Donnerstag, 17. September 2015

Ein Münchner Nachkriegs-Designklassiker: Das Hausbüro der Firma Schreibmayr

Das Hausbüro ist ein kleines Verwandlungsmöbelstück, dass in einer Kleinserie durch die Münchner Firma Schreibmayr in den 50ern und frühen 60ern produziert und vertrieben wurde und das es mir schon seit langem angetan hat. Der Clou am Hausbüro: geschlossen sieht es aus wie ein schmales Highboard, geöffnet verwandelt es sich in einen sehr variablen und geräumigen Arbeitsplatz mit Arbeitsfläche und zahlreichen Ablage- und Archivierungsmöglichkeiten, das ganze sogar einschließlich Arbeitsbeleuchtung! Das Hausbüro gab es aus Weichholz gearbeitet mit schlichtem Ahornfurnier oder aber in der repräsentativeren Variante aus Nußbaum gearbeitet und furniert, der Korpus in der absoluten High-Class-Ausgabe auch gerne mit wunderschönen Intarsien verziert. Ein solches wurde auch vor einigen Monaten im Wiener Auktionshaus Dorotheum versteigert. Oh wie gerne hätte ich ein solches Hausbüro... Aber soviel Geld... Ich glaube, das würde ich nicht wagen, dann auch noch zu benutzen, genau das hätte ich aber am allerliebsten: ein Hausbüro für den täglichen Gebrauch, bei dem die Arbeit Ratzfatz weggeräumt ist, sobald man zuklappt.



Sowas in der Art habe ich jetzt zwar auch: in Form eines Sekretärs, aber in welchen Sekretär lässt sich schon ein PC verräumen, also ich habe noch keinen gefunden, oder zumindest keinen, der dann auch noch nach was aussieht. Kurzum: ich brauche ein Hausbüro, allerdings bin ich nun mal nicht zu jedem Preis bereit, oder - um ehrlich zu sein - eigentlich bin ich zu gar keinem Preis bereit. Selbst die "Billigvariante" des Hausbüros, also die aus Weichholz gearbeitet, kostet in unrestauriertem Zustand 1.000,- € aufwärts (die dann eher von privat, Auktionshäuser handeln üblicherweise nicht mit Mobiliar der Nachkriegszeit das billig und auf Masse produziert wurde). Und die "Billigvariante", die heutzutage eher "Totale Wuchervariante" heißen müsste, schaut halt blöderweise auch nach billig aus, ist also nichts, das ich mir in die Wohnung stellen möchte.

Also was tun? Tja, in diesem Falle wage ich mich ans selbst bauen... Das ganze in der Hoffnung dass sich die klaren, noch vom Bauhaus inspirierten Linienführungen und die schlichte Eleganz leicht nachbauen lassen. Es ist nun auch nicht so, dass ich schon jemals in meinem Leben ein Möbelstück gebaut hätte, aber warum nicht einfach versuchen? Ich mache mir also mal einen Plan... Mal schauen, was daraus wird... Ich werde selbstverständlich berichten.

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