Dienstag, 29. November 2016

Bayrische Kuchl - Weihnachtsbäckerei: Würzburger Marzipan

Das Würzburger Marzipan ist gar kein wirkliches Marzipan, es ist noch nicht mal Marzipan mit drin. Eigentlich sind es Plätzchen, die nach einer Ruhephase von zwei bis drei Wochen zart wie Marzipan werden. Ich selbst kenne das Rezept bisher nicht. Es wird also Zeit es auszuprobieren. (^.^)

Die Zutaten:
500 g Zucker
4 Eier
1 Msp. Hirschhornsalz
600 g Mehl
1 TL gemahlener Anis

So gehts:
Den Zucker mit den Eiern und dem Hirschhornsalz etwa 10 Minuten lang mit dem Rührgerät rühren. Mehl und Anis unterkneten. Den Teig im Kühlschrank etwa 30 Minuten lang ruhen lassen.

Nun den Teig portionsweise ausrollen und in Holzmodeln („Spekulatiusformen“) drücken, herausklopfen und die Ränder glatt schneiden. Die Plätzchen an einem warmen Ort über Nacht ruhen lassen und am nächsten morgen bei 180° C Ober-/Unterhitze in ca. 10 Minuten backen. Die Plätzchen dürfen dabei noch keine Farbe bekommen.

Nach dem Abkühlen in eine mit Pergament ausgeschlagene Blechdose schichten und 2-3 Wochen durchziehen lassen.

Sonntag, 27. November 2016

Bayrische Kuchl - Weihnachtsbäckerei: Zitronenküchelchen

Bei dem Rezept handelt es sich laut Erna Horn um ein original aus dem Jahr 1841 und um ehrlich zu sein - es liest sich so ein bisschen wie Butterplätzchen. So gehts nach meiner freien Übersetzung Anno 2016:

500 g Mehl
250 g Butter
250 g Zucker
abgeriebene Schale von 6 Zitronen
4 Eier
100 g Hagelzucker

Mehl, Butter, Zucker, Zitronenschale, 2 Eier und 2 Eigelb zu einem glatten Teig verkneten und ca. 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

Den Ofen auf 180° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Teig portionsweise ausrollen, Plätzchen ausstechen, mit dem noch übrigen Eiweiß bestreichen, mit Hagelzucker bestreuen und auf der mittleren Schiene im Ofen ca. 12 Minuten goldgelb backen.

Nach dem Abkühlen in eine mit Pergament ausgeschlagene Blechdose schichten und 2-3 Wochen durchziehen lassen.


Freitag, 25. November 2016

Bayrische Kuchl - Weihnachtsbäckerei: Kammerfensterl

Das Rezept für die Kammerfensterl liest sich eigentlich ganz lecker, allein optisch sagen sie mir nicht zu. Diese Plätzchen sehen nicht nach Kammerfensterln (Schlafzimmfenster) aus, sondern nach Vulkanen kurz vorm Ausbruch. (^.^) Aber gut, an der Optik feile ich im nächsten Jahr, dieses Jahr gibt aber trotzdem schon mal das Rezept:


200 g Mehl
50 Speisestärke
1 Ei
75 g Butter
40 g Zucker
1 TL Backpulver
2 EL Zitronensaft
50 g Hagebuttenkonfitüre
50 g Puderzucker
2 TL Zitronensaft

Mehl, Speisestärke, Ei, Butter, Zucker, Backpulver und Ztronensaft zu einem glatten Teig verkneten und ca. 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

Den Ofen auf 180° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Teig portionsweise ausrollen, Runde Plätzchen ausstechen. In die Hälfte der Plätzchen mit einem Messer ein Kreuz schneiden und die Ecken umklappen (bei mir haben sie sich beim Backen wieder zurückgeklappt). Die andere Hälfte mit Hagebuttenkonfitüre bestreichen und ein eingeschnittenes Plätzchen darauf setzen. Jetzt die Plätzchen der mittleren Schiene im Ofen ca. 15 Minuten goldgelb backen.

Aus Puderzucker und Zitronensaft einen Zuckerguss anrühren und die Plätzchen damit an der Oberseite glasieren. Nach dem Trocknen in eine mit Pergament ausgeschlagene Blechdose schichten und 2-3 Wochen durchziehen lassen.

Montag, 21. November 2016

Bayrische Kuchl - Weihnachtsbäckerei: gefülltes Magenbrot

Das Rezept für das gefüllte Magenbrot hat sich wirklich lecker gelesen und ich habe mich gefreut, es auszuprobieren, doch hat sich einmal mehr gezeigt, dass die Frau mit der riesigen Versuchsküche, Erna Horn, dieses Rezept sehr offensichtlich nicht ausprobiert hat. Immerhin war der Teig eigentlich kein Teig sondern einfach nur ein Brösel- bis Staubhaufen. Um das ganze noch zu retten, habe ich kurzerhand die Füllung untergeknetet, so dass ich jetzt zwar irgendetwas in richtung Gebäck habe, dass magenbrotförmig geschnitten ist, allerdings ist es kein gefülltes Magenbrot. Ich erspare euch daher das Rezept und lasse es dabei bewenden. Hoffentlich schmecken die Dinger nach dem Durchziehen wenigstens halbwegs.

Samstag, 19. November 2016

Bayrische Kuchl - Weihnachtsbäckerei: Kletzenbrot

Kletzenbrot gehört in Bayern zu Weihnachten wie Rauschgoldengel und Strohsterne. Beim Kletzenbrot handelt es sich um eine bestimmte Sorte Früchtebrot, bei dem Kletzen, also getrocknete Birnen, die Grundlage sind. So gehts:


300 g Kletzen (Dörr-Birnen)
4 cl Obstler
200 g Weizenmehl
200 g Roggenmehl
35 g Trockensauerteig
1 Würfel Hefe
200 g getrocknete Pflaumen
150 g getrocknete Feigen
100 g Datteln
150 g Rosinen
150 g Haselnusskerne
100 g Mandeln
1 TL Salz

Die Birnen in eine Schüssel geben, den Obstler dazu geben und soweit mit Wasser auffüllen, dass die Birnen bedeckt sind. Die Birnen so über Nacht einweichen lassen. Am nächsten Tag die Birnen im Einweichwasser ca. 1 Stunde leise kochen, abgießen, das Kochwasser dabei aber auffangen und abkühlen lassen.

Roggen- und Weizenmehl in eine Schüssel geben, in die Mitte eine Mulde drücken den Trockensauerteig und 1/4 Würfel Hefe zugeben und mit 100 ml vom Birneneinweichwasser verrühren. Zugedeckt an einem warmen Ort etwa 30 Minuten ruhen lassen.

Währenddessen die Mandeln abziehen. Dafür mit heißem Wasser überbrühen und eine Minute darin ziehen lassen, danach abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken, dann lässt sich die Braune Haut ganz leicht abrubbeln. Die Kletzen, Pflaumen, Feigen und Datteln in feine Streifen schneiden. Rosinen, Haselmusskerne und Mandeln zugeben. Die restliche Hefe in 1 EL heißem Wasser auflösen, zu den Früchten geben und vermischen.

Den Brotteig mit weiteren 200 ml Einweichwasser und dem Salz zu einem glatten Teig verkneten und abgedeckt weitere 30 Minuten ruhen lassen. Den Ofen auf 200° C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Nun 350 g von dem Teig abnehmen. Den verbleibenden Teig zur Fruchtmischung geben und gründlich unterkneten. Den abgenommenen Teig in zwei Hälften teilen, zu einer Größe von mindestens 20 cm x 15 cm ausrollen und jeweils die Hälfte der Fruchtmischung darin einschlagen. Das Kletzenbrot mit der Nahtseite (unten schaut noch Füllung raus, das ist ok so) nach unten auf ein Backblech setzen, mit Wasser bepinseln, mehrmals mit einer Gabel einstechen und in etwa 75 Minuten fertig backen.

Das Kletzenbrot nun noch etwa 1-2 Tage Luft ziehen lassen, dann in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 3 Wochen durchziehen lassen.

Dienstag, 15. November 2016

Die kleine Warenkunde zum Kochen und Backen - kalte Saucen

Heute widmen wir uns den kalten Saucen. Grundlage jeder kalten Sauce ist die Säure, in aller Regel Essig oder Zitrone. Man unterscheidet dabei:

  • Unter den Ölsaucen gibt es zwei brühmte Klassiker: die Mayonnaise und die Sauce Vinaigrette. Die Mayonnaise ist eine Emulsion aus Eigelb und Öl, die durch sehr fleißiges quirlen hergestellt wird. Leichter wird diese Kalorienbombe durch das Strecken mit Joghurt oder ähnlichem. Die Sauce Vinaigrette ist der Klassiker unter den Salatsaucen und ist eine Muschung aus Essig und Öl, abgeschmeckt und variiert mit diversen Kräutern und Gewürzen. Mein Grundrezept für eine Vinaigrette-Basis habe ich euch bereits vorgestellt.
  • Kalte Sahnesaucen kommen in aller Regel als Grillsauce oder Dip zum Einsatz, gerne Ergänzt um Quark oder Joghurt und pikant abgeschmeckt.
  • Joghurt- und Quarksaucen, ebenfalls pikant abgeschmeckt, kommen gerne als Dressing für Salate und Rohkost oder ebenfalls als Dip zum Einsatz.

Sonntag, 13. November 2016

Häkelmuster: Schachbrettmuster mit Kreuzstäbchen

Für ein Schachbrettmuster werden Kreuzstäbchen ebenfalls mit jeweils einem doppelten Stäbchen eingerahmt. Zwischen den Stäbchen folgen jetzt allerdings drei Luftmaschen. Der Mustersatz wäre also: doppeltes Stäbchen - Kreuzstäbchen - doppeltes Stäbchen - 3 Luftmaschen - und wieder von vorne. Um dem Muster Stabilität zu geben folgt auf jede Kreuzstäbchenreihe eine Reihe feste Maschen, wobei in die drei Luftmaschen der Vorreihe nicht eingestochen wird sondern diese umhäkelt werden.

Freitag, 11. November 2016

Bayrische Kuchl - Aus Wald und Feld: Ruhpoldinger Hirschziemer

Der Ziemer ist beim Hirsch das hintere Rückenstück und ganz für einen Hirschbraten das beste Stück. Und: der Ziemer heißt auch auf hochdeutsch Ziemer. (^.^)

1 kg Hirschziemer
250 ml Rotwein
125 ml Essig
125 ml Wasser
Salz
Pfeffer
1 TL Wacholderbeeren
Rosmarin
20 g Butterschmalz
1 Karotte
1 Stück Sellerie
1 Zwiebel
1 Zitronenscheibe
375 ml Wildfond
1 EL Preiselbeeren
2 EL Crème fraîche


Das Fleisch parieren. Mit Salz und Pfeffer einreiben und in einen Bräter setzen. Mi Rotwein, Essig und Wasser übergießen. Die Wacholderbeeren etwas andrücken und zusammen mit dem Rosmarin über das Fleisch geben. Den Bräter abdecken und das Fleisch mindestens 48 Stunden im Kühlschrank beizen. Dabei den Braten etwa alle 12 Stunden wenden.
Den Ofen auf 220° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Das Fleisch aus der Beize nehmen, die Beize durch einen Sieb abgießen, aber dabei auffangen. Der Braten wird nun nochmals mit Salz und Pfeffer eingerieben. Das Butterschmalz im Bräter zerlassen und den Braten von allen Seiten scharf anbraten. mit 100 ml Beize und 100 ml Wildfonds ablöschen, Karotte, Zwiebel und Sellrerie grob schneiden und zugeben. Den Braten mit 1 TL zerdrückten Wacholderbeeren und etwas Rosmarin bestreuen und in den Ofen setzen. Immer wieder etwas Beize und Wildfond nachgießen. Nach 30 Minuten die Temperatur auf 160° C reduzieren. Nach weiteren 30 Minuten den Braten warm stellen, den Bratensatz im Bräter in einen Saucentopf seien, 100 ml Wildfond zugießen und wallend aufkochen. Die Hitze reduzieren und die Preiselbeeren sowie 50 ml Beize unterrühren. Etwas einreduzieren und mit Crème fraîche abbinden.

Montag, 7. November 2016

Bayrische Kuchl - Weihnachtsbäckerei: Münchner Honigkuchen

Die Münchner Honigkuchen haben einen festen Platz auf dem familiären Plätzchenteller. Erna Horns Rezept weicht etwas vom Familienrezept ab, nach dem Elisenlebkuchen-Debakel will ich jetzt aber kein Risiko mehr eingehen und backe daher lieber nach Familienrezept:

Für etwa 50 Lebkuchen:
2 Eier
400 g Zucker
1 EL Vanillezucker
250 g flüssiger Honig
2 TL Zimt
1/2 TL gemahlene Nelken
1 Msp. Muskatblüte
1 Msp. Kardamom
70 g gemahlene Mandeln
70 g Zitronat
70 g Orangeat
50 g weiche Butter
3 EL Zitronensaft
800 g Mehl
2 Päckchen Backpulver
300 g Puderzucker
6 EL Wasser
50 g gehackte Mandeln

Zitronat und Orangeat fein hacken. Die Eier mit dem Zucker und dem Vanillezucker weißschaumig rühren, den Honig, die Mandeln, die Gewürze, die Butter, den Zitronensaft sowie Zitronat und Orangeat zugeben und unterrühren.
Das Mehl mit dem Backpulber auf die Arbeitsfläche geben und die Rührmasse unterkneten. Der Teig muss zwar krümelig sein, sollte aber trotzdem binden. Bindet er nicht, nochmal etwas Zitronensaft nachgeben.
Den Teig für ca 60 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
Den Backofen auf 180° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Teig portionsweise etwa 0,5 cm dick ausrollen und runde Lebkuchen ausstechen, auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und in etwa 20 Minuten backen. Die Lebkuchen auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.
Den Puderzucker in eine Schüssel sieben und mit dem Wasser zu einem Zuckerguss verrühren. Die Lebkuchen damit bestreichen und mit den gehackten Mandeln bestreuen.
Die Lebkuchen nun noch etwa 1-2 Tage Luft ziehen lassen, dann in Blechdosen verpacken und mindestens 3 Wochen durchziehen lassen.

Samstag, 5. November 2016

Bayrische Kuchl - Weihnachtsbäckerei: Nürnberger Busserl

Die Nürnberger Busserl kenne ich bisher nicht, Zeit also sie auszuprobieren. Ausnahmsweise findet sich dazu auch ein brauchbares Rezept in Erna Horns Rezeptsammlung.

Man nehme für 75 Busserl:
500 g flüssigen Honig
500 g Mehl
8 g Hirschhornsalz
4 g Pottasche
2 TL Zimt
1/2 TL gemahlene Nelken
1 Msp. Kardamom
1 Msp. Muskatblüte
Salz
100 g gehackte Haselnüsse
80 g Zitronat
50 g Orangeat
250 g Puderzucker
5 EL Wasser

So gehts:
Den Honig im Wasserbad erwärmen. Das Mehl in eine Keramikschüssel sieben. Hirschhornsalz und Pottasche mit 2 TL Wasser auflösen. Die Mischung sowie den warmen Honig zum Mehl geben und alles miteinander zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig abdecken (wer wie ich zur Suppenschüssel greift, nimmt den Deckel, ansonsten reicht auch ein trockenes Tuch) und einige Tage im Kühlschrank ruhen lassen.
Den Teig am Abend vor der Weiterverarbeitung aus dem Kühlschrank nehmen. Den Backofen auf 180° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Zitronat und Orangeat fein hacken. Gewürze, Salz, Haselnüsse sowie Zitronat und Orangeat unterkneten. Den Teig nun zu kleinen Kügelchen formen, auf ein mit Backpapier belegtes Backblech setzen (haltet etwas Abstand, die Busserl gehen etwas in die Breite) und in etwa 20 Minuten backen. Die Busserl auf einem Kuchengitter setzen.
Den Puderzucker in eine Schüssel sieben und mit dem Wasser zu einem Zuckerguss verrühren. Die Busserl noch warm damit bestreichen.
Die Busserl nun noch etwa 1-2 Tage Luft ziehen lassen, dann in Blechdosen verpacken und mindestens 3 Wochen durchziehen lassen.

Freitag, 4. November 2016

Bayrische Kuchl - Weihnachtsbäckerei: Elisenlebkuchen

Ich möchte eines vorneweg schicken: ich halte mich für eine durchaus talentierte Bäckerin. Mir passiert es wirklich selten, dass irgendein Gebäckstück nichts wird. Ich bin aber auch keine der Sorte Bloggerin, die immer nur die perfekte heile Welt postet. Ich bin nicht perfekt und ich will auch nicht so tun als ob. Ahnt ihr schon, was passiert ist? Jaaaa, genau: die Elisenlebkuchen sind nichts geworden (^.^) Der Teig war viel zu flüssig, die Lebkuchen sind komplett zerlaufen und zwar so komplett, dass sie direkt den Weg in den Mülleimer beschritten haben. Ich brauche wohl nicht erwähnen, dass ich dieses Rezept nicht mit euch teilen werde, aber ein Foto von den missglückten Elisenlebkuchen dürft ihr sehen (^.^):

Donnerstag, 3. November 2016

Bayrische Kuchl - Weihnachtsbäckerei

Selbstverständlich bietet die traditionelle bayrische Küche auch Rezepte für Weihnachtsplatzl (= ~plätzchen) und selbstverständlich für Lebkuchen und süßes Brot, welches traditionell zur Weihnachtszeit gebacken wurde. Damals noch gab es in der Tat eine Trennung zwischen Weihnachtsgebäck und den normalen Kaffeegebäck, Ja ihr lest richtig, nicht Teegebäck, Tee ist in Bayern nicht so üblich und wer Tee trank, der konnte sich auch kein Gebäck dazu leisten; Tee galt in Bayern als Arme-Leute-Getränk.

Zwar gab es auf dem weihnachtlichen Platzlteller durchaus auch Kaffeegebäck, aber niemals Weihnachtsgebäck unterm Jahr auf der Kaffeetafel. Gut, heute sind die Regeln nicht mehr so streng, einiges an Platzl ist auch einfach viel zu lecker, als sie immer nur zu Weihnachten zu Backen und natürlich zu essen. (^.^) Dieses Jahr halte ich mich im Rahmen meines Kochbuchprojekts aber dran und backe zu Weihnachten nun wirklich nur die höchstoffiziellen alten Rezepte der Weihnachtsbäckerei nach.

Dienstag, 1. November 2016

Bayrische Kuchl - Torten und Kuchen: Münchner Seelenzopf

Der Seelenzopf, der eigentlich für Allerseelen, also für den 2. November gebacken wird, hat eine alte Tradition in München und dem Umland und wurde üblicherweise vom Paten an das Patenkind verschenkt, ganz so genau geht es aber heute nicht mehr. (^.^)

750 g Mehl
1,5 Würfel Hefe
120 g Zucker
2 Eier
125 g Butter
1/2 TL Salz
125 ml Milch
100 g Zitronat
100 g Orangeat
1 TL Orangenschale
1 TL Zitronenschale
4 EL Orangensaft
1 Prise Muskat
1 EL Vanillezucker
1 Eigelb
Hagelzucker

Die Milch erwärmen. Das Mehl in eine Rührschüssel geben, in die Mitte eine Mulde drücken, die Hefe hineinbröckeln, mit 1 EL vom Zucker, das Salz und einigen EL der lauwarmen Milch dazu geben und leicht verrühren. Die zerlassene Hefemasse mit etwas Mehl bestäuben und zugedeckt gehen lassen, bis auf der Oberfläche der Hefemasse deutliche Risse zu sehen sind (dauert etwa 1 Stunde).
Das Zitronat und das Orangeat fein hacken. Die Butter mit den Eiern und dem Zucker schaumig rühren, Zitronat, Orangeat, Zitronenschale, Orangensale und -saft, Muskat, Vanillezucker sowie die Milch unterrühren und mit dem Vorteig verkneten. Nun den Teig erneut abdecken und ruhen lassen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat (dauert erneut etwa 1 Stunde).
Nun die Arbeitsfläche bemehlen, den Teig darauf zusammendrücken, vier Stränge formen und daraus einen Zopf flechten. Nun auf das gefettete bzw. mit Backpapier ausgelegte Blech und nochmals abgedeckt für weitere ca. 30 Minuten gehen lassen.
Den Backofen auf 200° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Zopf mit Eigelb einpinseln und dick mit Hagelzucker bestreuen und für 10 Minuten anbacken. Dann die Temperatur auf 180° C reduzieren und in etwa 35 Minuten fertig backen.

Freitag, 28. Oktober 2016

Bayrische Kuchl - Torten und Kuchen

Die bayrische Küche ist nicht nur enorm fleischlastig sondern auch enorm zuckerlastig. Auf der einen Seite sind da natürlich die Mehlspeisen, denen wir uns auch noch widmen werden. Auf der anderen Seite sind aber auch Kuchen und Torten, die in bayrischen Kochbüchern schon sehr früh, nämlich ab dem ausgehenden Mittelalter auftauchen. Das also zu einer Zeit, zu der es noch nicht mal Backrohre gab, sondern zu der Kuchen und Torten noch in speziellen Tiegeln gebacken wurden, die kompliziert in Glut und Asche gepackt werden mussten.
Klar dass Erna Horn auch einige Torten- und Kuchenrezepte zusammengetragen hat - vom Klassiker bis hin zu ausgefalleneren und unbekannteren Kreationen. Ich freue mich schon aufs ausprobieren. (^.^)

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Der Vintage Flaneur - Ausgabe XIX und Lili gibt euch eine Anleitung für Szene-Events


Seit heute ist die 19. Ausgabe des Vintage Flaneur erhältlich. Dieses mal erwartet euch ein großes Schwerpunktthema Winter, Weihnachten und Silvester. Außerdem gibt es den British Style, wie er auch auf den großen Laufstegen für diese Saison bereits zu sehen war, Wintermode, Tipps und Tricks rund um ein stilechtes Vintage-Weihnachten, Mode für eine gelungene Stlvesterfeier und ein Bericht zu Lotte Tobisch.

Auch von mir gibt es wieder einen kleinen Beitrag nachzulesen, passend zum Schwerpunktthema ist es eine kleine Anleitung für gelungene Feiern im erweiterten Freundeskreis. (^.^)Also nichts wie hin zu den Flughafen- und Bahnhofsbuchhandlungen oder auf die Bestellseite des Vintage Flaneur geklickt. (^.^)

Dienstag, 25. Oktober 2016

Gigantes Plaki - Riesenbohnen in Tomatensauce zum Einkochen und besser als beim Griechen

Die griechische Küche ist eigentlich nicht so meins, schlicht weil die Gerichte viiiiieeeeel zu ölig sind. Benutzt man aber nur etwa ein Zehntel des Öls, schmeckt es ganz gut, so wie bei meiner Version der Gigantes Plaki:

Für 3 Gläser à 500 ml:
500 g getrocknete weiße Riesenbohnen
2 Lorbeerblätter
1 Zwiebel
4 Knoblauchzehen
3 Stangen Staudensellerie
5 EL Olivenöl
1 Dose stückige Tomaten (400 g)
4 EL Tomatenmark
1 TL Zucker
1 TL edelsüße Paprika
Chilipulver
Salz
Pfeffer

Die Bohnen über Nacht in kaltem Wasser einweichen. Am nächsten Tag in einem Sieb abtropfen lassen in einen Topf geben, mit Wasser bedecken und zusammen mit den Lorbeerblättern etwa 15 Minuten kochen. Den Schaum abschöpfen und weitere 40 Minuten leise simmernd kochen lassen. Nun die Bohnen im Sud abkühlen lassen.

250 ml des Kochsuds abschöpfen, die Bohnen abgießen und abtropfen lassen.

Zwiebel, Knoblauch und Sellerie putzen, schälen und klein würfeln. In einem weiten Topf das Olivenöl erhitzen und das Gemüse darin kurz andünsten. Jetzt die stückigen Tomaten zugeben. Das Tomatenmark im beiseite gestellten Bohnensud auflösen und ebenfalls zugeben und etwa 15 Minuten lang kochen. Nun die Sauce mit Zucker, Paprikapulver, Chili, Salz und Pfeffer abschmecken. Die Bohnen zugeben und alles zusammen zugedeckt ewta 40 Minuten lang bei schwacher Hitze kochen.
Die Bohnen in die vorbereiteten Gläser füllen und im Backofen bei 90° C ca 30 Minuten lang einkochen. Danach den Ofen ausschalten und die Gläser im Ofen abkühlen lassen.

Zum Servieren kommt ein Glas in eine Auflaufform, wird mit 200 g zerbröckelten Feta bestreut und ca 20 Minuten bei 160° C leicht überbacken.

Sonntag, 23. Oktober 2016

Die kleine Warenkunde zum Kochen und Backen - warme Saucen

Eine Bekannte aus den USA hat mal gesagt, dass man in den USA das Bild vermittelt bekommt, Deutschland wäre "the country of kraut an sausages" in Wahrheit wären wir aber "the bread-eating country". Ich finde ja viel mehr, dass Deutschland das Land der Saucen ist. Oder ist schon mal einer von euch Essen gegangen und hat keine Sauce bekommen? Vermutlich heben jetzt passionierte Steak-Esser die Hand. Denen möchte ich entgegnen: Ketchup, Steaksaucen, Grillsaucen, darübergeschmolzene Kräuterbutter, zerlassene Butter... Gleiches gilt übrigens für die Schnitzelesser: Ketchup, Preiselbeeren und in manchen Landstrichen Deutschlands Sauce Hollondaise (ja, schwere Buttersauce zu mit Bratfett vollgesogener Pannade, aber gut, wems schmeckt, oder besser wer es verträgt oder noch viel mehr, wer es sich bezüglich Körpergewicht leisten kann). Kurzum: ohne Sauce geht mal gar nix, egal ob nun warme oder kalte Sauce. (^.^)

Betrachten wir zunächst die warmen Saucen:
Grundlage eigentlich aller warmer Saucen ist ein Fonds bzw. Brühe, die allerdings niemals eine Glutamatbombe aus dem Glas oder in Würfelform sein sollte. Brühe lässt sich, genauso wie Fond wirklich leicht und kostengünstig auf Vorrat zubereiten. (nachzulesen hier: Gemüsebrühe,  Fleischbrühe)

Die richtige Sämigkeit einer Sauce, die ja nun keine Suppe sein soll, kann man wiederum auf zweierlei Art erreichen: durch einreduzieren oder durch binden.
Reduzieren ist im Grunde nichts anderes, als die Sauce so lange zu kochen, bis ein Großteil des Wassers verdampft ist, so dass die Sauce nach und nach immer sämiger wird. Das Reduzieren der Saucenflüssigkeit findet bei großer, aber nicht zu großer (eine Reduktion brennt auch mal leicht an), Hitze und unter regelmäßigem umrühren statt. Die Reduktion wird auch erst nach dem Reduzieren abgeschmeckt, da logischerweise der Geschmack mit der Reduktion auch intensiver wird.
Binden kann man Saucen mit den unterschiedlichsten Bindemitteln:




  • Einbrenne bzw. Mehlschwitze ist der Klassiker in der Hausfrauenküche. Hierfür wird Fett erhitzt, das Mehl mit einem Schneebesen eingerührt und gebräunt. Je nach Bräunungsgrad des Mehls unterscheidet man helle und dunkle Einbrenne. Hat das Mehl die richtige Bräune erreicht, wird die Saucenflüssigkeit ebenfalls mit dem Schneebesen schluckweise eingerührt, damit das ganze klümpchenfrei bleibt. Damit eine Sauce mit Einbrenne nicht eklig pampig wird, haltet euch absolut exakt an die Mengenangaben im Rezept. Damit eine Sauce aus Einbrenne nicht nach Mehl schmeckt, muss sie nach dem Aufgießen mindestens 10 Minuten kochen.
  • Eigelb und Butter über dem Wasserbad zu einer sämigen Emulsion geschlagen ergibt die Basis für Sauce Hollondaise und deren Variationen.
  • Legieren (Eigelb und Sahne) kommt bei hellen Saucen zum Einsatz. Hierfür werden Eigelb und Sahe verrührt. Die Grundflüssigkeit der Sauce wird erhitzt (wichtig: nicht kochen, sonst gerinnt die Sauce und ist leider ruiniert) und die Legierung zügig eingerührt. 
  • Sahne bindet nicht so stark, daher werden Sahnesaucen nach dem Abbinden mit Sahne nochmals einreduziert.
  • Crème fraîche oder Crème double werden kurz vor dem Servieren in die nicht mehr kochende Sauce eingerührt. Beides eigent sich nur für kleinere Saucenmengen für bis zu 6 Personen.
  • kalte Butter, die Flöchenweise mit dem Stabmixer unter nicht mehr kochende Saucen gerührt wird, eigent sich ebenfalls nur für kleinere Saucenmengen für bis zu 6 Personen.
  • Mehlbutter ist ein, im Mischungsverhältnis 1:1 verkneteter Teig aus Mehl und Butter. Mehlbutter nimmt man für gewöhnlich zum nachbinden von Sauce die auf dem herkömmlichen Weg nicht gebunden hat, bzw. wenn man eine Sauce nur leicht binden will. Man rührt die Mehlbutter Teelöffelweise in die nicht mehr kochende Sauce bis die gwünschte Konsistenz erreicht ist. Als Rettung für schlecht bindende Saucen ist es sinnvoll Mehlbutter auf Vorrat zuzubereiten. Butter und Mehl entsprechend verkneten und mit Hilfe einer Eiswürfelform einfrieren, so hat man Mehlbutter portionsgerecht auf Vorrat (nach dem Vorfrieren können die Mehlbutterstückchen auch in einem herkömmlichen Gefrierbeutel untergebracht werden.
  • Speisestärke ist ebenfalls ein Saucenretter vergleichbar zur Mehlbutter. Die Speisestärke wird mit einem Schluck kaltem Wasser glatt gerührt und dann in die Sauce eingerührt.

Freitag, 21. Oktober 2016

Bayrische Kuchl - Aus Wald und Feld

Bayern als besonders wildreiches Land halt selbstverständlich auch einige erlesene Wildgerichte in der Landesküche verewigt. Dem Volk waren in aller Regel die Niederwildgerichte, also Wildgeflügel, aber auch Hase vorbehalten, hin und wieder verirrte sich auch mal Reh oder Hirsch auf den gutbürgerlichen Teller, das war aber eher die Ausnahme. Immerhin waren die bayrischen Regenten, also die Wittelsbacher, selbst eifrige Jäger und ernährten sich quasi ausschließlich von Wild (nun ja, ganz so schlimm war es nicht) und wer von Stand ist, gibt sich schließlich nicht mit Niederwild ab. Trotzdem ist ausgerechnet ein Rebhuhnrezept nach Prinzregent Luitpold benannt, welches in Erna Horns Rezeptsammlung selbstverständlich nicht fehlen darf. Außerdem hat auch die Wilderei in Bayern eine alte Tradition, die sogar soweit geht, dass ein Wilderer in Bayern nicht abschätzig als Wilderer bezeichnet wird, sondern heroisch als Wildschütz. "Heroisch" ist dabei nicht "bildlich gesprochen", sondern tatsächlich so gemeint. Die bayrischen Wildschützen waren regelrechte Volkshelden, die sogar besungen wurden, so wie beispielsweise der Wildschütz Georg Jennerwein, aus Schliersee, dem am 6. November 1877 von einem Jäger in den Rücken geschossen und dann zum Sterben auf dem Hohen Peißenberg schwer verletzt liegen gelassen wurde. Wer ein richtiger Bayer ist, der kennt das Jennerwein-Lied. Und für mich ist es etwas ganz besonderes, war doch der Jennerwein das Lied das mein Vater leise gesungen hat als er mich das erste Mal im Arm hielt, es war das erste Lied, das auch meine Geschwister von ihm gehört haben und es ist das erste Lied, das er jedem frisch geborenen Tierchen auf seinem Bauernhof leise vorsingt. Und das, das sei der Vollständigkeit halber nun auch erwähnt, obwohl meine Mutter aus einer traditionellen königlich-bayerischen Revierjägerfamilie stammt. (^.^)

Nachdem hier auch einige Nichtbayern mitlesen, die den Jennerwein jetzt vielleicht auch gerne mal hören würden, möchte ich es euch natürlich nicht vorenthalten:

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Häkelmuster: quadratische Gitter mit Kreuzstäbchen

Für quadratische Gitter werden Kreuzstäbchen mit jeweils einem doppelten Stäbchen eingerahmt. Zwischen den Stäbchen folgen jeweils zwei Luftmaschen. Der Mustersatz wäre also: doppeltes Stäbchen - Kreuzstäbchen - doppeltes Stäbchen - 2 Luftmaschen - und wieder von vorne.

Montag, 17. Oktober 2016

Eine festliche 40er Jahre Frisur für glamuröse Parties

Heute möchte ich euch eine leicht zu machende aber sehr glamouröse klassische Frisur für Stylings der frühen 40er Jahre zeigen:
Im Grunde ist diese Frisur nichts anderes als ein lockiger tiefer Pferdeschwanz mit Schmuckspange (wer längeres Haar hat steckt die einzelnen Locken seitlich hoch) in Kombination mit einem locker gelegten Pompadour, der am Scheitel, anstatt geschlossen gelegt, zu einzelnen, locker fallenden Locken drapiert wird, die entsprechend festgesteckt werden.

Die Seitenpartien und die Stirnpartie wird so gelegt, wie für einen Straight Back Pompadour. Die Haarlängen werden nach dem klassischen Legeschema für Locken mit Pin Curls gelegt. Zum Legen kämmt ihr zunächst die Längen aus und fasst sie im Nacken mit einer Schmuckspange zusammen. Drapiert und strukturiert eure Locken mit Pomade.

Löst nun die Seiten und kämmt sie zu Siderolls. Zieht dabei die Haarspitzen etwas weiter nach oben, so dass erste Kringellöckchen liegen. Legt schließlich euer Stirnhaar in einige schön definierte Locken (hier hilft wieder Pomade) und steckt sie fest. Haarspray drüber und fertig. (^.^)


Samstag, 15. Oktober 2016

Der kleine Schminkalmanach: die 40er Jahre - ein 40er Jahre Abend-Make-up

Heute möchte ich euch ein 40er Jahre Abend-Make-up zeigen, bei dem nun schon dicker aufgetragen wurde, obschon es grundsätzlich immer noch natürlich gehalten ist. Inspiriert wurde das Make-up vom Bühnenlook der Sängerin Billie Holiday in den frühen 40er Jahren:
Und nun nochmals in Farbe:
Der Schlüssel dieses Looks sind die betonten Augenbrauen, die natürlich geschminkten Augen und die roten Lippen, die Billie Holiday sich schmaler schminkte, wie auf dem obigen Bild gut zu erkennen ist. Das Problem zu üppiger Lippen kenne ich allerdings eher nicht. (^.^)

So gehts:
Der Teint der 40er Jahre ist leicht und natürlich, ich greife daher zu meinem Standard-Teintprogramm.
Die Augenbrauen spielen bei diesem Look eine ganz besondere Rolle. Sie werden dunkel, aber nicht zu dunkel geschminkt. Ich nutze dafür dunkelbraunen Lidschatten, den ich mit einem abgeschrägten Pinsel in Wuchsrichtung auftrage und mit einer Aufgenbrauenbürste leicht verblende. Unter den Brauenbogen kommt Highlighter; ich nutze hierfür perlmuttfarbenen Lidschatten ohne Glitzerpartikel. Auf das gesamte Lid wird nun mittelbrauner Lidschatten mit Schimmer aufgetragen. In der Mitte des Lides wird goldener Lidschatten aufgetragen um dem Augen-Make-up einen Hauch Glamour zu verleihen. Nun folgt noch ein dünner (!) Lidstrich der mit dem Wimpernkranz endet. Und etwas Wimperntusche. Wer möchte kann auch zu langen künstlichen Wimpern greifen, so wie sie Billie Holiday trug.

 Auf die Lippen werden entlang ihrer natürlichen Lippenlinie mit einem kirschroten Lipliner konturiert und mit einem ebenso kirschroten Lippenstift geschminkt. Denkt daran, dass die Lippen in den 40er Jahren den Anspruch hatten, natürlich zu wirken, tragt also nicht zu dick auf und nehmt keinen zu schweren Lippenstift.

Sonntag, 9. Oktober 2016

Die Münchner Museen - Die Staatlichen Antikensammlungen

Die Staatlichen Antikensammlungen in München sind defintiv Sammlungen mit Weltrang. Allerdings beschäftigen sie sich auch mit einem Sammelthema, das nun nicht gerade zu meinen Interessensschwerpunkten gehört, daher biete ich an der Stelle nur einen kurzen Abriss und spreche auch keine unbedingte "LiligoesRetro-Empfehlung" aus, wiewohl die Staatlichen Antikensammlungen sicherlich zum Pflichttermin für Münchenbesucher mit einem etwas anderen Interessensspektrum gehören.

Bei den staatlichen Antikensammlungen handelt es sich um eine der größten Sammlungen zu antiker griechischer, römischer und etruskischer Kunst. Ihren Ursprung haben die Sammlungen in der Antikensammlung der Wittelsbacher, die um etliche Sammlungsspenden und Zukäufe erweitert wurden. Insbesondere die Sammlung griechischer Vasen hat absoluten Weltrang und beinhaltet einige berühmte Exponate, wie die Dyonisos-Schale des Exekias.

Am beeindruckendsten für mich an der Staatlichen Antikensammlung (wie gesagt, nicht mein Interessensschwerpunkt) ist allerdings das Gebäude in dem sie untergebracht ist. Sie ist am Königsplatz in einem im korinthischen Tempelstil errichteten Gebäude untergebracht welches im Auftrag des erklärten Griechenlandfans König Ludwig I. erbaut wurde.
Von Oliver Kurmis - Eigenes Werk, CC BY 2.0

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Stricken für Anfänger - Unser drittes Projekt: eine herbstliche Strickjacke: Die Blende (einschließlich Maschen auffassen)

Sofern noch nicht geschehen, müssen vor dem Anstricken der Blende zunächst die beiden Vorderteile und das Rückenteil gespannt und die Schulternähte mit dem Maschenstich geschlossen werden.

Die stillgelegten 6 Maschen des rechten Vorderteils kommen nun auf unsere Rundstricknadel. Die weiteren Maschen für die Kragenblende müssen wir auffassen:


Das Auffassen funktioniert am leichtesten mit Hilfe einer Häkelnadel. Stecht in die oberste Masche ein...








...zieht den Arbeitsfaden zur Schlaufe und setzt diese Schlaufe auf die Stricknadel.










Für unsere Kragenblende fasst ihr beim rechten Vorderteil nach den 6 stillgelegten Blendenmaschen 31 Maschen aus der geraden Ausschnittkante des rechten Vorderteils auffassen. Anschließend eine Masche aus der Ecke und 20 Maschen aus der waagrechten Ausschnittkante auffassen.
Aus der Ausschnittkante des Rückenteils werden 31 Maschen aufgefasst.
Aus der senkrechten Kante des linken Vorderteils werden 20 Maschen augefasst, anschließend eine Masche aus der Ecke und 31 Maschen aus der waagrechten Kante. Zuguterletzt werden die 6 stillgelegten Blendenmaschen noch auf die Rundstricknadel gestrickt, damit der Arbeitsfaden nun am Ende der Rehe ist. Nun beginnen wir mit einem Bündchenmuster, beginnend mit einer linken Masche (wir stricken keine Randmaschen, alle Maschen werden normal abgestrickt).
Damit sich der Kragen verjüngt werden in der 4. und 8. Reihe ab auffassen an beiden Seiten jeweils 3 Maschen rechts zusammengestrickt.
Nach insgesamt 10 Reihen werden wir italienisch abketten, damit auch dieser Bund elastisch ist. Wie das geht, zeige ich euch beim nächsten Mal. (^.^)

Samstag, 1. Oktober 2016

Stricken für Anfänger - Unser drittes Projekt: eine herbstliche Strickjacke: Die Ärmel (einschließlich italienischem Anschlag)

Für die Ärmel unserer Strickjacke ist es nötig einen neuen Anschlag zu lernen, den sogenannten italienischen Anschlag, der dehnbar ist und damit der Anschlag der Wahl für elastische Bündchen ist. Ich habe euch hierzu ein kleines Video zusammengestellt:

Nach den 5 Anschlagreihen geht es wie folgt weiter:

  • 6. Reihe: am Rand je 1 Masche zunehmen (44 Maschen auf der Nadel)
  • insgesamt 10 Reihen im Bündchenmuster stricken
  • 1. Reihe ab Bund: auf glatt rechts wechseln
  • 2. Reihe ab Bund: je 1 Masche zunehmen (46 Maschen auf der Nadel)
  • 8. Reihe ab Bund; je 1 Masche zunehmen (48 Maschen auf der Nadel)
  • 18. Reihe ab Bund: je 1 Masche zunehmen (50 Maschen auf der Nadel)
  • 28. Reihe ab Bund: je 1 Masche zunehmen (52 Maschen auf der Nadel)
  • 40. Reihe ab Bund: je 1 Masche zunehmen (54 Maschen auf der Nadel)
  • 52. Reihe ab Bund: je 1 Masche zunehmen (56 Maschen auf der Nadel)
  • 64. Reihe ab Bund: je 1 Masche zunehmen (58 Maschen auf der Nadel)
  • bis zur 110. Reihe glatt rechts weiterstricken
  • 111. Reihe ab Bund: am Anfang der Reihe 4 Maschen abketten (54 Maschen auf der Nadel)
  • 112. Reihe ab Bund: am Anfang der Reihe 4 Maschen abketten (50 Maschen auf der Nadel)
  • 113. Reihe ab Bund: am Anfang der Reihe 3 Maschen abketten (47 Maschen auf der Nadel)
  • 114. Reihe ab Bund: am Anfang der Reihe 3 Maschen abketten (44 Maschen auf der Nadel)
  • 115. Reihe ab Bund: am Anfang der Reihe 2 Maschen abketten (42 Maschen auf der Nadel)
  • 116. Reihe ab Bund: am Anfang der Reihe 2 Maschen abketten (40 Maschen auf der Nadel)
  • 118. Reihe ab Bund: je 1 Masche abnehmen (38 Maschen auf der Nadel)
  • 122. Reihe ab Bund: je 1 Masche abnehmen (36 Maschen auf der Nadel)
  • 126. Reihe ab Bund: je 1 Masche abnehmen (34 Maschen auf der Nadel)
  • 130. Reihe ab Bund: je 1 Masche abnehmen (32 Maschen auf der Nadel)
  • 134. Reihe ab Bund: je 1 Masche abnehmen (30 Maschen auf der Nadel)
  • 138. Reihe ab Bund: je 1 Masche abnehmen (28 Maschen auf der Nadel)
  • 140. Reihe ab Bund: je 1 Masche abnehmen (26 Maschen auf der Nadel)
  • 142. Reihe ab Bund: je 1 Masche abnehmen (24 Maschen auf der Nadel)
  • 144. Reihe ab Bund: je 1 Masche abnehmen (22 Maschen auf der Nadel)
  • 145. Reihe ab Bund: am Anfang der Reihe 2 Maschen abketten (20 Maschen auf der Nadel)
  • 146. Reihe ab Bund: am Anfang der Reihe 2 Maschen abketten (18 Maschen auf der Nadel)
  • 150. Reihe ab Bund: die verbleibenden 18 Maschen abketten
Den zweiten Ärmel natürlich entsprechend arbeiten.

Dienstag, 27. September 2016

Wir häkeln uns ein Haarnetz - let's crochet a snood

Das Haarnetz, heute in der Vintage-Szene bevorzugt bei seinem englischen Namen "Snood" genannt, ist ein Must Have für Frisuren der späten 30er und frühen 40er Jahre. In den 50ern hat das Haarnetz jedoch nichts mehr zu suchen, auch wenn in der Neo-Rockabilly-Szene heute ohnehin so ungefähr alles geht, wirklich stimmig und passend sieht es einfach nicht aus. Gut, aber soviel nun mal zum Dresscode, kommen wir zum Häkeln. Ich arbeite mit Mille Fili von Rödel (130 m/50 g, Maschenprobe 22 Maschen und 28 Reihen) und einer Nadel der Stärke 3,5. Mein Snood fällt etwas weniger voluminös aus, als der auf nebenstehendem Bild, das macht allerdings gar nichts, da ich auch eine Vintage-Länge trage, so dass ich einen Snood in der abgebildeten Größe vermutlich nicht ausfüllen würde. Er passt aber auf jeden Fall und es sieht gut aus. (^.^) Tragebilder von mir kommen zeitnah. (^.^)

  • 49 Maschen anschlagen
  • Reihe 1: in die 12 Masche ein dreifaches Stäbchen häkeln, 4 Luftmaschen, dann in jede weitere  5. Masche ein dreifaches Stäbchen häkeln. 9 Luftmaschen häkeln und wenden.
  • Reihe 2: über das erste dreifache Stäbchen wieder ein dreifaches Stäbchen setzen. Am Ende der Reihe 4 Luftmaschen anschlagen und ein dreifaches Stäbchen in die 5. Wendemasche der Vorreihe häkeln. 9 Luftmaschen und wenden.
  • Reihe 3: wie Reihe 2.
  • Reihe 4: wie Reihe 2.
  • Reihe 5: wie Reihe 2.
  • Reihe 6: wie Reihe 2.
  • Reihe 7: wie Reihe 2.
  • Reihe 8: wie Reihe 2.
  • Reihe 9: wie Reihe 2.
  • Reihe 10: wie Reihe 2, zum Wenden jedoch nur noch 5 Luftmaschen machen
  • Reihe 11: wie Reihe 10.
  • Reihe 12: wie Reihe 10.
  • Reihe 13: wie Reihe 10.
  • Reihe 14: wie Reihe 10.
  • Reihe 15: wie Reihe 10.
  • Reihe 16: wie Reihe 10.
  • Reihe 17: wie Reihe 10, jedoch beim vorletzten Stäbchen 3 Umschläge auf die Nadel nehmen, in das Stächen einstechen, den Faden zur Schlinge ziehen und je 2 Schlaufen 3 mal hintereinander abhäkeln. Wieder drei Umschläge auf die Nadel nehmen (es sind nun 6 Umschläge auf der Nadel). Erneut 2 Schlaufen 3 mal hintereinander abhäkeln. Die restlichen Maschen auf einmal abhäkeln, 5 Luftmaschen und wenden.
  • Reihe 18: wie Reihe 17.
  • Reihe 19: wie Reihe 17.
  • Reihe 20: wie Reihe 17.
  • Reihe 21: wie Reihe 17.
  • Reihe 22: wie Reihe 17.
  • Reihe 23: wie Reihe 17.
  • Reihe 24: wie Reihe 17, jedoch am Ende der Reihe nur eine Luftmasche häkeln und nicht mehr wenden.

Einen Rundgummi (wählt ihn am besten passend zu eurer Haarfarbe) auf 58 cm Länge zuschneiden und verknoten. Jetzt den Rundgummi einhäkeln indem ihr in jedes Loch locker 2 feste Maschen häkelt und dabei den Gummi mitführt. Ihr fangt dabei übrigens in der oberen Mitte eures Haarnetzes an, den Konten platiert ihr am besten unten. Schließt die Runde mit einer Kettmasche und fertig ist euer Haarnetz. Nur noch schnell die beiden Fadenenden vernähen und los gehts. (^.^)

Einige Snood-Frisuren zeige ich euch demnächst, seid also gespannt. (^.^)

Sonntag, 25. September 2016

Häkelmuster: runde Gitter mit Kreuzstäbchen

Für Runde Gitter werden Kreuzstäbchenmit jeweils einer Luftmasche zwischen den einzelnen Kreuzstäbchen gehäkelt:

Freitag, 23. September 2016

Bayrische Kuchl - Süße Beilagen zum Fleisch: Weinäpfel

Auch Weinäpfel lassen sich wunderbar einkochen, so dass man sie jederzeit parat hat.

Für 2 Gläser à 500 ml:
500 g Äpfel
500 ml Weißwein
1 EL Zucker

Die Äpfel schälen, halbieren und das Kerngehäuse mit einem Teelöffel ausstechen. Die Äpfel mit dem Zucker im Wein etwa 15 Minuten knapp unter dem Siedepunkt kochen. Die Äpfel in die vorbereiteten Gläser füllen und mit dem Kochwein aufüllen. Sofort verschließen und abkühlen lassen.
Serviert werden die Weinäpfel gefüllt mit Burgunderkirschen zu Wildgerichten.

Samstag, 17. September 2016

Lili bekommt einen Prinzessinnenfrisiertisch - Die Inneneinrichtung

Nun heißt es noch den Stauraum sinnvoll zu nutzen. Platz bietet Omas Frisiertisch nun wahrlich genug, allerdings muss nun noch Struktur rein. Den unteren Schrank möchte ich für größere Dinge sowie für Dinge nutzen, die ich nicht so oft brauche. So wie beispielsweise diverse Stylinggeräte, Lockenwickler, Nagellacke etc. pp. Für Ordnung und Überblick verpacke ich all diese Dinge thematisch sortiert in Kistchen:

Die beiden Schubladen möchte ich für den ganzen kosmetischen Kleinkram, den ich nicht jeden Tag brauche, nutzen, also Tübchen, Pinsel, Karrklammern, Kämme, Bürsten usw. Damit auch hier nichts durcheinanderfliegt, organisiere ich das ganze mit einer Schubladeneinteilung. Und nachdem nun gerade Kosmetik dazu neigt, einzuschmutzen, man denke nur an ausgefallene Haare, Puderstaub oder Haarspraynebel, greife ich zu einer Schubladeneinteilung mit Deckel:
Zugegebenermaßen sehen die Korkdeckel alles andere als hübsch aus, aber das ändert sich zeitnah. Wie, sehr ihr in einem späteren Beitrag. (^.^)

Freitag, 16. September 2016

Bayrische Kuchl - Süße Beilagen zum Fleisch: Burgunderkirschen

Burgunderkirschen als Fleischbeilage kenne ich selbst noch nicht, ich koche daher lieber erstmal weniger ein, für den Fall dass es nicht so lecker sein sollte, porbiert habe ich sie nämlich noch nicht. (^.^) Außerdem musste ich das Rezept etwas anpassen, da es mit Opekta zubereitet wird, was es aber bereits seit den 80er Jahren nicht mehr zu kaufen gibt. Aber: man ist ja flexibel.

Für 5 Gläser à 250 ml
1 kg Weichseln (Sauerkirschen)
1 l Burgunderwein
1 kg Gelierzucker 1:1
2 EL Weinessig

Die Gläser vorbereiten. Die Weichseln waschen und entkernen. Zusammen mit dem Gelierzucker, dem Wein und dem Essig wallend aufkochen und für etwa 3 Minuten sprudelnd kochen lassen. In die vorbereiteten Gläser füllen, sofort verschließen und abkühlen lassen.

Das wars schon... Wie sie schmecken reiche ich nach, sobald ich ein passendes Fleischgericht zubereite.

Donnerstag, 15. September 2016

Silber putzen für Schlaue

Wer Vintage lebt, lebt mit Silber, insbesondere was Besteck aber auch was Kerzenleuchter und dergleichen betrifft. Wer aber nun mit Silber lebt, weiß auch: das Zeug läuft an und zwar mit abnehmendem Gebrauch bzw. bei Besteck je nach Lebensmittel mit zunehmendem Gerbauch. Nun kann man natürlich mühsam polieren, gerne auch mit mehr oder weniger gesunder Silberpolitur, oder aber man hat in der Mittelstufe im Chemieunterricht so gut aufgepasst, das sich folgendes auf Dauer eingeprägt hat:
In der Luft gibt es spurenweise Schwefelwasserstoff, genauso wie einige Lebensmittel Schwefelverbindungen enthalten. Dieser Schwefelwasserstoff reagiert in Anwesenheit von Luftsauerstoff mit dem Silber zu Silbersulfid. Dieses Silbersulfid ist der schwarze Belag auf Silber. Das sieht nicht nur doof aus, es sorgt auch für einen gewissern metallischen Geschmack, sollte es sich bei den angelaufenen Gegenständen um Besteck handeln.
Nimmt man nun Silberpolitur rubbelt man damit das Silbersulfid ab, kurzum je öfter man poliert, desto mehr Silber trägt man ab, was natürlich eher doof ist. Viel sinnvoller wäre es doch, den Schwefel wieder vom Silber abzulösen, das geht mit Hilfe einer Redoxreaktion:

Schlagt ein Gefäß, das groß genug ist, um euer Silber zu fassen mit Alufolie aus, gebt 2 bis 3 Esslöffel Speisesalz hinzu, legt euer Silber hinein und füllt mit kochendem Wasser auf. Wartet nun etwas ab. Ihr bemerkt nun zwei Dinge: wenn man ganz genau über der Schüssel schnuppert, riecht es etwas schwefelig (wer nun nicht weiß wie Schwefel riecht, der denke an die Stinkbomben aus Kindheitstagen; so riecht Schwefel), euer Silber sieht mehr und mehr wie Silber aus, dafür wird aber die Alufolie matt und unansehnlich.
Das ist passiert:
Aluminium oxidiert in Anwesenheit von Silber mit Wasser; es entstehen also Wasserstoff und Aluminiumhydroxid, welches sich als "Belag" auf der Alufolie absetzt. Die Silberionen des Silbersulfids, also der schwarzen Schicht auf dem Silber, oxidieren nun mit dem Wasserstoff; es entsteht elementares Silber und Schwefelwasserstoff, also das Zeug, das für den leichten Geruch sorgt. (Wirklich nur leicht, man riecht es nur, wenn man sich darauf konzentriert). Das Salz im Wasser sorgt dafür, dass die Reaktion zwischen Aluminium und Wasser schneller abläuft, indem die Cloridionen des Salzes die Aluminiumoxidschicht der Alufolie ablösen. So gesehen, doch eigentlich ganz leicht, oder? (^.^)
Nach etwa 30 Minuten könnt ihr euer Silber herausnehmen und abtrocknen.