Samstag, 31. Mai 2014

Lilis kleine Malstunde Teil 12 - Die Augenbrauen in Form bringen

Zu einem guten Make-up gehören sehr eindeutig auch gut gezupfte Augenbrauen. Augenbrauen sind quasi der Rahmen eures Gesichtes und wie auch bei Bildern muss der Rahmen zum Bild passen, damit es nicht irritierend bis seltsam wirkt. Man muss sich Augenbrauen nicht beim Profi zupfen lassen, wenn man ein paar wenige Handgriffe beachtet, kann man das auch super selbst machen und zwar so, dass es wirklich gut aussieht.

Kommen wir zunächst zur richtigen Länge.Die Augenbrauen beginnen mit der breitesten Stelle der Nase, haben Ihren höchsten Punkt auf der Diagonale zwischen Nasenflügel und Pupille, wenn man gerade aus blickt und enden auf der Diagonale zwischen Nasenflügel und äußerem Augenwinkel:


Kürzere oder längere Brauen sind zwar möglich (offene und geschlossene Form) und optimieren Gesicht und Augen. Allerdings sind unsere Augenbrauen sehr entscheidend was unseren Gesichtsausdruck und die damit verbundene Wahrnehmung beim Gegenüber betrifft. Offen gezupfte Augenbrauen lassen einen oft arrogant, zu offen gezupfte Augenbrauen (genauso wie ein zu hoch gezupfter Brauenbogen) dauererstaunt wirken. Geschlossen gezupfte Brauen lassen einen melancholisch bis deprimiert erscheinen. Näheres dazu findet ihr bei den Mädels vom Cadika-Beautyblog: Wie zupfe ich meine Augenbrauen richtig?
Ich persönlich zupfe lieber nach der oben genannten klassischen Form und nutze zum Optimieren von Gesicht und Augen Konturpuder, Highlighter und dergleichen.
Die Länge der Augenbrauen hängt auch immer sehr stark von der aktuellen Mode ab. Gut, so ein "Fashion-Victim" (wer nennt sich eigentlich freiwillig Modeopfer?) bin ich nun nicht, dass ich Trends mitmache, von denen ich weiß, dass sie sich suboptimal auf mein Äußeres auswirken. Ich bin aber auch in einem Alter, in dem man nicht mehr alles unreflektiert mitmachen muss. Momentan ist aber ohnehin die klassische Normallänge der Brauen "in". Wer die Länge seiner Augenbrauen also nach der Mode ausrichten will, kann sich aktuell also getrost an der "Normalform" orientieren.

Kommen wir nun zur Dicke der Brauen. Wie ich eingangs schon erwähnt habe, sind eure Augenbrauen der Rahmen eures Gesichtes. Dünne Augenbrauen in einem eher runden Gesicht wirken genauso seltsam (weil hier die Orientierung für den Betrachter fehlt) wie superdicke Brauen in einem sehr schmalen Gesicht (hier sieht man nur AUGENBRAUEN und wer will schon "die mit den Augenbrauen" sein). Ich weiß, auch die Breite der Augenbrauen unterliegt der Mode und gerade im Moment sind dicke, fast schon buschige Augenbrauen in Mode. Aber ganz ehrlich: den meisten steht es schlicht und ergreifend nicht. Das sieht aus wie ein fetter Balken vorm Kopf. Stattdessen empfehle ich hier eher, die Augenbrauen schön in Form zu bringen - etwas breiter kann man sie ja trotzdem lassen, aber der Wildwuchs sollte ab, das sieht sonst echt ungepflegt aus.

Genug der Vorrede - kommen wir zur Umsetzung, sprich, dem Zupfen der Augenbrauen, so wie ich das mache. Ich habe ja nicht gerade das beste Augenmaß der Welt, daher muss ich - um meine Augenbrauen gleichmäßig hin zu bekommen, etwas vormalen. Wer es sich zutraut, das Ganze auch ohne Gemale hinzubekommen, kann die ersten Schritte natürlich auch überspringen.

Zunächst zeichne ich die drei Linien aus der obigen Skizze mit einem Kajal auf meine Augenbrauen. Dafür nehme ich einen Stift (ihr solltet dazu immer den gleichen Stift nehmen - ich nehme meinen Augenbrauenstift) und lege ihn ohne Druck am Nasenflügel an um dann mit einem spitzen Kajal die Linien aufzuzeichnen:


Sooo, im nächsten Schritt wirds dann lustig... zumindest optisch. Ich verbinde nun die gedachten oberen und unteren Punkte meiner Augenbraue auf eben jenen zuvor eingezeichneten Linien zur Form meiner Zielaugenbraue und fülle die so aufgemalten Konturen komplett aus. auch hierfür nutze ich wieder einen Kajal. So schaut man zwar aus wie eine kreuzug aus Bert, Theo Weigl und einer Drag Queen, allerdings kann man so auch überprüfen, ob die Form gleichmäßig ist und - solltet ihr euren Brauen gerade eine neue Form verpassen wollen, erstmal überprüfen, ob einem die Form überhaupt steht. Solltet ihr korrigieren müssen, könnt ihr das ganz einfach mit einem Wattestäbchen und etwas Augen-Make-up-Entferner tun.So siehts dann aus:


Jetzt werden nur noch die Längen gekürzt. Hierfür kämmt ihr eure Augenbrauenhaare nach oben, alles was über die Kontur steht, schneidet ihr mit einer guten Schere - am besten einer Friseurschere ab. Gleiches macht ihr auch mit den Augenbrauenhaaren, die über eure Endlinie hinausragen:
vor dem schneiden, aber nach dem kämmen

Nun geht es ans Zupfen. Dazu greift ihr zur Pinzette eurer Wahl und zupft alle Härchen außerhalb eurer aufgemalten Augenbrauen aus. Ich greife allerdings zunächst zum Warmwachs fürs Gesicht und entferne damit erstmal den gröbsten Wuchs um zum Finalisieren noch zur Pinzette zu greifen. Übrigens: wenn gesagt oder geschrieben steht, dass man Augenbrauen nicht von oben zupfen soll, dann ist damit das Form geben von oben gemeint. Möglicher Wildwuchs über der Braue soll natürlich schon weg.


Jetzt müssen nur noch die aufgemalten Balkenbrauen wieder ab (mit Augen-Make-up-Entferner) und fertig sind die frisch gezupften Brauen. Bliebe noch die Frage: wie oft muss man sich denn so die Augenbrauen zupfen? Nun, vorbildlich wäre es natürlich, wenn man sich jeden Abend die nachgewachsenen Härchen entfernt, dann müsste man auch nicht direkt einen solchen Aufstand proben. Ich habe allerdings das Gefühl, dass meine Augenbrauen schlagartig über Nacht nachwachsen, daher mache ich mich alle zwei Wochen ans Werk, das reicht bei mir. (^.^)

Freitag, 30. Mai 2014

Der Grundkurs Nähen - Materialkunde: Vlieseline

Heute möchte ich mich einem besonderen Material widmen, das der angehenden Näherin des öfteren begegnen wird: Vlieseline. Vlieseline dient dazu, um leichte bis mittelschwere Stoffe dort zu verstärken wo es nötig ist, so beispielsweise am Kragen, an Manschetten, am Bund, am Saum  oder aber Allover, wenn aus einem leichten oder mittelschweren Stoff etwas mit besonderer Beanspruchung - eine Tasche zum Beispiel - werden soll.

Es gibt zwei grundsätzliche Sorten Vlieseline: Aufbügelbare und Einnähbare. Ich persönlich bevorzuge aufbügelbare Vlieseline, da so beim Nähen nichts mehr verrutschen kann. Die gängigsten Sorten Vlieseline sind:
  • H 180: für feine und weich fallende Stoffe
  • G 785: eine beidseitig elastische Vlieseline, ebenfalls für leichte Stoffe
  • H 250: für mittelschwere Stoffe
  • H 410: eine extra stabilisierende Vlieseline für mittelschwere Stoffe mit besonderer Beanspruchung

Vlieseline wird exakt genauso zugeschnitten wie das zu verstärkende Schnittteil (also einschließlich der Nahtzugaben) und mit der gummierten Seite auf der linken Seite des Stoffes liegend aufgebügelt. Dabei wird das Bügeleisen nicht über den Stoff geschoben, sondern das Bügeleisen wird nur aufgedrückt. Zum Schutz eures Bügelbrettes legt ihr am besten ein Bügeltuch (ein Geschirrtuch tut es genauso) unter.

Zur Bügeltemperatur beachtet den Aufdruck auf der Vlieseline, der Zuschnitt richtet sich nach den Angaben eures Schnittmusters bzw. solltet ihr ohne Schnittmuster schneidern nach dem jeweiligen Zweck des zu verstärkenden Teils: mit dem Fadenlauf geschnitten verstärkt die Vlieseline, schräg zum Fadenlauf geschnitten, ist die Einlage elastischer und fällt weicher.

Neben Vlieseline als laufenden Meter gibt es auch bereits fertige Zuschnitte für die gängigsten Näharbeiten, wie Rock- und Hosenbund oder für Saumabschlüsse, wo insbesondere der Stoffbruch also die Stelle, an der der Stoff eingeschlagen wird, bereits ausgespart ist, so dass sich Bund- bzw. Saum nicht verziehen können. Selbst kann man sowas nur in Ausnahmefällen vernünftig zuschneiden, daher empfehle ich - auch wenn das Schnittmuster etwas anderes sagt - bei Bund- und Saumabschlüssen grundsätzlich den Griff zu den Fertigzuschnitten.

Solltet ihr ein altes oder ein nicht deutschsprachiges Schnittmuster nacharbeiten wollen, könnt ihr überall dort wo "Einlage", Gewebeeinlage" oder "Verstärkung" steht "Vlieseline" einsetzen. (^.^)

Donnerstag, 29. Mai 2014

Spargel einkochen

Die Spargelsaison ist ehrlich gesagt viel zu kurz und ich esse soooo gerne Spargel. Also warum nicht die Saison verlängern? (^.^) Denn auch Spargel lässt sich einkochen und das sogar sehr simpel. (Vom Einfrieren würde ich abraten, ohne einen Schockfroster - und den dürften die meisten nicht besitzen - verliert Spargel beim Einfrieren sein Aroma).

Für ein Glas mit 1 Liter Inhalt und 1 Glas mit 500 ml Inhalt nehme man:
1 kg geschälter Spargel
Salzwasser (10g Salz auf 500 ml) zum auffüllen

Geräte:
Sparschäler zum Spargelschälen
Küchenwaage
Litermaß
großer Topf

Zubereitung:
Die Gläser sterilisieren. Den geschälten Spargel auf die Länge des Glases zuschneiden. Die gekappten Spargelenden müssen aber nicht in den Müll, die kommen in ebenfalls in ein Einkochglas mit Spargelabschnitten. Den Spargel jetzt mit dem Kopf nach unten in die Einkochgläser schichten. Das ganze bis zum Rand mit Salzwasser auffüllen und die Gläser verschließen. Die Gläser in den Kochtopf setzen und so hoch mit Wasser füllen, dass die Gläser mindestens zur Hälfte im Wasser stehen. Das ganze jetzt auf 100° C erhitzen, diese Temperatur halten und den Spargel so 30 Minuten einkochen. Danach werden die Gläser aus dem Wasserbad genommen und kühlen, mit einem Tuch bedeckt, ab.

Bei Gemüse ist es wichtig, dass es zweimal eingekocht wird, da gerade Gemüse gerne nachgärt und die Gläser so aufgehen. Daher kommt der Spargel nach dem Abkühlen noch ein zweites Mal , wie oben beschrieben in den Topf und wird nochmals bei 100° C 30 Minuten lang eingekocht. Die Gläser wieder herausnehmen und mit einem Tuch abgedeckt abkühlen lassen.

Eingekochter Spargel hält sich mindestens ein Jahr.

Dienstag, 27. Mai 2014

Unsere Hochzeitskerze

Wie schon erwähnt, bastle ich auch unsere Hochzeitskerze selbst. (^.^) Dafür habe ich eine weiße Stumpenkerze zunächst mit einer Serviette beklebt (WICHTIG: hier unbedingt speziellen Serviettenkleber für Kerzen verwenden, wenn ihr keinen mittelschweren Hausbrand legen möchtet).

Während die Kerze trocknet habe ich unser Motiv der Wahl (ebenfalls selbst entworfen - zu kleinteilig sollte es für diese Methode der Kerzengestaltung nicht sein) ausgedruckt und in eine handelsübliche Prospekthülle gepackt. Die Konturen unseres Motivs habe ich mit goldfarbenen Wachsstreifen auf der Prospekthülle nachgeklebt. Hier ist es wichtig, wirklich sehr akurat zu arbeiten, damit die Wachsfarbe nicht verläuft. Mit eben jener Wachsfarbe - sog. Candle Liner - habe ich anschließend das Motiv ausgemalt und lasse nun auch dieses gut trocknen.

Abschließend klebe ich unser Motiv sowie eine Randbordüre auf die Kerze, zur Sicherheit mittels Wachskleber. Für "normale Kerzen" kleben die Wachselemente, sowohl die gekauften als auch die selbst gemachten, gut genug, bei unserer Hochzeitskerze will ich aber auf Nummer Sichersicher gehen. (^.^) Damit die Kerze einen schönen Glanz bekommt und gleichzeitig die Oberfläche versiegelt wird (auch das braucht es bei "normalen Kerzen" nicht unbedingt) habe trage ich zuletzt noch Kerzenfirnis auf und lasse auch dieses nochmals gut trocken.

Sonntag, 25. Mai 2014

Gebäck und Zierde für den Hochzeits-Sweettable - Die Testreihe: Teil 2

Ich widme mich bei meinem eigentlich ersten Versuch direkt mal der Tortenzierde. Ich habe mir auf der Auer Dult einige Silikon-Gießförmchen für Schokolade gekauft - Zum einen mit Rosen (eine unserer Hochzeitsblumen) und zum anderen mit Ornamenten. u.a. stilisierten Lilien (die andere der Hochzeitsblumen). Nachdem ich bisher noch nie Schokolade gegossen habe, probiere ich das lieber mal aus, so dass ich im Zweifelsfalle immer noch die Möglichkeit habe umzudisponieren.

Das sind meine Förmchen:


Ich gieße dabei sowohl weiße, als auch Vollmilch- und Zartbitterschokolade, da jede Sorte einen anderen Fettgehalt und damit vermutlich auch andere Gießeigenschaften hat. Dabei probiere ich mit jeder Schokisorte auch jedes der drei Förmchen aus. Hier ist das Ergebnis:

Außerdem wollte ich ausprobieren, ob sich weiße Schokolade mit normaler Speisefarbe aus dem Supermarkt rot oder zumindest rosa färben lässt. Und: ja es geht! Sehr gut sogar! In meiner Mischung sind es 50 g weiße Schoki, 1 TL rote Speisefarbe und etwa 10 g Palmin. Das, also weiße Schoki einfärben, ist wieder eines der Dinge, die ich mich ewig nicht auszuprobieren getraut habe, weil irgendwelche selbsternannten Backprofis auf Chefkoch.de rumtröten, dass das niemals gehen würde. Genauso wie die Sache mit dem Torten einfrieren, dass das nicht gehen würde, habe ich mir auch dort einreden lassen, das Gegenteil habe ich ja erst kürzlich unter Beweis gestellt. Ich sollte echt mal aufhören dort mitzulesen, oder zumindest damit aufhören, mir von irgendjemandem etwas einreden zu lassen, den ich noch nicht mal persönlich kenne. Aber jetzt genug geschimpft - hier ist meine rote Schoki:

Freitag, 23. Mai 2014

Wasserwellen (Fingerwaves) - so gehts

Wasserwellen waren gerade in den 20ern und frühen 30ern sehr beliebt und sind wirklich eine absolut hohe Kunst. Original Wasserwellen auf dem eigenen Kopf einzukämmen ist schier unmöglich, zumindest für Menschen mit einer motorischen Begabung die meiner gleich kommt... Zugegebenermaßen mache ich Wasserwellen nicht all zu oft, so dass ich auch nicht wirklich Übung habe. Das Einkämmen der Wasserwellen ist etwas, das ich euch daher leider nicht zeigen kann.




Glücklicherweise gibt es aber Wellenreiter, mit denen man verhältnismäßig gut Wasserwellen in die Haare gelegt bekommt, ohne das man sie einkämmen muss. Allerdings sind Wellenreiter nun wirklich nichts zum drauf schlafen, so dass man Zeit haben muss, um sich mit der Methode Wasserwellen zu legen.









Dazu kämme ich mir die feuchten Haare gründlich durch, setze einfach die Wasserwellenreiter ein und lasse meine Haare lufttrocknen. Danach kämme ich nur ganz leicht durch und bringe die Frisur in Form.






Als Finish kommt drüber noch etwas Haarspray und fertig:

Der Vintage Flaneur - Ausgabe V und Lilis Hochzeitsserie

Vor einigen Tagen ist die 5. Ausgabe des Vintage Flaneur erschienen. Dieses mal erwartet euch ein Ausstellungsbericht zur Ausstellung "1914 - Mitten in Europa, Ideen und Tipps zum perfekten Picknick, eine Reportage zum 125jährigen Geburtstag des Moulin Rouge, bezaubernde Blumenmode und ein großes Special für eine Traumhafte Vintage-Hochzeit.

Auch von mir gibt es wieder einen kleinen Beitrag nachzulesen: Teil 3 meiner Hochzeitsserie Live aus dem Leben einer Braut, also nichts wie hin zu den Flughafen- und Bahnhofsbuchhandlungen oder auf die Bestellseite des Vintage Flaneur geklickt. (^.^)

Der Grundkurs Nähen - Materialkunde: Stoffe

Ich habe ja schon angedroht, dass wir uns zunächst der trockenen Theorie widmen müssen, bevor es richtig zur Sache geht und wir mit unseren ersten Nähprojekten anfangen. Ich möchte im Rahmen der Theorieeinheit auch direkt mit dem wichtigsten anfangen mit einer kleinen überblicksweisen Materialkunde zu den unterschiedlichen Stoffen. Wenn ihr euch Stoffe für eure Nähprojekte kauft, darf nicht nur allein die Optik entscheiden, sondern allen voran die Verarbeitungs- und für später, die Trage- und Pflegeeigenschaften eures Stoffes. Dafür müsst ihr in den Grundbegriffen aber erstmal wissen, wovon ihr sprecht und was ihr braucht, bzw. was ihr eben nicht brauchen könnt.

Stoffe lassen sich vom Rohstoff her in drei grundsätzliche Kategorien einteilen:
  • Naturfasern, also Materialien wie Seide, Leinen, Baumwolle, Wolle; Naturfasern sind üblicherweise sehr saugfähig, trocknen daher aber auch sehr langsam. Leider knittern sie auch sehr leicht und sind damit ziemlich bügelintensiv. Dafür sind die Stoffe aber auch formstabil und neigen so kaum zu Verziehen oder Ausleiern.
  • zellulosische Chemiefasern, also Fasern die durch chemische Verarbeitung aus Zellulose - sprich: aus Pflanzen - gewonnen werden; dazu zählen Viskose oder Acetat; zellulosische Chemiefasern ähneln in ihrer Struktur den Naturfasern und zwar je nach dem, welcher sie nacheifern wollen, sind aber deutlich pflegeleichter.
  • synthetische Chemiefasern werden aus Mineralöl gewonnen, dazu zählen Polyester, Polyamid, Polyacryl und all die anderen Polytierchen; synthetische Chemiefasern sind je nach Qualität sehr unterschiedlich. Aus diesen Materialien wird das Billigste vom Billigen hergestellt und so sieht es dann auch aus; zudem riecht man nach 10 Minuten in diese Plastiktüte eingehüllt auch wie eine verschwitzte Fußballmannschaft. Selbstverständlich gibt es auch höherwertig verarbeitete synthetische Chemiefasern, die mittlerweile den hochwertigeren Rohstoffen aus der Natur etwas näher gekommen sind. Sollte man aber bereit sein, etwas mehr an Geld zu investieren, kann man auch gleich zu den beiden oben genannten Alternativen greifen, da man es nach wie vor sieht, ob ein Kleidungsstück aus Stoff, oder aus gewebten Plastik hergestellt wird. Zudem wird es euch eure Haut und eure Gesundheit und nicht zuletzt die Umwelt und irgendwann mal eure Kinder danken, wenn ihr euch nicht von oben bis unten in Erdöl hüllt. Und mal ehrlich: wenn ihr euch schon die Mühe machen wollt, um euch schöne Dinge selbst zu nähen, dann doch auch mit den qualitativ bestmöglichen Materialien und nicht mit dem billigsten Mist, der gerade hergeht. Just my two Cents...
Stoffe lassen sich außerdem nach ihrem Gewicht unterscheiden. Man unterscheidet dabei leichte Stoffe, mittelschwere Stoffe sowie schwere Stoffe. Leichte Stoffe verwendet man üblicherweise für Sommergarderobe, mittelschwere Stoffe sind die Ganzjahresallrounder und schwere Stoffe finden in der Herbst- und Wintergarderobe Verwendung. Daneben gibt es noch viele Spezialstoffe, angefangen beim Segeltuch, über Markisenstoffe, Wachstuch, Lackstoffe, Stoffe zu beziehen von Sitzmöbeln und so weiter und so fort.
Als Anfänger ist es zunächst sinnvoll sich erstmal an die mittelschweren Stoffe zu halten, da diese am leichtesten zu verarbeiten sind.

Als ob das nicht alles schon kompliziert genug wäre, gibt es noch eine riesige Litanei an Stoffbezeichnungen, die je nach Web- und Verarbeitungsart unterschiedlich sind. So beispielsweise Batist, Chiffon, Köper, Rips oder Voule um nur ein paar zu nennen. Zugegebenermaßen ist der Dschungel der Stoffabteilung für einen Anfänger erstmal schwer zu durchblicken. Daher: lasst euch vor Ort beraten. Die Damen in den Handarbeitsläden und -abteilungen kennen sich üblicherweise gut aus. Solltet ihr Online kaufen wollen, kann ich euch stoffe.de empfehlen, deren Webshop wirklich gut sortiert ist, so dass sich auch ein Anfänger gut zurechtfindet. Solltet ihr nachschlagen wollen, dann habe ich hier noch ein Stofflexikon für euch, das das wichtigste leicht verständlich erklärt: stofflexikon.com
Und: bei all den kommenden Projekten erkläre ich auch genau, welche Stoffe ich verwende, bzw. verlinke sie direkt, sollte ich sie online gekauft haben. Aber keine Sorge: wie bei so vielem im Leben kommt mit der Zeit und der Übung auch die Erfahrung, das lernt ihr mehr oder weniger "so nebenbei" und "nach und nach".

Mittwoch, 21. Mai 2014

Häkeln für Anfänger - feste Maschen

Wie bereits angekündigt, geht es heute weiter mit den festen Maschen. Auch hierzu habe ich euch wieder ein kleines Video zur Veranschaulichung gedreht:

Mit der Häkelnadel so in die darunterliegende (Luft-)Masche einstechen, dass zwei Querfäden auf der Häkelnadel liegen. Den Lauffaden von hinten nach vorne um die Häkelnadel legen und durch den Durchstich ziehen. So liegen zwei Maschen auf der Häkelnadel. Wieder den Faden von hinten nach vorne um die Häkelnadel legen und diesen durch die beiden, auf der Nadel liegenden Maschen ziehen. Wieder in die darunterliegende (Luft-)Masche einstechen, so dass zwei Querfäden auf der Häkelnadel liegen und den Lauffaden durchziehen. Den Lauffaden erneut von hinten nach vorne um die Häkelnadel legen und diesen durch die beiden, auf der Nadel liegenden Maschen ziehen und so weiter und so fort. Zum Wenden der Häkelarbeit eine Luftmasche häkeln, die Arbeit wenden und wieder wie gewohnt feste Maschen häkeln.

Soviel zunächst zu den festen Maschen. Habt ihr schon ein bisschen geübt? Nein? Naja, macht nichts, nächstes Mal widmen wir uns auch schon unserem ersten Häkelprojekt, dort bekommt ihr die nötige Übung auf jeden Fall. (^.^)

Montag, 19. Mai 2014

Häkeln für Anfänger - Anschlag und Luftmaschen

Heute geht es endlich ans Eingemachte, wir fangen an, mit dem praktischen Häkeln. (^.^) Nachdem das Erklären alleine zu umständlich und kompliziert wäre, habe ich euch kleine Videos gedreht, die euch die Grundlagen hoffentlich veranschaulichen.

Als erstes: der Anschlag, sprich die erste Masche:

Den Faden zu einer Schlaufe legen, so dass das Fadenende die Schlaufe untenliegend kreuzt. Mit der Häkelnadel von oben durch die Schlaufe den Lauffaden (also das Ende des Fadens das aus dem Knäuel kommt) durchziehen und festziehen.

Und nun noch die Luftmasche als klassische Grundreihe für viele Häkelarbeiten:

Den Lauffaden zwischen kleinem Finger und Ringfinger hindurchführen, um den Zeigefinger wickeln (ich wickle nur einen Umschlag, für viele ist es bequemer wenn sie mit zwei oder drei Umschlägen um den Zeigefinger häkeln; wichtig ist, dass der Lauffaden locker durch eure Hand hindurch läuft. Den Faden, der nun zwischen Zeigefinger und Häkelarbeit gespannt ist, von hinten nach vorne um die Häkelnadel legen und durch den Anschlag ziehen, so entsteht die erste Luftmasche. Wieder den Faden von hinten nach vorne um die Häkelnadel legen, durch die erste Luftmasche ziehen, schon hat man die zweite Luftmasche - und so weiter und so fort.

Soviel zunächst zum Einstieg in die Praxis. Beim nächsten mal widmen wir uns den festen Maschen. (^.^)

Samstag, 17. Mai 2014

Lilis kleine Malstunde Teil 11 - Den Teint schminken - Das Komplettprogramm

Nach meiner grundlegenden Kleinserie zum Thema Make-up und Schminken, möchte ich euch heute nochmal Schritt für Schritt zeigen, wie man den Teint schminkt, da gerade ein perfekter aber dezent geschminkter Teint die Grundlage jedes gut geschminkten Gesichts ist.
so kommt ihr von müde, blass und fahl (links) zu frisch und erholt (rechts)
Das braucht ihr:
Primer (optional)
Grundierung
Eyebase
je nach geplantem Lippen-Make-up ggf. noch eine Lipbase
Concealer
Abdeckcreme
Puder
Bronzer/Konturrouge
Rouge
Highlighter
Thermalwasser/Fixierspray (optional)

Und so geht es - in 11 einfachen Schritten:



Die Basis jedes guten Make-ups ist die Pflege eurer Haut, also erstmal klären und eine Tagespflege auftragen und gut einziehen lassen.



Jetzt den Primer auftragen; ich mache das ganz schlicht und einfach mit den Fingern.


Über den Primer kommt nun noch eine Schicht Grundierung, die ich ebenfalls schlicht und einfach mit den Fingern auftrage. Danach folgen Eye- und Lipbase, die dazu dienen, dass die Farbe von Lidschatten und Lippenstift schöner rauskommen und beide vor allem auch länger und besser halten.




Den Concealer trage ich in der Nasolabialfalte und unter dem hinteren Drittel der Augenbrauen auf. So wirkt die Nasolabialfalte weniger tief und die Augen wirken frischer, der Blick wirkt quasi geöffnet indem der Brauenbogen optisch angehoben wird.




Jetzt wird abgedeckt: die Augenringe und ein geplatztes Äderchen, das mitten auf meiner Nasenspitze prangt. Außerdem noch einen Pickel am Kinn - man gönnt sich ja sonst nichts.



Und matt: Puder drauf. (^.^)





Mein Gesicht modelliere ich, indem ich Bronzer unter die Wangenknochen und auf die komplette Nase gegeben habe. So werden die Wangenknochen betont und mein Riesenzinken optisch kleiner gezaubert.
Wichtig bei Schnewittchentypen wie mir: den Bronzer immer in der hellsten verfügbaren Farbe kaufen und nur einen klitzekleinen Hauch aufstäuben, sonst siehts nach Assitoaster aus.


Nach dem Bronzer  kommt nun noch Rouge auf die Wangenknochen. Ich schminke mir üblicherweise Apfelbäckchen, das sieht natürlicher aus. Dafür schenkt ihr euch im Spiegel ein Lächeln und tragt einen Hauch Rouge in kreisenden Bewegungen auf dem höchsten Punkt der Wangen auf und blendet es leicht zu den Schläfen hin aus. Und schon seid ihr frisch und jung und gesund. (^.^)




Jetzt folgt noch Highighter und zwar auf dem allerhöchsten Punkt der Wangen wenn ihr euch anlächelt und zwar leicht bogenförmig und unmittelbar unter dem Brauenbogen und den Augenöffnereffekt des Concealers noch zu verstärken.



Im letzten Schritt gebe ich noch etwas Face-Make-up-Fixer über das Make-up, damit es besser hält und nicht verläuft.







Fertig ist der Teint und - und das verspreche ich - mit etwas Übung in Ablauf und Anwendung in ca. 5 Minuten problemlos zu schaffen.

Freitag, 16. Mai 2014

The Marcel Wave (aka. Kreppwellen)

Auch mit Lockenwicklern lassen sich Wellen legen, die so genannten Kreppwellen (Marvel Wave), die Frau schon Jahrhunderte auf dem Kopf trug -naja, mit Unterbrechungen natürlich, je nach Mode - und gerade von den 1910ern bis hinein in die 1930er nochmal sehr in war. Obwohl Wellen das Ziel sind, werden eher kleine Lockenwickler verwendet und verhältnismäßig schmale Partien abgeteilt. Die Lockenwickler werden ins fast trockene Haar gedreht, wobei jede Strähne zusätzlich noch mit Festiger (ich nutze den von Balea - siehe Bild) eingesprüht wird, bevor sie gelegt werden.



Ich habe euch das Basisset wieder als schematische Zeichnung zusammengestellt, da bei meinen dunklen Haaren das Legeschema nur sehr schwer zu erkennen ist:



Die Haare werden dafür, jeweils am gewünschten Scheitel beginnend, vom Scheitel weg auf Lockenwickler gewickelt.

Nach dem Durchtrocknen - am besten über Nacht, je nach Wahl der Lockenwickler schläft es sich mehr oder weniger bequem, werden die Haare wieder gelöst und ausgekämmt bis Wellen zu erkennen sind. Diese Wellen werden jetzt mit Haarklammern festgesteckt und ordentlich mit Haarspray eingesprüht und leicht angeföhnt (siehe Bild links). Wer es "Original" will, greift stattdessen zur Brennschere und brennt die Vertiefungen ein, wer es nicht so Original will, aber trotzdem lieber mit Hitze arbeiten möchte oder muss, der kann auch zum Lockenstab greifen. Nachdem das Haarspray getrocknet ist, werden die Haarklammern wieder vorsichtig entnommen und fertig ist die Kreppwelle:



Die neue Freitagsserie: Der Grundkurs Nähen (^.^)

An der ein oder anderen Stelle habe ich es ja schon anklingen lassen, was ich als neue Freitagsserie planen könnte. Heute gehts los und es wird... Ein Grundkurs nähen, passend für all jene die so gerne nähen würden, sich aber bisher noch nicht wirklich rangetraut haben. (^.^)

Zunächst gibt es natürlich eine Runde trockene Theorie, bevor wir dann richtig einsteigen und Nähen werden. Ich zeige euch zu den jeweiligen Arbeitsschritten auch gleich noch kleinere Nähprojekte, die ihr zu Übungszwecken mit dem Gelernten direkt umsetzen könnt. Bei der Auswahl achte ich natürlich möglichst darauf, dass die Nähprojekte in die Kategorie "nützlich", zumindest aber in die Kategorie "schön" fallen. Sollte euch irgendeines der Übungsprojekte nicht so zusagen, macht es trotzdem, immerhin dient es eurer Übung. Ihr müsst es dann ja nicht behalten und auch nicht die teuersten Materialien hinein investieren.

Ich hoffe ich mache euch mit der neuen Serie eine kleine Freude. Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr auf den virtuellen Nähkurs und die gemeinsamen Nähprojekte. (^.^)

Donnerstag, 15. Mai 2014

Ich zeig euch meinen Kleiderschrank die Fünfte - meine Blusen

Nachdem ich im Verwaltungsbereich eines großen Unternehmens tätig bin, kann ich natürlich nicht genug Blsuen haben... Zwar haben wir keine offizielle Kleiderordnung, unser inoffizieller Dresscode ist aber trotzdem Business Casual, so dass meine Blusen fast arbeitstäglich zum Einsatz kommen. Glücklicherweise sind Blusen sehr Zeitlos, zumindest was meine Lieblingsdekaden von den 20ern bis zu den 60ern betrifft - alles eine Frage der Kombination. Hier sind die guten Stücke aus meiner Sommergarderobe:



Der Klassiker in schlichtem weiß ist selbstverständlich dabei...











...genauso wie der Klassiker in schlichtem weiß mit Biesendetail.











Selbstverständlich gibt es den Klassiker auch noch in Kurzarm, jetzt als Blusenbody, der verhindert, dass die Bluse unschön aus dem Bund rutscht.










Kurzärmlig mit Rüschen ist auch noch im Angebot...











...genauso wie kurzärmlig aus Satin im Stil einer 40er JAhre Bluse (abgerundete Kragenspitzen, Puffärmel, stark tailliert)










Schließlich noch den Klassiker für sehr heiße Sommertage, aus Leinen und ohne Ärmel (für die Freunde des Retro-Stils: sowas geht erst für Looks ab den 50ern).










Diese Bluse ist so dermaßiger absolut gruseliger Pseudo-50er-Rockabilly-Kitsch, das sie schon wieder cool ist: Bubikragen (eigentlich eher 60er denn 50er), zum Binden mit Schleifchen, dazu Rüschen und durchsichtig und Polkadots (zu klein für 50er) und Kirschprint (80er Rockabilly). *gg* Naja gut, sowas trage ich dann nun nicht im Büro, zumindest nicht, ohne nicht noch einen Pulli drüber zu ziehen.







Nochmal im 40er Jahre Stil, dieses mal transparent und mit Schleifenkragen.











Ich liebe Schluppenblusen, besitze aber kaum welche... Hier wäre eines meiner wenigen Stücke.










Wieder ein klassischer Schnitt, dafür eine kräftige Farbe, es muss schließlich nicht immer weiß sein.










Ein Jeanshemd darf in keinem Kleiderschrank fehlen - naja, außer man Orientiert sich an Dekaden vor den 50ern, dann schon, ansonsten aber wirklich nicht.










Einmal mehr der klassische Schnitt, in einer erneut klassischen Bürofarbe: hellblau











Das ganze gibt es auch noch in hellblau-weiß gestreift.











Die Bluse begleitet mich schon sehr lange und ich glaube, ich kann mich niemals von ihr trennen. Wieder toll für 40er aber auch 50er Jahre Looks.










Zum Abschluss nochmal klassisch diesesmal grau-weiß gestreift.