Donnerstag, 21. August 2014

Die Münchner Museen - Das alpine Museum des deutschen Alpenvereins

Das zweite Museum, das ich euch vorstellen möchte, ist ein eher kleineres und verhältnismäßig unbekanntes Nischenmuseum, obwohl es bereits seit mehr als 100 Jahren besteht: das alpine Museum des deutschen Alpenvereins.


Das alpine Museum ist durchaus nett gemacht, wenn auch sehr klein. Den kleinen Ausstellungsräumen geschuldet, ist vermutlich auch die Konzeption der Ausstellung, wenn man denn eine Konzeption erkennen mag. Es handelt sich mehr um eine Ansammlung von Zusammengetragenem. ein roter Faden lässt sich zwar Phasenweise erkennen, wirklich ersichtlich ist es aber nicht, was das Museum darstellen will: die Geschichte des deutschen Alpenvereins oder doch die Geschichte der touristischen Erschließung der Alpen? In Summe ist die Dauerausstellung aber nett gemacht und für Leute, die gerne in die Alpen fahren und sich für die Geschichte der Erschließung interessieren durchaus brauchbar (für DAV-Mitglieder natürlich erst recht). Eine unbedingte Empfehlung im Sinne "muss man gesehen haben" kann und möchte ich aber nicht aussprechen. Man hat definitiv nichts verpasst, wenn man das DAV-Museum nicht kennt.

Eines muss ich allerdings noch loswerden, was mich wirklich geärgert hat: als wir im DAV-Museum waren, fand gerade eine Sonderausstellung statt, in der die negativen Seiten der touristischen Erschließung der Alpen dargestellt wurden. Die Ausstellung war zum einen wirklich schlecht gemacht - mehrheitlich überdimensionierte Textseiten ausgedruckt und an die Wand geklebt, dafür war auf den Bildern kaum was zu erkennen. Was mich dabei so richtig geärgert hat: der DAV wirft in der Ausstellung fleißig Steine in Richtung aller anderen, sein eigener Beitrag zur Zerstörung der Natur der Alpen in der Geschichte wird aber nicht reflektiert. Es mag ja sein, dass sich der DAV mittlerweile dem Naturschutz in den Alpen zugewandt hat, das hat er aber noch nicht so wahnsinnig lange. Die eigene Geschichte dabei derart vollständig auszublenden und dafür heiter Fingerpointing zu betreiben, fand ich wirklich armselig.

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