Sonntag, 31. August 2014

Der Countdown läuft - Noch 5 Tage bis zur Hochzeit

Ok, die Nervosität steigt weiter... Etwas kontraproduktiv war der sonntägliche Besuch bei meinen Eltern, jetzt bin ich noch nervöser und hatte mir eigentlich Beruhigung erhofft. Allerdings ist meine Mutter mindestens so nervös wie ich, was ich schon wieder süß finde (^.^)

Ich habe mir heute von meiner Mutter ihr Diamantarmand ausgeliehen, ein Geschenk meines Vaters, um noch etwas Geliehenes für die Hochzeit zu haben. Damit wäre ich jetzt nämlich komplett und kann schon mal die Hochzeitsgarderobe zusammenstellen. Ich habe
  • something old: mein Kleid, meine Perlenkette (als Symbol für den zurückliegenden Lebensabschnitt)
  • something new: mein selbstgenähter Bolero, mein Haarschmuck, die Unterwäsche samt Strümpfen, die Schuhe, die Tasche, der Ehering und meine Perlenohrclips (als Symbol für den neuen Lebensabschnitt)
  • something borrowed: Mamas Diamantarmband (als Symbol für Familie und Freunde)
  • somthing blue: ein Strumpfband, ganz klassisch also (als Symbol für den Nachwuchs und naja, blau halt wegen dem Stammhalter)
  • and a sixpence in her shoe: das wird heutzutage gerne unterschlagen, der (eingedeutschte) Glückspfennig im linken Brautschuh überreicht vom Vater am Tag der Hochzeit (den habe ich noch nicht, bekomme ihn aber) symbolisiert Glück und Reichtum.
Außerdem wird heute gebacken - die Petits fours für den Sweettable nämlich, das letzte fehlende Stück. (^.^) Dafür mache ich einen Biskuitteig und backe ihn auf einem Backblech. Nach dem Abkühlen wird die Teigplatte halbiert, eine Hälfte mit Gelee bestrichen und die zweite Hälfte daraufgesetzt. Darüber kommt dann Frischhaltefolie und ein Holzbrett um den Biskuit etwas zu beschweren. So ruht der Biskuit nun erstmal über Nacht um kompakter zu werden.

Samstag, 30. August 2014

Der Countdown läuft - Noch 6 Tage bis zur Hochzeit


Heute mache ich meine dunklen Schokohäubchen für den Sweettable. Auch diese Pralinen sind denkbar einfach zu machen, machen aber trotzdem ordentlich was her. Zudem sind sie super lagerbar. Sie schmecken sogar erst am besten, wenn sie schon ein paar Tage auf dem Buckel haben. (^.^) Auch hier bekommt ihr selbstverständlich das Rezept noch nachgereicht. (^.^)



Ansonsten widme ich mich weiter dem Klarschiff machen und heute insbesondere der Wäsche - auch hier hat sich die letzte Zeit so einiges angesammelt.

An den Wetterbericht traue ich mich immer noch nicht, bekomme mittlerweile aber von allen Seiten gesagt, dass wir wohl "Pech" mit dem Wetter haben. Ich rede es mir schön, immerhin sagt man, dass man Reich wird, wenn es in den Brautstrauß regnet. (^.^)

Außerdem steigt auch ohne Gewissheit zum Wetter die Nervosität schon ordentlich an. Mir ist manchmal richtig flau im Magen. Aber um hier mal meine verheiratete Schwester zu zitieren: Augen zu und durch, das ist alles ganz normal und: es wird noch schlimmer... Naja, ich schaff das schon...

Freitag, 29. August 2014

Der Countdown läuft - Noch 7 Tage bis zur Hochzeit

Heute wage ich mich an das Experiment mein Brautkleid selbst aufzubügeln und mache mich mit Bügeleisen und Wassersprühflasche bewaffnet ans Werk. (^.^) Nun ja, was soll ich sagen... Es klappt ganz wunderbar! Es dauert zwar fast 90 Minuten, bis ich das komplette Kleid aufgebügelt habe, ansonsten ist aber ganz normales Bügeln und mein Kleid sieht perfekt aus - wie neu, und das obwohl es schon 60 Jahre auf dem Buckel hat! (^.^)

Beim Bügeln habe ich auch ein Wäscheettikett gefunden (kein Pflegeettikett, die Wahrscheinlichkeit ist also groß, dass das Kleid vor 1958 hergestellt wurde, ab 1958 wurde es nämlich verpflichtend eingeführt, Pflegeettiketten einzunähen; gut, die kann man immer noch raustrennen, dafür konnte ich aber kein Indiz entdecken). Auf besagtem Wäscheettikett steht "Adema Qualitätsmodelle". Nach kurzem Googeln erfahre ich, dass Adema eine Fürther Modefirma war, die in den Nachkriegsjahren gegründet und 1974 leider schon wieder geschlossen wurde und mit den von amerikanischer Mode inspirierten Modellen und den importierten Stoffen aus den USA "den Petticoat nach Fürth gebracht haben". Ich recherchiere hierzu noch etwas weiter und berichte nochmal ausführlicher darüber. (^.^)

Bliebe noch die Moral von der Geschicht': es gibt keine Notwendigkeit mehr als 100,- € aus dem Fenster zu werfen, um ein Brautkleid nochmal aufzubügeln, das kann man auch selbst. (^.^)

Donnerstag, 28. August 2014

Der Countdown läuft - Noch 8 Tage bis zur Hochzeit

Heute habe ich erstmal den Drogeriemarkt meines Vertrauens geplündert und habe etliches an Pflegeprodukten erbeutet. (^.^) Heute möchte ich nämlich mit der Hochzeitsgesichtspflege beginnen. Wichtig dabei:
a) nicht übertreiben! Ungepflegte Haut ist hässlich, ja, überpflegte Haut ist es aber auch, also das Maß wahren ist angesagt.
b) vor wichtigen Terminen mutet eurer haut nichts zu, was sie nicht gewöhnt ist, oder nicht kennt. Die Gefahr ist zu groß, dass die Haut auf die ungewohnte Pflege (in Verbindung mit Stress) reagiert.

Daher mache ich das, was meine Haut als Sonderpflege schon kennt. (^.^) Zunächst greife ich zu einer Pflegemaske. Danach beginne ich mit einer siebentägigen Serumskur - ich ziehe dafür meine übliche Herbstkur einfach um ein paar Wochen vor und greife dabei zu bekanntem, dem Anti-Falten-Konzentrat von Balea. Außerdem habe ich mir noch Gesichts- und Augenmaske für den Donnerstag vor der Hochzeit zugelegt.

Ansonsten widme ich mich der Bastelhölle, in die ich unsere Wohnung die letzten Wochen verhext habe und mache erstmal so weit möglich Ordnung. Die Eltern von meinem Bald-Mann kümmern sich während unserer Flitterwochen nämlich um Katze, Wohnung, Post und Pflanzen und wohnen in dieser Zeit auch in unserer Wohnung. Die möchten wir natürlich nur sehr ungern in einer komplett unordentlichen und zugegebenermaßen auch nicht wirklich sauberen Wohnung leben lassen.

Mittwoch, 27. August 2014

Der Countdown läuft - Noch 9 Tage bis zur Hochzeit

Heute widme ich mich mal unserem Hochzeits-Sweettable, um genau zu sein den Eierlikörrosen, die ich heute gemacht habe. Die Eierlikörrosen sehen zwar wunderschön und aufwendig aus, gehen aber dank etlicher Wartezeiten zwischendurch "so nebenbei", machen aber ordentlich was her. Das Rezept einschließlich der Anleitung liefere ich euch selbstverständlich noch nach. Nur seht es mir bitte nach, dass ich momentan nicht so die Muße habe, ausführliche Rezepte aufzuschreiben. (^.^)

Nachdem die Eierlikörrosen, die eigentlich weiße Eierlikörpralinen heißen und nur von mir für die Hochzeit umbenannt wurden, da ich eine Rosenpralinenform gekauft habe, so viele Wartezeiten zwischendurch haben, habe ich die Zwischenzeit genutzt um mich noch dem letzten Bastelfeinschliff zu widmen:
Zunächst habe ich unseren Hochzeitstortenaufsatz gebastelt. Eigentlich wollte ich ja richtig kitschig-klassisch einen Brautpaaraufsatz kaufen, allerdings ist kaum eine dunkelhaarige Braut aufzutreiben. Die wenigen dunkelhaarigen Bräute die es gibt, sehen entweder doof oder qualitativ minderwertig aus, so dass ich kurzerhand beschlossen habe, dass unsere Rosen, die wir schon für meinen Haarschmuck, das Blumenkränzchen für unser Blumenkind und die Anstecksträußchen für die Gäste verwendet haben, sowieso viel besser aussehen. Dafür habe ich einen Steckschwamm aus dem Gartencenter auf die passende Größe zurecht geschnitten und rundherum, dicht an dicht, die Rosen gesteckt. Typisch für die 50er sind übrigens Biedermeiersträuße, gerade in ihrer klassischen Form - daran habe ich mich auch bei unserem Hochzeitstortenaufsatz orientiert. Um den Aufsatz nun noch auf der Torte zu fixieren, klebe ich ihn mit Patafix (das lässt sich ohne Rückstände wieder ablösen) auf die kleinste meiner Tortenplatten. Et voilà: fertig ist er. (^.^)
Das schönste daran: nach der Hochzeit hält der Tortenaufsatz noch wunderbar als Deko- und Erinnerungsstück her. Was will man mehr? (^.^)

Nachdem ich dann gerade so gut dabei war, habe ich noch das Körbchen für die Anstecksträußchen mit eben den selben Rosen verziert, indem ich zwei kleine Sträußchen an beide Seiten der Henkel gebunden habe - mehr nicht sonst wird es zu kitschig.

Dienstag, 26. August 2014

Der Countdown läuft - Noch 10 Tage bis zur Hochzeit

So meine Lieben, es ist so weit... Der Hochzeitstermin naht mit großen Schritten und bei den letzten Tagen dürft ihr mich begleiten. (^.^)

Meine Nervosität hält sich noch ziemlich in Grenzen und damit das hoffentlich auch so bleibt, habe ich mir für die letzten 10 Tage auch einen Plan gemacht, was ich noch tun kann, damit ich nicht in Panik verfalle. (^.^)

Und nun ja, was macht eine Tochter, die kurz vor der Hochzeit steht als erstes an so einem Tag? Sie fährt zu Mama (^.^) Außerdem habe ich auf dem Weg gleich noch die letzten Accessoires für den Sweettable besorgt.


Ansonsten habe ich mich heute meinen Haaren gewidmet, schneiden und färben war angesagt. Geschnitten habe ich wie immer selbst. Wie genau zeige ich euch demnächst. (^.^) Danach kommen sie erstmal ab und auch dazu gibts natürlich einen Beitrag. Denn um ehrlich zu sein, mir gehen meine Haare schon seit einiger Zeit total auf den Senkel und ich habe den dringenden Wunsch, sie abzuschneiden, allein wegen der Hochzeit habe ich noch durchgehalten. Ich zeige euch dann eben noch, wie ich meinen jetzigen Schnitt schneide, danach werden sie aber kurz (und jetzt kein Schreck bitte, "kurz" heißt bei mir in etwa schulterlang - am "wie" lasse ich euch natürlich auch teilhaben). Gefärbt habe ich wieder mit Goldwell Elumen, das ich euch hier bereits vorgestellt habe.

Was ich mich noch nicht getraue ist der Blick nach dem Wetter. Die Wettervorhersagen so weit im voraus sind ohnehin noch sehr unzuverlässig und ich will mich nicht verunsichern lassen. ich verkneife es mir also, auch wenns schwer fällt. (^.^)

Montag, 25. August 2014

Das Projekt "Zimmerpflanzen"

Ich muss euch mal wieder zum disziplinieren benutzen, sonst mach ich das wieder nicht. (^.^) Ich starte ein neues Projekt, das da heißt: endlich schöne Zimmerpflanzen.

Ich mag Zimmerpflanzen, mit kaum etwas anderem lässt sich ein Raum schneller wohnlich gestalten als mit den richtigen Pflanzen. Nur, aktuell habe ich leider nicht dir richtigen Pflanzen...

Was wir momentan an Pflanzen in der Wohnung haben, sind ...

...die Kakteen, die mein Liebster mitgebracht hat, nur: ich mag keine Kakteen. Wirklich nicht. Ich habe eine regelrechte Abneigung gegen Kakteen. Die sehen komisch krüppelig aus, manche sogar so als würden sie schimmeln, die brauchen ewig zum wachsen, nur um dann noch komisch krüppeliger auszusehen und wenn sie dann alle Jubeljahre mal blühen, dann stinken diese Blüten (die auch nicht schön aussehen) auch noch derart abartig-süßlich nach Moder und Biotonne, dass es ganz aus ist. Hinzu kommt, dass Kakteen für unsere Mietz auch richtig gefährlich sind: wenn sie die Möglichkeit hätte daran entlang zu streifen (die Möglichkeit haben wir ihr genommen, keine Sorge), verfangen sich die Stacheln im Fell. Bei der Fellpflege schluckt sie sie und je nach Art und Menge kann das zu schweren inneren Blutungen führen. Kurzum: gnädigerweise haben die Kakteen ein Winterquartier in der Wohnung, sobald der Winter rum ist, kommen sie raus (auf den Balkon und hoffentlich bald in unser eigenes Gärtchen - wir stehen auf der Warteliste).

...Pflanzen die ich geschenkt bekommen habe: ein Weihachtsstern, ein flammendes Schwert und eine Zimmercalla. Weihnachtsstern und alle Bromelienarten, so auch das flammende Schwert, sind im Grunde Wegwerfpflanzen. Hat der Weihnachtsstern einmal seine farbigen Blätter (Blüten sind es keine) verloren kommen sie nur wieder, wenn man es schafft, die Lichtverhältnisse in Mexiko (seiner Heimat) zu imitieren. Nachdem das bezüglich Aufwand und Kosten in keinem Verhältnis zu den Anschaffungskosten steht, kann man den Weihnachtsstern also getrost wegwerfen, außer man hängt ideell dran. Das war es bisher bei mir. Mein Weihnachtsstern ist schon lange zu einer Grünpflanze geworden. Nachdem ihn mir eine liebe Freundin geschenkt hat, habe ich ihn bisher durchgefüttert. "Nur so lange, bis ich was besseres habe, ein leeres Fensterbrett sieht ja noch blöder aus." Ähnlich wie beim Weihnachtsstern verhält es sich mit den Bromelienarten: sie blühen ein einziges Mal. Sobald sie verblüht sind, sterben die Blütenstände komplett ab, übrig bleibt bei viel Pflege eine Grünpflanze, die nicht mehr wächst und in der Natur komplett absterben würde. Interessanterweise werden die Bromelienarten in den gängigen Bau- und Gartenmärkten in voller Blüte verkauft. Man hat also von vorne herein nur ein paar Wochen was davon. (Merke: solche Pflanzen kauft man sinnigerweise im Fachhandel, dann hat man länger Freude daran) Auch mein flammendes Schwert habe ich geschenkt bekommen und obwohl verblüht, aus den gleichen Gründen aufgehoben, wie den Weihnachtsstern. Die Zimmercalla blüht zwar mehrmals, braucht im Winter aber eine Ruhephase mit einem halbschattigen Standort und etwa 15° C Raumtemperatur. Das kann ich aber leider nicht anbieten, daher ist auch meine Zimmercalla mittlerweile zur Grünpflanze geworden. Auch sie wohnt nur noch bei uns bis wir was "Besseres" haben.
Ein "Merke" also, für alle die Pflanzen verschenken möchten: Wenn ihr wollt, dass der Beschenkte lange Freude an den Pflanzen hat, solltet ihr auf Standort- und Pflegeeigenschaften achten und auch wissen, was der Beschenkte an Möglichkeiten zur Pflege hat, bevor ihr kauft und schenkt.

...zwei künstliche Orchideen. Auch die hat mein Schatz mitgebracht. Den Orchideen sieht man zwar nicht an, dass sie künstlich sind, allerdings sind Orchideen auch nicht so unbedingt meins. Ich bin bei Einrichtung und Wohnungsgestaltung eher der klassische Typ mit einem deutlichen Hang zu Antiquitäten, Vintage und - ja ich gebs zu - Kitsch. Orchideen passen da einfach nicht. Das passt zu einem modern-puristischen und latent asiatisch angehauchtem Stil, aber eben nicht zu unserem. Hinzu kommt, dass man bei künstlichen Pflanzen zwar nicht auf die Standorteigenschaften achten muss, stehen sie aber zu offensichtlich an einem Platz, an dem sie nicht gedeihen könnten, wirkt das einfach seltsam. Ich bin noch nicht so weit, dass die Orchideen ausziehen müssen. Für künstliche Pflanzen sehen sie nämlich wirklich gut aus (die Katze spielt auch so gern damit *gg*) allerdings rauben sie mir Platz auf dem Fensterbrett und - wie gesagt - zumindest so wie sie jetzt aussehen, passen sie nicht in unsere Wohnung. Da muss ich mir noch was überlegen...

...Katzengras: das muss, Mietzi braucht was zum grasen zwischendurch.

Außerdem auf dem Fensterbrett (im Wohnzimmer): Mietzis Schlaf- und Aussichtsplatz. Momentan eine gefaltete Decke, ich will ihr aber schon ziemlich lang ein hübsches Nestchen nähen, das sich in das Gesamtbild einfügt, sobald sich ansatzweise ein Gesamtbild abzeichnet.

Was ich gerne an Pflanzen hätte: Standorttaugliche (Halbschatten mit konstanter Zimmertemperatur das ganze Jahr über - also das was die meisten wohl auch haben) Pflanzen, die nicht giftig sind (auch wenn Mietzi Katzengras hat, hin und wieder knabbert sie doch mal an den anderen Pflanzen und da wollen wir uns keine Sorgen machen müssen - bzw. wollen sie auch nicht so verbauen, dass sie sicher nicht rankommt - das machen wir jetzt schon und das sieht einfach nicht aus). Zudem sollen sich die Pflanzen einschließlich Übertöpfen stilistisch gut in unsere Wohnung einfügen und zur farblichen Gestaltung des Raumes passen. Um es besonders "pflegeleicht" zu haben, würde ich die Pflanzen gerne in Hydrokultur umtopfen, auch das geht auch nicht mit jeder Pflanze. Genau das will ich jetzt in Angriff nehmen: erstmal die richtigen Pflanzen für eine Vintage-Lady in einer eben solchen Wohnung  finden. (^.^)Falls jemand Ideen oder Ratschläge hat: nur her damit! (^.^)

Samstag, 23. August 2014

Das gute alte Bettelarmband...

...ist aber sowas von out! Heutzutage ist man in einem "Charm-Club" und sammelt "Charms" weil sie so schön oder teuer aussehen, oder weil das "Charm" gerade alle haben.Für die richtig obermegacoolen sind Charms aber eigentlich schon wieder sowas von durch und "out of fashion". Das ist mir aber so ziemlich wurscht. Ich HABE ein Bettelarmband. Ein richtiges, bei dem man mit jedem Anhänger eine schöne Erinnerung verbindet und die man größtenteils auch geschenkt bekommen hat (daher auch "Bettelarmband"). Und ja, ich nenne die Anhänger "Anhänger", wenn ich mal mit meiner Fachkenntnis in Sachen Schmuck prahlen will, auch gerne "Jou-Jous", aber niemals Charms.

Bettelarmbänder sind im Grunde einer der zeitlosesten und langlebigsten Modeklassiker überhaupt. Klar sind sie mal mehr und mal weniger in, das trifft auf Perlenketten und Goldschmuck aber genauso zu. Nichts desto trotz sind Bettelarmbänder bereits seit der Jungsteinzeit bekannt - das nenne ich also mal langlebig. (^.^)

Und egal ob in oder out: mein Bettelarmband ist mein wertvollstes Schmuckstück. Weniger wegen seines materiellen , sondern wegen seines ideellen Wertes. Es ist quasi wie ein Tagebuch, das man als Schmuckstück tragen kann, ohne dass jeder darin "lesen" könnte, der es sieht, obwohl es offen getragen wird.

Ein Bettelarmband ist zudem ein Schmuckstück das irgendwie leger und locker wirkt, also perfekt geeignet für jeden Tag. Wie gut Bettelarmbänder als Tagesaccessoire funktionieren zeigen schon Stilikonen wie Liz Taylor oder Romy Schneider (ihr Bettelarmband aus den 50ern mit einem Nennwert von 2.500,- € wurde vor einigen Jahren für knapp 30.000,- € versteigert):
Warum ich euch das alles erzähle? Nun, ich heirate ja in einigen Monaten. Da ist es bei uns üblich, sein Taufkreuz zu tragen. Nur: mein Taufkreuz sieht nicht mehr sonderlich gut aus. Nichts desto trotz würde ich es schon gerne bei meiner Hochzeit tragen. Daher habe ich mir überlegt, mein Taufkreuz so umzuarbeiten, dass ich es auch an meinem Bettelarmband tragen kann (das finde ich übrigens richtig gut an den "neuen" Bettelarmbändern: die variabel an- und abnehmbaren Anhänger, so dass man sie wahlweise an Kette oder Armband, einzeln oder zusammen tragen kann). Außerdem hatte ich vor einigen Jahren eine kleine Selbstfindungsphase (um nicht Krise zu sagen...). Um mich zu orientieren und den Kopf mal wieder frei zu kriegen, war ich in Altötting - mehr aus historischem denn aus religiösem Interesse muss ich zugeben. Trotzdem habe ich mir dort einen Anhänger mit der Altöttinger Madonna gekauft. Nachdem mich die Tage in Altötting wieder auf den Weg gebracht haben und mich der Anhänger daran erinnert, hätte ich auch diesen gerne an meinem Bettelarmband. Nachdem er und mein Taufkreuz so gut zusammenpassen, arbeite ich aus den beiden Einzelanhängern einen Anhänger. Wie das geht zeige ich euch heute. (^.^)

Links seht ihr zunächst den Ausgangszustand. Nachdem ich beide Anhänger nicht so oft trage, sind sie mächtig angelaufen. Daher müssen sie als erstes wieder sauber werden.

Das Umbauen der normalen Anhänger ist dann nicht mehr weiter schwer. Den Kettenring meines Taufkreuzes habe ich abgemacht, der war nicht mehr schön. Den Kettenring des Madonnen-Medaillons habe ich etwas aufgebogen, mein Taufkreuz und einen Karabiner mit Drehöse für Bettelarmbandanhänger - den gibt es beim Schmuckbastelbedarf in jedem Bastelladen, eingehängt und das ganze weider zugebogen. Für die Biegearbeiten verwende ich spezielle Schmuckzangen, auch die gibt es beim Schmuckbastelbedarf in jedem Bastelladen. Fertig ist mein neuer Anhänger für mein Bettelarmband.

Freitag, 22. August 2014

Der Grundkurs Nähen - Der Zuschnitt

Nachdem wir uns nun also mit unseren Materialien vertraut gemacht haben und außerdem die wichtigsten Handnähtechniken beherrschen, geht es jetzt so richtig ans Werk und beginnen direkt am Anfang einer jeden Näharbeit: dem Zuschnitt.
Die Grundausstattung für den perfekten Zuschnitt: Seidenpapier mit und ohne Orientierungskaro, Kopierpapier mit Kopierrädchen, Stoffschere und unterschiedliche varianten der Schneiderkreide: klassisch, als Mine mit Stift und als Abstandsrädchen für das einfache Einzeichnen von Nahtzugaben.
Für den Zuschnitt braucht ihr zunächst ein Schnittmuster nach dem ihr nähen möchtet. Für den Anfang würde ich euch auf jeden Fall empfehlen, nach Schnittmuster zu nähen. Der Eigenentwurf von Schnitten ist ein sehr fortgeschrittenes Thema, also überschätzt euch gerade am Anfang nicht und investiert das Geld für ein gutes Schnittmuster im Handel (als Einzelschnitt, in Nähzeitschriften, Büchern usw. usf. es gibt auch etliche Schnittmustertauschbörsen) Orientiert euch dabei insbesondere die erste Zeit auch an den Angaben zum Schwierigkeitsgrad. Selbstverständlich stelle ich im Folgenden dieses Grundkurses auch noch das ein oder andere leicht nachzuarbeitende Schnittmuster ein.

Nun habt ihr also euer Schnittmuster der Wahl. Dort findet ihr auch eine Angabe, mit welcher Art von Stoffen gearbeitet werden kann und v.a. wie viel Stoff ihr für den Schnitt benötigt. Genauso viel Stoff kauft ihr auch; niemals weniger, lieber etwas mehr. Beim Stoffkauf werdet ihr auch feststellen, dass ihr nur die Länge eines bestimmten Stoffstückes wählen könnt, die Breite ist fix, ist aber je nach Stoff unterschiedlich, achtet also genau auf die Angabe des Stoffverbrauchs in Länge und Breite auf dem Schnitt.

Nachdem ihr nun euren Stoff gekauft habt, dürft ihr immer noch nicht losschneiden, zuerst wandert nämlich der Stoff in die Waschmaschine und wird gewaschen, da insbesondere Naturfasern noch einlaufen können. Der wieder trockene Stoff wird abschließend noch akribisch (ernsthaft) glatt gebügelt.

Nun endlich geht es an den Schnitt, oder besser, zunächst an das Schnittmuster. Das Schnittmuster übertragt ihr, bei Kleidung in eurer jeweiligen Größe) auf den so genannten Papierschnitt, indem ihr das Schnittmuster in eurer jeweiligen Größe auf Seidenpapier durchpaust und exakt entlang der Linien ausschneidet. Achtet dabei darauf, dass ihr wirklich alle erforderlichen Schnittmarkierungen übertragt. Und: nehmt niemals eure Stoffschere zum ausschneiden. Nichts ruiniert eine Schere schneller als ein Papierschnitt. Solltet ihr viele Schnittmusterteile haben, empfiehlt es sich zudem die Einzelteile zu beschriften, dann fällt die Orientierung leichter.

Solltet ihr euer Schnittmuster digital besitzen erübrigt sich der Übertrag auf den Papierschnitt. Hier druckt ihr euer Schnittmuster aus (vorher die Druckereinstellungen überprüfen, so dass ihr wirklich in 100% Größe ausdruckt), klebt es (ordentlich) an den vorgesehenen Stellen zusammen und schneidet dann die Schnittteile in der jeweiligen Größe aus.

Jetzt aber geht es endlich an den Stoff: legt euren Stoff glatt mit der linken Seite nach oben auf und achtet dabei insbesondere darauf, ob euer Stoff für den Zuschnitt einfach oder doppelt gelegt werden muss (Steht auf dem Schnittmuster und: meist ist es doppelt).

Legt nun eure Papierschnittteile auf und prüft, ob alles Platz hat. Manche Schnittteile müsst ihr an den "Stoffbruch" (die Stelle, an der der Stoff gefaltet ist) legen. Außerdem müsst ihr bei den meisten Stoffen auf den "Fadenlauf" (bei einigen stoffen wie Cord oder Samt ist es die "Strichrichtung") achten. Bei Schnittmustern ist der Fadenlauf auf den Musterteilen üblicherweise eingezeichnet. Ist dies nicht der Fall, achtet beim Auflegen darauf, dass der Fadenlauf auf allen Schnittteilen gleich verläuft, idealerweise der Länge nach (jeweils beim dann fertig genähten Stück versteht sich).
Solltet ihr einen gemusterten Stoff haben müsst ihr zusätzlich darauf achten, dass das Muster auf allen Schnittteilen in die gleiche Richtung verläuft und der Mustersatz sich einheitlich fortsetzt, d.h. auf bspw. den beiden Teilen für ein Rückenteil oder bei den Ärmeln muss das Muster jeweils parallel verlaufen und sich idealerweise einheitlich fortsetzen, ganz so, als wäre die Naht gar nicht da. Eventuell müsst ihr doppelt gelegten Stoff umfalten, so dass die Mustersätze einheitlich liegen, bzw. könnt bei Mustern mit einer Richtung nicht in doppelter Lage zuschneiden. Dementsprechend ist der Stoffverbrauch bei gemusterten Stoffen höher als bei Unistoffen.

Sobald nun alle Papierschnittteile ihren Platz auf dem Stoff gefunden haben, sichert ihr die Schnittteile mit einigen Stecknadeln auf dem Stoff (bei doppelt gelegten Stoffen durch beide Stofflagen hindurch), allerdings so, dass sowohl Papierschnitt als auch Stoff immer noch glatt liegen.

Nun übertragt ihr den Schnitt mit Schneiderkreide auf den Stoff. Achtet dabei auch wieder auf die Angaben auf eurem Schnittmuster, jetzt zur Nahtzugabe. Die Nahtzugabe ist der Teil des Stoffes, den ihr zum Zusammennähen benötigt. Ist die Nahtzugabe bereits im Schnittmuster enthalten, müsst ihr beim Aufzeichnen nur eurem Papierschnitt folgen. Meist ist die Nahtzugabe aber nicht enthalten, so dass ihr den erforderlichen Abstand (auf dem Schnittmuster angegeben) vom Papierschnitt mit Hilfe von Schneiderkreide und Handmaß, Rädel oder Rädchenarkierer übertragt.
Solltet ihr keine Angaben auf eurem Schnittmuster zur Nahtzugabe finden (kommt v.a. bei Vintageschnitten vor), dann ist die Standardzugabe gemeint:
  • grundsätzlich 2 cm Zugabe
  • bei allen Rundungen 1 cm Zugabe
  • Säume 4 cm Zugabe
Wichtig ist hier: zeichnet absolut exakt auf, hier gilt die oberste Handwerkerregel: Zweimal messen, einmal schneiden.

Womit wir beim nächsten Punkt wären: jetzt wird geschnitten und zwar exakt und sauber genau eure Schnittlinien entlang. Lasst euch Zeit dabei und arbeitet absolut sauber.

Nun habt ihr eure einzelnen Teilchen vor euch liegen. Jetzt gilt es noch eure Nahtlinien zu übertragen. Die Nahtlinien sind die Linien, auf denen ihr später nähen werdet. Dafür zeichnet ihr nun schlicht die Umrisse eures Papierschnittes nach. Bei Schnittmustern, die die Nahtzugabe bereits enthalten, sowie bei Markierungen auf den Schnittmusterteilen aller Art überträgt man diese mittels Kopierpapier und Kopierrädchen. Dafür wird zunächst das Kopierpapier mit der abdrückenden Seite nach oben auf einen Tisch gelegt, das Schnittmusterteil kommt mit dem Papierschnitt nach oben darauf. Nun werden die erforderlichen Linien mit dem Kopierrädchen abgerädelt. Jetzt nehmt ihr den Papierschnitt ab, wendet das Schnittteil und rädelt die Markierungen von der rechten auf die linke Seite durch. Diesen letzten Schritt könnt ihr euch sparen, wenn ihr die Markierung nur auf der rechten Seite benötigt.

Zur besseren Orientierung, insbesondere bei vielen Schnittteilen, ist es sinnvoll den Papierschnitt auf dem jeweiligen Schnittteil zu belassen, bis es weiterverarbeitet wird.

Sobald ihr nun alles übertragen und markiert habt, habt ihr den Schritt "Zuschnitt" erfolgreich hinter euch gebracht. Zeit wird es also, endlich mit dem Nähen anzufangen. Und nachdem Theorie ja ganz nett ist, dabei aber nicht viel hängen bleibt, wenn man nicht übt, nehmen wir beim nächsten Mal direkt unser zweites Projekt in Angriff: einen Kissenbezug. (^.^)

Donnerstag, 21. August 2014

Die Münchner Museen - Das alpine Museum des deutschen Alpenvereins

Das zweite Museum, das ich euch vorstellen möchte, ist ein eher kleineres und verhältnismäßig unbekanntes Nischenmuseum, obwohl es bereits seit mehr als 100 Jahren besteht: das alpine Museum des deutschen Alpenvereins.


Das alpine Museum ist durchaus nett gemacht, wenn auch sehr klein. Den kleinen Ausstellungsräumen geschuldet, ist vermutlich auch die Konzeption der Ausstellung, wenn man denn eine Konzeption erkennen mag. Es handelt sich mehr um eine Ansammlung von Zusammengetragenem. ein roter Faden lässt sich zwar Phasenweise erkennen, wirklich ersichtlich ist es aber nicht, was das Museum darstellen will: die Geschichte des deutschen Alpenvereins oder doch die Geschichte der touristischen Erschließung der Alpen? In Summe ist die Dauerausstellung aber nett gemacht und für Leute, die gerne in die Alpen fahren und sich für die Geschichte der Erschließung interessieren durchaus brauchbar (für DAV-Mitglieder natürlich erst recht). Eine unbedingte Empfehlung im Sinne "muss man gesehen haben" kann und möchte ich aber nicht aussprechen. Man hat definitiv nichts verpasst, wenn man das DAV-Museum nicht kennt.

Eines muss ich allerdings noch loswerden, was mich wirklich geärgert hat: als wir im DAV-Museum waren, fand gerade eine Sonderausstellung statt, in der die negativen Seiten der touristischen Erschließung der Alpen dargestellt wurden. Die Ausstellung war zum einen wirklich schlecht gemacht - mehrheitlich überdimensionierte Textseiten ausgedruckt und an die Wand geklebt, dafür war auf den Bildern kaum was zu erkennen. Was mich dabei so richtig geärgert hat: der DAV wirft in der Ausstellung fleißig Steine in Richtung aller anderen, sein eigener Beitrag zur Zerstörung der Natur der Alpen in der Geschichte wird aber nicht reflektiert. Es mag ja sein, dass sich der DAV mittlerweile dem Naturschutz in den Alpen zugewandt hat, das hat er aber noch nicht so wahnsinnig lange. Die eigene Geschichte dabei derart vollständig auszublenden und dafür heiter Fingerpointing zu betreiben, fand ich wirklich armselig.

Sonntag, 17. August 2014

Lilis kleine Malstunde Teil 14 - Die Augen schminken

Im heutigen Teil meiner Malstunde möchte ich mich dem Augen-Make-up widmen. Dabei gehe ich erstmal nicht auf bestimmte Farbkombinationen oder Schattierungstechniken ein, sondern möchte mich zunächst nur den Grundlagen widmen: also wo wird grundsätzlich schattiert und wo werden grundsätzlich Highlights gesetzt, damit die Augen richtig in Szene gesetzt werden.

Grundsätzlich empfehle ich die Verwendung einer Lidschattenbase. Die verhindert zum einen, dass sich euer Augen-Make-up im Laufe des Tages in der Lidfalte absetzt, was gerade bei wärmeren Temperaturen gerne passiert. Zum anderen ist eine Lidschattenbase gut deckend, so dass die feinen Äderchen, die den Lidern eine leichte rot-blaue Tönung verleihen (gerade bei einem hellen Teint fällt das besonders auf) abgedeckt werden und so die Lidschattenfarbe intensiver ist. Auch wenn ihr keinen Lidschatten verwenden möchtet (muss man schließlich auch nicht), empfehle ich den Griff zur Lidschattenbase, dadurch wird euer Blick strahlender und frischer. Auf die Lidschattenbase wird nun der Lidschatten der Wahl aufgetragen - nachdem dieses Thema aber nun doch etwas umfassender ist, folgt dazu noch ein separater Beitrag. Optional kann man noch mit Kajal und Lidstrich arbeiten, das muss man aber nicht um komplett geschminkt zu sein. Ich selbst bin zwar ein Lidstrichfan, nachdem er aber nicht unbedingt zum Basis-Make-up gehört, verschiebe ich meine Ausführungen hierzu ebenfalls auf später. (^.^)
Als letztes "Must-have" für ein gelungenes Augen-Make-up braucht es noch Wimperntusche. Nachdem das Thema "Wimperntusche" wirklich größer ist, schreibe ich dazu dann ebenfalls noch extra einen Beitrag. (^.^) An dieser Stelle widme ich mich zunächst dem Augenmake-up ohne Lidschatten und Lidstrich im sinne eines Minimalstake-ups, quasi. (^.^)

Das Augen-Make-up wird eigentlich nicht als komplett separater Schritt aufgetragen, sondern zusammen mit den vorhergehenden Schmink-Schritten. Irgendwie ist das Augen-Make-up aber dann doch wieder ein Thema für sich, so dass ich ihm auch einen extra Beitrag widmen wollte, daher bekommt ihr jetzt eine schrittweise Reihenfolge zum Auftragen von Augen-Make-up, jeweils mit der Verlinkungen zu den Schminkschritten, zu denen sie eigentlich gehören.

Die Augen schminken - ohne Lidschatten:
Nach dem Auftragen von Primer (Schritt 1) und Grundierung (Schritt 2) tragt ihr eure Lidschattenbase auf das bewegliche Lid und leicht über die Lidfalte hinaus auf.
Dann konturiert und kaschiert (Schritt 3) ihr wie gewohnt.
Wenn ihr nun in Schritt 4 euer Gesicht mattiert, mattiert ihr die Lider selbstverständlich mit. Um euren Augen mehr Tiefe zu geben tragt ihr zudem euer Konturrouge mit einem etwas festeren Lidschattenpinsel (wirklich Pinsel, ein Applikator leistet hier keine guten Dienste) in der Lidfalte auf. Die Lidfalte trefft ihr am Sichersten wenn ihr auf der gedachten Linie zwischen Nasenflügel und Augenwinkel, die ihr schon vom Augenbrauen formen aus Schritt 6 kennt, auf Höhe des Augenhöhlenknochens ansetzt und diesem nicht ganz bis zum inneren Augenwinkel folgt. In der Lidfalte hat eure Haut auch eine natürliche dunklere Tönung, die ihr so hervorhebt und damit eure Augen natürlich und dezent betont.
Um euren Blick klarer und wacher zu machen, setzt ihr nun noch euren Highighter mit einem mittelfesten Lidschattenpinsel in den inneren Augenwinkel und verblendet ihn in das Konturrouge in der Lidfalte.
Nun könnt ihr euer Make-up fixieren (Schritt 5) und im Anschluss daran eure Augenbrauen schminken (Schritt 7). Wer möchte zieht sich noch einen Lidstrich. Jetzt tuscht ihr noch eure Wimpern und zwar vom äußeren Wimpernkranz nach innen, so werden die Wimpern schöner betont, da die äußeren Wimpern stärker betont sein sollten als die Inneren und mit maximal drei Lagen Tusche. Jede weitere Schicht lässt eure Wimpern nur verkleben und sorgt für ziemlich unattraktive Fliegenbeine, was nicht schön sondern einfach nur seltsam aussieht. Geschmackssache ist es vielmehr ob ihr nur den oberen Wimpernkranz oder auch den unteren tuscht. Ich tusche nur den oberen Wimpernkranz, weil das zusätzlich den Blick öffnet und man so insgesamt wacher wirkt. Wer allerdings sehr helle Wimpern hat, ist besser beraten auch den unteren Wimpernkranz zu tuschen, hier reicht aber eine Schicht Tusche.

So sieht das Kunstwerk dann aus (ich habe ohne Lidschatten geschminkt, nachdem ich erstmal die Grundlagen zeigen will):
links ohne und rechts mit Augen-Make-up

Und nochmal die Augen in Nahaufnahme:
links ohne und rechts mit Augen-Make-up

Freitag, 15. August 2014

Die Grundkurs Nähen - Materialkunde: Die Nähmaschine - Aufbau

So meine Lieben, es ist an der Zeit einige mechanische Fachbegriffe einzubringen, nämlich die Bezeichnungen für die wichtigsten Bauteile und Bedienelemente eurer Nähmaschine (ihr seht hier übrigens meine Nähmaschine, die demnächst volljährig wird *gg*):

Die Bedienung der Nähmaschine ist vom jeweiligen Fabrikat abhängig, lest also unbedingt das beiliegende Handbuch. Einige Grundsätzlichkeiten sind jedoch bei jeder Nähmaschine gleich:

  • Es wir mit Ober- und Unterfaden genäht. Der Oberfaden sitzt auf der Fadenspule oben auf der Nähmaschine, der Unterfaden wird unter der Stichplatte eingelegt. Der Unterfaden muss dafür auf eine gesonderte Spule gespult werden (mittels Spuler) und wird in der Spulkapsel eingesetzt (wie, findet ihr im Handbuch). Nehmt für Ober- und Unterfaden immer den gleichen Faden und spult genug auf die Unterfadenspule. Der Spulstopp bremst die Unterfadenspule automatisch, sobald sie voll ist. Es ist auf jeden Fall sinvoll mehrere Spulen zu haben, damit ihr nicht jedesmal komplett wieder abfädeln müsst. Idealerweise sind mindestens 3 bis 5 Unterfadenspulen direkt mit in der Grundausstattung der Nähmaschine. Gerade weißer und schwarzer Universalfaden kann ruhig auf der Unterfadenspule auf Vorrat aufgespult werden, die beiden braucht man immer mal wieder.
  • Die Unterfadenspannung ist werksseitig eingestellt und braucht nur sehr seltenes Nachjustieren (wie und wo findet ihr wieder im Handbuch). Die Oberfadenspannung wird mit einem kleinen Rädchen eingestellt und variiert je nach verwendetem Stoff. Die ideale Fadenspannung habt ihr, wenn eure Naht von oben und unten absolut gleichmäßig aussieht. Ist der Oberfaden zu fest (=vom Zahlenwert auf dem Einstellrädchen her zu hoch) eingestellt sind die Knötchen aus der Ober- und Unterfadenverschlingung an der Oberseite sichtbar. Ist die Oberfadenspannung zu locker (= zu niedrig), sind die Knötchen an der Unterseite sichtbar. Um hier nicht gleich die ersten Stichen auf eurem Nähprojekt wieder auftrennen zu müssen: macht immer, wirklich immer dann, wenn ihr einen neuen Stoff näht eine Probenaht auf einem Stoffrest um die Oberfadenspannung zu überprüfen.
  • Auf dem Foto von meiner Maschine seht ihr als Nähfuß einen Universalnähfuß. Den braucht ihr für die allermeisten Näharbeiten. Spezialnähfüße kann man, muss man aber nicht, für Knopflöcher, Reißverschlüsse, Blindstich etc. verwenden. Abgesehen von einem Reißverschlussnähfuß und einem weiteren, nämlich transparenten Universalnähfuß, lebe ich ehrlich gesagt ganz gut ohne Spezialfüße und habe sie bisher auch nicht vermisst.
  • Nicht auf dem Bild, gehört aber auch dazu ist das Fußpedal mit dem die Nähmaschine angetrieben und die Nähgeschwindigkeit reguliert wird. Hier reagiert jede Nähmaschine anders, das ist schlicht wie beim Gaspedal im Auto eine Frage der Gewöhnung. Gewöhnt euch also erst an eure Nähmaschine und näht auf Stoffresten erst einige Nähte, bis ihr die Reaktion eurer Maschine abschätzen könnt. Sehr feinteilige und genaue Näharbeiten, wie beispielsweise in Teilen Konopflöcher, mache ich nur mit dem Handrad, ganz ohne Pedal, dafür dreht ihr das Handrad einfach in eure Richtung und ihr setzt quasi in Zeitlupe einen Stich nach dem anderen.

Mittwoch, 13. August 2014

Balkonbepflanzung 2014 - Das steht im August an

Es gibt nicht viel neues zu berichten... Also eigentlich nichts. Daher komme ich direkt zur Sache, was es im August zu tun gibt. Mein schlaues Balkongärtnerinnenbuch ("Balkon- und Kübelpflanzen" aus dem GU-Verlag) sagt, dass ich nun...
...regelmäßig düngen, gießen und Verblühtes entfernen soll, eigentlich klar...
...die Pflanzen je nach Wetter vor sengender Sonne oder Dauerregen schützen soll - ganz ehrlich: nö. Ich habe nur Pflanzen die in unseren Breitengraden wachsen. Entweder sie überleben es, oder sie überleben es nicht. Circle of Life...
...Gießvertretungen für den Urlaub abklären soll, bzw. die automatische Bewässerung überprüfen soll. Das muss nicht, wir fahren erst nach der Hochzeit in Urlaub, das hat noch Zeit und danach ist der Sommer ohnehin rum und ich kann mich an die Herbstbepflanzung machen.
...bei Keller-Überwinterern soll ich nun das Düngen einstellen. davon habe ich keine, also habe ich auch hier nichts weiter zu tun.

Mein zweites schlaues Buch zu Gemüse auf dem Balkon (ebenfalls aus dem GU-Verlag) sagt, dass ich auch im August erstmal nix mehr weiter zu tun habe. (^.^)

Dienstag, 12. August 2014

Lauren Bacall - Ein Nachruf

Heute verstarb eine meiner Lieblingsschauspielerinnen und vor allem eine Frau, die mich stilistisch sehr stark beeinflusst hat: Lauren Bacall.




Lauren Bacall wurde am 16. September 1924 in New York als Betty Joan Perske geboren. Nach der Scheidung ihrer Eltern ließ ihre deutschstämmige, aber in Rumänien geborene Mutter ihren Nachnamen in Bacal (rumänisch für Weinstein, ihren Mädchennamen) ändern. Das zweite L setzte Lauren Bacall später ihrem Namen hinzu, um die richtige Aussprache zu erleichtern.

Schön, schlank und groß, wie Lauren Bacall war, wurde sie schon früh als Model entdeckt und modelte bereits während ihrer Schulzeit. Sie besuchte die renommierte American Academy of Dramatic Arts, wurde sie aber nicht auf der Bühne entdeckt, sondern während sie in ihrem Nebenjob während des Studiums arbeitete: als sie als Platzanweiserin in einem Theater.

Nach ersten kleineren Broadway-Rollen schaffte sie es Dank einigen Beziehungen, die sie als Model hatte, auf den Titel des März 1943 des Harpers Bazaar. Dort wurde die schöne Kühle von Howard Hawks, einem einflussreichen Hollywood-Regisseur, entdeckt und zu Probeaufnahmen eingeladen. Um dem gewünschten Frauenbild der späten 30er und 40er Jahre in Hollywood besser zu entsprechen, nämlich dem Bild einer starken, selbstbewussten und selbständigen Femme Fatale, änderte Bacall ihren Vornamen von Betty zu Lauren.

Gleich bei ihrem ersten Holllywoodfilm Haben und Nichthaben aus dem Jahr 1944 sollte sie ihren späteren Ehemann und die große Liebe ihres Lebens kennen lernen: Humphrey Bogart. Sie heirateten am 21. Mai 1945. Sie haben zusammen einen Sohn und eine Tochter. Humphrey Bogart starb am 27. Januar 1957 an Speiseröhrenkrebs und hinterließ eine gerade mal 32jährige Witwe mit zwei kleinen Kindern. NAch dem Tod von Humphry Bogart zog es sie zurück an die Ostküste. Sie trat danach nur noch sporadisch in Filmen auf und konzentrierte sich wieder mehr auf das Theater.
Nach einer kurzen Affaire mit Frank Sinatra heiratete Bacall 1961 wieder einen Schauspielkollegen: Jason Robards, mit dem sie einen Sohn hat. Nur acht Jahre später wurde die Ehe wieder geschieden.

Lauren Bacall schauspielerte fast ihr ganzes Leben lang und nur durch Babypausen unterbrochen bis ins hohe Alter. Sowohl in Filmen als auch im Theater war sie quasi die Erfolgsgarantie. Meine persönlichen Lieblingsfilme mit Lauren Bacall sind - neben ihrem Debüt Haben und Nichthaben:

  • Tote Schlafen fest (1946): eine Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans von Raymond Chandler - damals konnte man noch "Literaturverfilmung". Lauren Bacall spielt hier die weibliche Hautrolle neben ihrem Mann Humphrey Bogart.
  • Gangster in Key Largo (1948): auch hier spielt sie wieder neben Humphrey Bogart und wieder in einem Kriminalfilm; einfach herrlich. Diesen Film muss man ganz entschieden gesehen haben.
  • Der Mann ihrer Träume (1949): Lauren Bacall, Kirk Douglas und Doris Day, muss ich noch mehr sagen? Ah ja, vielleicht noch: der grandiose Jazz-Trompeter Harry James.
  • Wie angelt man sich einen Millionär? (1953) Bei dem Titel denkt man eigentlich zuerst an die Monroe, ja. Die beiden anderen weiblichen Hauptrollen besetzten aber Lauren Bacall und die nicht minder phantastische Betty Grable drei Ikonen der Zeit in einer Komödie, die heute angesichts dummblöder Sex-und-Sauf-Filmchen, vielleicht etwas harmlos wirken mag, die aber den Titel "Komödie" in ihrem klassisch-literarischen Sinne wahrlich noch verdient. Einfach herrlich, witzig, kurzweilig und trotzdem intelligent. Und - Sagenhaft: Lauren Bacall spielt hier nur wenige Monate nach der Geburt ihrer Tochter wieder.
  • In den Wind geschrieben (1956): wieder eine Literaturverfilmung (unter gleichnamigem Titel von Robert Wilder) aus einer Zeit, zu der man Literaturverfilmung noch konnte. Lauren Bacall spielt hier neben Rock Hudson)
  • Mord im Orient Express (1974): einmal mehr eine Literaturverfilung und wieder ein Krimi, das ist einfach Lauren Bacalls "Ding", ganz wunderbar und mit absolut hochkarätiger Besetzung u.a. mit Ingrid Bergmann, Albert Finney, Sean Connery, Vanessa Redgrave, Michael York, ...
  • Der letzte Scharfschütze (1976): den kannte ich bis vor ein paar Jahren noch nicht, mein Mann, ein riesiger Western- und damit auch John Wayne-Fan hat ihn mir gezeigt (ich mag ja eigentlich keine Western). Einmal mehr ist "die Bacall" herrlich und zudem in ihrer letzten Hauptrolle neben John Wayne zu sehen. Der Film an sich ist auch kein klassischer Western sondern fast schon stoizistisch. Den muss man gesehen haben.
  • Prêt-à-Porter (1994): Ein ganzer Spielfilm der sich mit Mode beschäftigt und in dem ganz viele Designer und Models sich selbst darstellen? Herrlich! Und zwar auch für Leute, die sich nicht so unbedingt für Mode interessieren, da auch die Starbesetzung durchaus verlockend ist, so beispielsweise Marcello Mastroianni, Sophia Loren, Julia Roberts, Kim Basinger oder Ute Lemper (das allerschönste aus heutiger Sicht: ganz ohne Heidi Dumpf und ihre Topfmodel-Riege *gg*). Der Film an sich ist ein wunderbar komödiantischer aber dennoch sehr intelligenter Episodenfilm; weniger Blockbuster denn intelligentes Kino.

Abgesehen von einer Oscarnominierung als Beste Nebendarstellerin für Liebe hat zwei Gesichter (die Nebendarstellerin Bacall ist wirklich super, der übrige Film drumrum aber irgendwie nicht so), erhielt Bacall für keinen ihrer Filme einen Oscar, wurde aber 2009 mit dem Ehrenoscar für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

Lauren Bacall starb am 12. August 2014 in New York an den Folgen eines Schlaganfalls. Zu ihren Ehren wurde anlässlich ihres Todes ein Asteroid nach ihr benannt.

Montag, 11. August 2014

Erbsen einkochen

Ich weiß, das gibts auch in fertig zum Kaufen, selbst gemacht ist es aber frischer, günstiger und gesünder, da ganz ohne weitere Zusatzstoffe (^.^):

Für 3 Gläser à 500 ml nehme man:
750 g gepalte Erbsen
Wasser zum Auffüllen
Salz (je Liter 20g)

Zubereitung:
Die Gläser sterilisieren. In jedes Glas 250 g Erbsen einfüllen, mit Salzwasser auffüllen und die Gläser verschließen. Die Gläser in den großen Kochtopf setzen und so hoch mit Wasser füllen, dass die Gläser mindestens zur Hälfte im Wasser stehen. Das ganze jetzt auf 80° C erhitzen, diese Temperatur halten und die Erbsen so 60 Minuten einkochen. Danach werden die Gläser aus dem Wasserbad genommen und kühlen, mit einem Tuch bedeckt, ab.

Nach etwa 24 Stunden die Erbsen wie oben beschrieben ein zweites mal einkochen - das ist bei eiweißhaltigen Gemüsen wichtig, um alle Keime abzutöten. anderenfalls gehen euch die Gläser auf.

Eingekochte Erbsen halten sich mindestens ein Jahr.

Samstag, 9. August 2014

Häkeln für Anfänger - unser fünftes Projekt: ein 50er Jahre Oberteil - die Maschenzahlen umrechnen

Oft ist es so, dass man nicht die Wolle auftreiben kann, die in der Anleitung verwendet wird, oder aber auch nicht verwenden möchte, weil man eine schönere Wolle gefunden hat. Schließlich ist es auch noch so, dass jeder anders häkelt und so, würde man strikt nach Anleitung arbeiten, das handgefertigte Teilchen dann doch nicht perfekt passt.

Als Anfänger empfehle ich euch grundsätzlich mit der empfohlenen Wolle zu arbeiten, oder aber zumindest zu einer Wolle mit einer sehr ähnlichen Maschenprobe bzw. Lauflänge wie in der Anleitung angegeben, zu verwenden. Schließlich habt ihr gerade am Anfang mit der Häkelei schon genug zu tun, dann solltet ihr euch zumindest schon mal die größte und durchaus vermeidbare Rechnerei sparen. Kleinere Korrekturen anhand der Maschenprobe sind aber meistens doch erforderlich. Wie man diese vornimmt, zeige ich euch heute.

Ihr habt nun eure Maschenprobe gehäkelt und die Maschen und Reihen ausgezählt. Ihr erinnert euch: bei unserem 50er Jahre Oberteil häkeln wir mit dem Muster 2 Reihen feste Maschen und 2 Reihen einfache Stäbchen im Wechsel. Bei mir ergeben sich so für die Maschenprobe, also für 10 cm x 10 cm:
20 Maschen und
19 Reihen im Muster

Idealerweise kommt ihr auf die gleichen Angaben. Tut ihr das nicht müsst ihr wieder mit "der Hausfrauenformel" schlechthin, dem Dreisatz, umrechnen. Diesesmal aber zweistufig:
Angenommen eure Maschenprobe ergibt 16 Maschen und 17 Reihen, dann geht ihr folgendermaßen vor:
Angenommen, meine Anleitung sagt euch, dass ihr für eure Größe 80 Maschen anschlagen müsst. Mit meiner Maschenprobe (20 Maschen = 10 cm) wären das also 40 cm Länge. Da ihr laut eurer Maschenprobe aber nur 16 Maschen für 10 cm anschlagen müsst, müsst ihr nur 64 Maschen anschlagen um auf diese 40 cm zu kommen.
Ihr berechnet also zuerst, wieviele cm laut Anleitung benötigt werden und rechnet dann aus, wieviele Maschen oder Reihen ihr dafür laut eurer Maschenprobe braucht.

Selbstverständlich gibt es dazu auch eine Formel (die etwas kompliziert wirkt, aber eigentlich ganz leicht ist):
Zur Umrechnung der Reihenangaben ersetzt ihr einfach "Masche" durch "Reihe". (^.^)

Wem das zu kompliziert ist, für den habe ich ein kleines Sheet geschrieben. Tragt eure Werte einfach in die rot hinterlegten Felder ein, dann bekommt ihr eure Werte berechnet. Der Einfachheit halber könnt ihr das Sheet herunterladen (unter Datei - Herunterladen als...) und direkt auf eurem PC speichern. (Ich hoffe, das funktioniert jetzt auch alles so... wenn nein, bitte Bescheid geben):
Maschenproben umrechnen

Freitag, 8. August 2014

Die Grundkurs Nähen - Materialkunde: Die Nähmaschine - eine kleine Kaufberatung

Kommen wir nun endlich zur Nähmaschine, als dem wichtigsten Utensil für die Hobbynäherin (klar kann man auch alles per Hand nähen, das ist nun aber doch etwas aufwendig, insbesondere wenn man sich auch größeren Projekten zuwenden will...).

Die erste Frage die sich so stellt ist natürlich: welche Nähmaschine ist die richtige? Nun, diese Frage ist eigentlich verhältnismäßig leicht zu beantworten, zumindest für zukünftige Näherinnen, also all jene unter euch, die das Nähen gerne als neues Hobby entdecken wollen.
Nachdem ihr noch nicht wisst, ob euch das Nähen überhaupt Spaß macht oder ob ihr die Zeit und Muße habt auch dran zu bleiben: gebt für eure erste Nähmaschine nicht zu viel Geld aus. Kauft aber trotzdem Qualität. Nun, wer keine Erfahrung hat, für den ist es natürlich schwierig, herauszufinden, welche Maschine qualitativ hochwertig ist und welche eher nicht. Zum Glück gibt es hier die Stiftung Warentest, die auch ab und an mal Nähmaschinen testet. Das letzte Mal 2011, so dass dieser Test zwischenzeitlich sogar gratis verfügbar ist. Und was muss sie können, diese Anfängernähmaschine? Nun ja, die gängigen Nutzstiche sollte sie drauf haben, also Gerade- und Zickzackstich, einige Elastikstiche und Knopflöcher sollte sie nähen können. Fertig, das reicht auf jeden Fall für den Anfang.
Und soll ich euch noch was verraten? Mir tut immer noch meine Anfängernähmaschine von Privileg (mittlerweile vergriffen) bereits seit 15 Jahren die besten und treuesten Dienste. Ich hatte auch noch nie das Bedürfnis nach einer Nähmaschine die mehr kann, also lasst euch nichts computergesteuert-stick-chichi-mäßiges aufschwatzen, wenn ihr "nur" ganz normal nähen wollt. (In oben genanntem Stiftung-Warentest-Test würde ich übrigens zu der kleinen Singer für knapp was über 100,- € greifen, das aber nur am Rande.)

Auch als erfahrener Näher ist es verhältnismäßig leicht, die passende Maschine zu finden, wenn man auf der Suche nach einer Neuen ist. Die erste Frage ist hier zunächst: was soll sie können? Irgendwas besonderes, oder reichen die gängigen Nutzstiche? Orientiert euch ruhig auch an Testergebnissen wie dem oben genannten, geht aber ruhig auch in den Fachhandel und probiert unterschiedliche Maschinen aus, welche euch davon am besten liegt.

Zu guter letzt noch ein knappes Wort zu den Overlook-Nähmaschinen: eine Overlook ersetzt keine normale Nähmaschine, sie ergänzt sie nur und rentiert sich so auch für die wengisten Näherinnen. Man muss schon etliches an Kleidchen nähen, das sich eine Overlook finanziell rentiert, die Zeitersparnis ist auch nicht unbedingt die größte - ja man kann gleichzeitig nähen, Nahtzugabe zurückschneiden und versäubern, aber was spart das an Zeit bei einem Rock oder einem Kleid? 30 Minuten? Vielleicht eine Stunde? Naja, ich weiß ja nicht... Also mich treibt es nicht zu einer Overlook und ich würde schon behaupten, dass ich viel nähe. Aber im Endeffekt muss es jeder selbst wissen, ober er sich zusätzlich noch eine Overlook leisten möchte.

Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in die Welt der Nähmaschinen geben und euch gleichzeitig eine kleine Richtung auf dem Weg hin zur passenden Nähmaschine zeigen. Im nächsten Teil unseres Grundkurses zeige ich euch meine Nähmaschine und erkläre euch anhand derer die wichtigsten Funktionen einer Nähmaschine.

Donnerstag, 7. August 2014

Eischwerteig mit Fett - Englischer Kuchen

Auch der Englische Kuchen ist ein wahrer Rührkuchenklassiker. Für eine Kastenform braucht man:
4 Eier
4 Eischwer Butter
4 Eischwer Puderzucker
abgeriebene Zitronenschale
2 EL Rum
2 Eischwer Mehl
2 Eischwer Speisestärke
2 TL Backpulver
25 g Zitronat
25 g Orangeat
50 g kandierte Kirschen
50 g Sultaninen
75 g gehackte Mandeln
Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung:
Die Form mit Backpapier ausschlagen. Den Backofen auf 190° C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Die Butter bei mittlerer Temperatur schmelzen. Eier und Puderzucker auf höchster Stufe zu einer weißschaumigen Masse schlagen, die Zitronenschale und den Rum zugeben und unterrühren. Das Mehl auf die Schaummasse sieben und auf geringster Stufe zusammen mit der flüssigen Butter unterrühren. Zitronat, Orangeat und die kandierten Kirschen fein hacken und zusammen mit den Mandeln und den Sultaninen unterheben.
Den Teig in die Form füllen und bei 190° C 20 Minuten lang anbacken. Dann die Temperatur auf 170° C reduzieren und in etwa 40 Minuten fertig backen. Am besten überprüft ihr das Backergebnis zum Ende der Backzeit hin mit der so genannten Stäbchenprobe: nehmt dafür ein Holzstäbchen (Zahnstocher, Schaschlikspieß o.ä.), stecht in den Kuchen und zieht das Stäbchen wieder raus. Sobald kein Teig mehr am Holzstäbchen anhaftet ist der Kuchen fertig und kann raus aus dem Rohr.
Rührkuchen dampft etwa 5 Minuten in der Form ab und wird dann zum Abkühlen auf ein Kuchengitter gestürzt (Backpapier drunter, sonst bleibt der Kuchen kleben).

Mittwoch, 6. August 2014

Lili heiratet in einem Monat: das steht jetzt an


Es ist noch ein Monat Zeit und im Grunde sind wir fertig, es ist alles abgestimmt und organisiert, alles bestellt und abgesprochen. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht was ich euch jetzt noch erzählen soll... Über meine letzten 10 Tage als Braut werde ich nochmals ausführlich berichten, was Pflege und persönliche Vorbereitungen betrifft. Zu tun gibt es aber akut nichts mehr, was aber auch ganz gut ist, immerhin will ich als Braut nicht abgekämpft, sondern wunderbar erholt aussehen.

Es bleibt mir also nichts weiter zu sagen, als: freut euch schon mal auf meinen Hochzeitscountdown. (^.^) Ansonsten habe ich es geschafft (^.^)

Dienstag, 5. August 2014

Ein Blumenkränzchen fürs Ringmädchen

Auch den Blumenkranz für unsere kleine Ringkissenträgerin möchte ich selbst machen. Selbstverständlich bekommt ihr auch die Anleitung dazu.

Die Grundform wird dafür aus einem dünnen Draht - einem so genannten Wickeldraht - gebogen. Dafür nimmt man den Draht doppelt so lang wie der Kopfumfang der zukünftige Trägerin ist und schlägt jeweils das letzte Viertel so zur Mitte hin ein, dass eine Öse entsteht und zwirbelt den Draht ineinander. Die in der Mitte zusammentreffenden Enden werden mit etwas Floristenband umwickelt, damit nichts pieksen kann.

Nun kommen die Blumen dran, die zwingend einen Drahtstiel haben müssen. Diese werden einfach von der Mitte nach außen hin mit einigen Schlingen fest um den Draht gewickelt (wichtig: die Stiele werden um den Draht gewickelt und nicht der Draht um die Stiele).


Die noch überstehenden Stiele werden von außen zur Mitte hin umeinander verschlungen, die so in der Mitte zusammentreffenden Stiele werden ebenfalls ineinander geschlungen und der Kranz schon mal grob in Form gebogen.

Damit auch jetzt nichts piekst, wird der gesamte Kranz nochmal mit Floristenband umwickelt.
Durch die beiden Ösen kommen nun noch Satinbändchen, die etwas länger sein sollten, als die Haare der Trägerin. Auf diese Länge werden sie dann nämlich noch zurecht geschnitten. Ebenfalls an die Trägerin angepasst werden muss die finale Form des Kranzes, erst dann wird hinten entweder durch Verknüpfen der Satinbänder oder durch Verschlingen des Drahtes der Kranz komplett geschlossen (das fehlt bei mir noch; nachdem diesen Kranz ein Kleinkind tragen soll, ist es am schlausten, das erst kurz vor dem großen Tag zu tun, da gerade Kleinkinder gerne mal einen ordentlichen Wachstumsschub zwischendurch hinlegen).

Sonntag, 3. August 2014

Häkeln für Anfänger - unser fünftes Projekt: ein 50er Jahre Oberteil - die Maschenprobe

Bisher kam es bei unseren Häkelprojekten nicht auf eine exakte Größe an. Das ist beim Häkeln aber eher die Ausnahme denn die Regel. Nachdem jeder anders häkelt oder aber Änderungen vornimmt (andere Wolle, anderes Muster, aber auch fremdsprachige oder alte Anleitung), ist es daher unabdingbar vor dem eigentlichen Anfangen eine so genannte Häkel- oder Maschenprobe zu machen.


Dafür werft ihr zunächst einen Blick auf die Wollbanderole. Wie ihr bereits wisst, ist dort auch angegeben, wie viele Maschen und Reihen es für ein Quadrat in der Größe 10 x 10 cm braucht. Diese Angabe bezieht sich beim Häkeln auf feste Maschen. Nachdem wir unser 50er Jahre Oberteil aber mit einfachen Stäbchen häkeln wollen, ist die Reihenangabe für uns ziemlich nutzlos, da wir ja nun ebenfalls schon wissen, dass Stäbchen höher sind als feste Maschen (die Reihenangabe ist übrigens zu 99,9 % ziemlich nutzlos (^.^) ). Die Maschenangabe hilft uns aber weiter. Rundet die Masschenangabe etwas auf, mehr als 10 Maschen zusätzlich braucht ihr nicht aufschlagen und häkelt im angegebenen Muster solange, bis ihr ein quadratisches Stück habt (dafür das Häkelstück diagonal gefaltet Kante auf Kante liegt, habt ihr ein Quadrat). Den Lauffaden bitte nicht abschneiden und abmaschen, sondern einfach mit Nadel dran lassen. Jetzt könnt ihr auszählen, wie viele Maschen und wie viele Reihen ihr für jeweils 10 cm braucht:


Dafür spannt ihr das Häkelstück etwas auf, messt zunächst in der Breite 10 cm aus, markiert dafür 0-Punkt als auch 10-Punkt mit einer Stecknadel und zählt dann die Anzahl der Maschen aus. Jetzt wiederholt ihr gleiches in der Höhe und zählt die Anzahl der Reihen aus. Beides notiert ihr euch auf einem Zettel, den ihr nicht verlieren oder wegwerfen solltet, solange ihr noch nicht komplett fertig seid. Legt ihn am besten zu euren Häkelsachen.


Bei der von mir benutzten Wolle "Essentials Cotton Lurex" von Rico Design mit Nadelstärke 3 ergibt sich bei mir für das 10-cm-Quadrat:
20 Maschen und
19 Reihen

Mit Hilfe dieser Angaben könnt ihr nun die Angaben aus der Anleitung so umrechnen, dass euer Häkelprojekt perfekt für eure Maße, für eure Wunschwolle oder für was auch immer wird. Wie genau ihr umrechnet zeige ich euch im nächsten Teil, jetzt häkelt erstmal eure Maschenprobe und zählt aus:
Schlagt dafür laut Wollbanderole für etwa 12 cm Maschen an (zur Bereechnung verwendet ihr einen einfachen Dreisatz; hier könnt ihr die Formel zum Einsetzen nochmal nachschauen). Anschließend häkelt ihr im Muster. Bei unserem jetzigen Projekt ist das Muster:
2 Reihen feste Maschen, ...
2 Reihen einfache Stäbchen, ...
...jeweils im Wechsel.

Die Maschenprobe, sobald ihr eure Angaben habt, trennt ihr wieder auf und wickelt die Wolle straff ums Knäuel, damit sie sich wieder glatt zieht, schließlich kostet Wolle auch Geld und wegwerfen muss man sie ja nicht, nur weil man eine Maschenprobe gehäkelt hat. (^.^)

Freitag, 1. August 2014

Die Grundkurs Nähen - Nähen mit der Hand: unser erstes Projekt - Eine Kragenkette

Nachdem wir nun das Aufnähen von Perlen, Stras und Co. bereits in der Theorie hatten, wird es Zeit für etwas Praxis zwwischendurch, sonst wird es nur zu trocken, vor purer Theorie. (^.^) Wir machen unsere eigene Kragenkette. (^.^)

Dafür schneidet ihr aus Bastelfilz einen Kragen zurecht. Um die ideale Halsausschnittrundung zu bestimmen, nehmt ein Oberteil mit Rundhalsausschnitt in der gewünschten Weite und legt den Filz in den Ausschnitt. Zeichnet nun die Ausschnittlinie mit Schneiderkreide nach. Nehmt den Bastelfilz wieder heraus und zeichnet die die favorisierte Kragenform auf (wenn ihr euch das Freihand nicht zutraut, zeichnet erst auf Papier und übertragt dann
den Schnitt auf den Bastelfilz. Schneidet nun den Kragen entlang der Linien aus.

Um später eine Kette anbringen zu können werden in die Enden des Filzzuschnitts zunächst kleine Ösen gehämmert (aus dem Bastelbedarf). Bestickt nun euren Kragen mit Perlen, Pailletten und Strass, ganz so wie es euch gefällt. Auf die Kante habe ich passendes Stoffband genäht (mit einfachen Schlingstichen) und auf die Rückseite der Kette habe ich so genannte Bügelflicken aufgebügelt um die Stickfäden zusätzlich zu sichern.


Als Kette verwende ich eine alte Modeschmuckkette die mir schon lange nicht mehr gefällt, die ich mit einer kleinen Zange zunächst aufbiege und dann an meiner neuen Kragenkette anbringe.

Fertig ist das neue Teilchen in meinem Schmuckkästchen (^.^)