Dienstag, 29. Oktober 2013

Die Sache mit der Figur und dem Gewicht und so...

Ich predige euch hier sicher kein unerreichbare Idealfigur. Wobei es die eine erstrebenswerte Idealfigur heute sowieso nicht mehr gibt, von klapperdürr bis enorm adipös scheint mittlerweile alles dabei zu sein. Ich bin auch kein Mediziner oder Diätologe, so dass ich hier Expertenberatung liefern könnte. Ich halte mich aber für einen vernünftigen rationalen Menschen, der Ammenmärchen und Bauernfängerei von wissenschaftlicher Realität unterscheiden kann. Und an meinen Erkenntnissen dazu, möchte ich euch heute gerne teilhaben lassen.

Hauptsächlich maßgeblich was euer Gewicht und eure Figur betrifft seid in aller erster Linie ihr selbst und zwar einzig und allein. Ihr fühlt euch so wohl wie ihr seid? Wunderbar! Bleibt so (wenn gesundheitlich nichts entgegen steht - dazu aber später mehr)! Ihr fühlt euch nicht wohl? Dann jammert nicht rum, ändert es! Ganz einfach! (ja hach, ich bin so böse und direkt - ich weiß - so ist es aber nun mal, durch jammern ändert man nichts)

Zunächst aber erstmal: wie schwer sollte "man" den sein?
Mir ist es ehrlich gesagt ziemlich Sternschnuppe was irgendein Beautypapst grad wieder abseiert, welches Gewicht denn für welche Größe erstrebenswert sei, mir ist da die gesundheitliche Komponente deutlich wichtiger und hier ist nun mal Fakt: zu dünn ist ungesund - zu dick ist ungesund - basta.

Um "zu dünn" und "zu dick" zu beurteilen, gibt es leider nach wie vor keine eindeutige und einheitliche Methode. Ich greife daher gerne auf ein Kombiverfahren aus den gängigsten medizinischen Methoden zurück.

Zunächst wäre da der BMI = Body-Mass-Index. Hierbei handelt es sich zwar um das momentan gängigste "Messverfahren", dennoch ist der BMI eigentlich ziemlich ungenau, weil er lediglich Körpergröße und Gewicht in Relation bringt, aber Dinge wie Statur oder Geschlecht komplett außen vor lässt. Genau deshalb reicht er nicht als einziges Maß, taugt aber immerhin schon mal als grobes Richtmaß. Um seinen BMI zu berechnen, dividiert man sein Gewicht in kg durch die quadrierte Körpergröße in m:
Die Werte bedeuten im Einzelnen:
BMI < 18,5 Untergewicht
BMI 18,5 - 25,0 Normalgewicht
BMI > 25,0 Übergewicht, die so genannte Präadipositas - hier fängt "zu dick" bereits an
BMI > 30,0 Fettleibigkeit also Adipositas

Zur Onlineberechnung gehts hier lang: BMI-Rechner der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Eine höhere Aussagekraft im Zusammenhang mit gefährlichem Körperfett und damit auch eine gesundheitliche Aussage zum Übergewicht, da die Fettverteilung berücksichtigt wird, liefert die so genannte Waist-to-Height-Ratio. Auch Menschen, die nach BMI normalgewichtig sind, können eine ungesunde Verteilung des Körperfetts haben und müssen damit auch mit den gleichen gesundheitlichen Folgen rechnen wie Übergewichtige. Anderseits können sehr trainierte Menschen, die nach BMI übergewichtig sind (Muskeln sind schwerer als Fett...), hier im Normalwertbereich liegen und gehören da eigentlich auch hin (^.^). Andererseits bietet der Index aber keine Aussage zum Untergewicht. Die Waist-to-Height-Ratio berechnet sich aus dem Taillenumfang dividiert durch die Körpergröße in cm:
Als gesundheitlich bedenklich gelten bei unter 40jährigen Werte über 0,5. Zwischen 40 und 50 darf der Wert maximal im Bereich zwischen 0,5 und 0,6 liegen. Bei über 50jährigen sind Werte über 0,6 kritisch.

Eine ebenfalls hohe Aussagekraft zur Verteilung des Körperfetts liefert die Waist-to-Hip-Ratio. Zudem lässt sich hier eine evolutionsbiologisch fundierte Attraktivitätskomponente ablesen, die ja nun auch nicht so uninteressant ist (-.^). Die Waist-to-Hip-Raitio ist der Quotient aus Taillen- und Hüftumfang:
bei Frauen:
WHR < 0,8 Normalgewicht
WHR 0,8 - 0,84 Übergewicht
WHR > 0,85 Fettleibigkeit
Evolutionsbiologisch nachgewiesen wirken Frauen mit einer WHR < 0,7 besonders attraktiv auf Männer. (Singh, Devendra: "Did the perils of abdominal obesity affect depiction of feminine beauty in the sixteenth to eighteenth century British literature? Exploring the health and beauty link")

bei Männern:
WHR < 0,9 Normalgewicht
WHR 0,9 - 0,99 Übergewicht
WHR > 1,0 Fettleibigkeit

Zusammengefasst heißt das:
  • Ihr seid bei allen dreien im grünen Bereich? Perfekt! Bleibt so!
  • Ihr seid bei allen dreien im grünen Bereich, seid aber trotzdem unzufrieden mit eurer Figur oder eurem Gewicht? Kenn ich - ich glaube, so wirklich zufrieden ist man nie mit sich selbst, das liegt auch ein Stück weit in der menschlichen Natur, wie wäre sonst Fortschritt und Entwicklung möglich? Aber gut, ich will hier nicht philosophisch werden, kleine Unzufriedenheiten - solange sie sich im Rahmen des Normalmaßes bewegen kann man leicht ausbügeln, durch gezieltes Training beispielsweise.
  • Laut BMI seid ihr übergewichtig, aber sowohl WtHR und WHR sind im grünen Bereich? Dann ist alles paletti - normalgewichtig.
  • Laut BMI seid ihr untergewichtig? Auch wenn WtHR und WHR im grünen Bereich sind bitte unter "Untergewicht" weiterlesen...
  • Euer BMI ist eigentlich im Normalbereich die WtHR oder die WHR oder sogar beide sind im roten Bereich? In diesem Fall seid ihr eine Abweichung von der BMI-Norm. Ihr seid eigentlich übergewichtig, da ihr gefährlich viel Bauchfett abgelagert habt und genau dieses Bauchfett begünstigt am stärksten die medizinischen Nebenwirkungen von Übergewicht. Für euch gilt, was für Übergewichtige gilt, bitte also unten weiterlesen.
Jetzt aber mal zu den deutlicheren Abweichungen vom Normalbereich - ihr seid zwei oder gar drei mal im roten Bereich:

Untergewicht
"Zu dünn" kann einfach nur Veranlagung sein und man kann - eine gesunde und ausgewogene Ernährung vorausgesetzt - auch so ein gesundes Leben führen. Hat man sich dieses "zu dünn" aber erhungert, hat das hingegen schwerwiegende gesundheitliche Konsequenzen. Am Schlimmsten  ist hier wohl der Teufelskreis in den man sich unweigerlich begibt: der Stoffwechsel verlangsamt sich durch Unterernährung, dadurch kann man immer weniger essen um sein Klappergestell zu halten. Unterernährung führt im krassesten Fall zum Tod durch Auszehrung. Und Mädels, wenn ihr euch dauernd unterernährt schaltet euer Körper die Dinge ab, die er nicht unmittelbar zum überleben braucht, dazu gehören geistige und körperliche Leistungsfähigkeit genauso wie auch euer Zyklus und die Fruchtbarkeit. Und ja: das kann zu dauerhaften Schäden führen, sowohl im Hirn als auch bei eurem Herz-Kreislaufsystem und bei eurer Fortpflanzungsfähigkeit. Die andauernde Mangelernährung - jemand der hungert bekommt nun mal nicht all die Vitalstoffe, die er eigentlich bräuchte - kann zudem auch zu chronischen Erkrankungen wie beispielsweise Osteoporose oder der erlernten Laktoseintoleranz (also Laktoseintoleranz, die erst im Erwachsenenalter auftritt) führen. Außerdem sieht man Mangelernährung: die Haut sieht schlecht, fahl und ungepflegt aus, die Fingernägel werden brüchig, die Zähne schlecht, die Haare stumpf und glanzlos, ihr altert deutlich schneller, kurz: es sieht scheiße aus, punkt.

Ihr seid untergewichtig? Dann ab zum Arzt und erstmal ein Blutbild machen lassen um zum einen Mangel- und Fehlernährungen kontrollieren zu können. Solltet ihr mangel- bzw. fehlernährt sein, hilft euch direkt euer Arzt weiter, aus dieser Todesschleife wieder rauszukommen und zwar so, dass chronische Erkrankungen möglichst minimiert werden. Doktert auf gar keinen Fall selbst rum - GEHT ZUM ARZT!

Und wenn ihr schon mal beim Arzt seid: lasst auch eure Schilddrüse untersuchen. Auch eine Überfunktion der Schilddrüse kann die Ursache von Untergewicht sein, das bekommt man aber medikamentös leicht wieder in den Griff, sollte aber in jedem Fall behandelt werden.

Zu guter letzt sei auch noch der Parasitenbefall genannt. Gut, in westlichen Ländern mit unseren Hygienestandards eher selten, nichts desto trotz möglich - schließlich kann man sich sowas auch als Urlaubssouvenir mitbringen.

Die letzteren beiden Fälle sind bei der Fraktion die "essen kann soviel sie will" durchaus möglich, also lasst euch besser mal durchchecken.

Übergewicht
Übergewicht ist zumindest nicht ganz so schädlich wie Untergewicht, dennoch hat auch Übergewicht weitreichende gesundheitliche Folgen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, erhöhtes Krebsrisiko, Fettleber, Knochen- und Gelenkschäden, verminderte Fruchtbarkeit und insbesondere bei Schwangeren die so genannte Schwangerschaftsdiabetes, die sich enorm negativ auf die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes auswirkt - um hier nur mal die häufigsten Einschränkungen zu nennen. Und ja, auch Übergewichtige können sich mangel- und fehlernähren, nämlich die Fraktion die nur Plastikmist in sich reinschaufelt. Auch hier hat die Mangel- und Fehlernährung die gleichen Konsequenzen wie bei der Untergewichtsfraktion.

Ja, es gibt genetische und medikamentöse Faktoren, die zu Übergewicht führen, aber mal ernsthaft: auf wie viele trifft das schon zu? Bei den meisten ist es schlicht und ergreifend angefressen. Entweder durch tatsächliche Überernährung oder aber durch Bewegungsmangel. Nichts desto trotz sollten Übergewichtige ebenfalls zum Arzt um sich durchchecken zu lassen. Hier lassen sich zum einen genetische, körperliche oder medikamentöse Faktoren des Übergewichts überprüfen und zudem sollten Übergewichtige aufgrund der gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch ihr Gewicht auf jeden Fall nur unter ärztlicher Aufsicht abnehmen. Im Ernst jetzt! KEINE ALLEINGÄNGE!

Und: nur wenn euer Arzt nach einem gründlichen Check sagt, dass bei euch aus gesundheitlicher Sicht alles Ok ist, ist auch alles ok, NUR DANN.

Adipositas sprich krankhafte Fettleibigkeit
Im Grunde: siehe Übergewicht - wobei hier die Folgen umso extremer sind. Auch hier gilt - um so mehr: AB ZUM ARZT! UND ZWAR SCHNELL! UND BLOß KEINE ALLEINGÄNGE!

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