Samstag, 25. Januar 2014

Kostenplan, Budget und wer zahlt was

Zum Thema Heiraten und Kosten gibt es mehr Meinungen, Traditionen und Überzeugungen als hier Platz wäre, sie aufzuzählen. Ich fasse mich daher hierzu kurz. (^.^) Früher, zu einer Zeit, zu der Frauen kein eigenes Einkommen und kein eigenes Einkommen hatten und direkt von der Obhut der Familie in die Obhut des Ehemannes wechselten (und damit auch zu keiner Zeit mündig und entscheidungsfrei waren), war es üblich, dass die Eltern der Braut die Kosten der Hochzeit trugen. Nun, diese Zeiten sind mittlerweile glücklicherweise vorbei. Allerdings heißt das auch, dass heutige Brautpaare zu einem mehr oder weniger großen Teil die Kosten ihrer Hochzeit selbst tragen (müssen).

Der Wermutstropfen dabei: überall wo "Hochzeit", "Heirat" oder "Wedding" draufsteht, verdoppelt sich der Preis ganz automatisch. Steht noch "Braut" drauf, kann es auch mal das Zehnfache sein. Daher heißt die oberste Devise bei der Hochzeitsplanung: "Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht was Günst'geres findet..."

Jetzt mal ohne Witz Leute, heiraten kann echt teuer sein, bei den Preisen kann ich mir gut vorstellen, dass sich manche Paare gar verschulden, um vor den Altar zu treten. Wie gesagt: heiraten "kann" teuer sein, muss es aber nicht. Und keine falsche Scham bitte: nur weil man bei der Hochzeit aufs Geld schaut, heißt das weder, dass einem "der besondere Tag" nichts wert ist, noch heißt es dass man damit automatisch weniger schön feiert. es gibt beim Thema heiraten genauso wie bei allen anderen Dingen im Leben, Dinge die ihr Geld wert sind und Dinge die ihr Geld eben nicht wert sind. Was wem wie viel Wert ist, ist grundsätzlich eine subjektive Entscheidung. Ich bin mir sicher, dass ich bei manchen Dingen in den Augen des ein oder anderen Lesers wahlweise zu viel ausgebe oder zu geizig bin. Das muss grundsätzlich jeder für sich entscheiden. Was ich euch hier geben will, ist eine Übersicht der Dinge, die ihr bei eurer Hochzeitsplanung als Kostenfaktor berücksichtigen solltet. Manche Dinge sind ein Muss, die meisten aber wirklich optional. Zudem gibt es oft riesige preisliche Spreizungen, von richtig billig (meist sieht es dann aber auch so aus) bis ins annähernd Unendliche. Nach oben gibt es bei den Kosten einer Hochzeit scheinbar keine Grenzen - zumindest habe ich sie noch nicht gefunden.

Ihr solltet euch daher in jedem Fall als aller erstes überlegen, wie viel Geld ihr ausgeben wollt und könnt. Ganz ehrlich: ich halte es für ziemlich überzogen, für eine Hochzeit Schulden zu machen - grundsätzlich entscheidet das aber jeder selbst - nur: übertreibt es nicht - ernsthaft. Setzt euch also ein Budget und versucht dieses Budget auch wirklich einzuhalten. Damit ihr euch leichter tut, euer Budget entsprechend einzuteilen und zu verteilen, habe ich euch mal zusammengefasst, was man als Brautpaar alles so an Kosten zu stemmen hat:

Vor der Hochzeit - alles optional und jeweils sehr davon abhängig welchen Rahmen man plant:
  • die Verlobungsfeier (zur Orientierung: unsere kam uns alles in allem auf rund 750,- €)
  • den Polterabend
  • den Jungesellenabschied
  • den Brautabend

Das Outfit der Braut:
  • für das Standesamt - wer noch kirchlich heiratet, kann hier durchaus zu Garderobe greifen, die man auch später noch trägt
  • Brautkleid
  • dazu passende Wäsche, die auch Hochzeitsnacht-tauglich ist
  • Strümpfe zuzüglich mindestens ein Ersatzpaar
  • Handschuhe, sofern passend und gewollt
  • Schuhe ggf. noch ein flaches Paar zum wechseln
  • Friseur und Kosmetikerin - man bedenke aber, dass sich die heutige Prinzessin von Wales für ihre Hochzeit selbst gestyled hat und die hätte es sich echt leisten können. Falls ihr euch das nicht zutraut ist eine preisgünstigere Alternative von der ihr auch noch zukünftig profitieren könnt ein Stylingkurs. (^.^)
  • der Haarschmuck, sprich Schleier, Hut, Haargesteck, was auch immer euer Haupthaar zieren soll
  • Schmuck - der muss eigentlich nicht neu sein.

Das Outfit des Bräutigams:
  • für das Standesamt - auch hier gilt wer noch kirchlich heiratet, kann zu Garderobe greifen, die man auch später noch trägt
  • Hochzeitsanzug - der muss nicht sein. es tut auch ein normaler Anzug, den Man(n) später noch anziehen kann. Hier geht selbst der vorhandene Anzug, wenn euer Zukünftiger ohnehin nur alle Jubeljahre mal Anzug trägt und einen wirklich schönen bereits besitzt.
  • Hemd - auch hier kann vorhandenes ruhig genutzt werden, solange es (noch) gut aussieht. Viele Männer sind beim Heiratsthema sehr pragmatisch. Sind seine vorhandenen Sachen echt noch gut, spart euch die Energie ihn vollzujammern, dass er sich was Neues kaufen soll, für wichtigeres. Schließlich ist es euer beider Tag und ihr sollt euch auch beide wohl fühlen.
  • Krawatte, Fliege oder was auch immer sich Mann so um den Hals zu binden gedenkt
  • ggf. ein Einstecktuch
  • ein Kummerbund falls euer Bräutigam einen Smoking trägt
  • Strümpfe - erneut: Vorhandenes darf genutzt werden, sofern es nicht die asugenuckelten Sportsocken in bester Frotteequalität sind
  • Schuhe - und nochmal: wenn sie noch gut aussehen kann hier vorhandenes durchaus genutzt werden
  • Gürtel passend zu den Schuhen - hat er? Klasse (^.^)
  • Handschuhe - sofern gewollt und eigentlich nur mit einem Smoking passend
  • Friseur
Außerdem Teil des Outfits des Brautpaares: Die Eheringe. Hier kann man sehr viel Geld lassen. Die Preise richten sich nach dem verwendeten Material. Überlegt euch hier, was zu euch passt und welches Material in eurem Schmuckkästchen bisher so vorherrscht, dann fangt an zu vergleichen. Üblicherweise sind Ringe im Internet günstiger als beim Juwelier. Vergleichen lohnt sich auf jeden Fall.

Wenn ihr Wert darauf legt, dass die "Offiziellen" also Blumenkinder, Brautjungfern oder der Brautführer bei eurer Hochzeit was ganz bestimmtes tragen, dann solltet ihr das auch bezahlen. Möchtet ihr das nicht, dann solltet ihr euch bei euren Vorgaben auch etwas zurückhalten und bspw. nur eine Farbe bzw. einen Stil vorgeben.

Die Kosten der Räumlichkeiten sind sehr davon abhängig, wie ihr feiern möchtet. Wollt ihr zu Hause im Garten feiern klingt das zunächst mal günstig, ihr braucht aber evtl. Zelte oder Pavillions (es könnte ja regnen) ggf. braucht ihr auch eine mobile Heizung und auf jeden Fall ausreichend Mobiliar, wollt ihr in einem besonderen Gebäude, wie einem Schloss heiraten, zahlt ihr Miete und manchmal auch nochmal extra für Wasser, Strom und dergleichen. Wollt ihr in einem Restaurant feiern, sind die Räumlichkeiten üblicherweise gratis - sprich werden nicht extra berechnet; die Kosten dafür werden aber über die Preise für Speisen und Getränke wieder reingeholt. Seid ihr bzgl. der Räumlichkeiten nicht sonderlich festgelegt, dann rechnet die Optionen die für euch grundsätzlich in Frage kommen erstmal exemplarisch  mit realistischen Schätzpreisen durch, bevor ihr euch umschaut und erste Angebote einholt. So könnt ihr vielleicht die ein oder andere Option vorab schon mal ausschließen und ihr ertrinkt nicht in Angeboten.

Das Essen ist definitiv der teuerste Hochzeitsposten - aber in seiner Höhe eben auch sehr stark davon abhängig, wie und in welchem Umfang ihr feiern wollt. Üblich sind die folgenden Punkte im Rahmen einer Hochzeitsfeier - ich gehe dabei von Restaurant bzw. Catering aus; das dürfte das Häufigste und Üblichste sein und ich runde großzügig auf, es wird also wahrscheinlich günstiger und nicht teurer:
  • ein Sektempfang - reicht ihr nur Sekt bzw. Nichtalkoholisches zum Anstoßen müsst ihr pro Gast mit etwa 5,- € rechnen. Solls mehr Auswahl an Getränken zum Anstoßen sein (also zusätzlich noch Sprizz, Hugo und dergleichen) schlagt besser 7,50 € pro Gast an. Sollen noch kleine Häppchen dazu gereicht werden, plant mit 10,- € pro Gast. Als Grundlage habe ich hier guten Sekt bzw. Prosecco im mittleren Preissegment im Hinterkopf (ganz ehrlich, die meisten - und dazu zähle ich auch - können doch sowieso Rotkäppchen nicht von Veuve Clicquot unterscheiden). Soll der Schaumwein exklusiver sein, wirds natürlich teurer. Wollt ihr wirklich Champagner und dann vielleicht tatsächlich Veuve Clicquot dan rechnet pro Gast ganz ohne Häppchen und Alternativen mit 20,- €
  • die Hochzeitstorte - hierzu habe ich mich ja schon ausgelassen: Hochzeitstorten vom Konditor sind echt unverschämt teuer, dafür dass sie zwar gut aussehen aber nicht schmecken. Pro Person solltet ihr mindestens mit 5,- € rechnen, für eine richtige Motivtorte die wirklich verziert ist, rechnet besser mit 7,50 € pro Person. Für das Exklusivmodell rechnet mit 10,- € pro Person. Teurer geht natürlich immer (^.^)
  • Nachdem sich nicht jeder Gast auf nur ein Stück Kuchen beschränkt, braucht es zusätzlich ein Kuchenbuffet. Hier ist es eigentlich üblich, dass die fähigen Bäckerinnen und Bäcker unter den Gästen gebeten werden Kuchen zu machen und mitzubringen. Möchtet ihr das nicht, müsst ihr pro Kuchen mit etwa 30,- € und pro Torte mit etwa 50,- € zusätzlich rechnen. Pro Kuchen/Torte habt ihr dann zwischen 8 und 12 weitere Stücke. Zusätzlich müsst ihr in einem Restaurant - vorausgesetzt ihr bezieht eure Kuchen und Torten nicht über das Restaurant - mit einem sog. Gabelgeld rechnen. Pro Gast beträgt das nochmal zwischen 2,- € und 3,- €. Als weitere Alternative könnt ihr natürlich auch mein Hochzeitskuchenbuffet-Recherche-Programm verfolgen, vielleicht ist das ja was für euch. (^.^)
  • Ein Abendessen mit mindestens drei Gängen, wahlweise als Menü oder als Buffet, hier solltet ihr pro Person zwischen 30,- € und 40,- € veranschlagen.
  • Die Getränke: dafür kommen je nach Dauer und Außentemperatur nochmal etwa 20,- € bis 50,- € pro Gast hinzu.
  • Wenn ihr in Räumen ohne Bewirtung heiratet, müsst ihr zusätzlich noch die Kosten für den Service, die Anlieferung und den Auf- und Abbau mit einkalkulieren.
  • wer jetzt noch ein Mittagessen anbieten will, was nicht unbedingt üblich ist, kann sich an den Abendessenpreisen orientieren.
  • Sofern ihr standesamtlich und kirchlich heiratet - das macht man normalerweise ja nicht an einem Tag - findet die große Feier erst nach der kirchlichen Trauung statt, mit den Gästen der standesamtlichen Hochzeit geht man Mittagessen, auch hier sollte man mit etwa 25,- € bis 35,- € pro Gast rechnen
Beim Essen kann man aber auch sparen:
  • erkundigt euch beim Einholen der Angebote, ob es möglich ist die eine extra Getränkekarte anzubieten, so habt ihr mehr Planungssicherheit was die Getränkepreise betrifft und keiner in Versuchung kommt den 80,- € Wein zu bestellen oder sich auf eure Kosten mit flaschenweise Wodka die Kante gibt - außer natürlich ihr wollt das. (^.^)
  • fragt nach, ob es möglich ist Korkgeld zu bezahlen und wenn ja, wie hoch dieses ist. Dann könnt ihr nämlich Wein und Sekt selbst mitbringen. Das lohnt sich allerdings nicht immer: Korkgeld wird üblicherweise pro geöffneter Flasche bezahlt und liegt zwischen 5,- € und 10,- €. Mit dabei ist dann aber nur Öffnen und Ausschenken - kein mischen.
  • fragt nach, ob ihr Pauschalen vereinbaren könnt - idealerweise für ein Gesamtpaket. Das haben wir gemacht und sind damit wirklich zufrieden.
Weiter gehts mit den Kosten - jetzt kommen wir zur Deko und allem was dazu gehört:
Ihr braucht Tischdeko fürs Restaurant, Blumenschmuck und Deko für Standesamt und ggf. Kirche. Dazu kommen noch Ringkissen, Hochzeitskerze, Anstecksträußchen für die Gäste, evtl. Blumenkränze und Streukörbchen für die Blumenkinder, ihr selbst braucht euren Brautstrauß und der Bräutigam dazu das passende Ansteckbouquet und zuguter letzt brauchen eure Brautjungfern noch ihre Blumensträuße (üblicherweise eine kleinere Version eures Straußes) und evtl. auch Blumenkränze; nicht zu vergessen wäre noch der Blumenschmuck für euer Hochzeitsgefährt.
Ja ihr braucht... davon sicher nicht alles. Ihr solltet euch aber Gedanken darüber machen, was davon ihr wollt und wieviel ihr ausgeben wollt. Das meiste von den hier genannten Sachen kann man für wenig Geld selbst machen. Allerdings ist das immer mit Arbeit, Können und Zeitinvest verbunden. Zeit hat man aber nicht immer, wenn man gerade dabei ist seine eigene Hochzeit vorzubereiten. Das oft angebotene "Rundum-Sorglos-Paket" (z.. Blumenschmuck durch den Autovermieter, Deko im Restaurant durch das Restaurant) ist aber sicher nicht immer die günstigste Variante. Hier lohnt es sich auf jeden Fall zu vergleichen und abzuwägen. Gerade bei den kleinen Dingen kann man viel Geld für eigentlich Nebensächliches ausgeben.

Weniger Nebensächlich, sondern richtig wichtig ist die musikalische Gestaltung eurer Hochzeit, damit steht und fällt oft die Stimmung. Grundsätzlich habt ihr die Wahl zwischen Band und DJ für die Hochzeitsfeier. Nehmt hier nicht einfach irgendjemanden, nur weil es günstig ist. Hört euch die Bands und DJs erstmal an und zwar live - Videos kann man bearbeiten. Und wählt dann unter denen, die euch wirklich überzeugt haben, aus.Ihr solltet dabei auch daran denken, dass eure Musiker auch auch eure Kosten mitessen und mittrinken. Das sollte idealerweise in eure Vergleichsberechnung mit rein.
Für die musikalische Untermalung der Trauungszeremonie ist es üblicher einen Organisten, einen Chor oder Akustikmusiker bzw. Solosänger zu engagieren. Gerade die so genannten Hochzeitsmusiker, die man für solche Zwecke buchen kann, haben bei ihrer Preisgestaltung wirklich gar keine Skrupel. Hier habe ich schon Angebote gelesen, bei denen pro Lied abgerechnet wird, wobei ein Lied bereits einen dreistelligen Betrag kostet. Wenn ihr kirchlich heiratet, überlegt euch, ob nicht der Gemeindeorganist bzw. der Kirchenchor der Gemeinde für euch in Frage kommt. Oft gibt es in den Pfarrgemeinden auch Jugendmusikgruppen die gute akustische Musik machen. Außerdem finden sich in vielen Gemeinden auch gute Solosänger. Die Kosten halten sich in dieser Variante auch absolut im Rahmen. Unser Organist - der Organist der Kirchengemeinde, der auch Konzertorganist ist - kostet einschließlich Anfahrt 40,- €. Ein noch nicht mal ansatzweise vergleichbar guter "Hochzeitsorganist" kostet das Zehnfache. Bei standesamtlichen Hochzeiten ist es nicht üblich diese musikalisch zu begleiten. Solltet ihr das unbedingt wollen, überlegt euch, ob Musik vom Band nicht auch reicht.

Ebenfalls richtig wichtig ist ein guter Hochzeitsfotograf. Schließlich wollt ihr schöne Erinnerungsfotos an eure Hochzeit haben. Diejenigen Fotografen, die sich "Hochzeitsfotograf" nennen, sind wieder einmal richtig teuer. Eine gute Alternative sind Hobbyfotografen. Dazu gibt es einschlägige Seiten im Internet, auf denen die Fotografen auch ihre Bilder zeigen. Klar werden Hobbyfotografen von den gelernten Fotografen gerne schlecht geredet. Allerding shalte zumindest ich Fotografie für eine Kunst und Kunst kommt nun mal von können. Das ist nichts, das man in einer dreijährigen Ausbildung lernen kann. Entweder man hats drauf, oder man hats nicht drauf. Ich kenne aus meinen Modeljahren noch einige Fotografen, die Fotografie nicht als Handwerk gelernt haben und trotzdem millionenmal besser sind, als so mancher vermeintliche Profi. Und glaubt mir: ich habe in den letzten Wochen wirklich schon reichlich murksige Bilder  von den sogenannten "Hochzeitsfotografen"  gesehen. Das Umschauen im Laienlager lohnt sich wirklich. Einfach mal auf www.fotocommunity.de klicken und sich in aller Ruhe umsehen - so spar man oft mehr als die Hälfte (bei den "Hochzeitsfotografen" müsst ihr für den kompletten Tag mit rund 3.000,- € rechnen) und bekommt sogar noch mehr Bilder überlassen (oft sogar alle, die entstanden sind). Wenn euch ein kurzes Fotoshooting reicht, könnt ihr auf der Feier auch auf den Tischen Einwegkameras auslegen, so dass eure Gäste für euch schöne Erinnerungsbilder machen.

Ein nicht ganz so dicker Posten, der aber trotzdem reiflicher Überlegung bedarf: mit welchem Fahrzeug will denn das Brautpaar fahren? Soll es eine Kutsche sein? Oder ein Oldtimer? Vielleicht auch eine Stretchlimousine? Wie auch immer ihr euch entscheidet: denkt an die erforderlichen Rahmenbedingungen: Für die Kutsche braucht ihr zwingend einen Kutscher, der Chauffeur kann auch durch einen der Hochzeitsgäste ersetzt werden. Pferdekutschen können nicht im Parkhaus parken, sondern brauchen eine Möglichkeit, bei der die Pferde versorgt werden können. Auch überdimensionierte Autos brauchen mehr Platz zum parken. Für Oldtimer besteht oft Garagenzwang. Nehmt ihr die Sparvariante des Hochzeitsautos, sprich "ohne Chauffeur", braucht ihr einen Garagenstellplatz und müsst zudem das Auto komplettgereinigt - also einschließlich Innenreinigung am nächsten Tag zurückgeben. Das bedeutet am Tag nach der Hochzeit nochmal eine Runde Arbeit und ggf. auch Zeitdruck. Alles andere kostet wieder mehr. Anderseits müsst ihr Kutscher/Chauffeur als "Gast" miteinrechnen, schließlich wollt ihr nach der Feier auch wieder irgendwie heimkommen. Auch hier ist das vermeintlich billigste Angebot nicht immer das günstigste Angebot. Nachdem wir in einem Schloss heiraten und demnach weder Kutsche noch Hochzeitsauto brauchen (wir gehen von der Trauung zur Feier 20 Meter über den Schlosshof), habe ich mich mit den Preisen für Hochzeitsgefährte nicht richtig auseinander gesetzt. Nur so viel: ich habe schöne gepflegte Oldtimer zum Selbstfahren im Münchner Umland für 200,- € am Tag entdeckt; ebenso habe ich genauso schöne und gepflegte Oldtimer ebenfalls zum selbstfahren auf einer Hochzeitsmesse in München für 1.300,- € am Tag entdeckt. Irgendwo dazwischen werden sich die Preise wohl bewegen.

Zu guter letzt noch der Kleinkram, der in Summe dann doch wieder ganz schön ins Geld geht. Hier wären zunächst die Drucksachen zu nennen. Dazu gehören üblicherweise:

  • Einladungskarten (+ Porto)
  • Platzkarten
  • Menükarten
  • Programmheft zur Trauung
  • Dankeskarten (+ Porto)
Das sind für mich alles Dinge, die man locker selbst machen kann. Allerdings ist mir durchaus bewusst das das nicht jeder kann oder will. Allerdings kann ich zur "Einkaufsvariante" nicht so viel sagen, die stand für mich nie zur Frage. Daher: vergleichen und ggf. Komplettangebote für alles aushandeln, schließlich soll bei einem konsequenten Hochzeitskonzept auch ein einheitliches gestalterisches Konzept durchgezogen werden.

Solltet ihr Gäste mit weiter Anreise einladen, solltet ihr euch außerdem fragen, ob ihr ihnen nicht eine oder zwei Übernachtungen bezahlt. Zumindest der gute Ton würde das verlangen, es muss ja nicht das 5-Sterne-Hotel sein. Günstig sind hier insbesondere Ferienwohnungen oder kleinere Frühstückspensionen. Schaut euch einfach auf der Homepage eures Hochzeitsortes um, dort ist unter Tourismus üblicherweise eine komplette Anbieterübersicht. So könnt ihr am leichtesten vergleichen.

Schließlich hält auch Vater Staat noch die Hand auf: für die Urkunden, die ihr zur standesamtlichen Trauung benötigt, zahlt ihr aktuell 30,- €. Die Prüfung der Ehefähigkeit kostet nochmal 50,- €. Die Kosten der Trauung hängen davon ab, wann ihr heiratet (nach den Öffnungszeiten für den Parteiverkehr kostet es bspw. einen Aufpreis) und wo ihr heiratet; Besondere Trausäle kosten nochmal extra. Die normale Trauzeremonie ohne weitere Extras kostet 40,- €. So zumindest mein aktueller Kenntnisstand. Sollte sich hier noch was ändern, passe ich entsprechend an.
Außerdem kostet das Stammbuch, das ihr mit der Hochzeit nehmen müsst Geld, wieviel hängt von der Ausführung ab, die ihr nehmt. Die Preise liegen grob zwischen 10,- € und 25,- €. Außerdem kostet eure Hochzeitsurkunde, die ihr für spätere Ämter- und Behördengänge sowie für euren Arbeitgeber braucht 15,- € je Ausfertigung. Zwei Ausfertigungen braucht ihr schon mal sicher, für jeden eine. Zudem braucht ihr bei Namensänderungen neue Pässe und Führerscheine, auch das kostet wieder... Grob veranschlaget habe ich bei meiner Planung mal 250,- €. Meine Erfahrungswerte ergänze ich dann noch, sobald ich die Erfahrungen dazu habe. (^.^)

Wem jetzt die Ohren schlackern vor lauer Kosten: die deutsche Durchschnittshochzeit kostet alles in allem 11.500,- €. Günstig ist eine Hochzeit, wenn man es schafft unter 8.000,- € zu bleiben. Und: am leichtesten spart man mit der Anzahl der Gäste. Sind also eure kalkulierten Kosten zu hoch: werft nochmal einen Blick auf die Gästeliste und überlegt euch, wen ihr unter diesen Umständen doch nicht einladen wollt. (^.^)

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