Freitag, 5. August 2016

Bayrische Kuchl - Kartoffeln

Ich hatte bereits anklingen lassen, dass in der bayrischen Küche Kartoffeln eigentlich nicht stattfinden, da sie als "Saufuada" ("Schweinefutter") verschrieen sind. Dass die Kartoffel im Land der Nudeln und Knödel so wenig Zuspruch findet, ist vor allem dem Umstand geschuldet, dass Altbayern ein reiches Agrarland war (und ist), so dass man so gut wie nie von Hungersnöten heimgesucht wurde. In anderen Landstrichen Deutschlands, wo eben diese Hungersnöte wüteten, setzte sich die Kartoffel als günstige anspruchslose und erntesichere Feldfrucht durch und fand Einzug in die regionalen Küchen. Zwar wurden in Bayern durchaus Kartoffeln gepflanzt, allerdings keine Speisekartoffeln, sondern Futterkartoffeln, die natürlich auch deutlich weniger gut schmecken, so dass sie eben nur indirekt in Form eines Schweinebratens gegessen wurden, oder aber von "armen Leuten", die sich damals durchaus noch mit den Tieren das Futter teilen mussten. Einige wenige Kartoffelgerichte finden sich also nun doch in der bayrischen Küche. Arme-Leute-Essen zwar, aber das heißt ja nun nicht, dass sie deshalb weniger gut schmecken, nur weil sie einfacher und die Zutaten günstiger sind. Selbstversändlich gelingen diese Gerichte auch mit Speisekartoffeln, wer es besonders authentisch mag, kann natürlich trotzdem zur Futterkartoffel greifen. (^.^)

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