Dienstag, 17. Januar 2017

Magdeburg mal anders...

Heute habe ich einen Ausflugstip für diejenigen von euch die in der näheren Umgebung von Magdeburg wohnen oder daran vorbeikommen und die etwa eine Stunde erübrigen können um einen kleinen Abstecher zu machen. Die Rede ist von der Kreisgrabenanlage von Pömmelte, oder, wie sie sich nun marketingmäßig-effekthascherisch nennt vom "Ringheiligtum Pömmelte". Zugegebenermaßen ist die Kreisgrabenanlage zwar sowas von Vintage, immerhin datiert sie in das 3. Jahrtausend vor Christus, passt aber nicht so ganz in meinen Lieblingszeitschnitt, daher wird dieser Beitrag auch nur eine Unternehmung und keine Empfehlung.

Die Kreisgrabenanlage von Pömmelte ist ein ritueller Ort, welcher über mehrere Jahrhunderte für unterschiedliche Rituale genutzt wurde. Darunter auch Opferungen und rituelle Bestattungen, wie dies die Funde in der Grabenanlage belegen. Baulich ist Pömmelte den Henge-Monumenten zuzuordnen, so wie die allseits bekannten Henge-Monumente Stonehenge und Woodhenge in Schottland. Das wiederum bekräftigt die Vermutung, dass die Ackerbauernkulturen, die diese Bauwerke errichtet haben, gemeinsame religiöse Wurzel haben. Außerdem hat Pömmelte vermutlich eine astronomische Komponente, da zwei der Zugänge Sonnenauf- und Sonnenuntergang zu überlieferten Jahresfesten markieren.

Die gesamte Anlage ist mittlerweile liebevoll und historisch hochwertig restauriert und mit einer sich wirklich gut einfügenden Aussichtsplattform ausgestattet. Die Fundorte von Opfergaben und Gräbern sind mit Steinplatten markiert, auf denen die Lage der Fundstücke eingemeißelt ist. Immer wieder lockern kleine Steinplatten und Steelen mit kurzen und leicht verständlichen Beschreibungen den Rundgang auf und verschaffen ein möglichst umfassendes Bild der Fundlage und der historischen Einordnung.

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