugeben von Sahne, seltener durch das Legieren mit Ei, abzubinden. Gebunden wird dann kurz vor dem Servieren, da die Suppe dann nicht mehr lange kochen darf.

Brühen ohne Einlage lassen sich sowohl einkochen als auch einfrieren. Selbst manche Einlagen lassen sich direkt in der Brühe einkochen, allerdings nicht alle, daher verweise ich jeweils gesondert bei den jeweilige Rezepten auf diese Möglichkeit. Auch gebundene Suppen können eingekocht und eingefroren werden, allerdings nur vor dem Abbinden und vor dem Zugeben von Milchprodukten. Die Suppe wird dann jeweils portionsweise frisch fertiggestellt.

Zum Essen werden klare Suppen übrigens in Suppentassen gereicht, gebundene Suppen hingegen in tiefen Tellern. (^.^)

Samstag, 5. September 2015

Haare färben mit Elumen von Goldwell

Ich habe schon vor einiger Zeit den Drogeriehaarfarben den Rücken gekehrt um mich endlich an die Profifarben herangewagt, an Elumen von Goldwell um genau zu sein. Was mich dazu bewogen hat, mich an Elumen heranzutrauen ist schlicht und ergreifend die Tatsache, dass ich nun mal von Papa das frühe Ergrauen geerbt habe - ich ergraue bereits seit meinem 21. Lebensjahr vor mich hin. Gut, es sind nicht viele graue Haare die ich habe, nachdem ich aber von Natur aus dunkelbraunes Haar habe, fallen die einzelnen Grauen dazwischen halt einfach echt fies auf. Vor allem weil die natürlich auch noch ausgerechnet am Oberkopf wachsen müssen... Deshalb färbe bzw. intensivtöne ich. Was dabei allerdings nervt: man muss echt regelmäßig die Ansätze nachtönen, damit man die Längen aber nicht farbübersättigt, schmeißt man regelmäßig die Hälfte des Produkts weg und: theoretisch reicht es bei mir auch nicht mit meiner jetzigen Intensivtönung, die immerhin die beste ist, die ich finden konnte, nur alle paar Wochen mal nachzutönen, weil sie sich eben schon ziemlich auswäscht, gerade auf den grauen Haaren. Normalerweise müsste ich damit fast schon alle drei Wochen ran - das will ich meinen Haaren aber nicht antun. Nachdem Elumen direktziehend ist, sprich: die Farbe ist bereits fertig angemischt ist, kann man die Farbe ganz ohne Probleme aufbewahren und immer nur soviel entnehmen, wie man gerade braucht, also im Grunde genau das Richtige für mich. Zudem wirkt Elumen ohne Ammoniak oder Peroxid, also genau die beiden Bestandteile von Haarfarben, auf die ich zum Schutz meiner Haare gut und gerne verzichten kann. Mehr noch: sie pflegt das Haar sogar noch kräftiger und gesünder, indem die Farbe brüchige Stellen im Haar quasi durch eine pysikalische (und eben nicht chemische) Reaktion "auffüllt". Und: sie hält superbombenfest, es reicht allein die Ansätze nachzufärben, die Längen brauchen nur etwa alle 6 Monate ein Auffrischen.

Zugegebenermaßen ist die Erstinvestition in das Haarfarbensystem von Elumen etwas größer, nachdem man alle Produkte aber mehrmals verwenden kann, bevor sie aufgebraucht sind, amortisiert sich die Erstinvestition auch schnell. Zudem braucht man auch nicht unbedingt das komplette System, wie ich mittlerweile in einer kleinen Versuchsreihe feststellen konnte:
  • Elumen Prepare - eine Farbvorbehandlung, die das Haar schützt und dafür sorgt, dass die Farbpigmente besser im Haar halten; 150 ml kosten etwa 15,- €, wer graue Haare hat, so wie ich oder helle Haare merklich dunkler färben möchte, sollte in Elumen Prepare investieren, da die FArbe damit wirklich besser hält und weniger schnell auswäscht.
  • Elumen Farbe - 200 ml kosten etwa 20,- €, die braucht man wirklich immer.
  • Elumen Lock - eine Farbnachbehandlung, die dafür sorgt, dass die Farbpigmente sicher im Haar bleiben; zudem werden überschüssige Pigmente vom Haar entfernt; 250 ml kosten etwa 10,- €, ich habe bei meinen Haaren keinen Unterschied zwischen mit und ohne Lock feststellen können, ich würde also behaupten, dass diese Investition lässlich ist.
  • Elumen Clean - ist ein Farbentferner für die Haut um die Ferkelei beim Färben wieder zu entfernen; 250 ml kosten etwa 15,- €, nutzlos, jeder billige Augenmakeupentferner kann mehr als Elumen Clean.
Insgesamt muss ich also 35,- € investieren; meine bisherige Haarfarbe kostet pro Packung 5,- €, Elumen lohnt sich also, wenn das ganze Zeug 7 Monate lang hält und das tut es locker. (^.^)

Zusätzlich gibt es aus der Elumenserie natürlich noch Pflegeprodukte wie Shampoo, Kur usw. darauf habe ich verzichtet, weil ich nicht wirklich daran glaube, dass ein (überteuertes) Friseurshampoo wirklich besser ist, als eines aus der Drogerie. Außerdem gibt es von Elumen auch Färbeschalen, Applikatorfläschchen, Pinsel und dergleichen. Nachdem die No-Names allerdings nur einen Bruchteil dessen gekostet haben, als das Original-Elumen-Zubehör, habe ich ein No-Name-Schälchen und einen No-Name Silikonpinsel zum Auftragen der Farbe gekauft. Außerdem braucht ihr noch Einweghandschuhe zum Färben. Die gibts im 100er-Pack im Baumarkt oder im Supermarkt bei den 1,- €-Kruschartikeln. (^.^) Und: man kann dann sogar Handschuhe in der passenden Größe wählen und muss keine Dinger anziehen, die man von der Größe her auch als Müllbeutel verwenden könnte.

Für später habe ich mir aus der Elumenserie übrigens noch Elumen Return, eine Farbreduktion speziell für Elumen-Farben vorgemerkt; sie zieht die Farbe wieder aus dem Haar, sollte man mal wechseln wollen. Zudem gibt es noch Elumen Clear zum Mischen von Haarfarben, sollte man einen weniger satten und intensiven Ton färben wollen.

Soviel der Vorrede, kommen wir zum machen:
Zunächst werden die Haare mit einem Tiefenreinigungsshampoo gründlich gewaschen. Danach kommt Elumen Prepare ins handtuchtrockene Haar. Das Ganze gründlich verteilen und wieder den Handtuchturban drauf. Vor dem Färben müssen die Haare komplett trocken sein; wirklich komplett, da Wasser verhindert, dass die Farbpigmente ins Haar eindringen. Daher habe sogar ich ausnahmsweise mal zum Föhn gegriffen um meine Haare komplett durchzutrocknen.

Dann kommt die Haarfarbe drauf, bzw. vorher noch die Handschuhe und ein Friseurumhang oder zumindest ein altes T-Shirt an (^.^). Ich habe etwas von der Farbe in mein Schälchen gegeben und mit dem Pinsel partienweise vom Ansatz zu den Spitzen aufgetragen und jede Strähne nochmal mit meiner Färbehaarbürste durchgekämmt, um die Farbe zu verteilen. Ist die Farbe erstmal drauf, muss sie 45 Minuten einwirken. Danach wird sie solange ausgewaschen bis das Wasser klar bleibt. Wer möchte wäscht seine Haare nochmals wie gewohnt durch - muss man aber nicht.

Eventuelle Spritzer von Fliesen und Waschbecken lassen sich übrigens super wieder entfernen, Badteppiche und ähnliches würde ich aber vor den Färben rauslegen.

Mein persönliches Fazit will ich euch auch nicht vorenthalten:
Suuuuuuuper!!!! Ich habe ja eigentlich ohnehin gesundes kräftiges Haar, aber Elumen hat wahre Wunder bewirkt! Es fühlt sich an... der Hammer, weich, aber trotzdem kräftig, wie Samt und Seide, einfach nur unbeschreiblich wunderbar! Und die Farbe... hach... ich bin verliebt... (^.^)
Der Nachteil, dass das Färben ziemlich lange dauert im vergleich zu den herkömmlichen Drogerieprodukten relativiert sich auf jeden Fall mit zunehmender Übung, die Kosten sowieso.

Freitag, 4. September 2015

Bayrische Kuchl - G'müas: Karfiol mit Schinkenhaube

Zunächst gibt es wieder eine Lektion "Bairisch für Anfänger": Karfiol heißt der Blumenkohl im südlichen Bayern, obschon der Ausdruck aus dem alltäglichen Sprachgebrauch immer mehr verschwindet. Dabei handelt es sich um eine Verballhornung des italienischen cavolfiore, einer der zahlreichen italienischen Ausdrücke (interessanterweise viele zum Thema Essen), die ihren Weg in die bairische Mundart gefunden haben. Aber nun wieder genug der Unterrichtsstunde - kommen wir zum kochen, einmal mehr, meine Version der mehr als spärlichen Angaben bei Erna Horn - und:lecker wars (^.^) Ihr bekommt also das Rezept:

1 großer Blumenkohl
150 g Schinken
30 g Butter
30 g Mehl
500 ml Milch
Salz
Pfeffer
Muskat
3 EL Sahne
50 g geriebener Käse

Zubereitung:
Den Blumenkohl putzen, in Röschen teilen und in sprudelndem Salzwasser in etwa 5 Minuten bissfest garen, abgießen und abtropfen lassen.
Den Schinken würfeln. Den Backofen auf 180° C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Nun bereiten wir zunächst eine klassische Béchamelsauce zu. Dafür die Butter im Topf schmelzen und das Mehl mit dem Schneebesen  unterrühren. Nun nach und nach die Milch zugießen und gründlich unterrühren. 10 Minuten köcheln lassen. Zuletzt noch mit Salz, Pfeffer und Muskat würzig abschmecken. Bei Bedarf (sprich: bei Klümpchen) durch einen Sieb abgießen. Nun noch die Sahne und den Käse einrühren, bis dieser komplett geschmolzen ist.
Den Blumenkohl in eine Auflaufform füllen, mit dem Schinken überstreuen und mit der Béchamel-Käse-Sauce übergießen. Im Ofen etwa 30 Minuten goldgelb gratinieren.

Dienstag, 1. September 2015

Die Laufstegtrends Herbst/Winter 2015/16

It all started with a big BANG! (Barenaked Ladies - eigentlich: "The History of Everything")
Ja, der Nerd-, Geek- und Grannystyle ist wieder zurück auf den Laufstegen nachdem er, seit seinem ersten Auftauchen vor etlichen Jahren, aus dem Streetsyle nicht mehr so ganz verschwunden war, haben nun die Desinger den wahrhaft "alten Hut" wieder aufgenommen.

The Soft Parade (The Doors)
Fast schon ein Runway-Klassiker: Pastellfarben - so auch diese Saison wieder, dieses mal in etwas "schlammiger" Nuancierung.

She's a Rainbow (The Rolling Stones)
Auch die Knallfarben bleiben uns weiterhin erhalten, dabei gilt jedoch: knallig ja - Neon nein.

When I paint my Masterpiece (Bob Dylan)
Stoffe die an ein Kunstwerk erinnern, seien es nun Drucke die an die großen Kindergartenkünstler erinnern oder aber feinste Pop-Art oder Comic-Prints. Für jeden ist was dabei. (^.^)

Silence ist Golden (The Tremeloes)
Auch die Metallic-Farben sind diesen Herbst/Winter wieder mit dabei, auch für tagsüber. Dabei dominieren zwar gold und bronze aber auch silber ist weiterhin vertreten.

Lady in Black (Uriah Heep)
Ein weiterer Winterklassiker: schwarz, dabei in dieser Saison gerne klassisch-romatisch gesteilt und außerdem sehr gerne mit weißen, goldenen oder farbigen Akzenten kombiniert.

Put your Cat Clothes on (Carl Perkins)
Der Leo bleibt und wird bunt, dennoch gilt bei Leo weiterhin: klassische Schnitte, sonst wirds schnell billig.

Teddy Bear (Elvis Presley)
Wie jeden Winter sieht man auch wieder viel Pelz, allerdings echte Damen mit wahrer Grandeza müssen für den Pelzlook keine Tiere töten lassen. Teddy Bär sieht mittlerweile sehrsehr echt aus.

The Lady's in Love with you (Sammy Davis Jr.)
Sehr viel und sehr regelmäßig zu sehen sind sehr damenhafte und klassische Looks, Hosen haben in dieser Saison wahren Seltenheitswert, dafür gibt es reihenweise (über-)knielange Kleider und Röcke.