Dienstag, 13. Oktober 2015

Erste Überlegungen zur Wandgestaltung

Nachdem wir nun in wenigen Wochen bereits unsere neue Wohnung beziehen, bin ich momentan nicht nur fleißig am aussortieren und einpacken, was bereits weg kann, nein, ich überlege natürlich auch schon, wie unsere neue Wohnung so aussehen könnte. Dabei beschäftigt mich momentan vor allem die Wandgestaltung, denn eines steht auf jeden Fall fest: langweilige weiße Wände sollen es sicher nicht werden (bzw. bleiben). Auf übermäßig und aufwendig streichen habe ich aber auch nicht so recht Lust und für das Geld für einen Maler bin ich zu geizig, das können wir selbst auch. Außerdem soll es zu all dem auch noch den gewissen Zeitgeist haben, kurzum: stilistisch zu den 20ern bis 60ern passen und das tun weiße Wände nun mal so gar nicht (die wurden übrigens erst ab etwa Mitte der 80er Jahre in und blieben es die 90er Jahre hindurch, sind seitdem aber schon wieder ziemlich durch). Aber kommen wir nun zum Zeitschnitt, der mich wirklich interessiert (^.^)

Bereits seit dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts kam es in Mode die Wände zu schablonieren, dabei wurden ein oder mehrfarbige Bordüren auf die weiße oder aber farblich passende aber hell gehaltene Wand schabloniert. Einige Beispiele dazu, habe ich vor einiger Zeit bereits im Freilichtmuseum Glentleiten fotografiert. Die Schabloniermode hielt sich bis in die 40er Jahre hinein. Bereits ab den 30er Jahren werden unifarbene Wände mit weiß abgesetzten Decken modern, die mit Leimfarbe gestrichen wurden. Sollte ich jemals Wohneigentum besitzen (nun, wir überlegen, das absolut passende - und es muss absolut passen - haben wir bisher aber noch nicht finden können) würde ich ausschließlich mit Leimfarbe streichen, schon allein des Raumklimas wegen. Allerdings kann man das in einer Mietwohnung den Nachmietern nicht wirklich antun. Leimfarbe deckt zwar perfekt und ist besonders brillant, Leimfarbe lässt sich aber nur noch mit Leimfarbe überstreichen, oder muss, vor einem Anstrich mit moderner Chemiefarbe mit warmem Wasser abgewaschen werden - was ein mordsmäßiger Aufwand ist. Unifarbene Wände mit abgesetzten Decken hielten sich bis in die 70er Jahre hinein, wobei ab den 50ern auch Effektfarben und Strukturfarben beliebt waren. Neben den unifarbenen Wänden kamen ab Ende der 30er Jahre auch Walzmuster in Mode, wobei auf einen fast trockenen oft farbigen Anstrich ein Muster in einer kräftigeren Farbe mit einer Musterwalze aufgetragen wurde. An dieser Mode blieb meine Oma übrigens den Rest ihres Lebens hängen: Walzmuster. (^.^) Tatsächlich in Mode waren Walzmuster ebenfalls bis in die 70er Jahre hinein.

Neben dem Streichen der Wände bietet sich natürlich auch noch die Tapetenoption, wobei das Tapezieren der Wände in unseren Breitengraden nicht so verbreitet war und ist, wie in nördlicheren Gefilden. Abgesehen davon finde ich Tapezieren ungemein aufwendig und teuer. Erschwerend kommt noch das Problem der passenden Motive für meinen Lieblingszeitschnitt, die zumeist nicht oder nur schwer aufzutreiben sind, hinzu. Schlussendlich hat tapezieren sowas "dauerhaftes". Es ist halt einfacher und schneller neu gestrichen als neu tapeziert. Ganz davon abgesehen: so wirklich "in" war es in meinem Lieblingszeitschnitt auch nicht; Tapeten wurden erst Ende der 60er Jahre wieder zum Trendthema. So ganz bin ich von den Tapeten aber doch noch nicht ab. Vermutlich wird es aber nicht auf eine Tapete im klassischen Sinne hinauslaufen. Gegegebenenfalls werden es Akzente, oder ich besinne mich der 50er Jahre und greife zur d-c-fix-Folie. (^.^)

Neben diesen dauerhafteren Methoden gäbe es auch variablere Möglichkeiten der Wandgestaltung mit Flächenvorhängen, Wandbespannung oder Wandverkleidungen. Auch diese drei Möglichkeiten ziehe ich durchaus in Betracht, jetzt muss nur noch die passende Inspiration für unsere neue Wohnung kommen.

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