Sonntag, 23. Juni 2013

Wo die Ostseewellen treckern an den Strand...

Unser diesjähriger Sommerurlaub hat uns an die Ostsee geführt - um genauer zu sein, nach Fuhlendorf in Vorpommern. Für euch gibt es heute die Manöverkritik (^.^)

Fuhlendorf ist wirklich ein Dorf - selbst für die Dinge des täglichen Bedarfs musste man sich extra ins Auto setzen. Auch unser Ferienhaus war eher unterer Standard mit einer wirklich ungepflegten Außenanlage und leiderleider falscher Darstellung im Netz und in den Buchungsunterlagen (frech!). Hierfür gibt es also keine Empfehlung, für eine Reise an die Ostsee aber allemal, wir hatten eine ganz wunderbare und erholsame Woche.

Sehr empfehlen kann ich euch das Ostseeheilbad Zingst, ein wirklich zauberhaftes kleines Örtchen, mit einem schönen und gepflegten Strand. Sollte es mich nochmal in diese Ecke verschlagen, wäre Zingst auch der Ort meiner Wahl, an dem ich mein Nachtlager aufschlagen würde. Sehr nett auch die Seepromenade, an der es natürlich den üblichen Touristennepp gibt, aber eben auch Läden mit hochwertigeren Produkten und netten kleinen Restaurants und Cafés.

Durchaus nett war auch das Ostseebad Prerow, wenngleich lange nicht so wunderschön wie Zingst. In Prerow kann ich vor allem die Boddenrundfahrt mit der MS Riverstar empfehlen, die v.a. Eindrücke in die vielfältige Natur in der Boddenlandschaft vermittelt.

Ein regelrechter Pflichttermin an der Ostsee ist definitiv Stralsund - wir waren sogar zweimal da und haben immer noch lange nicht alles durch, was wir gerne gesehen hätten. Die Touristenmagneten Ozeaneum und Meereskundemuseum standen natürlich ganz oben auf unserer Liste. Das Kombiticket für beide kostet stolze 21,- €. Davon hätten wir uns aber definitiv 16,- € für das Ozeaneum sparen können. Die Ausstellung ist leider alles andere als museal aufbereitet, sondern arbeitet eher mit Minimalinformation und Maximaleffektheischerei - schade um das Geld - beim nächsten mal wissen wir es. Das Meereskundemuseum ist hingegen phänomenal gut aufbereitet und selbst für einen weniger an Fischerei und Meeresbiologie interessierten Zeitgenossen wie mich, sehr fesselnd und interessant. Ebenfalls wahnsinnig interessant ist die Hafenrundfahrt in Stralsund mit der MS Vorpommern. Aber auch die Stadt selbst hat wunderschöne Impressionen sowie diverse Shoppingmöglichkeiten - fast ganz ohne Touristennepp - zu bieten.
Auch das kleine Städtchen Ribnitz-Damgarten ist einen Ausflug wert. Allen voran aufgrund des Freilichtmuseums im Ortsteil Klockenhagen, in dem das bäuerliche Leben aus drei Jahrhunderten in Vorpommern gezeigt wird. Neben dem musealen Teil kann man natürlich auch tolle und v.a. praktische Andenken kaufen und in der museumseigenen Gaststätte auch noch superlecker und v.a. saisonal-regional-frisch essen. Den Abstecher in das Deutsche Bernsteinmuseum kann man sich meines Erachtens nach aber sparen. Zum einen halte ich es für wahnsinnig unverschämt, dass dieses Museum sich allen ernstes erblödet für den Museumsbesuch eine Kurtaxe zu kassieren (Ostseeheilbad... ich habe da drin weder gebadet, noch hatte ich es vor) und zum anderen fragt man sich als geneigter Besucher zudem, warum sich dieses Museum "deutsches" Bernsteinmuseum nennt, wenn der absolute Schwerpunkt der Sammlung auf dem polnischen und russischen Bernstein liegt. Davon abgesehen - die Sammlung ist auch recht klein. Für ein kleines Regionalmuseum, also ein Vorpommersches Bernsteinmuseum, wäre es angemessen - für ein "deutsches" Bernsteinmuseum hingegen nicht.
Nicht wirklich ein "Muss" aber dennoch ganz hübsch ist das kleine Örtchen Barth, das für uns das Nächste zum Einkaufen war. Die Innenstadt ist zwar verhältnismäßig nichtssagend, die Kirche im Ort allerdings richtig schön und durchaus sehenswert. Solltet ihr also gerade in der Nähe sein und Zeit haben, schaut vorbei.
Ebenfalls ganz süß, wenn auch mehr auf Kinder ausgelegt ist Karls Erlebnisdorf in Rövershagen. Ok, es gibt zu 70 Prozent überteuerten Touristennepp, der Eintritt ist aber frei und man kann für ziemlich wenig Geld lecker und frisch essen.

Vollkommen sparen kann man sich meiner Meinung nach aber wieder Rerik - wobei ich dort - abgesehen vom Strand und dem touristischen Ortskern nichts weiter gesehen habe. Der Strand war schmutzig und ungepflegt (dennoch sollte man "Eintritt" zahlen - übrigens auch der einzige Strand an dem sie Geld wollten) und der Touristen-Ortskern war ein 100% Touristenortskern mit reihenweise überteuertem Schrott zum Verkauf und etlichen Läden mit überteuertem und dann auch noch nicht gut schmeckendem Essen (Kategorie Autobahnraststätte...).

Trotz der paar Fehlgriffe im Ausflugsprogramm hatten wir aber einen wunderbaren Urlaub mit ganz vielen wunderschönen Eindrücken und super viel Entspannung und Erholung. Herrlich! Das war sicher nicht das letzte Mal, dass mich die Ostsee gesehen hat. (^.^)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen