Freitag, 30. Januar 2015

Bayrische Kuchl - Altbayrische Faschingsküche

Ansichtskarte zum Münchner Faschingsumzug 1928
Nun, der bayrische Fasching ist kein Halligallikarneval wie andernorts, sonder eher ernster und ruhiger, mehr noch das heidnische Winteraustreiben und - und das vor allem - ein letztes großes Fressen vor Beginn der Fastenzeit. (^.^)

Kein Wunder also, das sich im Laufe der Zeit spezielle Faschingsspeisen entwickelt haben, die gleich zweierlei Zweck erfüllten: nochmals alle Schlemmereien essen, die einem ab Aschermittwoch für 40 Tage versagt sein sollten und zum anderen auch den praktischen Zweck, all jenes noch aufzubrauchen, das ansonsten nur schlecht werden würde.

Einige der Gerichte, die Erna Horn in "Bayrische Kuchl" nennt, kenne ich von Mama und Oma, andere kenne ich zumindest vom Hörensagenlesen. Ausprobieren werde ich sie nun alle und ich berichte natürlich auch entsprechend. (^.^)

Donnerstag, 29. Januar 2015

Häkeln für Anfänger - Das Zusammennähen mit dem Überwendlingsdstich

Der Überwendlingsstich ist die Methode der Wahl, wenn man ohne sichtbare Naht, also Stoß auf Stoß zusammennähen möchte.

Für den Überwendlingsstich werden die Außenkanten der Häkelteile flach aneinandergelegt. Die rechte Seite liegt jeweils oben. In die unterste Masche des linken Häkelteils von unten einstechen, den Faden quer führen und von oben durch die unterste Masche des rechten Häkelteils stechen, den Faden nun auf der Unterseite diagonal zur nächsten, vorletzen Masche des linken Häkelteils führen, wieder ausstechen,. den Faden quer zur vorletzten Masche des rechten Häkelteils führen usw. usf. Dabei darauf achten, dass der Faden gleichmäßig und vor allem nicht zu fest durchgezogen wird.

Freitag, 23. Januar 2015

Bayrische Kuchl - Suppn: Fleischknöderl in der Suppe

Ein eher unspektakuläres Rezept ist das Rezept für Fleischknöderl (für Nicht-Bayern: dabei handelt es sich einfach nur um ordinäre Hackbällchen) in der Suppe, das Rezept dazu ist das Standardrezept; für zwei Personen nehme man:
125 g Hackfleisch gemischt
1 Ei
Salz
Pfeffer
Muskat
1 EL Semmelbrösel
500 ml Fleischbrühe

Alle Zutaten in eine Schüssel geben, zusammenmischen und mindestens 30 Minuten quellen lassen. Die Brühe erhitzen. Aus der Hackmasse 8 kleine Knödel drehen und etwa 15 Minuten in der heißen Brühe kochen.

Mittwoch, 21. Januar 2015

Die kleine Warenkunde zum Kochen und Backen - Speisefette

Fette sind wichtige Enrgieträger und liefern gut das Doppelte an Brennwert wie Kohlehydrate und Eiweiß. Da ist es natürlich naheliegend, bei Reduktionsdiäten vor allem am Fett zu sparen, nichts desto trotz spielen auch Fette eine wichtige Bedeutung im Zusammenhang mit gesunder Ernährung: rund die Hälfte der Vitamine, die wir täglich brauchen sind fettlöslich, zudem enthalten Speisefette essenzielle Fettsäuren, also Fettsäuren, die unser Körper braucht, selbst aber nicht bilden kann.
Gerade beim Kochen und Backen ist auch die Bedeutung von Speisefetten als Aroma- und Geschmacksträger nicht zu verachten. Daher möchte ich den ersten Teil unserer kleinen Warenkunde den Speisefetten widmen.

Butter
Butter muss zu mindestens 82% aus Milchfett bestehen und darf höchstens 16% Wasser enthalten. Spricht man von "Butter" ist in aller Regel die so genannte "mild gesäuerte Butter" gemeint, also Butter, der nach der Verbutterung noch Milchsäurebakterien zugesetzt wurden. Hin und wieder verlangen Rezepte auch Süßrahmbutter (ohne Milchsäurebakterien) oder aber Sauerrahmbutter (dem Rahm wird vor dem Verbuttern mit Milchsäurebakterien versetzt). Auf einem Butterbrot schmeckt man zugegebenermaßen den Unterschied, benötigt man die Butter allerdings zum weiterverarbeiten, schmeckt man den Unterschied nicht mehr unbedingt, daher kann man hier auch entsprechend ersetzen und austauschen.

Anders sieht es mit Milchstreichfett, Halb- und Dreiviertelfettbutter aus: Hier ist der Fettgehalt reduziert, dafür ist mehr Wasser zugesetzt. Um die Konsistenz von Butter zu erreichen wird ein ausgiebiger Chemiecocktail und für die erforderliche Festigkeit oft Gelatine zugesetzt. Wer sich das aufs Brot streichen möchte: bitte gerne. Zum Kochen und Backen ist beides nur sehr bedingt geeignet, da es hier je nach Zusammensetzung des verwendeten Produkts zu unterschiedlichen Ergebnissen kommt, die aber oft nicht dem gewünschten entsprechen. Kurzum steht im Rezept Butter und ihr wollt auf der sicheren Seite sein, nehmt Butter, wirklich.

Bei Butterschmalz handelt es sich um reines Butterfett das durch Erhitzen und anschließendem Klären (Zentrifugieren) gewonnen wird. Gerade zum Braten ist ist Butterschmalz super, weil es mangels Wasser nicht so spritzt, wie Butter, dem Bratstück aber trotzdem den feinen Buttergeschmack verleiht.

Margarine
Margarine besteht zu einem überwiegenden Teil aus pflanzlichen teilweise aber auch aus tierischen Fetten und besteht zwischen 80% und 90% aus Fett in irgendeiner Form. Die übrigen 10% bis 20% sind Wasser und sonstige, Farb- und Aromastoffe sowie Stabilisatoren. Wer seinem Körper also möglichst wenig Chemie zumuten will, liest die Zutatenliste, wobei ich persönlich ja kein Freund von all zu arg verarbeiteten Lebensmitteln bin und dazu gehört für mich auch Margarine...
Wer mit Margarine backen möchte, kann Butter 1:1 durch Margarine ersetzen, allerdings wird der Kuchen mit Margarine trockener. Wer es saftiger mag, greift zur Butter. Auch beim Kochen könnt ihr in vielen Fällen (allerdings nicht in allen) Butter durch Margarine ersetzen, ihr braucht dann aber etwas mehr an Margarine als im Rezept Butter angegeben ist, um ein vergleichbares Ergebnis zu erzielen. Wer Fett sparen möchte, ohne Abstriche beim Ergebnis machen zu wollen, ist hier mit der Butter besser beraten. Geht es euch nur um den Brennwert ist es nämlich völlig egal, ob das Fett nun pflanzlich oder tierisch ist. Allerdings enthält Margarine durch die pflanzlichen Öle mehr an essentiellen Fettsäuren als Butter, aus gesundheitlichen Erwägungen heraus, hat Margarine die Nase vorne.

Das, was ich bereits zur fettreduzierten Butter geschrieben habe, gilt ebenso auch für Halb- und Dreiviertelfettmargarine sowie für Streichfett. Um die richtige Konsistenz zu erreichen, wird ein ausgiebiger Chemiecocktail zugesetzt. Wer sich das aufs Brot streichen möchte: bitte gerne. Zum Kochen und Backen ist beides nur sehr bedingt geeignet, da es hier je nach Zusammensetzung des verwendeten Produkts zu unterschiedlichen Ergebnissen kommt, die aber oft nicht dem gewünschten entsprechen.

Margarineschmalz, auch Schmelzmargarine genannt, kann Butterschmalz 1:1 ersetzen, macht halt nur keinen Buttergeschmack - sollte es das versprechen: lasst es, das geht nur chemisch, denn auch hier gilt: schaut auf die Zutatenliste, wenn ihr eurem Körper nicht all zu viel Chemie zumuten möchtet.

Speiseöle
Speiseöle werden durch pressen von ölhaltigen Saaten und Früchten gewonnen. Dabei gilt als Fausregel: Speiseöle, die nach einer Pflanzenart benannt sind, dürfen zu maximal 3% andere Öle beigemischt haben. Alles andere sind üblicherweise Verschnitte unterschiedlicher Öle.

Zudem lassen sich Speiseöle nach der Verarbeitungsart unterscheiden: üblicherweise werden Speiseöle raffiniert, sprich gereinigt, damit sie länger haltbar sind und hübscher aussehen, Schwebstoffe, die jedoch wertvolle Nährstoffe enthalten, gehen dadurch verloren. Trägt euer Öl den Zusatz "kalt gepresst" oder "nativ", heißt das, dass es nicht raffiniert wurde.

Und obwohl Olivenöl so beliebt ist, ist das gesündeste, da aus ernährungswissenschaftlicher Sicht die beste Zusammensetzung der Fettsäuren besteht, das Rapsöl. (^.^)

Plattenfette
Ja, die muss man heute schon fast suchen im Supermarkt... Gemeint sind Palm- oder Kokosfett, die besonders hohe Hitzegrade vertragen und daher gerne beim Frittieren eingesetzt werden.

Schlachtfette
Dabei handelt es sich um das ausgeschmolzene - zumeist Bauchfett von Schlachttieren, also beispielsweise Schweine- oder Gänseschmalz. Nachdem Tiere, genauso wie der Mensch, im Körperfett auch Giftstoffe einlagern, ist das zum einen etwas, bei dem man wissen sollte, woher es kommt und zum anderen etwas, das nicht all zu oft auf dem Speiseplan stehen sollte.

Die Lagerung
Speisefette sind nicht ewig haltbar, sie ranzeln irgendwann und bei falscher Lagerung sogar besonders schnell. Grundsätzlich bewahrt man Speisefette am besten kühl und dunkel - kurzum im Kühlschrank auf.
Butter kommt nach dem Öffnen idealerweise in eine Butterdose. Für die entsprechende Streichfähigkeit braucht es auch keine Zusatzstoffe, sondern man nimmt sie halt etwa 30 Minuten vor dem Essen aus dem Kühlschrank.
Sie hält sich *mindestens* so lang, wie auf der Verpackung aufgedruckt, vertraut euren Sinnen, es sieht aus wie Butter, es riecht wie Butter, ein klitzekleines Teststückchen schmeckt wie Butter? Dann könnt ihr es beruhigt noch essen.
Sollte es eure Lieblingsbutter mal irgendwo als Schnäppchen geben: schlagt zu und kauft auf Vorrat: Butter kann man super einfrieren. So verlängert ihr die Lebensdauer um 3 Monate, dann solltet ihr sie aufbrauchen.
Margarine lässt man sinnvollerweise in der Originalverpackung. Auch sie hält sich *mindestens* so lang, wie auf der Verpackung aufgedruckt, vertraut also auch hier euren Sinnen.
Und: auch Margarine kann man einfrieren: die Lebensdauer verlängert sich um 3 Monate, dann solltet ihr sie aufbrauchen.
Speiseöle sind originalverpackt und ungeöffnet rund ein Jahr haltbar. Sobald sie geöffnet wurden sollten sie im Kühlschrank gelagert und innerhalb von etwa drei Monaten aufgebraucht werden. Das gilt insbesondere für kalt gepresste Öle. Sollte euer Öl im Kühlschrank ausflocken, macht das gar nichts, die Flöckchen verflüssigen sich bei Raumtemperatur wieder. Damit die wertvollen Inhaltsstoffe nicht zu schnell verloren gehen - sie werden vor allem durch UV-Strahlen zerstört - achtet direkt beim Kauf auf dunkle Flaschen.
Plattenfette halten sich auch geöffnet *mindestens* so lang wie auf der Verpackung aufgedruckt - auch hier und auch wenn ich mich wiederhole - vertraut auf eure Sinne.
Schmalz kommt ebenfalls in den Kühlschrank und sollte nach etwa 8 Wochen verbraucht sein.

Montag, 19. Januar 2015

Deko für die kalte Jahreszeit

Ist die Weihnachtsdeko abgebaut, wird es gerne spartanisch, bis die Frühlingsdeko zum Einsatz kommt. So eigentlich auch bei mir, obwohl ich mir schon länger vornehme, nach Weihnachten etwas winterlicher zu dekorieren. Heute habe ich das endlich in Angriff genommen. (^.^) Ich bleibe in der Farbgebung dabei sehr zurückhaltend neutral und bleibe sehr winterlich weiß mit einigen Naturmaterialien dazwischen. Lediglich drei der Kerzen habe ich selbst dekoriert: eine mit Serviettentechnik (hier immer Kerzenpotch verwenden, dann darf man die Kerze auch anzünden) und zwei mit Bändern (sofern die Bänder direkt auf der Kerze sind: vorsicht beim abbrennen). Außerdem kommen zwei Eroberungen aus Umas Hausstand direkt zum Einsatz: eine schmiedeeiserner Kerzenständer und eine Bleikristallplatte. Aber sehr selbst:

Samstag, 17. Januar 2015

Meine neuen Mitbewohner haben sich umgewöhnt

Meine Grünlilie hat sich mittlerweile auf die Hydrokultur umgewöhnt. jetzt ist nicht mehr viel zu tun. Die Pflanze kommt aus ihrem provisorischen Übertopf heraus und die Plastiktüte wird vorsichtig entfernt. Ggf. braun gewordene Blätter werden ebenfalls vorsichtig entfernt.

Nachdem die Hydrokulturübertöpfe entweder richtig teuer oder aber weniger hübsch sind, habe ich einen weniger hübschen Übertopf gekauft und diesen mit Serviettentechnik verziert, um ihn etwas aufzumöbeln. In diesen neuen Übertopf kommen die Grünlilien und werden bis zum Optimum gegossen. Fertig ist die neue pflegeleichte Grünpflanze in Hydrokultur:

Freitag, 16. Januar 2015

Bayrische Kuchl - Suppn: Schöberlsuppe

Heute widme ich mich einer Supe, die ich noch nicht selbst gemacht habe und für die ich auch kein Familienrezept habe. Gegessen habe ich sie zwar schon, was das Rezept betrifft, kann ich aber nicht wirklich einschätzen, ob es so, wie es angegeben ist, auch was werden kann. Ich halte mich daher an die Rezeptvorgaben und siehe da: es wird was und es schmeckt super. Nur meine ich, dass man sich den ein oder anderen Arbeitsschritt der Anleitung doch sparen kann, daher wandle ich entsprechend ab und präsentere euch heute mein Rezept für Schöberlsuppe. (^.^)

60 g Butter
3 Eier
Salz
Pfeffer
2 EL Milch
80 g Mehl
500 ml Fleischbrühe

Butter und Eier zu einer Schaummasse verrühren, mit Salz und Pfeffer würzen, Milch und Mehl zugeben und zu einem halbflüssigen Teig verrühren. Etwa 0,5 cm dick auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech streichen und im Ofen (ohne vorheizen) auf Sicht bei 160°C Ober-/Unterhitze goldgelb backen. Währenddessen die Brühe erhitzen. Die Teigplatte zu Rauten schneiden, in Suppentassen setzen, mit heißer Brühe übergießen und sofort servieren.

Donnerstag, 15. Januar 2015

Omas Nachtkastl - Der Oberflächentest

Omas Nachtkastl, die mittlerweile bei uns wohnen habt ihr ja bereits kennen gelernt. Ich hatte auch bereits erwähnt, dass sie mit ihren stolzen 80 Jahren die ein oder andere kleinere Schramme haben. Nachdem die Stücke für mich vor allem einen ideellen Wert besitzen (ganz davon abgesehen: sie sind auch qualitativ sehr hochwertig gearbeitet), werde ich mich nun der Beseitigung eben jener Schrammen widmen. Um das vernünftig tun zu können, muss ich erst herausfinden, womit die Oberflächen behandelt wurden. Naheliegend in Anbetracht der Herstellungszeit in den späten 30er Jahren ist zwar Schellack, allerdings meinte meine Mutter, dass die Möbel Anfang der 80er Jahre nochmal aufgearbeitet wurden. Sicher ist sie sich aber nicht. Es kann also auch sein, dass es schnöder Lack ist. Aber das lässt sich glücklicherweise leicht testen. (^.^)

Grundsätzlich gibt es vier mögliche Arten der Oberflächenbehandlung bei Holz:
  • Öl
  • Wachs
  • Schellack
  • Lack
Kommen wir zunächst zum optischen Test:
  • Öl: die Holzfarbe ist kräftig und hat einen warmen Glanz; wurde das Stück nicht gepflegt, sprich: regelmäßig nachgeölt, wirkt das Holz sehr trocken.
  • Wachs: das Holz hat einen Satinglanz, fühlt sich beim darüberstreichen aber etwas rauh an, da die Holzporen durch das Wachs nicht ganz geschlossen sind. Wurde das Stück nicht gepflegt wirkt es matt.
  • Schellack: das Holz hat eine glänzende, makellos geschlossene Oberfläche
  • Lack; das Holz hat einheitliche Farbe und glänzt, alte Lacke zeigen häufig gröbere Krakelee-Risse
Um nun wirklich auf Nummer sicher zu gehen, braucht es nach diesem ersten Ausschlussverfahren meist noch einen chemischen Test um auf Nummer sicher zu gehen. In aller Regel schwankt man nun nämlich zwischen zweien, entweder zwischen Öl und Wachs oder zwischen Schellack und Lack (^.^) So gehts:
  • Grundsätzlich: getestet wird immer an einer kleinen, nicht sichtbaren Stelle!
  • Öl: einen Finger mit Terpentinersatz befeuchten und in kreisenden Bewegungen in das Holz reiben. Wird die Stelle nicht dunkler, wurde das Holz mit Öl behandelt.
  • Wachs: einen Finger mit Terpentinersatz befeuchten und in kreisenden Bewegungen in das Holz reiben. Fühlt sich die Stelle klebrig an, wurde das Holz mit Wachs behandelt.
  • Schellack: einen Finger mit Spiritus befeuchten und in kreisenden Bewegungen in das Holz reiben. Wird die Stelle klebrig und weich, ist es Schellackpolitur.
  • Lack: ist es, wenn die anderen drei nicht zutreffen (^.^)
Kommen wir nun zur Praxis: die Nachtkästchen haben eine glänzende, geschlossene Oberfläche, womit Öl und Wachs schon mal ausfallen. Die Nachtkästchen sind also entweder mit Schellack oder Lack behandelt. Also teste ich mit Spiritus. Die Flächenbeschaffenheit ändert sich an der betroffenen Stelle nicht, es ist also - wie eingangs bereits befürchtet - Lack.

Mit dem Ergebnis bin ich jetzt gerade etwas überfordert, wie ich damit weitermache... Ich muss jetzt erstmal lesen, blättern und nachdenken, was ich damit anfangen kann. Wobei ich es schon ahne: abschleifen bzw. abbeizen und neu machen... Nur, was mach ich dann neu? Wieder Lack wohl eher nicht... Eventuell Beize, oder wage ich mich ernsthaft an einen Erstauftrag Schellack? Hmmmm, ich denke mal drüber nach, halte euch aber auf jeden Fall auf dem Laufenden. (^.^)

Dienstag, 13. Januar 2015

Der Vintage Flaneur - Ausgabe VIII und Lilis Festivalbericht

Bereits vor einigen Wochen ist die 8. Ausgabe des Vintage Flaneur erschienen. Dieses mal erwartet der Zauber der Wiener Ballsaison, eine Kurzbiografie über Agatha Christie und natürlich ganz viel Vintage Mode.

Auch von mir gibt es wieder einen kleinen Beitrag nachzulesen: einen Konzertbericht zu einem Event anlässlich des 37. Todestages von Elvis Presley im letzten August, also nichts wie hin zu den Flughafen- und Bahnhofsbuchhandlungen oder auf die Bestellseite des Vintage Flaneur geklickt. (^.^)

Sonntag, 11. Januar 2015

Anita Ekberg - Ein Nachruf

Heute starb ein Stern der 50er Jahre Filmszene, aus der nie eine der ganz großen Nummern wurde, die aber trotzdem unvergessen bleiben wird: als badende Schönheit im Trevi-Brunnen in La dolce Vita: Anita Ekberg.

Nachdem sie 1950 zur Miss Schweden gewählt wurde, begann sie die damals übliche Miss-Karriere, sie ging zum Film und spielte in einigen unbedeutenderen Produktionen, bevor sie 1953 neben John Wayne und  Lauren Bacall in Blood Alley ("Der gelbe Strom") ihren Durchbruch feierte. Diese Rolle sollte ihr noch 1959 den Golden Globe als beste Nachwuchsschauspielerin bescheren.

Einer meiner persönlichen Lieblingsfilme mit Anita Ekberg ist jedoch Krieg und Frieden, in dem sie Elena Kuragin spielt und neben Stars wie Henry Fonda und Audrey Hepburn brilliert.

Nach ihrer Hauptrolle als Sylvia in La Dolce Vita im Jahr 1960 wird es auch schon wieder ruhiger um die Ekberg, obwohl sie noch eine Vielzahl an Filmen dreht, bleibt der große Erfolg für sie aus. Ein letztes Aufglimmen erlebt der Star Anita Ekberg 1986 in Fellinis autobiographischen Film Intervista, der jedoch auch kein Kassenschlager werden sollte.

Anita Ekberg lebte in der Nähe von Rom, ihre beiden Ehen blieben kinderlos. Im Zusammenhang mit einem Einbruch in ihr Haus brannte dieses ab, was Anita Ekberg finanziell nahezu ruinierte. Sie verbrachte ihren Lebensabend daher in einem römischen Seniorenheim.

Anita Ekberg starb heute, am 11. Januar 2015, nach langer Krankheit im Alter von 83 Jahren in einem Krankenhaus in der Nähe von Rom.

Freitag, 9. Januar 2015

Bayrische Kuchl - Suppn: Hennenknödel in der Suppe

Liebe Erna Horn, haben Sie die Rezepte in Ihrem Kochbuch eigentlich probegekocht? Und sind diese Rezepte einfach nur zusammengesammelt und aufgeschrieben? Nun ich weiß, dass Sie eine riesige Versuchsküche in Ihrem Haus hatten, daher dachte ich auch, dass Sie jedes Rezept, das Sie veröffentlicht haben, auch getestet haben. Bei dem Rezept für die Hennenknödel bin ich mir allerdings nicht mehr so sicher. Immerhin schreiben Sie, dass jedes Rezept für 4 bis 5 Personen wäre, dennoch soll man in dem Rezept, das Sie aus einem nicht näher benannten Kochbuch aus dem Jahr 1720 haben, einen Semmelknödelteig aus 8 Semmeln bereiten? Bisserl viel oder?

Also mal ehrlich, ich bin ja echt schlecht im Mengen schätzen, aber das erscheint selbst mir sehr offensichtlich als zu viel. Ich kaufe also nur die Zutaten für das halbe Rezept, bereite dann aber nur 1/4 des Rezepts zu und das ist immer noch zu viel für eine Suppeneinlage, für zwei Personen reicht ganz entspannt und locker 1/8 des ursprünglichen Rezepts.

Nun, und wie hats geschmeckt? Nun, richtig gut, das ist definitiv ein Anwärter für mein ständiges Suppenrepertoir, allerdings habe ich mich sowieso nicht an das Rezept gehalten, sondern lieber meinen Semmeknödelteig gemacht und dabei die Petersilie durch Schnittlauch ersetzt; die angeglasten Zwiebel habe ich dafür ganz weggelassen, damit die Knödel nicht zu dominant werden. Der Knödelteig aus dem Originalrezept ist meines Erachtens viel zu feucht, die Knödel zerfallen, das kann gar nichts werden. Damit man vom Huhn im Knödel aber auch was hat, nehme ich mehr Hühnerfleisch als im Rezept angegeben und anstelle der Rinderbrühe eine Hühnerbrühe.

So habe ich es gemacht (die Mengen habe ich bereits für 4 Personen runtergerechnet):

2 Semmeln vom Vortag (also zähweich, nicht bretthart)
80 ml Milch
Salz
Schnittlauch
1 Ei
1 TL Mehl
125 g Hühnchenfleisch
1 Liter Hühnerbrühe

Die Milch erwärmen. Währenddessen die Semmeln klein würfeln und in eine Schüssel geben, Salzen und mit der warmen Milch übergießen. Die Masse zugedeckt etwa 30 Minuten ziehen lassen. Das Hühnchenfleisch sehr fein hacken, wer einen hat, dreht das Fleisch durch den Fleischwolf. Nun Hühnerfleisch, Ei, Schnittlauch und Mehl zur Semmelmasse geben und locker unterarbeiten, ohne die Masse zu kneten. Nochmals 30 Minuten ruhen lassen.
Die Brühe erhitzen. Mit feuchten Händen 8 kleine Suppenknödel drehen und in die kochende Brühe setzen, kurz ankochen und dann in etwa 15 bis 20 Minuten knapp unter dem Sidepunkt simmernd und mit angekipptem Deckel in der Suppe gar ziehen lassen.

Mittwoch, 7. Januar 2015

Der kleine Schminkalmanach: die 20er Jahre - die Augenbrauen

Das, was man sich heute unter den modischen Augenbrauen der 20er Jahre üblicherweise vorstellt, nämlich komplett entfernte Brauen, die dann mit einem dünnen Strich aufgemalt werden, gehört eigentlich nicht in die 20er, sondern erst in die 30er Jahre. In den 20ern wurden die Augenbrauen zwar auch dünn getragen, jedoch nur dünn gezupft, es gab also durchaus noch Augenbrauenhaare im Gesicht (^.^). Die Augenbrauen waren dabei gleichmäßig dick, hatten dabei einen leichten Bogen und waren üblicherweise bewusst nicht an die Gesichtsproportion angepasst. Vielmehr wurde versucht einen melancholischen Augenausdruck zu erzielen. Je nach Ausgangsproportion wurden dafür die Augenbrauen entweder zur Nasenwurzel oder zu den Schläfen hin verlängert, bzw. verkürzt, je nach dem, welche Gesichts-. und Augenproportion man hatte:
Die Augenbrauen von Asta Gundt, Gloria Swanson, Josephine Baker und Marion Davies
Wer den Look der 20er Jahre nachschminken möchte, könnte sich seine Augenbrauen natürlich genau in diese Form zupfen, allerdings ist diese Brauenform, die entgegen der Gesichtsproportionen gearbeitet ist weder schmeichelhaft noch aktuell vorzeigbar oder gar modern. Vielmehr sehen solche Brauen nach heutigem Empfinden nach "verzupft" aus und so will man nun ja nicht unbedingt auf die Straße. Hinzu kommt, dass Augenbrauen zupfen einen gewissen Flair von Endgültigkeit hat; ausgezupfte Augenbrauenhaare brauchen eine halbe Ewigkeit um wieder nachzuwachsen. Habt ihr beim Zupfen gar die Haarwurzel verletzt, können die Haare auch gar nicht mehr nachwachsen. Wer diesen Look also imitieren will ohne sich für sehr lange Zeit darauf festzulegen, greift besser zum Augenbrauenrasierer (was in den 20er Jahren durchaus auch eine verbreitete Methode zum Augenbrauen formen war). Aber selbst dann kann es manchmal dauern, bis die Haare wieder vollkommen nachgewachsen sind. Ich selbst habe absolut keine Erfahrungen mit dem Augenbrauenrasierer und erspare euch daher theoretisierende Ratschläge abgesehen von: wenn ihr euch nicht selbst Hand anlegen traut: sucht euch eine gute Vorlage, durckt sie aus und geht damit zum Profi.

Glücklicherweise für alle Frauen, die eine natürliche Augenbrauenform tragen, waren in den 20er Jahren aber nicht nur dünne Augenbrauen, sondern auch dickere (Achtung: nicht dicke) Brauen modern:

Während die Augenbrauenform von Asta Nielsen (links oben) noch stark an die 1910er Jahre erinnert - ja, auch altmodisch gab es zu allen Zeiten (^.^) - sind die Brauenformen von Gloria Swanson (rechts oben) und Louise Brooks (3x unten) sehr typisch für die 20er Jahre. Die Augenbrauen sind relativ durchgängig gleich breit und haben kaum, idealerweise sogar gar keinen Schwung - immer soweit das auch das natürliche Haarwachstum zulässt. Das geht bei Louise Brooks sogar so weit, dass sie zeitweise "Würmchenbrauen" (unten links und Mitte) getragen hat. Also Augenbrauen, die sowohl an Nasenwurzel als auch an den Schläfen zu kurz gezupft waren und ansonsten strichgerade verliefen.

Solche Augenbrauen lassen sich mit einigen kleinen Make-up-Tricks auch mit einer natürlichen Brauenform nachschminken, um genau zu sein mit dem richtigen Konturieren und Schattieren:
Setzt Highlighter am Brauenansatz und an der unter dem ersten Brauenteil sowie unter dem letzen Brauenteil um die Augenbrauen optisch zu verkürzen und den hinteren Bogen anzuheben. Außerdem kommt Highlighter über den höchsten Punkt der Augenbrauen sowie Bronzer/Konturrouge unter den Brauenbogen um den Brauenschwung optisch zu verflachen. Auf der linken Seite seht ihr das nochmal dargestellt. (^.^) Kämmt die Härchen nun von oben und unten zur Mitte der Braue hin und gebt etwas Brauenwachs für die Haltbarkeit darüber. FAls erforderlich, zieht ihr die Brauen dann noch etwas nach, folgt dabei aber nur der gekämmten Mittellinie der Braue. Und fertig (^.^) Zum Vergleich, meine Brauen vorher, also so, wie ich sie normalerweise trage, links und nachher, also im Stil der 20er Jahre geschminkt, rechts:

Montag, 5. Januar 2015

Häkeln für Anfänger - Häkelteile zusammenhäkeln

Eine weitere Möglichkeit des Zusammenfügens von Häkelteilen ist das zusammenhäkeln. Dies kann mit oder ohne Ziernaht erfolgen. Wünscht ihr eine Sichtbare Ziernaht, legt ihr eure beiden Häkelteile links auf links, soll keine Ziernaht sichtbar sein, legt ihr eure Häkelteile rechts auf rechts. Stecht nun durch die erste Masche bei beiden Häkelteilen und zieht eine Schlaufe des Lauffadens durch und zieht anschließend den Lauffaden durch die Masche. Es liegt nun eine Masche auf der Nadel.
Für eine sehr flache Naht - sinnvoll, wenn ihr ohne Ziernaht zusammenhäkeln möchtet - häkelt ihr nun Kettmaschen. Achtet dabei darauf, dass ihr sauber und gleichmäßig durch beide Häkelteile stecht.
Für eine einfache Ziernaht, aber auch für das Zusammenhäkeln ohne Ziernaht, wenn ihr lieber mit festen Maschen arbeiten möchtet, häkelt ihr zwei Luftmaschen und arbeitet danach feste Maschen.
Solltet ihr mit aufwendigeren Ziernähten oder Borten zusammenhäkeln wollen, setzt ihr am Anfang der Arbeit immer eine Luftmasche mehr, als ihr nach Mustersatz zum Wenden bräuchtet.
Solltet ihr um die Ecke häkeln müssen, häkelt man in die Eckmasche drei Maschen, so kann sich nichts verziehen.
Am Ende vernäht ihr euren Faden wie gewohnt.
links: mit Ziernaht - rechts: ohne Ziernaht

Samstag, 3. Januar 2015

Ein wintersportliches Kissen für die Couch

Diejenigen von euch, die meinen Grundkurs nähen verfolgt haben, kennen es bereits, wenn auch nicht in seiner vollen Pracht, heute möchte ich es nochmals allen Zeigen, weil jetzt auch seine zeit auf unserer heimischen Couch beginnt. Schließlich ist die Winterdeko mittlerweile abgebaut und verräumt. Mein selbst genähtes Kissen im winterlichen Design für unsere Couch:

Freitag, 2. Januar 2015

Bayrische Kuchl - Suppn: Eiergerstlsuppe

Eine Suppe die ich bisher nicht kannte, ist die Eiergerstlsuppe. Und wenn ich ehrlich bin: es ist auch eine Suppe die ich am liebsten niemals kennen gelernt hätte. Sie sieht aus wie eine Mischung aus schon mal gegessen und vergorene Brühe, Die Einlage selbst, eigentlich eine Mischung aus Ei und Semmelbrösel schmeckt wie missglückter Eierstrich mit Sägespänen. Kurzum: Bäääääh, das brauche ich nicht nochmal.


Daher erspare ich euch auch das Rezept, auch wenn es alt und sicherlich historisch ist, alles muss selbst ich nicht in unsere heutige Zeit transportieren.

Donnerstag, 1. Januar 2015

Die kleine Warenkunde zum Kochen und Backen

Wer nicht nur streng nach Rezept kochen oder backen will, sondern beides gerne richtig beherrschen möchte, muss die Waren kennen, die er verarbeitet. Vor allem muss man dazu wissen wie sie verarbeitet werden, wie sie zubereitet werden können und was dazu passt, damit es richtig lecker schmeckt.

Ihr kennt das vielleicht von euren Müttern oder zumindest euren Großmüttern. Sie benutzen kaum Rezepte, außer sie wollen was völlig neues ausprobieren. Für die eigenen Gerichte gibt es kein Rezept; sie kochen nach Gefühl, backen nach Gefühl und würzen nach Gefühl. Wenn sie diese Rezepte aufschreiben und weitergeben und man noch so akribisch nachkocht, es wird trotzdem nie so, wie bei Mama oder Oma. Selbst die neuen Rezepte die sie ausprobieren, werden beim nächsten Versuch angepasst und irgendwie verbessert, so dass sie einfach "nach Mamas Essen" und auf jeden Fall besser als nach Originalrezept schmecken. Geheimnisvoll, oder?

Ich habe auch keine Ahnung, wie all diese Mamas und Omas dieser Welt das machen, dass sie Gerichte derart verzaubern können (wenn man sie fragt sagen sie aber selbst grundsätzlich: "so toll wie meine Mama das konnte, kann ich das aber nicht"), aber sie machen beim Kochen und Backen etwas sehr wesentliches: sie verarbeiten die Lebensmittel, sie leiern nicht nur eine Anleitung (=Rezept) runter. Genau das ist es nämlich was ein Gericht besonders macht, ansonsten würde schließlich jeder Braten und jedes Schnitzel, jeder Auflauf und jeder Marmorkuchen exakt gleich schmecken.

Um das zu können, muss man wissen womit man arbeitet, man muss die Produkte die man verarbeitet, kennen und wissen was dahintersteckt. Was unsere Mütter und Großmütter noch ganz selbstverständlich gelernt haben, müssen wir uns heute anlesen, was auch damit zu tun hat, dass unser Leben einfach bequemer wurde. Wurde früher Mehl noch vom Müller geholt, wo man mehr oder weniger nebenbei mitbekommen hat, welches Mehl welche besonderen Eigenschaften hat, kaufen wir unser Mehl im Supermarkt und wissen vielleicht noch, dass es unterschiedliche Typen gibt, warum, wieso und wozu kann aber kaum mehr einer wirklich erklären.

Nachdem ich es sehr schade fände, wenn dieses wirklich einfache (versprochen) aber sehr vielseitige Kochen wie früher verloren ginge, schreibe ich nun nach und nach eine kleine Warenkunde zusammen, die euch eine kleine Zusammenfassung liefert, die es jedem möglich macht, selbst zum Impro-Koch oder -Bäcker zu werden.Das macht das Leben auch leichter und günstiger, weil man Reste auch besser verarbeitet bekommt, ohne dauernd das gleiche zu Essen wie am Vortag... Ganz so wie bei Mama eben, oder bei Oma, oder bei beiden... (^.^)