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Dienstag, 11. Juli 2017

Bayrische Kuchl - Saucen

Saucen sind eine verhältnismäßig neue Erfindung, schließlich brauchte es erst die Entwicklung vom Bratspieß hin zum geschlossenen Ofenrohr, um das was wir heute Sauce nennen herstellen zu können. Daher finden sich in alten Kochbüchern kaum Saucenrezepte. Die wenigen Rezepte die sich für eine "Eintauch", so wie Saucen in Bayern genannt werden, in Zeiten vor dem Ofen entwickelt haben, sind eher Dip denn Sauce. Und anders als heute unterstreichen sie nicht den Geschmack des Hauptgangs sondern kontrastieren vielmehr dazu.
Erna Horn überliefert einige wenige alte Saucenrezepte, die ich nun nach und nach durchprobieren werde. Seid also einmal mehr gespannt. (^.^)

Freitag, 2. Juni 2017

Bayrische Kuchl - Nachspeisen

Nachdem mich seit einigen Tagen ein ausgeprägter Süßhunger verfolgt, habe ich mal eben beschlossen, mich in der nächsten zeit nun auch endlich den bayrischen Nachspeisen zu widmen. Bayern hatte in der Geschichte zwei Grundvoraussetzungen für besonders feine Nachspeisenkrationen erfüllt:die auch in historische Zeiten weitverbreitete Milchwirtschaft lieferte den Grundstock, die geographische Lage am Schnittpunkt diverser Fernhandelsstraßen lieferte die Zutaten zur Verfeinerung. Kein Wunder also, dass die bayrische Küche auch reichlich Desserts hervorgebracht hat, die zumindest am Sonntag nach dem Hauptgang gereicht wurden. Ich bin nun gespannt auf das Nachkochen, die meisteen der Rezepte kenne ich allenfalls dem Namen nach, aber wenn es süß ist, ist es auf jeden Fall schon mal nicht falsch. (^.^)

Dienstag, 23. Mai 2017

Die kleine Warenkunde zum Kochen und Backen - Kartoffeln

Kartoffeln sind vermutlich des Deutschen liebste Beilage, Grund genug also, ihr einen eigenen Beitrag zu widmen. Allein in Deutschland gibt es an die 200 Kartoffelsorten, die sich in Form, Farbe, Erntezeitpunkt, Kocheigenschaften und Geschmack unterscheiden - etwas viel also, um dies in einem einzigen Blogbeitrag zu behandeln. Ich beschränke mich daher auf die wesentlichsten Unterscheidungs- und Einteilungsmerkmale:

Nach dem Erntezeitpunkt unterscheidet man klassischerweise Frühkartoffeln und Speisekartoffeln. Frühkartoffeln werden vor dem 10. August verladen, Speisekartoffeln danach.

Nach Kocheigenschaften unterscheidet man

  • festkochende Kartoffeln: haben einen vergleichsweise niedrigen Stärkegehalt. Ihre Schale platzt beim Kochen nicht auf. Die Kartoffel ist aromatisch, das Fruchtfleisch feinkörnig und besonders fest. Sie kommen klassischerweise für Kartoffelsalat und für Bratkartoffeln zum Einsatz. Klassische festkochende Sorten sind Sieglinde oder Selma.
  • vorwiegend festkochende Kartoffeln: sind der gängigste Küchenklassiker. Sie haben einen mittleren Stärkegehalt. Ihre Schale platzt beim Kochen leicht auf. Das Fruchtfleisch vorwiegend festkochender Sorten ist feinkörnig und fest. Diese Sorten sind der Allrounder in der Küche und eignen sich für die allermeisten Kartoffelgerichte. Klassische vorwiegend festkochende Sorten sind Quarta und Granola.
  • mehlig kochende Kartoffeln: haben einen mittleren bis hohen Stärkegehalt. Ihre Schale platzt beim Kochen stark auf. Die Kartoffel hat einen kräftigen Geschmack, das Fruchtfleisch ist grobkörnig und trocken. Sie kommen klassischerweise für Püree, Kartoffelteig und Knödel zum Einsatz. Klassische festkochende Sorten sind Aula und Freya.


Auch Kartoffeln werden im Handel in Handelsklassen eingeteilt. Einteilungskriterien sind dabei Größe, Grad der Sauberkeit, Sortenreinheit, Festigkeit etc. Es gibt also keinen logischen Grund ausschließlich zur Handelsklasse Extra zu greifen, niedrigere Handelsklassen sind lediglich kleiner oder Schmutziger, vielleicht auch zwischengekreuzt, mehr aber nicht. Sehr viel wichtiger ist es, beim Einkauf seinen Sinnen zu vertrauen: Kartoffeln sollen trocken sein, keine Keimstelln und keine grünen Stellen haben. Außerdem empfiehlt es sich, an den Kartoffeln zu riechen: sie dürfen auf keinen Fall faulig riechen. Übrigens darf bei verpackten Kartoffeln aus dem Supermarkt der Größenunterschied zwischen der größten und der kleinsten Kartoffel maximal drei Zentimeter betragen - aber wer misst das schon.

Kartoffeln mögen es kühl, dunkel und trocken. Zur Lagerung ist es auf jeden Fall sinnvoll sich einen Kartoffeltopf zuzulegen. Sollten eure Kartoffeln beim Kauf in Plastik verpackt sein, müssen sie zu Hause dort sofort raus, damit sich keine Feuchtigkeit bildet und die Kartoffeln verderben. Die Grünfärbung bei manchen Kartoffeln ist kein Indiz für unreife Kartoffeln, sondern ist auf falsche Lagerung zurückzuführen. Die Grünfärbung entsteht durch Sonneneinstrahlung. Unter der Schale bilden sich toxische Stoffe. Grüne Stellen müssen vor dem Kochen daher großzügig ausgeschnitten werden. Sollte eure Kartoffel austreiben - also Wurzeln bilden - kann man sie immer noch essen, sie hat allerdings etwas an Geschmack eingebüßt. Und: Kartoffeln kann man, richtig gelagert, von Ernte zu Ernte einlagern, es gibt also keinen Grund regelmäßig Kartoffeln wegzuwerfen. Es gibt allerdings durchaus einen Grund Kartoffeln ordentlich zu lagern und idealerweise saisonal und aus der Region zu kaufen.




Montag, 15. Mai 2017

Die kleine Warenkunde zum Kochen und Backen - Salat

Salat ist äußerst vielseitig und damit meine ich nicht nur die unterschiedlichen Sorten, die im Handel erhältlich sind, ich meine damit auch die unterschiedlichen Gerichte die damit gezaubert werden können: Vorspeisen, Beilagen und gar Hauptgerichte.
Salat und insbesondere Blattsalat ist allerdings nichts, das man auf Vorrat kaufen kann, Salat sollte so schnell als möglich nach dem Einkauf auch gegessen werden, da Salat aufgrund seines hohen Wasseranteils rapide schnell Vitamine und Mineralstoffe verliert. Und ganz davon abgesehen: marktfrisch und knackig schmeckt er einfach auch am besten.

Bis zur tatsächlichen Verarbeitung wird Salat am sinnvollsten kühl, dunkel und trocken gelagert, also im Gemösefach des Kühlschranks, oder - wer einen hat - in einem trockenen Kellerraum. Blattsalate sind außerdem dankbar, wenn man sie mit einem feuchten Tuch bedeckt. Bereits gewaschener Salat wird am besten in einem Plastikbeutel, aus dem man die Luft herausdrückt, im Kühlschrank aufbewahrt.

Zum Putzen werden beim Salat äußere und beschädigte Blätter entfernt, genauso wie grobe Stiele und Rippen. Bei Treibhausware - die man ohnehin nicht kaufen sollte - müssen außerdem der Strunk, das Herz und die Stiele entfernt werden, da diese regelrechte Nitritsammelbecken sind.
Salat wird zudem nicht gewässert, sondern nur kurz gewaschen und anschließend mit einer Salatschleuder trockengeschleudert bzw. mit einem Tuch trocken getupft, damit er das Dressing optimal annehmen kann.

Donnerstag, 27. April 2017

Die kleine Warenkunde zum Kochen und Backen - Pilze

Pilze sind sehr gesund und erfreulich kalorienarm, allerdings sind sie auch schwer verdaulich und nicht jeder verträgt Pilze gleichermaßen gut. Ich beispielsweise vertrage Pilze eher schlecht, dennoch gibt es einige Pilze und Zubereitungsarten, die es mir möglich machen Pilze zu essen und sie trotzdem gut zu vertragen. Mangels tieferer Erfahrungen beschränke ich mich auch auf die sehr gut verträglichen Pilzsorten. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Sorten Pilze, sog. Kuluturspeisepilze wie Champignons und sog. Wildpilze wie etwa Pfifferlinge. Selbst die Wildpilze kaufe ich, anstatt sie zu sammeln (wegen laaaangweilig), daher beschränke ich mich außerdem auf den Kauf und die Zubereitung von Pilzen. (^.^)

Qualitativ hochwertige Pilze erkennt man an ihrem Hut, dieser sollte geschlossen, also ohne Ausbrüche und ggf. Fraß sein. Die Haut des Hutes sollte außerdem schön straff und faltenfrei sein. Wildpilze sind darüber hinaus sauber und geputzt, die Stielenden dürfen nicht trocken sein (sind sie das, deutet das auf eine längere Lagerung hin).
Pilze sind grundsätzlich nicht lange lagerbar, daher werden sie am besten direkt frisch verarbeitet. Pilze werden zudem trocken mit einem Pilzpinsel geputzt. Damit Pilze bei der Zubereitung möglichst wenig Wasser verlieren - dann werden sie nämlich zäh - scharf anbraten. Auch die Mähr', dass man Pilzgerichte nicht nochmal aufwärmen darf, kann ma getrost vergessen, sofern man das jeweilige Gericht schnell abkühlt, im Kühlschrank aufbewahrt und dann auf mindestens 70° C wieder erhitzt, dann haben Bakterien keine Chance. (^.^)

Freitag, 31. März 2017

Bayrische Kuchl - Fisch

Wenn man an die Bayrische Küche denkt, ist Fisch zugegebenermaßen nicht das erste woran man denkt. Denkt man aber etwas genauer nach und denkt dabei insbesondere an die vielen Gewässer in Bayern und dabei insbesondere an die Flüsse und Voralpenseen, erscheint Fisch nicht mehr ganz so abwegig. Denkt man nun noch daran, dass gerade die gewässerreichen Gebiete Bayerns auch noch hochkatholisch sind und ruft sich dabei ins Gedächtnis, dass in den Fastenzeiten sowie freitags traditionell kein Fleisch gegessen wurde, so liegt es irgendwie auf der Hand: klar muss es in der Bayrischen Küche auch eine reiche Auswahl an Fischgerichten geben. Und genau so ist es auch - man glaubt es kaum. (^.^) Logischerweise besteht die Fischküche Bayerns aus Gerichten, die mit Süßwasserfischen zubereitet werden. Dennoch ist sie herrlich abwechslungsreich, wenn auch nicht immer "leicht", wie man das in aller Regel von Fischgerichten erwartet.
Seid also gespannt, was ich für euch in der nächsten Zeit nachkochen werde.

Samstag, 11. März 2017

Die kleine Warenkunde zum Kochen und Backen - Gemüse

Gemüse gehört definitiv zu jeder Mahlzeit, immerhin ist es eine entsprechende Zubereitungsart vorausgesetzt, wichtiger Vitamin- und Mineralstofflieferant, kalorienarm, leicht verdaulich und trotzdem sättigend. Damit aber insbesondere Vitamine und Mineralstoffe geschont werden, ist es gerade bei Gemüse wichtig, es richtig zu lagern und zuzubereiten. Dafür muss man zunächst wissen, womit genau man es eigentlich zu tun hat. Man unterscheidet die folgenden Gemüsearten:

  • Blattgemüse wie Spinat, Mangold oder Sauerampfer
  • Sprossengemüse wie Spargel, Stadensellerie oder Rhabarber
  • Samen und Schoten wie Mais, Bohnen oder Erbsen
  • Hülsenfrüchte wie dicke Bohnen, Mungobohnen oder Linsen
  • Fruchtgemüse wie Tomaten, Paprika oder Zucchini
  • Wurzelgemüse wie Radieschen, Karotten oder Rote Bete
  • Knollengemüse wie Kartoffeln, Knollensellerie oder Yamswurzel
  • Kohlgemüse wie Weißkraut, Blaukraut oder Blumenkohl
  • Zwiebelgemüse wie Lauch, Zwiebeln oder Knoblauch

Unabhängig von der Gemüseart wird die Qualität in allererster Linie aber von Boden, Klima, Reifegrad bei der Ernte und Lagerung bestimmt, kurzum: saisonales Gemüse aus der Region hat grundsätzlich die bestmögliche Qualität. Alles was auf weiten Wegen transportiert wird, wird unreif geerntet, auch die Lagerbedingungen sind nicht immer optimal. Auch Monokulturen und Treibhausklima wirken sich negativ auf die Qualität aus. Wer gutes, schmackhaftes essen mit möglichst vielen wertvollen Vitaminen und Mineralstoffen essen möchte, der kann nur zum regionalen Produkt greifen. Selbst wenn das etwas teurer sein sollte: es sichert außerdem heimische Landwirtschaft und damit Arbeitsplätze in der Region. Und: Tiefkühlgemüse ist besser als sein Ruf, bevor ihr erbsen im Dezmeber kauft, greift zur Tiefkühlware oder konserviert zur Saison selbst.
außerdem gibt es auch bei Gemüse im Zusammenhang mit der angebotenen Qualität drei Güteklassen, die in der gesamten EU Gültigkeit haben:

  • Klasse extra steht für höchste Qualität
  • Klasse I für gute Qualität
  • Klasse II hat marktfähige Qualität

Gemüse kauft man idealerweise möglichst frisch, das ist nichts für den Wocheneinkauf. sollte man Gemüse dennoch mal lagern müssen, dann grundsätzlich möglichst kühl und dunkel, um Nährstoffverluste und Verderb vorzubeugen, kurzum: das Gemüsefach des Kühlschranks heißt nicht umsonst Gemüsefach. (^.^) Und: Gemüse und Obst darf man auf keinen Fall zusammen lagern, da so der Verderb beschleunigt wird. Außerdem gilt je nach Gemüseart noch folgendes zu beachten:
Blatt- und Sprossengemüse wird weniger schnell welk, wenn man es mit einem leicht feuchten Tuch abdeckt. Fruchtgemüse bewahrt man besser unverpackt auf um Druckstellen zu vermeiden. Kohl-, Wurzel- und Zwiebelgemüse muss nicht unbedingt in den Kühlschrank, sollte man auch andere Möglichkeiten haben: Kohl- und Wurzelgemüse ist in einem leicht feuchten Kellerraum glücklich aufgehoben. Wurzelgemüse bleibt außerdem länger frisch, wenn zum Lagern das Blattgrün entfernt wird. Zwiebeln mögen es eher trocken, dafür aber gerne auch gebündelt und mit Grün dran (Stichwort: Zwiebelzopf).

Für die Zubereitung gilt wiederum bei allen Gemüsesorten: rasch aber gründlich waschen, niemals in Wasser liegen lassen, dann putzen, also alles nicht Essbare ab-/ausschneiden und erst kurz vor dem Zubereiten zerkleinern, um möglichst Nährstoffverluste zu vermeiden. Also eigentlich im Grunde ganz leicht. (^.^)

Freitag, 16. Dezember 2016

Bayrische Kuchl - Gebildbrote

Gebildbrote sind quasi Omas "Motivtorten" und jetzt nicht unbedingt ein speziell bayrisches Phänomen. Die Anlässe zu denen Gebildbrote gebacken wurden, waren ähnlich, die Motive, also die Ausformungen jedoch je nach Region unterschiedlich. Klar, dass ich mich im Rahmen dieser Serie auf die bayrischen Varianten beschränke und im folgenden Jahr immer wieder Gebildbrote passend zur Saison vorstelle.

Jetzt sollte ich vielleicht noch ganz kurz etwas genauer erklären, was Gebildbrote eigentlich sind: Gebildbrote sind meist süßes Gebäck, häufig aus Hefeteig, das speziell geformt wird. Die klassische und bekannteste Form eines Gebildbrotes ist der ordinäre Hefezopf. Oma konnte da aber noch sehr viel mehr, als nur einen dreisträngigen Zopf zu flechten, und genau dem widme ich mich nun auch und freue mich schon auf die gestalterische Herausforderung. (^.^)

Freitag, 2. Dezember 2016

Bayrische Kuchl - Geflügel

Auch Geflügel spielt in der Bayrischen Küche eine große Rolle, neben den Klassikern, Hendl, Ente und Gans gab es auch schon früher regelmäßig Indian, gerne auch Bibagockel genannt. Der Nichtbayer kennt dieses exotische Tier als Truthahn bzw. Pute. Taten sich meine Ahnen noch so schwer mit der Adaption der Kartoffel, fand sich der Indian sehr zügig auf dem bayrischen Speiseplan. Aber wie sollte es auch anders sein, immerhin ist es Fleisch und wo, wenn nicht in Bayern, gilt die Devise "Fleisch ist mein Gemüse".
Daneben gehörten auch Perlhühner und Tauben mit zum klassischen Speise-Geflügelangebot in Bayern.
Ich bin auf jeden Fall schon mal gespannt auf das ein oder andere Gericht, das ich bisher noch nie zubereitet habe, gerade letztgenannte Geflügelsorten gehören dazu.

Dienstag, 15. November 2016

Die kleine Warenkunde zum Kochen und Backen - kalte Saucen

Heute widmen wir uns den kalten Saucen. Grundlage jeder kalten Sauce ist die Säure, in aller Regel Essig oder Zitrone. Man unterscheidet dabei:

  • Unter den Ölsaucen gibt es zwei brühmte Klassiker: die Mayonnaise und die Sauce Vinaigrette. Die Mayonnaise ist eine Emulsion aus Eigelb und Öl, die durch sehr fleißiges quirlen hergestellt wird. Leichter wird diese Kalorienbombe durch das Strecken mit Joghurt oder ähnlichem. Die Sauce Vinaigrette ist der Klassiker unter den Salatsaucen und ist eine Muschung aus Essig und Öl, abgeschmeckt und variiert mit diversen Kräutern und Gewürzen. Mein Grundrezept für eine Vinaigrette-Basis habe ich euch bereits vorgestellt.
  • Kalte Sahnesaucen kommen in aller Regel als Grillsauce oder Dip zum Einsatz, gerne Ergänzt um Quark oder Joghurt und pikant abgeschmeckt.
  • Joghurt- und Quarksaucen, ebenfalls pikant abgeschmeckt, kommen gerne als Dressing für Salate und Rohkost oder ebenfalls als Dip zum Einsatz.

Donnerstag, 3. November 2016

Bayrische Kuchl - Weihnachtsbäckerei

Selbstverständlich bietet die traditionelle bayrische Küche auch Rezepte für Weihnachtsplatzl (= ~plätzchen) und selbstverständlich für Lebkuchen und süßes Brot, welches traditionell zur Weihnachtszeit gebacken wurde. Damals noch gab es in der Tat eine Trennung zwischen Weihnachtsgebäck und den normalen Kaffeegebäck, Ja ihr lest richtig, nicht Teegebäck, Tee ist in Bayern nicht so üblich und wer Tee trank, der konnte sich auch kein Gebäck dazu leisten; Tee galt in Bayern als Arme-Leute-Getränk.

Zwar gab es auf dem weihnachtlichen Platzlteller durchaus auch Kaffeegebäck, aber niemals Weihnachtsgebäck unterm Jahr auf der Kaffeetafel. Gut, heute sind die Regeln nicht mehr so streng, einiges an Platzl ist auch einfach viel zu lecker, als sie immer nur zu Weihnachten zu Backen und natürlich zu essen. (^.^) Dieses Jahr halte ich mich im Rahmen meines Kochbuchprojekts aber dran und backe zu Weihnachten nun wirklich nur die höchstoffiziellen alten Rezepte der Weihnachtsbäckerei nach.

Freitag, 28. Oktober 2016

Bayrische Kuchl - Torten und Kuchen

Die bayrische Küche ist nicht nur enorm fleischlastig sondern auch enorm zuckerlastig. Auf der einen Seite sind da natürlich die Mehlspeisen, denen wir uns auch noch widmen werden. Auf der anderen Seite sind aber auch Kuchen und Torten, die in bayrischen Kochbüchern schon sehr früh, nämlich ab dem ausgehenden Mittelalter auftauchen. Das also zu einer Zeit, zu der es noch nicht mal Backrohre gab, sondern zu der Kuchen und Torten noch in speziellen Tiegeln gebacken wurden, die kompliziert in Glut und Asche gepackt werden mussten.
Klar dass Erna Horn auch einige Torten- und Kuchenrezepte zusammengetragen hat - vom Klassiker bis hin zu ausgefalleneren und unbekannteren Kreationen. Ich freue mich schon aufs ausprobieren. (^.^)

Sonntag, 23. Oktober 2016

Die kleine Warenkunde zum Kochen und Backen - warme Saucen

Eine Bekannte aus den USA hat mal gesagt, dass man in den USA das Bild vermittelt bekommt, Deutschland wäre "the country of kraut an sausages" in Wahrheit wären wir aber "the bread-eating country". Ich finde ja viel mehr, dass Deutschland das Land der Saucen ist. Oder ist schon mal einer von euch Essen gegangen und hat keine Sauce bekommen? Vermutlich heben jetzt passionierte Steak-Esser die Hand. Denen möchte ich entgegnen: Ketchup, Steaksaucen, Grillsaucen, darübergeschmolzene Kräuterbutter, zerlassene Butter... Gleiches gilt übrigens für die Schnitzelesser: Ketchup, Preiselbeeren und in manchen Landstrichen Deutschlands Sauce Hollondaise (ja, schwere Buttersauce zu mit Bratfett vollgesogener Pannade, aber gut, wems schmeckt, oder besser wer es verträgt oder noch viel mehr, wer es sich bezüglich Körpergewicht leisten kann). Kurzum: ohne Sauce geht mal gar nix, egal ob nun warme oder kalte Sauce. (^.^)

Betrachten wir zunächst die warmen Saucen:
Grundlage eigentlich aller warmer Saucen ist ein Fonds bzw. Brühe, die allerdings niemals eine Glutamatbombe aus dem Glas oder in Würfelform sein sollte. Brühe lässt sich, genauso wie Fond wirklich leicht und kostengünstig auf Vorrat zubereiten. (nachzulesen hier: Gemüsebrühe,  Fleischbrühe)

Die richtige Sämigkeit einer Sauce, die ja nun keine Suppe sein soll, kann man wiederum auf zweierlei Art erreichen: durch einreduzieren oder durch binden.
Reduzieren ist im Grunde nichts anderes, als die Sauce so lange zu kochen, bis ein Großteil des Wassers verdampft ist, so dass die Sauce nach und nach immer sämiger wird. Das Reduzieren der Saucenflüssigkeit findet bei großer, aber nicht zu großer (eine Reduktion brennt auch mal leicht an), Hitze und unter regelmäßigem umrühren statt. Die Reduktion wird auch erst nach dem Reduzieren abgeschmeckt, da logischerweise der Geschmack mit der Reduktion auch intensiver wird.
Binden kann man Saucen mit den unterschiedlichsten Bindemitteln:




  • Einbrenne bzw. Mehlschwitze ist der Klassiker in der Hausfrauenküche. Hierfür wird Fett erhitzt, das Mehl mit einem Schneebesen eingerührt und gebräunt. Je nach Bräunungsgrad des Mehls unterscheidet man helle und dunkle Einbrenne. Hat das Mehl die richtige Bräune erreicht, wird die Saucenflüssigkeit ebenfalls mit dem Schneebesen schluckweise eingerührt, damit das ganze klümpchenfrei bleibt. Damit eine Sauce mit Einbrenne nicht eklig pampig wird, haltet euch absolut exakt an die Mengenangaben im Rezept. Damit eine Sauce aus Einbrenne nicht nach Mehl schmeckt, muss sie nach dem Aufgießen mindestens 10 Minuten kochen.
  • Eigelb und Butter über dem Wasserbad zu einer sämigen Emulsion geschlagen ergibt die Basis für Sauce Hollondaise und deren Variationen.
  • Legieren (Eigelb und Sahne) kommt bei hellen Saucen zum Einsatz. Hierfür werden Eigelb und Sahe verrührt. Die Grundflüssigkeit der Sauce wird erhitzt (wichtig: nicht kochen, sonst gerinnt die Sauce und ist leider ruiniert) und die Legierung zügig eingerührt. 
  • Sahne bindet nicht so stark, daher werden Sahnesaucen nach dem Abbinden mit Sahne nochmals einreduziert.
  • Crème fraîche oder Crème double werden kurz vor dem Servieren in die nicht mehr kochende Sauce eingerührt. Beides eigent sich nur für kleinere Saucenmengen für bis zu 6 Personen.
  • kalte Butter, die Flöchenweise mit dem Stabmixer unter nicht mehr kochende Saucen gerührt wird, eigent sich ebenfalls nur für kleinere Saucenmengen für bis zu 6 Personen.
  • Mehlbutter ist ein, im Mischungsverhältnis 1:1 verkneteter Teig aus Mehl und Butter. Mehlbutter nimmt man für gewöhnlich zum nachbinden von Sauce die auf dem herkömmlichen Weg nicht gebunden hat, bzw. wenn man eine Sauce nur leicht binden will. Man rührt die Mehlbutter Teelöffelweise in die nicht mehr kochende Sauce bis die gwünschte Konsistenz erreicht ist. Als Rettung für schlecht bindende Saucen ist es sinnvoll Mehlbutter auf Vorrat zuzubereiten. Butter und Mehl entsprechend verkneten und mit Hilfe einer Eiswürfelform einfrieren, so hat man Mehlbutter portionsgerecht auf Vorrat (nach dem Vorfrieren können die Mehlbutterstückchen auch in einem herkömmlichen Gefrierbeutel untergebracht werden.
  • Speisestärke ist ebenfalls ein Saucenretter vergleichbar zur Mehlbutter. Die Speisestärke wird mit einem Schluck kaltem Wasser glatt gerührt und dann in die Sauce eingerührt.

Freitag, 21. Oktober 2016

Bayrische Kuchl - Aus Wald und Feld

Bayern als besonders wildreiches Land halt selbstverständlich auch einige erlesene Wildgerichte in der Landesküche verewigt. Dem Volk waren in aller Regel die Niederwildgerichte, also Wildgeflügel, aber auch Hase vorbehalten, hin und wieder verirrte sich auch mal Reh oder Hirsch auf den gutbürgerlichen Teller, das war aber eher die Ausnahme. Immerhin waren die bayrischen Regenten, also die Wittelsbacher, selbst eifrige Jäger und ernährten sich quasi ausschließlich von Wild (nun ja, ganz so schlimm war es nicht) und wer von Stand ist, gibt sich schließlich nicht mit Niederwild ab. Trotzdem ist ausgerechnet ein Rebhuhnrezept nach Prinzregent Luitpold benannt, welches in Erna Horns Rezeptsammlung selbstverständlich nicht fehlen darf. Außerdem hat auch die Wilderei in Bayern eine alte Tradition, die sogar soweit geht, dass ein Wilderer in Bayern nicht abschätzig als Wilderer bezeichnet wird, sondern heroisch als Wildschütz. "Heroisch" ist dabei nicht "bildlich gesprochen", sondern tatsächlich so gemeint. Die bayrischen Wildschützen waren regelrechte Volkshelden, die sogar besungen wurden, so wie beispielsweise der Wildschütz Georg Jennerwein, aus Schliersee, dem am 6. November 1877 von einem Jäger in den Rücken geschossen und dann zum Sterben auf dem Hohen Peißenberg schwer verletzt liegen gelassen wurde. Wer ein richtiger Bayer ist, der kennt das Jennerwein-Lied. Und für mich ist es etwas ganz besonderes, war doch der Jennerwein das Lied das mein Vater leise gesungen hat als er mich das erste Mal im Arm hielt, es war das erste Lied, das auch meine Geschwister von ihm gehört haben und es ist das erste Lied, das er jedem frisch geborenen Tierchen auf seinem Bauernhof leise vorsingt. Und das, das sei der Vollständigkeit halber nun auch erwähnt, obwohl meine Mutter aus einer traditionellen königlich-bayerischen Revierjägerfamilie stammt. (^.^)

Nachdem hier auch einige Nichtbayern mitlesen, die den Jennerwein jetzt vielleicht auch gerne mal hören würden, möchte ich es euch natürlich nicht vorenthalten:

Freitag, 9. September 2016

Bayrische Kuchl - Süße Beilagen zum Fleisch

Ja ihr seht richtig, süße Beilagen zum Fleisch. Das essen wir traditionell. Man denke nur an die Preiselbeerbirne zu Wild, die mittlerweile auch ihren Weg über die bayerischen Landesgrenzen hinaus gefunden hat. Viele dieser süßen Beilagen werden eingekocht oder zumindest eingelegt und sie haben jetzt Saison, weswegen ich mich die nächsten Wochen vertiefend den süßen Fleischbeilagen widmen möchte. Ich freue mich schon drauf, ich persönlich mag die Kombination aus süß und deftig nämlich wirklich gerne und es sind einige Rezepte dabei, die ich bisher selbst noch nicht ausprobiert habe. Es wird also auch für mich spannend. (^.^)


Samstag, 3. September 2016

Die kleine Warenkunde zum Kochen und Backen - Meeresfrüchte

Meeresfrüchte gehörte lange Zeit in die Haute Cuisine, Dank moderner Methoden der Vorratshaltung haben sie mittlerweile aber auch Einzug in die Alltagsküche gefunden. Grundsätzlich lassen sich Meeresfrüchte in die drei Kathegorien Schalentiere, Krustentiere und Tintenfische einteilen.

  • Schalentiere, also Muscheln, werden traditionell nur in den Monaten mit einem "r" im Namen gegessen. Zwar gibt es heute das ganze Jahr über Muscheln auf dem Markt, wer Qualität will, hält sich aber besser doch an diese simple Regel. 
  • Unter Krustentieren fasst man sowohl schwimmende (also Garnelen) als auch kriechende Krustentiere wie Krebse, Hummer, Langusten und Scampi zusammen. Und nachdem sich bei den Garnelen ein wahres Begriffsdickicht auftut, ist es mir gerade ein Anliegen, hier für etwas Klarheit zu sorgen: Shrimps sind kleine Garnelen Prawns sind große Garnelen. Auf italienisch nennen sich Garnelen Gamberetti, aber niemals Spampi, der Scampo - zu deutsch Kaisergranat - ist eine Krebsart. Auch spanisch sind es Gambas und auf französisch Crevetten. Zoologisch komplett falsch ist "Krabben". Selbst die Nordseekrabbe ist keine Krabbe sondern eigentlich eine Sandgarnele.
  • Tintenfische sind Kopffüßler und sowohl geschmacklich als auch von der Konsistenz her nicht unbedingt jedermanns Sache - von der Zubereitung frischer Tintenfische nun ganz zu schweigen. erfreulicherweise ist das Angebot an küchenfertiger TK-Ware wirklich gut und auch zur Zubereitung habe ich noch einen Tipp für euch: nur kurz garen, dann wirds nicht kaugummiartig-zäh.

Freitag, 5. August 2016

Bayrische Kuchl - Kartoffeln

Ich hatte bereits anklingen lassen, dass in der bayrischen Küche Kartoffeln eigentlich nicht stattfinden, da sie als "Saufuada" ("Schweinefutter") verschrieen sind. Dass die Kartoffel im Land der Nudeln und Knödel so wenig Zuspruch findet, ist vor allem dem Umstand geschuldet, dass Altbayern ein reiches Agrarland war (und ist), so dass man so gut wie nie von Hungersnöten heimgesucht wurde. In anderen Landstrichen Deutschlands, wo eben diese Hungersnöte wüteten, setzte sich die Kartoffel als günstige anspruchslose und erntesichere Feldfrucht durch und fand Einzug in die regionalen Küchen. Zwar wurden in Bayern durchaus Kartoffeln gepflanzt, allerdings keine Speisekartoffeln, sondern Futterkartoffeln, die natürlich auch deutlich weniger gut schmecken, so dass sie eben nur indirekt in Form eines Schweinebratens gegessen wurden, oder aber von "armen Leuten", die sich damals durchaus noch mit den Tieren das Futter teilen mussten. Einige wenige Kartoffelgerichte finden sich also nun doch in der bayrischen Küche. Arme-Leute-Essen zwar, aber das heißt ja nun nicht, dass sie deshalb weniger gut schmecken, nur weil sie einfacher und die Zutaten günstiger sind. Selbstversändlich gelingen diese Gerichte auch mit Speisekartoffeln, wer es besonders authentisch mag, kann natürlich trotzdem zur Futterkartoffel greifen. (^.^)

Montag, 25. Juli 2016

Die kleine Warenkunde zum Kochen und Backen - Hackfleisch

Im Grunde ist Hackfleisch nichts anderes als pariertes und durch den Fleischwolf gedrehtes Muskelfleisch von Schlachttieren. Doch ganz so einfach scheint die Welt doch nicht zu funktionieren, immerhin gibt es sogar eine Hackfleischverordnung, in der festgelegt ist, welche Fleischteile verwendet werden dürfen und wie diese auszusehen haben. Die Verordnung ist in Anbetracht diverser Lebensmitteltestes und Lebensmittelskandale allerdings vor allem deshalb nötig, weil Hackfleisch aufgrund seiner großen Oberfläche sehr rasch verdirbt und der Verzehr von verdorbenen Fleisch sogar lebensbedrohlich sein kann. Daher ist gerade beim Hackfleisch "Augen auf" oberstes Gebot.

Frisches Hackfleisch darf nur am Tag seiner Herstellung verkauft werden, auf der sicheren Seite seid ihr bei Handwerksmetzgereien die euch euer Hackfleisch frisch und direkt vor euren Augen durch den Wolf drehen. Solltet ihr - aus welchen Gründen auch immer - auf abgepackte Ware angewiesen sein, dann nehmt TK-Hackfleisch. Von allem anderen: die Finger weg! Am aller sinnvollsten wäre es allerdings, sich einen Fleischwolf zuzulegen (den gibts bereits für kleines Geld, bzw. auch als Ergänzungsaufsatz für diverse Küchenmaschinen) und das Fleisch selbst durchzudrehen. Damit spart ihr sogar noch Geld, welch das Fleisch das ihr braucht günstiger ist als das Hackfleisch selbst, so dass sich die Investition sogar irgendwann amortisiert.

Im Grunde unterscheidet man drei Sorten Hackfleisch, die üblicherweise im Handel erhältlich sind:

  • Schweinehackfleisch mit einem Fettanteil von rund 35%
  • Rinderhackfleisch mit einem Fettanteil von etwa 20% und
  • gemischtes Hackfleisch, also eine Mischung 1:1 Mischung von Rinder- und Schweinehackfleisch.


Darüber hinaus gibt es noch:

  • Tatar (Beefsteakhack, Schabefleisch): ein sehr fettarmes Hackfleisch aus dem Beefsteak, das üblicherweise roh gegessen wird.
  • Mett (Hackepeter, Bratwursthack): mit Gewürzen und Geschmackszutaten abgeschmecktes, gemischtes Hackfleisch, welches ebenfalls roh gegessen wird.
  • Brät: ist die Basis für die Herstellung von Wurstwaren.

Donnerstag, 7. Juli 2016

Die kleine Warenkunde zum Kochen und Backen - Fisch

Fisch ist aufgrund seines hohen Wasseranteils leicht verderblich, weswegen hier das erste Augenmerk auf der Frische liegt. Die oberste Regel dabei ist immer: am frischesten ist der Fisch aus der Region. Weiter gereiste Fische nimmt man am sinnvollsten als Tiefkühlware. Aber auch regionaler Fisch kann selbstverständlich überlagert sein. So erkennt man, ob der Fisch der Wahl wirklich frisch ist:

  • der Geruch: frischer Fisch riecht nicht nach Fisch, wenn es fischelt ist er überlagert
  • die Haut: sie glänzt, ist leicht feucht und hat keine Druckstellen. Die Schuppen sitzen fest.
  • die Kiemen: sind hellrot und festanliegend
  • die Augen: glänzen, sind klar und prall
  • die Flossen: sind fest und unversehrt
  • das Fleisch: ist fest aber elastisch, auf Fingerdruck darf keine sichtbare Delle zurückbleiben
  • bei fertigem Fischfilet: sieht man keine Verfärbungen und trockenen Stellen, es ist glasig und hat festes elastisches Fleisch

Damit der Fisch auch zu Hause frisch bleibt bis er auf den Tisch kommt, wird er ausgepackt, kommt auf einen Teller oder in seine Schüssel, wird abgedeckt und kommt in den Kühlschrank. Sinnvollerweise kauft man Fisch am Tag des Verzehrs, weil es mit der Verderblichkeit von Fisch wirklich wirklich schnell gehen kann. Einfrieren von Frischfisch lohnt sich kaum, abgesehen natürlich man angelt selbst und bringt reiche Beute mit nach Hause.

Eine weitere Frage, die sich direkt beim Einkaufen stellt, ist  die nach der Menge. Pro Person rechnet man 150 - 200 g Fischfilet bzw. etwa 300 g ganzer Fisch.

Fisch wird zunächst geschuppt, sofern dies je nach Zubereitungsart und Fischart erforderlich ist. Üblicherweise wird es im Rezept angegeben, ob geschuppt werden muss. Um zu testen ob die Fischart geschuppt werden muss, streicht man mit dem Finger vom Schwanz in Richtung Kopf, sind Schuppen spürbar muss auch geschuppt werden. Dafür werden zunächst die Flossen in Richtung Kopf abgeschnitten, damit man beim Schuppen nicht hängen bleibt. Die Schuppen werden mit einem Messer oder einem speziellen Fischschupper vom Schwanz zum Kopf entfernt. Nachdem das ganze eine ziemlich schmutzige Angelegenheit ist, macht man das am besten im Spülbecken unter fließendem Wasser.

Nach dem Schuppen kommt das Ausnehmen. Der Bauch wird dafür vom After bis zum Kopf mit einem scharfen Messer oder einer Schere aufgeschnitten. Dann die Eingeweide am After lösen und zum Kopf hin herausziehen. Dabei unbedingt darauf achten, dass die Galle (hängt unter der Leber) nicht verletzt wird, da ansonsten der Fisch ungenießbar wird. Nun noch die Niere (sitzt an der Hauptgräte) mit einem Teelöffel herausschaben und die schwarze Bauchhaut und eventuelle Blutgerinsel entfernen. Jetzt wird der Fisch noch gründlich ausgespült und das Innere vorsichtig mit Küchenpapier trockengetupft.

Dicke Fische werden nun noch ziseliert, das heißt, sie werden an der dicksten Stelle zwei bis drei mal schräg bis zu den Gräten ein, damit sie gleichmäßig durchgaren.

Tiefkühlfisch wird nie gefroren zubereitet, ganz egal was auf der Packung steht, da durch das austretende Wasser keinerlei anbraten möglich ist und Sauce und Sud unnötig verwässert. Der Fisch wird ausgepackt und zugedeckt auf einem Siebeinsatz im Kühlschrank aufgetaut.

Kommen wir nun zu den Zubereitungsarten:

  • "Kochen": auch wenn es umgansgsprachlich so genannt wird: Fisch wird streng genommen nicht gekocht. Fisch hat fast kein Bindegewebe, würde man ihn Kochen, würde er zerfallen. Vielmehr wird Fisch pochiert er zieht also in Flüssigkeit knapp unter dem Siedepunkt gar. Große Fische werden dafür in kalter Flüssigkeit aufgesetzt und langsam bis auf etwa 80° C erhitzt, kleine Fische werden direkt in 80° C heißem Sud aufgesetzt. Der Fisch ist fertig, wenn das Fleisch milchig weiß und blättrig aussieht und sich die Rückenflosse leicht herausziehen lässt. Bei kleinen Fischen treten die Augen perlig weiß heraus.
  • Dünsten: eignet sich für Fische bis etwa 400 g sowie für Fischstücke und Filets. Dafür wird der Fisch mit nur wenig Wasser oder Fett in einem abgedeckten Topf sanft erhitzt.
  • Dämpfen: Beim Dämpfen kommt der Fisch mit dem Wasser nicht in Berührung, er liegt in einem Dämpfeinsatz und zieht bei geschlossenem Deckel im Dampf gar.
  • im Ofen Braten: hierfür wird der Fisch mit Gemüse bedeckt und mit flüssigem Fett übergossen, damit er nicht austrocknet. Alternativ kann der Fisch auch mit Alufolie abgedeckt werden.
  • in der Pfanne Braten: dafür wird der Fisch üblicherweise meliert, also in Mehl gewendet. Besonders eignet sich hierzu das sogenannte Wiener Grießler.
  • Frittieren und Ausbacken: Hierbei darf die Temperatur des Fettes 180° C nicht über- und 140° C nicht unterschreiten. Grundsätzlich bietet sich hier eine Fritteuse an, die die Tmeperatur automatisch überwacht.
  • Grillen: je fetter der Fisch ist, desto besser geignet ist er zum grillen. Auch hier ist es wichtig, dass der Fisch an der Oberfläche nicht austrocknet, da er ansonsten innen nicht gar wird: die Kruste wirkt dann wie ein Hitzeschild. Daher wird der Fisch während des grillens regelmäßig mit Öl oder Marinade bestrichen. Als Faustregel gilt außerdem: je größer der Fisch, desto weiter weg ist er auch von der Hitzequelle.
  • in Folie Garen: eignet sich am besten für kleine Fische, Fischstücke oder Filets. Man legt den gewürzten und gefetteten Fisch auf Alufolie, Pergament oder in den Bratschlauch und packt ihn locker ein. Er wird im Backofen bei starker Hitze gegart.

Freitag, 1. Juli 2016

Bayrische Kuchl - Wurst

Dem interessierten Leser meiner Wochenserie ist es sicher schon aufgefallen: die bayrische Küche ist ganz enorm fleischlastig. Allerdings ist sie nicht nur das: sie ist auch noch extrem wurstlastig. Ein echter Bayer schafft es durchaus sich höchst traditionell ausschließlich von Wurst zu ernähren: Klassischerweise gibt es bereits zum Frühstück Zwiebelleberwurst, Vormittags gerne roten oder weißen Pressack, dann Weißwürscht und wer die nicht mag greift zu Schweinstwürstl. Zum Mittagessen dann Blut- und Leberwürste, Nachmittags ein Leberkäs, zur Brotzeit einen Wurstsalat und zum Abendessen schließlich noch Milzwurst. Wurst, Wurst, Wurst, wo man hinschaut. Und zwar Frischwurst, Hart- und Dauerwürste sind die Preußen unter den Wurstwaren. (^.^)

Ich bin nun schon so weit Bayerin, dass ich wirklich gerne Wurst esse, sogar meine Katze hört auf den Namen "Würschtl" und das kommt auch nicht von ungefähr. Allerdings mag ich nicht jede Wurst. Mit Pressack oder Blut- und Leberwürsten kann man mich beispielsweise jagen. Glücklicherweise hat Erna Horn weder zu dem einen noch zu dem anderen Rezepte abgedruckt, so dass ich mich dazu auch in meiner Wochenserie nicht überwinden muss. (^.^)

Passend zur Erweiterung um die Unterkategorie Brot, führe ich nun auch die Wurstwaren ein, einfach, weil das eine so gut zum anderen passt.