Montag, 27. Juni 2016

Die Münchner Museen - Das NS-Dokumentationszentrum in München

Nun ist es schon seit über einem Jahr eröffnet, jetzt haben wir es auch endlich geschafft, dem NS-Dokumentationszentrum einen Besuch abzustatten. Um ehrlich zu sein: ich hatte mir mehr erhofft. Es wird lediglich alt Bekanntes und bereits oft Wiedergekautes gezeigt. Es gibt nichts Neues. Was mir insbesondere fehlt ist eine kritische Auseinandersetzung mit der besonderen Bedeutung der Stadt München beim Auftstieg des Nationalsozialismus. Mir fehlt außerdem eine kritische Auseinandersetzung mit den Nazigrößen die auch nach dem Krieg die Geschicke der Stadt über Jahre und Jahrzehnte weiter bestimmen sollten. Lieber sonnt man sich im Glanz des Widerstands von der Weißen Rose über Stauffenberg bis hin zur Freiheitsaktion Bayern. Auch das Braune Haus, die Parteizentrale der NSDAP in München, wird nur in einem kleinen Nebensatz erwähnt, und das, obwohl das Dokumentationszentrum heute dort thront, wo früher das Braune Haus stand.

Die museale Aufbereitung an und für sich erst mehr als nur ungenügend. Einige, inhaltlich ziemlich magere Texte und Bilder an Holzstelen geklatscht und fertig. Kurzum, wenn ich Texte lesen und Bilder anschauen will, kann ich mich auch durch die Wikipedia klicken, von einem Museum erwarte ich mehr.

Als letzter Wermuthstropfen sei noch genannt: noch nicht mal das Museumscafé hatte es nötig (an einem Sonntag - sic!) zu öffnen, traurig.

Alles in allem: ein Münchner kann schon mal vorbei schauen, wenn er die sehenswerten Museen bereits kennt, als Turist spart man sich den Abstecher meines Erachtens aber besser. Da gibt es in München wahrlich sehenswertere Einrichtungen.

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