Freitag, 11. September 2015

Bayrische Kuchl - G'müas: Pichelsteiner

Heute möchte ich euch einen meiner Lieblingseintöpfe aus Kindertagen vorstellen - wobei ich damals ehrlichweise nur die Kartoffeln rausgegessen habe. Die Kartoffeln esse ich heute noch am liebsten, den Rest verschmähe ich mittlerweile aber auch nicht mehr, vom guten Pichelsteiner. (^.^)

Viele Nichtbayern sind übrigens sichtlich erstaunt, wenn sie hören, dass das Pichelsteiner ein traditionelles bayrisches Gericht ist. Dennoch war es erst Bundeskanzler Ludwig Erhard, der das Pichelsteiner als seine Leibspeise über die bayrischen grenzen hinaus bekannt machte.

Das Pichelsteiner ist übrigens auch eines der wenigen Rezepte dessen Schöpferin namentlich bekannt ist, es ist die Wirtin Auguste Winkler aus Kirchberg im Wald, die ihren schnellen und einfachen Eintopf nach dem nahe gelegenen Büchelstein benannte. Nachdem im niederbairischen das ü als i ausgesprochen wird und uns Bayern gerne unterstellt wird, dass wir kein p kennen (was nicht stimmt, man muss halt genau hinhören um den Unterschied zwischen p und b herauszuhören), wurde aus dem gesprochenen "Bichlsteiner" ein geschriebenes Pichelsteiner, obwohl eigentlich Büchelsteiner richtig gewesen wäre. (^.^)

Aber kommen wir nun zum Rezept - einmal mehr eine Version die um Elemente aus unserem Familienrezept ergänzt werden musste, weil die Angaben in Erna Horns Bayrischer Kuchl mangels konkreter Angaben nicht nachkochbar gewesen wären.

Die Zutaten - für 6 Portionen (Pichelsteiner schmeckt in aufgewärmt fast noch besser, also nur keine Scheu gleich so viel zu kochen):
250 g Schweinefleisch von Bauch oder Schulter
250 g Rindfleisch von Bauch oder Schulter
250 g Kalbfleisch von Bauch oder Schulter
60 g Butterschmalz
2 Zwiebeln
150 g Karotten
150 g Sellerie
1 Petersilienwurzel
750 g Kartoffeln
Salz
Pfeffer
750 ml Fleischbrühe
1 Bund Petersilie

Zubereitung:
Das Fleisch, das Gemüse und die Kartoffeln einputzen und in etwa gleich groß würfeln. Das Butterschmalz in einem weiten Topf schmelzen und das Fleisch darin scharf anbraten. Die gewürfelten Zwiebeln zugeben und kurz mit anbraten, alles salzen und pfeffern und die Hitze reduzieren.

Jetzt das gewürfelte Gemüse einschichten: auf das Fleisch kommen die Karotten, dann der Sellerie, die Petersilienwurzel und oben auf die gewürfelten Kartoffeln. Dabei wird jede Schicht mit Salz und Pfeffer gewürzt. Das ganze wird nun mit der Brühe aufgegossen, zugedeckt und ohne umzurühren (das ist wichtig für den besonderen Geschmack) bei mittlerer Hitze in etwa 45 Minuten gar gekocht. Dabei zwischendurch immer wieder kontrollieren, ob noch genug Flüssigkeit im Topf ist.

Zum Anrichten wird das Pichelsteiner einmal durchgehoben - die Zutaten werden also vermengt - angerichtet und mit gehackter Petersilie bestreut.

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